Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand: Erinnerungen an eine geraubte Kindheit

Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand: Erinnerungen an eine geraubte Kindheit

Ebook
2.54

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Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
218
Price
16.99 €

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Nicht greifbar

Ein Buch, auf dessen Thematik und Ausarbeitung ich wirklich sehr gespannt war. Leider kam ich mit dem Schreibstil des Autors überhaupt nicht zurecht. Ich habe von Anfang an keinen Zugang zum Buch gefunden. Die Gedanken schienen direkt aus dem Kopf auf die Seiten geflossen zu sein. Zusammenhänge fehlten für mich. Die Sätze waren teils unfassbar lang oder repetitiv. Beides sind literarische Elemente, die ich durchaus zu schätzen weiß, doch da mir hier der Zugang fehlte, wurde mir das Lesen zusätzlich erschwert. Inhaltlich hat das Buch einiges zu bieten: Ein schwarzer Junge, der von seinen weißen Großeltern mit Gewalt großgezogen wurde, eine „Entführung“ als Kleinkind, eine Entwurzelung und damit die große Frage nach der Identität, dem schwarzen Vater. Einige starke Sätze ließen sich finden und unterstrichen die Relevanz dieses Werkes, doch war es für mich am Ende kein Leseerlebnis, das ich weiterempfehlen kann. Das Buch benötigt viel Lesehingabe und einen gewissen Faible für spezielle Schreibstile.

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„[…] doch meine Großeltern hatten mir schon beigebracht, dass das Schwarz - nicht nur das spezifische Schwarz meines Vaters, sondern Schwarz überhaupt, jedes Schwarz in Kombination mit meinen eigenen Schwarz - das Schlimmste an mir sei, aber auch nebensächlich.“ (S. 70) DIE SONNE STAND TIEF, ALS ICH MEINEN VATER FAND Shane McCrae … ist die Geschichte des jungen Shane, der im Alter von drei Jahren von seinen Großeltern entführt und vollkommen entwurzelt wurde. Rassismus und Gewalt erfuhr er nicht nur von fremden Leuten, sondern auch von seinen Großeltern. „Das Spiel (in der Schule) nannte sich Weiße gegen Schwarze, wobei es keine anderen Schwarzen gab als mich.“ (S. 76) Das Buch ist bedrückend, einige Szenen haben mich beschäftigt, aber nicht alles konnte mich überzeugen: Zum Beispiel der ungewöhnliche, minutiöse und gewöhnungsbedürftige Repetitio-Schreibstil des Autors; bestehend aus unzähligen Wiederholungen. „Wir verließen das Piggly Wiggly mit etwas Rotem. Mein Großvater verließ das Piggly Wiggly mit etwas Rotem. Oder die Verpackung hatte größtenteils eine andere Farbe, aber die Ware in der Verpackung war rot und mit einem attraktiven inszenierten Foto bedruckt, das größtenteils rot war. Mein Großvater verließ das Piggly Wiggly mit etwas Rotem, aber ich sehe ihn nicht mit einer Tüte im Arm, wie er einen Piggly-Wiggly-Angestellten zu unserem Auto führt, die Heckklappe aufwirft oder den Angestellten bittet, die Tüte mit dem roten Etwas in den Kofferraum zu stellen.“ (S. 87) Trotz dieser vielen Repetitionen habe ich am Ende nicht das Gefühl, alles erfasst zu haben. Es bleibt mir ein Rätsel, warum Shane die Nachbarhunde grün angesprüht oder die unwichtige Spirale im Buch nicht rollen konnte. Fazit: Ein Buch mit einem wichtigen Thema und einem wunderschönen Cover. Besser wäre es allerdings für mich gewesen, vor dem Lesen eine Leseprobe zu laden. Dennoch hoffe ich, dass es für dieses Buch auch Lesebegeisterte geben wird.

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"Mit verdrängten Erinnerungen zu leben heißt nicht, zu sein wie eine wurzellose Pflanze, es heißt, zu sein wie ein Pflanze, deren Wurzeln mit nichts in Berührung kommen." - Buchzitat (S. 59) Shane McCraes "Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand" ist eine autobiografische Erzählung über Identität, Herkunft und Rassismus. McCrae, bekannt für seine preisgekrönten Gedichtbände, wirft einen persönlichen Blick auf seine Kindheit, geprägt vom Schwarzsein, das ihm von seiner Familie vorenthalten wurde. Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Der Schreibstil des Autors war für mich schwer zugänglich, geprägt von sehr langen Sätzen und einer Sprache, die mich oft ins Stocken brachte. Um ein Beispiel zu nennen: "Wir verließen das Piggly Wiggly mit etwas Rotem. Mein Großvater verließ das Piggly Wiggly mit etwas Rotem. Oder die Verpackung hatte größtenteils eine andere Farbe, aber die Ware in der Verpackung war rot und mit einem attraktiv inszenierten Foto bedruckt, das größtenteils rot war. Mein Großvater verließ das Piggly Wiggly mit etwas Rotem,..." - Buchzitat (S. 56) Und das ist ein (!) Satz: "Derek und ich waren die einzigen Kinder in unserem Alter in unserer langen Straße, insofern die einzigen Kinder in unserer Straße, die die East Avenue Middle School besuchten, wobei am anderen Ende der Straße, unsichtbar von unseren Häusern aus – unser Haus stand zwei oder drei Häuser hinter der Ecke, wo die Straße anfing, an der Ecke, die ich für den Anfang der Straße hielt, wobei die Straße natürlich irgendwo zu Ende war, und vielleicht dachten sich die Leute, die am Ende der Straße wohnten, das Ende als den Anfang und dachten sich mich, wobei sie bestimmt nicht an mich persönlich dachten, vielleicht dachten sie sich die Leute, die da wohnten, wo ich wohnte, als die Bewohner am Ende der Straße, immerhin wohnte ich im jüngst entwickelten Teil unserer Straße, und unter so vielen Umständen liegt das Neueste immer nah am Ende – am unsichtbaren hinteren Ende der Straße wohnte unser Lehrer für Werkunterricht, Mr Dennis, wobei die Straße so lang war, dass mir erst in der achten Klasse an Halloween klar wurde, dass er da wohnte." - Buchzitat (S. 84/85) Es wirkte, als wäre das Buch unmittelbar aus McCraes Gedanken auf das Papier gebracht worden, mit wiederholten Passagen und Gedankensprüngen, die das Lesen erschwerten: "Mein Großvater und ich hielten an der Kreuzung. Mein Großvater hielt an der Kreuzung, kontrollierte, musste kontrolliert haben, ob die Straße frei war,…." - Buchzitat (S. 53) Obwohl das Buch einige eindrucksvolle Zitate und Aussagen enthält, die durchaus auch zum Nachdenken bringen, war ich enttäuscht dass das Gendern nicht berücksichtigt wurde. Denn auch Sprache ist Macht. Das zentrale Thema, das Thema der Identität wurde gut herausgearbeitet: "Doch auch das Gehirn scheint einen Geschmack dafür zu entwickeln, Erinnerungen zu verschlucken, und in die, die sie nicht als Ganzes verschluckt, beißt sie Löcher hinein – die Korrektur einer Erinnerung mittels fotografischer Beweise zum Beispiel habe ich erfahren, und mehr als einmal habe ich es nicht als Augenblick der Genugtuung empfunden, sondern als Augenblick plötzlichen Hungers." - Buchzitat (S. 121) "Ich ersetzte die Erinnerung an einen schwarzen Mann durch eine Erinnerung an weiße Männer, um mir selbst eine Geschichte zu erzählen, um mich selbst zu erkennen, löschte ich meinen Vater aus. Wer bist du, wenn du dir nicht sicher sein kannst, wann und für wie lange du irgendwo gewohnt hast? Wer bist du, wenn du jedes Mal, wenn du dich an dein Leben erinnerst, dein Leben auslöschst?" - Buchzitat (S. 109) Auch ist mir aufgefallen, dass auf Seite 140 der Begriff "Anti-Selbstmord-Kampagne" genutzt wurde. Ich persönlich lehne den Begriff Selbstmord ab, da er Betroffene kriminalisiert. Personen, die Suizid begehen, werden dadurch auf eine Stufe mit Mörder:innen gestellt und das macht den Anschein, als würden sie einen juristischen Straftatbestand erfüllen. Die Gründe für Mord werden aber durch einen Suizid nicht erfüllt und so werden Menschen die einen Suizid überleben ja nicht vors Gericht gestellt. Daher empfiehlt es sich von Suizid oder Selbsttötung zu sprechen anstelle von Selbstmord. Alles in allem hatte ich mir von diesem Buch mehr erwartet und musste mich dazu zwingen, es überhaupt fertig zu lesen. Aufgrund der genannten Gründe kann ich "Die Sonne stand tief, als ich meinen Vater fand" nur 2 von 5 Sternen geben. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf die Rezension/meine Meinung.

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