Als wir an Wunder glaubten
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Description
Ende der 1940er Jahre: Der Krieg ist endlich vorbei – doch in dem kleinen Ort Unnenmoor haben die Menschen kaum in ihr Leben zurückgefunden, wie auch im Rest des Landes nicht. Die alten Gewissheiten haben sich als falsch erwiesen, alles, woran man glauben und woran man sich festhalten konnte, taugt ebenso wenig als sicherer Grund wie das Moor. Wanderprediger verkünden den nahenden Weltuntergang und versprechen zugleich Heilung und Erlösung.
Die elfjährige Betty Abels und ihre Mutter Edith kommen gerade so über die Runden. Der Vater ist im Krieg geblieben. Als Betty eines Nachts verschwindet und ihr Freund Willi grün und blau geschlagen im Ort auftaucht, gibt es nur eine Erklärung: Da sind Hexen am Werk. Und wer könnte es wohl eher gewesen sein als die hübsche Edith, die sich zu fein ist für die Männer, die noch übrig sind? Betty und Edith wird zunehmend das Leben schwergemacht. Doch während das Gerede über Hexen immer lauter wird, rückt mit der Trockenlegung des Moors der Fortschritt heran und verspricht den Menschen in Unnenmoor einen Neuanfang …
Helga Bürsters neuer Roman taucht atmosphärisch und intensiv in die Zeit der Verlorenheit nach dem Zweiten Weltkrieg ein und erzählt von Menschen, denen die Orientierung abhandengekommen ist, und von ihrer Sehnsucht nach einem Leben ohne die Schatten der Vergangenheit.
Book Information
Author Description
Helga Bürster, geboren 1961, ist in einem Dorf bei Bremen aufgewachsen, wo sie auch heute wieder lebt. Sie studierte Theaterwissenschaften, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen, war als Rundfunk- und Fernsehredakteurin tätig, seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Sachbücher und Regionalkrimis, zudem wurden von Radio Bremen/ NDR sowie vom SWR Hörspiele von ihr ausgestrahlt. 2019 erschien ihr literarisches Debüt Luzies Erbe.
Posts
Okkultismus in der Nachkriegszeit 😈☠️
Schon mal davon gehört? Hexen, Heiler, Zaubersprüche, okkulte Schutzzauber und Riten in der Zeit um 1949…. Wer, wie ich, noch nichts von diesem Thema gehört hat, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Wer schon davon gehört hat, der auch. Weil dann ist das Thema ja von Interesse und das Buch ist gut, richtig gut! Neben der faszinierenden Geschichte, welche auf wahren Begebenheiten zu der Zeit beruht, stechen für mich in diesem Buch die sehr starken weiblichen Charaktere hervor. Nachkriegszeit mal anders beschrieben. Ein Moor- Dorf zwischen altem Aberglauben und fortschrittlichem Neuanfang. Man sollte sie nicht wecken die alten „Töversche“; „Glöhnigen“; Moorgeister…. aber das Buch, das sollte man lesen! Mich hat die Geschichte total überrascht und begeistert, taucht ein in das Moor, das Nachkriegsdorf, den Aberglauben… viel Spaß und ja nicht den Verstand verlieren. Das übernehmen andere in dem Buch…. 😈💀
🏡🔮🧹 Wenn Aberglaube, Böswilligkeit und Dummheit aufeinander treffen, können schlimme Dinge geschehen - so kann man den Inhalt dieses wirklich wunderbar geschriebenen, unheimlich interessanten historischen Romans zusammenfassen. Die Handlung entführt den Leser in ein kleines Dorf im Moor in Friesland um das Jahr 1949 und ist zum einen sehr eindringlich und beklemmend, andererseits auch voller Hoffnung auf das Neue. Aber alte Vorurteile gären unter der Oberfläche dieses Ortes, in dem nach dem Elend des Krieg eigentlich jeder nur zurechtkommen will, sodass es schlussendlich nur einen Zündfunken braucht und schon ist es egal ob Mittelalter oder Neuzeit - es braucht einen Sündenbock. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die persönlichen Schicksale waren im historischen Kontext sehr spannend und berührend und der Epilog hat das Ganze nochmal schön abgerundet. Für mich persönlich hatten auch die plattdeutschen Begriffe und Redewendungen einen Déjà-vu-Effekt, denn das war die Sprache meiner Großmutter (einschließlich einiger Aberglauben, wie ich beim Lesen festgestellt habe). Ganz klare Leseempfehlung 👍
Anni und Edith sind Freundinnen und haben gemeinsam mit ihren Kindern, der pfiffigen Betty und dem geistig zurückgebliebenen Willi, die schweren Kriegsjahre gemeistert. In der ostfriesischen Moorlandschaft Unnenmoor war das Leben noch nie so ganz einfach. Auch schon vor dem 2. Weltkrieg nahm das Moor mehr als das es seinen Bewohnern gab. Diese rauhe und zugleich mystische Umgebung ist daher der perfekte Nährboden für Geister, Hexen, Verschwörungen und Scharlatanerie. Was so harmonisch beginnt, fängt nach der Heimkehr von Annis Mann Josef an zu bröckeln. Er kehr schwer gebeutelt und mit ausgeprägten Kriegstrauma zurück und macht Anni das Leben nicht wirklich leichter. Gleichzeitig beginnt eine absurde Hexenjagt und man ist immer wieder erstaunt wie leicht sich Menschen manipulieren lassen. 'Als wir an Wunder glaubten' von der Autorin Helga Bürster hat mir gut gefallen. Ich und auch einige andere, wie ich schon vernommen habe, verstehe den Hahn auf dem Cover zwar nicht, aber das ist gar nicht schlimm. Das Buch war sehr gut zu lesen, hatte einige netter Facetten, tolle Charaktere und war zu keiner Zeit langweilig. Ich finde es lesenswert und kann es mit ruhigem Gewissen empfehlen.

In einem kleinen Ort in Norddeutschland herrscht in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg so etwas wie Aufbruchsstimmung, als die Maschinen kommen, die das Moor trockenlegen sollen. Und doch hängen die Anwohner noch im Aberglauben alter Zeiten fest, wo es Moorgeister und Hexen gibt. „Schließlich war Krieg gewesen und die Sünden, die begangen worden waren, wogen so schwer, dass da nichts zu vergeben war. Der Teufel würde sie alle holen. Zwar sprach das keiner laut aus, aber viele dachten so.“ Im Laufe des Romans folgen wir unterschiedlichen Dorfbewohnern, wie dem Mädchen, das noch seinen Platz in der Welt sucht, oder der Frau, die als Hexe verschrien ist. Wir begegnen aber auch einem Mann, der aus dem Krieg zurückkehrt und aufgrund des Traumas sein Gedächtnis verloren hat. Die Zusammenführung dieser Handlungsstränge hat mir gut gefallen und einen Gänsehautmoment verschafft. Die Sprecherin schafft es, den Situationen durch das Verstellen der Stimme oder die Aussprache des Plattdeutschen Authentizität zu verleihen. Auf Dauer war mir die Atmosphäre vielleicht etwas zu düster, doch fand ich es durchaus interessant, mittels Fiktion ein durchaus realistisches Phänomen der Zeit zu ergründen.
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Ende der 1940er Jahre: Der Krieg ist endlich vorbei – doch in dem kleinen Ort Unnenmoor haben die Menschen kaum in ihr Leben zurückgefunden, wie auch im Rest des Landes nicht. Die alten Gewissheiten haben sich als falsch erwiesen, alles, woran man glauben und woran man sich festhalten konnte, taugt ebenso wenig als sicherer Grund wie das Moor. Wanderprediger verkünden den nahenden Weltuntergang und versprechen zugleich Heilung und Erlösung.
Die elfjährige Betty Abels und ihre Mutter Edith kommen gerade so über die Runden. Der Vater ist im Krieg geblieben. Als Betty eines Nachts verschwindet und ihr Freund Willi grün und blau geschlagen im Ort auftaucht, gibt es nur eine Erklärung: Da sind Hexen am Werk. Und wer könnte es wohl eher gewesen sein als die hübsche Edith, die sich zu fein ist für die Männer, die noch übrig sind? Betty und Edith wird zunehmend das Leben schwergemacht. Doch während das Gerede über Hexen immer lauter wird, rückt mit der Trockenlegung des Moors der Fortschritt heran und verspricht den Menschen in Unnenmoor einen Neuanfang …
Helga Bürsters neuer Roman taucht atmosphärisch und intensiv in die Zeit der Verlorenheit nach dem Zweiten Weltkrieg ein und erzählt von Menschen, denen die Orientierung abhandengekommen ist, und von ihrer Sehnsucht nach einem Leben ohne die Schatten der Vergangenheit.
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Helga Bürster, geboren 1961, ist in einem Dorf bei Bremen aufgewachsen, wo sie auch heute wieder lebt. Sie studierte Theaterwissenschaften, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen, war als Rundfunk- und Fernsehredakteurin tätig, seit 1996 ist sie freiberufliche Autorin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Sachbücher und Regionalkrimis, zudem wurden von Radio Bremen/ NDR sowie vom SWR Hörspiele von ihr ausgestrahlt. 2019 erschien ihr literarisches Debüt Luzies Erbe.
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Okkultismus in der Nachkriegszeit 😈☠️
Schon mal davon gehört? Hexen, Heiler, Zaubersprüche, okkulte Schutzzauber und Riten in der Zeit um 1949…. Wer, wie ich, noch nichts von diesem Thema gehört hat, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Wer schon davon gehört hat, der auch. Weil dann ist das Thema ja von Interesse und das Buch ist gut, richtig gut! Neben der faszinierenden Geschichte, welche auf wahren Begebenheiten zu der Zeit beruht, stechen für mich in diesem Buch die sehr starken weiblichen Charaktere hervor. Nachkriegszeit mal anders beschrieben. Ein Moor- Dorf zwischen altem Aberglauben und fortschrittlichem Neuanfang. Man sollte sie nicht wecken die alten „Töversche“; „Glöhnigen“; Moorgeister…. aber das Buch, das sollte man lesen! Mich hat die Geschichte total überrascht und begeistert, taucht ein in das Moor, das Nachkriegsdorf, den Aberglauben… viel Spaß und ja nicht den Verstand verlieren. Das übernehmen andere in dem Buch…. 😈💀
🏡🔮🧹 Wenn Aberglaube, Böswilligkeit und Dummheit aufeinander treffen, können schlimme Dinge geschehen - so kann man den Inhalt dieses wirklich wunderbar geschriebenen, unheimlich interessanten historischen Romans zusammenfassen. Die Handlung entführt den Leser in ein kleines Dorf im Moor in Friesland um das Jahr 1949 und ist zum einen sehr eindringlich und beklemmend, andererseits auch voller Hoffnung auf das Neue. Aber alte Vorurteile gären unter der Oberfläche dieses Ortes, in dem nach dem Elend des Krieg eigentlich jeder nur zurechtkommen will, sodass es schlussendlich nur einen Zündfunken braucht und schon ist es egal ob Mittelalter oder Neuzeit - es braucht einen Sündenbock. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die persönlichen Schicksale waren im historischen Kontext sehr spannend und berührend und der Epilog hat das Ganze nochmal schön abgerundet. Für mich persönlich hatten auch die plattdeutschen Begriffe und Redewendungen einen Déjà-vu-Effekt, denn das war die Sprache meiner Großmutter (einschließlich einiger Aberglauben, wie ich beim Lesen festgestellt habe). Ganz klare Leseempfehlung 👍
Anni und Edith sind Freundinnen und haben gemeinsam mit ihren Kindern, der pfiffigen Betty und dem geistig zurückgebliebenen Willi, die schweren Kriegsjahre gemeistert. In der ostfriesischen Moorlandschaft Unnenmoor war das Leben noch nie so ganz einfach. Auch schon vor dem 2. Weltkrieg nahm das Moor mehr als das es seinen Bewohnern gab. Diese rauhe und zugleich mystische Umgebung ist daher der perfekte Nährboden für Geister, Hexen, Verschwörungen und Scharlatanerie. Was so harmonisch beginnt, fängt nach der Heimkehr von Annis Mann Josef an zu bröckeln. Er kehr schwer gebeutelt und mit ausgeprägten Kriegstrauma zurück und macht Anni das Leben nicht wirklich leichter. Gleichzeitig beginnt eine absurde Hexenjagt und man ist immer wieder erstaunt wie leicht sich Menschen manipulieren lassen. 'Als wir an Wunder glaubten' von der Autorin Helga Bürster hat mir gut gefallen. Ich und auch einige andere, wie ich schon vernommen habe, verstehe den Hahn auf dem Cover zwar nicht, aber das ist gar nicht schlimm. Das Buch war sehr gut zu lesen, hatte einige netter Facetten, tolle Charaktere und war zu keiner Zeit langweilig. Ich finde es lesenswert und kann es mit ruhigem Gewissen empfehlen.

In einem kleinen Ort in Norddeutschland herrscht in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg so etwas wie Aufbruchsstimmung, als die Maschinen kommen, die das Moor trockenlegen sollen. Und doch hängen die Anwohner noch im Aberglauben alter Zeiten fest, wo es Moorgeister und Hexen gibt. „Schließlich war Krieg gewesen und die Sünden, die begangen worden waren, wogen so schwer, dass da nichts zu vergeben war. Der Teufel würde sie alle holen. Zwar sprach das keiner laut aus, aber viele dachten so.“ Im Laufe des Romans folgen wir unterschiedlichen Dorfbewohnern, wie dem Mädchen, das noch seinen Platz in der Welt sucht, oder der Frau, die als Hexe verschrien ist. Wir begegnen aber auch einem Mann, der aus dem Krieg zurückkehrt und aufgrund des Traumas sein Gedächtnis verloren hat. Die Zusammenführung dieser Handlungsstränge hat mir gut gefallen und einen Gänsehautmoment verschafft. Die Sprecherin schafft es, den Situationen durch das Verstellen der Stimme oder die Aussprache des Plattdeutschen Authentizität zu verleihen. Auf Dauer war mir die Atmosphäre vielleicht etwas zu düster, doch fand ich es durchaus interessant, mittels Fiktion ein durchaus realistisches Phänomen der Zeit zu ergründen.










