Blutsbrüder

Blutsbrüder

Hardback
3.97
Prostitution1930Er JahreBücherverbrennungStadtgeschichte

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Description

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin und anderen deutschen Großstädten infolge der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Strasse. Sie verdingten sich als Tagelöhner und Laufburschen, aber häufig führte ihr Weg sie auch in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und ein wenig Sicherheit und soziale Wärme fanden sie in selbstorganisierten Cliquen. Sie boten aber nicht nur Schutz, sondern waren auch Ausdruck einer proletarischen Jugend-Subkultur. In stillgelegten Fabrikbaracken traf man sich, trank, tanzte und pflegte einen Lebensstil, der durch den Hass auf die bürgerliche Gesellschaft und die Welt der Erwachsenen geprägt war. In diesem heute vergessenen, aber gut dokumentierten Milieu ist dieser von Ernst Haffner geschriebene und unter den Nazis verbotene und bei den Bücherverbrennungen öffentlich zerstörte Roman angesiedelt. Im Mittelpunkt stehen zwei aus Erziehungseinrichtungen geflüchtete Jugendliche und die Clique der Blutsbrüder, der sie sich nach ihrer Ankunft in Berlin anschließen. Erst glücklich, dort aufgenommen worden zu sein, realisieren sie bald, dass sich die „Blutsbrüder“ unter der Leitung ihres Anführers immer mehr zu einer professionellen Bande entwickeln, die mit Einbrüchen, Laden- und Trickdiebstählen ihre Existenz sichern. Beide probieren sich mit aller Kraft gegen ihr Schicksal zu stemmen und sich eine bescheidene, aber unabhängige Existenz aufzubauen. „Ernst Haffner's book Blutsbrüder (Blood Brothers) stole the show from Rushdie and Coetzee at the Berlin literature festival last month and is expected to be one of the biggest talking points at the Frankfurt book fair next week...“ The Guardian "Das Buch ist ein Sog." Süddeutsche Zeitung „Ein Buch wie ein Handkantenschlag. Hart, direkt und wahr." Der Spiegel „Ein hinreißender Episodenroman […] temporeich, voller Mutterwitz und Empathie erzählt." Die ZEIT "[Haffner] moralisiert und polemisiert nicht nur, er erzählt nicht nur in stakkatohaftem Präsens von Jonny, Willi, Ulli und all den anderen, sondern er kennt sich auch richtig gut aus im Berlin seiner Zeit. Man könnte eine historische Stadttour einrichten zu all den Schauplätzen […]. Wenn es sie noch gäbe. […] Und deshalb liest man Haffners Buch mit jenem wohligen Schauder, mit dem man etwa einen wiederentdeckten Stummfilm betrachtet. Es schreit, aber in Schwarzweiß." FAZ "In meinen Augen ein sensationelles Buch. […] Ein Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann." NZZ „Die Schilderung dieses Abenteuers wird kein Leser so rasch wieder vergessen.“ Süddeutsche Zeitung "Ein beeindruckendes Buch" ARD Morgenmagazin „Ich habe das Buch am Samstag gelesen und wollte am Sonntag zwei Kriminalromane lesen. Das musste ich verschieben, denn nach SO EINEM BUCH kannst Du nicht weiterlesen, als wäre nichts passiert!" Christian Koch, Hammett Krimibuchhandlung „Eine echte Entdeckung. Gratulation.“ Die Literarische Welt „Eine Sensation! - Ich würde mich nicht wundern, wenn das nicht der literarische Bestseller des Jahres wird!" RadioEins „[Die Blutsbrüder] wollen entdeckt werden in diesem großen Roman.“ RBB Stilbruch „Haffner erzählt mit schonungslosem Realismus ein Moment der Stadtgeschichte, das selten mit einer solchen Intensität dargestellt worden ist. [Er] macht diese Zeit lebendiger, begreifbarer als es ein Sachbuch je könnte.“ Berliner Zeitung

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
264
Price
20.20 €

Author Description

Ernst Haffner arbeitete zwischen 1925 und 1933 als Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Mit der Machtergreifung der NSDAP verliert sich seine Spur. Sein 1932 unter dem Titel „Jugend auf der Landstraße Berlin“ erschienener und einziger Roman wurde von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt. In Vergessenheit geraten, erschien das Buch nun 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ein zweites Mal: unter dem Titel „Blutsbrüder“.

Posts

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All
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Laufburschen, Tagelöhner, Eine-Mark-Prostituierte. Anfang der 1930er Jahre war die wirtschaftliche Situation so prekär, dass in Großstädten tausende Jugendliche ohne Obdach lebten. Sie schlossen sich häufig in Cliquen zusammen um die Wahrscheinlichkeit des eigenen Überlebens zu erhöhen. Nicht selten entwickelten sich die Cliquen zu kriminellen Banden. In diesem Roman folgt der Leser der Geschichte der Berliner Clique "Blutsbrüder" sowie deren Mitgliedern Willi und Ludwig. Willi und Ludwig kennen sich aus einem Erziehungsheim. Den gesicherten Schlafmöglichkeiten und regelmäßigen Mahlzeiten stehen jedoch physische und psychische Gewalt gegenüber, was beide immer wieder zur Flucht aus dem Heim und schon bald in die Mitgliedschaft bei den Blutsbrüdern bewegt. Der intensive und authentische Blick in die Welt dieser jungen Menschen, deren sich nie erfüllenden Wünsche und Träume, hat mir sehr gut gefallen. Ernst Haffner stand dem Milieu nah und hat seine Eindrücke in Romanform wiedergegeben. So erhält der Leser selbst einen guten Eindruck über das Leben junger Straßenmenschen der frühen 1930er.

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Traurig, real, historisch, echt, authentisch, öffnet Augen

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Laufburschen, Tagelöhner, Eine-Mark-Prostituierte. Anfang der 1930er Jahre war die wirtschaftliche Situation so prekär, dass in Großstädten tausende Jugendliche ohne Obdach lebten. Sie schlossen sich häufig in Cliquen zusammen um die Wahrscheinlichkeit des eigenen Überlebens zu erhöhen. Nicht selten entwickelten sich die Cliquen zu kriminellen Banden. In diesem Roman folgt der Leser der Geschichte der Berliner Clique "Blutsbrüder" sowie deren Mitgliedern Willi und Ludwig. Willi und Ludwig kennen sich aus einem Erziehungsheim. Den gesicherten Schlafmöglichkeiten und regelmäßigen Mahlzeiten stehen jedoch physische und psychische Gewalt gegenüber, was beide immer wieder zur Flucht aus dem Heim und schon bald in die Mitgliedschaft bei den Blutsbrüdern bewegt. Der intensive und authentische Blick in die Welt dieser jungen Menschen, deren sich nie erfüllenden Wünsche und Träume, hat mir sehr gut gefallen. Ernst Haffner stand dem Milieu nah und hat seine Eindrücke in Romanform wiedergegeben. So erhält der Leser selbst einen guten Eindruck über das Leben junger Straßenmenschen der frühen 1930er.

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