Aber?

Aber?

Hardback
3.69

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Description

»Max Goldt ist der Inbegriff von Menschlichkeit.« Durs Grünbein

»Der hat aber eine richtig schöne Schrift. Diese Unterschrift ist ja ein richtiges kleines Kunstwerk.«
»Muß ja sein. Seine Texte sind ja auch richtige kleine Kunstwerke!«
»Aber wie der den Stift hält! So krumm!«
»Aber eine schöne Schreibmappe hat er! Sogar aus echtem Leder.«
»Der Stift ist auch sehr schön! Der Mann ist eben ein richtiger Profi!«
»Meine Mutter hatte auch mal so einen schönen Stift wie der, aber sie ist nach Thailand gefahren und hat den Stift dann nie wiedergefunden. Wahrscheinlich geklaut! Das Hotelpersonal wird ja so schlecht bezahlt!«

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Short Stories
Format
Hardback
Pages
160
Price
24.70 €

Author Description

Max Goldt, 1958 geboren, in Göttingen aufgewachsen, in den frühen Jahren Musiker, namentlich als Mitglied der Band Foyers des Arts, schreibt seit mehr als 35 Jahren. Nach den üblichen Maßstäben sind seine Texte alle kurz, und fast alle sind komisch, humoristisch oder satirisch. Er lebt in Berlin.

Posts

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Typisch und untypisch Max Goldt - interessant

Wie immer, bei Max Goldt, lässt der Titel des Buches einigen Interpretationsspielraum. „Aber?“, das neueste Werk von Goldt, ist ein „typischer Goldt“. Oder doch nicht? Ich finde, manchmal nicht. Immernoch gibt sich Max Goldt als Meister der Formulierungskunst in deutscher Sprache, als Gedankenreisender amateur-philosophischer Betrachtungen um zehn Ecken. So seine Herleitung seiner Missgunst gegenüber dem Frauenfußball im Allgemeinen und der „Ehe für alle“ (das klingt wie eine Drohung!) im Besonderen. Er schlägt aber auch neue Töne an, beispielsweise in seiner Kurzgeschichte über Wiglaf Droste, die sehr persönlich, geradezu berührend ausfällt - ungewohnt für Max Goldt. Insgesamt ein gelungener Eindruck, der aber manchmal (mittlerweile) nicht ohne den Eindruck des gepflegten Altherren-Witzes daherkommt - nur eben in der Intellektuellen-Variante.

Typisch und untypisch Max Goldt - interessant
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Das Buch habe ich kurz vor der Lesung heute verschlungen. Max Goldt hat so eine schöne Sprecherstimme und Signatur das hat das Buch noch besser als eh schon für mich gemacht :)

Das Buch habe ich kurz vor der Lesung heute verschlungen. Max Goldt hat so eine schöne Sprecherstimme und Signatur das hat das Buch noch besser als eh schon für mich gemacht :)
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Max Goldt und die Kunst des gepflegten Abschweifens

Nie hätte ich gedacht, dass ein simpler Band mit dem unscheinbaren Titel „Aber?“ mir so oft ein spitzes Schmunzeln ins Gesicht meißeln könnte. Max Goldt schreibt, wie andere Leute plaudern würden – nur eben viel schärfer, verschrobener und mit dieser ganz eigenen Eleganz. Da sitzt man da, liest ein paar Sätze und denkt: „Moment mal, das ist doch völliger Blödsinn!“ – um zwei Sekunden später festzustellen, dass genau dieser Blödsinn ein ziemlich treffsicherer Kommentar auf die Wirklichkeit ist. Es geht weniger darum, ob die Geschichten eine klassische Handlung haben – haben sie oft nicht. Eher sind es funkelnde Gedankensplitter, Beobachtungen aus der Alltagsmikroskopie, die man sonst einfach wegwischen würde wie Krümel vom Tisch. Goldt packt sie ein, poliert sie, und plötzlich glänzen sie so, dass man sich fragt, wieso man das nicht längst selber bemerkt hat. Natürlich ist nicht jeder Text ein Volltreffer. Manche schießen am Humorzentrum vorbei und landen im „Okay, nett, aber weiter“-Regal. Trotzdem macht genau das den Reiz aus: mal funkelt’s, mal stolpert man, und manchmal möchte man einfach nur den Kopf schütteln, weil es so absurd ist. Der Sprachwitz ist messerscharf, aber nie böse. Manchmal fast schon zärtlich im Umgang mit den Schwächen der Menschen. Das macht Goldt so sympathisch. Allerdings braucht man Lust auf Abschweifungen, kleine Denkspiralen und Sätze, die sich winden wie eine Achterbahn im Miniaturformat. Fazit: „Aber?“ ist keine leichte Kost für Zwischendurch, sondern eher wie eine Kiste voller seltsamer Bonbons – manche sind süß, manche bitter, und bei ein paar fragt man sich ernsthaft, ob die überhaupt essbar sind. Aber genau das macht’s spannend. Vier Sterne – weil ich mir beim Lesen immer wieder dachte: ein bisschen weniger Mäander, ein bisschen mehr Punch, und es wären glatte fünf gewesen.

Max Goldt und die Kunst des gepflegten Abschweifens
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