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Düster, brutal, einengend. Der Fokus liegt in meinen Augen aber auf der toxischen Beziehung, nicht auf dem Drum Herum.
Alchemised, eines der der gehyptesten Bücher dieses Jahres. Stolze 1200 Seiten, mega Marketing inkl. eigenem Showroom auf der Buchmesse. Gefühlt redet die gesamte Buchblase darüber. Normalerweise halte ich mich von sowas fern, weil ich meistens enttäuscht werde. Bei dem Preis und der Dicke habe ich mich gut mit dem Buch beschäftigt. Es wird beworben als: Dark Fantasy, High Fantasy, wenig Spice, Kriegsschauplatz, Traumata, Gesellschaftskritisch, brutal, dunkel. Klang für mich interessant und abseits der sonst so romance lastigen gehypten Geschichten. Tja, ich sags vorweg: ich wurde wieder enttäuscht, was niemanden seinen eigenen Eindruck nehmen soll. Wenn euch das Buch berührt und begeistert hat, ist das großartig. Normalerweise bewerte ich ein Buch, das mir nicht gefallen hat nicht so kritisch. Geschmäcker sind verschieden. Hier möchte ich mich äußern, weil es eben derart viel Aufmerksamkeit bekam, extrem viel Geld hineingesteckt wurde und auch damit verdient wurde. Ein Buch, dass Massen bewegt und begeistert. Und weil ich schon angefeindet wurde, nur weil ich mich negativ dazu geäußert habe. Es ist gegliedert in 3 Teile, die verschiedene Zeiten und Erlebnisstränge erzählen. Das Spannendste dabei für mich war, dass es nicht chronologisch erzählt wird. Man wird anfangs in die Geschichte hineingeworfen. Was viele anfangs überfordert hat, liebe ich. Man kennt sich lange wenig aus, rätselt, vergiss Namen. Ich mag dieses aktive Erzählen! Der Start war für mich genial und ich war begeistert. Es ist düster, brutal, einschüchternd und emotional einengend. Viele neue Begrifflichkeiten werden rasant eingebracht. Hier war mein einziger Kritikpunkt, dass es sich etwas wie in einem „Nachschlagewerk“ manchmal angefühlt hat. Man erlebte nicht immer die Dinge um an infos zu kommen, sondern sie wurden einfach erklärt, ohne Anlass. Ich war auch darauf vorbereitet, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen eher ungesund, toxisch sein werden, in Anbetracht der Kriegsszenerie. Das wurde in Teil 1 auch gut dargestellt. Ab Teil 2 war ich dann raus. Ich kann es leider nicht anders sagen. Obwohl man hier nun mehr Infos zur Vorgeschichte bekommt, Charaktere kennen lernt, über die man bisher nur erzählt bekommen hat, nahm für mich die Geschichte hier einen faden Verlauf. Zunehmend konzentrierte sich das Geschehen auf die „Romance“. Der Fantasy Aspekt war nur noch Hintergrund, denn wir drehten uns geschichtlich im Kreis. Geheime Treffen, detailreiches Heilen, disktuieren/trainieren. Und alles wieder von vorne und nochmal alles von vorne. Es bahnte sich die dark romance an, wobei ich hier positiv hervorheben will: Im Gegensatz zu vielen anderen toxisch dargestellten Beziehungen, wird hier mehrmals von den Protagonisten selbst hingewiesen, dass es den Umständen entsprechend gefährlich und schmerzhaft ist. Dass es eine eigene Art der Liebe innerhalb aller Traumata ist. Es wird nicht leichtsinnig romantisiert, dafür war ich dankbar! Dass sich aber fast der gesamte Plot nur noch auf die beiden Protas bezieht, war nicht mein Fall. Es gab vielleicht 3 oder 4 Szenen, in denen Nebencharaktere, Fantasyelemente und andere Schauplätze zum Einsatz kamen, wo etwas passierte, es Action gab, Kampfszenen. Für so einen dicken Schinken reichte mir das nicht aus. Dazwischen waren Seiten eben mit Dialogen gefüllt, zunehmend zum „Du gehörst mir“ Geschnluze. Ich, und andere, wurden zb auf threads schon zerrissen und beleidigt, weil ich behauptet habe, mir ist das zu Romance lastig. Mir wurde wörtlich gesagt, „Manche können komplexe Bücher eben nicht verstehen“. Man wird von der Leserschaft also als zu dämlich zu verstehen bezeichnet, nur weil man anderer Meinung ist. Für mich liegt in dem Buch der Fokus ganz klar auf die zwischenmenschliche Beziehung zweier Menschen und damit ist es für mich Romance lastig. Natürlich wird über den Krieg geredet, doch es gibt kaum Intrigen, wenig Strategie. Die Auflösung der ganzen Sache war ziemlich platt und schnell vorbei. Für mich war das Buch nach den ersten 300 Seiten eben flach und wenig komplex. Weltenbau? Naja, man bekommt wenig davon mit, weil man damit beschäftigt ist zu lesen, wie Helena zum wiederholten Male ihren halb gestorbenen Typen versucht zu heilen. Für eine beworbenes „Fantasy Epos“ fehlten mir die Blickwinkel, die Sichten, die diversen Charaktere. Das Buch kommt mit sehr wenigen davon aus. Wenig Schauplätze. Da es eine Fanfic zwischen Harry Potter und Handsmaid Tale sein soll, werden Frauen in der Geschichte auch vergewaltig um schwanger zu werden. Um ein Brutkasten zu sein. Zuchtprogramme. Was mich daran störte, war, dass dargestellt wird, wie durch Alchemie z.B. Unfruchtbarkat rückgängig gemacht werden kann, aber künstliche Befruchtung gibt es nicht? Wird nicht mal erwähnt? Man will unbedingt spezielle Nachfahren, überlässt es dann aber durch Vergewaltigung dem Zufall? Es wird nicht mal darauf eingegangen, dass man das vielleicht so handhabt, weil Frauen weniger wert sind und Männer ihren Spaß haben wollen. Es ist einfach so, das muss so. Das war für mich reine Effekthascherei durch Provokation und Schockieren. In Teil 3 hätte ich einen großen Showdown erwartet, doch das Ende ist wieder verdammt langatmig und ja, ich sag es nochmal, schnulzig. Allein schon, dass man die letzten 300 Seiten nur noch über „Zeitungsartikel“ erfährt wie es abseits weitergeht, beweist mir, dass der Fokus eben nicht auf der Geschichte des Krieges lag, sondern auf der, der Protagonisten in diesem Grauen. Was ja prinzipiell okay ist, ich nur nicht gerne lese und es mir anders vorkam, als ich mich mit dem Buch vorab beschäftigte. Vom Schreibstil selbst ist es in Ordnung. Ich finde es schade, dass es keine speziellen Talente mehr gibt, die zu einem Hype führen, sondern social media und Aufmerksamkeit die treibenden Kräfte geworden sind. Man musste früher schon mehr herausstechen, damit alle Welt über eine Geschichte spricht. Im positiven wie negativen Sinne. Jemand nannte es soziales Phänomen und ich finde das trifft es ganz gut. Wenn ihr zur Mehrheit gehört, die gerne mit den Protagonisten mitgelitten haben, ist das eine runde Sache. Das Buch selbst ist daher nicht schlecht geschrieben oder ein Totalausfall, für mich nur wieder teils falsch und überbewertet beworben.
Nov 19, 2025
Düster, brutal, einengend. Der Fokus liegt in meinen Augen aber auf der toxischen Beziehung, nicht auf dem Drum Herum.
Alchemised, eines der der gehyptesten Bücher dieses Jahres. Stolze 1200 Seiten, mega Marketing inkl. eigenem Showroom auf der Buchmesse. Gefühlt redet die gesamte Buchblase darüber. Normalerweise halte ich mich von sowas fern, weil ich meistens enttäuscht werde. Bei dem Preis und der Dicke habe ich mich gut mit dem Buch beschäftigt. Es wird beworben als: Dark Fantasy, High Fantasy, wenig Spice, Kriegsschauplatz, Traumata, Gesellschaftskritisch, brutal, dunkel. Klang für mich interessant und abseits der sonst so romance lastigen gehypten Geschichten. Tja, ich sags vorweg: ich wurde wieder enttäuscht, was niemanden seinen eigenen Eindruck nehmen soll. Wenn euch das Buch berührt und begeistert hat, ist das großartig. Normalerweise bewerte ich ein Buch, das mir nicht gefallen hat nicht so kritisch. Geschmäcker sind verschieden. Hier möchte ich mich äußern, weil es eben derart viel Aufmerksamkeit bekam, extrem viel Geld hineingesteckt wurde und auch damit verdient wurde. Ein Buch, dass Massen bewegt und begeistert. Und weil ich schon angefeindet wurde, nur weil ich mich negativ dazu geäußert habe. Es ist gegliedert in 3 Teile, die verschiedene Zeiten und Erlebnisstränge erzählen. Das Spannendste dabei für mich war, dass es nicht chronologisch erzählt wird. Man wird anfangs in die Geschichte hineingeworfen. Was viele anfangs überfordert hat, liebe ich. Man kennt sich lange wenig aus, rätselt, vergiss Namen. Ich mag dieses aktive Erzählen! Der Start war für mich genial und ich war begeistert. Es ist düster, brutal, einschüchternd und emotional einengend. Viele neue Begrifflichkeiten werden rasant eingebracht. Hier war mein einziger Kritikpunkt, dass es sich etwas wie in einem „Nachschlagewerk“ manchmal angefühlt hat. Man erlebte nicht immer die Dinge um an infos zu kommen, sondern sie wurden einfach erklärt, ohne Anlass. Ich war auch darauf vorbereitet, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen eher ungesund, toxisch sein werden, in Anbetracht der Kriegsszenerie. Das wurde in Teil 1 auch gut dargestellt. Ab Teil 2 war ich dann raus. Ich kann es leider nicht anders sagen. Obwohl man hier nun mehr Infos zur Vorgeschichte bekommt, Charaktere kennen lernt, über die man bisher nur erzählt bekommen hat, nahm für mich die Geschichte hier einen faden Verlauf. Zunehmend konzentrierte sich das Geschehen auf die „Romance“. Der Fantasy Aspekt war nur noch Hintergrund, denn wir drehten uns geschichtlich im Kreis. Geheime Treffen, detailreiches Heilen, disktuieren/trainieren. Und alles wieder von vorne und nochmal alles von vorne. Es bahnte sich die dark romance an, wobei ich hier positiv hervorheben will: Im Gegensatz zu vielen anderen toxisch dargestellten Beziehungen, wird hier mehrmals von den Protagonisten selbst hingewiesen, dass es den Umständen entsprechend gefährlich und schmerzhaft ist. Dass es eine eigene Art der Liebe innerhalb aller Traumata ist. Es wird nicht leichtsinnig romantisiert, dafür war ich dankbar! Dass sich aber fast der gesamte Plot nur noch auf die beiden Protas bezieht, war nicht mein Fall. Es gab vielleicht 3 oder 4 Szenen, in denen Nebencharaktere, Fantasyelemente und andere Schauplätze zum Einsatz kamen, wo etwas passierte, es Action gab, Kampfszenen. Für so einen dicken Schinken reichte mir das nicht aus. Dazwischen waren Seiten eben mit Dialogen gefüllt, zunehmend zum „Du gehörst mir“ Geschnluze. Ich, und andere, wurden zb auf threads schon zerrissen und beleidigt, weil ich behauptet habe, mir ist das zu Romance lastig. Mir wurde wörtlich gesagt, „Manche können komplexe Bücher eben nicht verstehen“. Man wird von der Leserschaft also als zu dämlich zu verstehen bezeichnet, nur weil man anderer Meinung ist. Für mich liegt in dem Buch der Fokus ganz klar auf die zwischenmenschliche Beziehung zweier Menschen und damit ist es für mich Romance lastig. Natürlich wird über den Krieg geredet, doch es gibt kaum Intrigen, wenig Strategie. Die Auflösung der ganzen Sache war ziemlich platt und schnell vorbei. Für mich war das Buch nach den ersten 300 Seiten eben flach und wenig komplex. Weltenbau? Naja, man bekommt wenig davon mit, weil man damit beschäftigt ist zu lesen, wie Helena zum wiederholten Male ihren halb gestorbenen Typen versucht zu heilen. Für eine beworbenes „Fantasy Epos“ fehlten mir die Blickwinkel, die Sichten, die diversen Charaktere. Das Buch kommt mit sehr wenigen davon aus. Wenig Schauplätze. Da es eine Fanfic zwischen Harry Potter und Handsmaid Tale sein soll, werden Frauen in der Geschichte auch vergewaltig um schwanger zu werden. Um ein Brutkasten zu sein. Zuchtprogramme. Was mich daran störte, war, dass dargestellt wird, wie durch Alchemie z.B. Unfruchtbarkat rückgängig gemacht werden kann, aber künstliche Befruchtung gibt es nicht? Wird nicht mal erwähnt? Man will unbedingt spezielle Nachfahren, überlässt es dann aber durch Vergewaltigung dem Zufall? Es wird nicht mal darauf eingegangen, dass man das vielleicht so handhabt, weil Frauen weniger wert sind und Männer ihren Spaß haben wollen. Es ist einfach so, das muss so. Das war für mich reine Effekthascherei durch Provokation und Schockieren. In Teil 3 hätte ich einen großen Showdown erwartet, doch das Ende ist wieder verdammt langatmig und ja, ich sag es nochmal, schnulzig. Allein schon, dass man die letzten 300 Seiten nur noch über „Zeitungsartikel“ erfährt wie es abseits weitergeht, beweist mir, dass der Fokus eben nicht auf der Geschichte des Krieges lag, sondern auf der, der Protagonisten in diesem Grauen. Was ja prinzipiell okay ist, ich nur nicht gerne lese und es mir anders vorkam, als ich mich mit dem Buch vorab beschäftigte. Vom Schreibstil selbst ist es in Ordnung. Ich finde es schade, dass es keine speziellen Talente mehr gibt, die zu einem Hype führen, sondern social media und Aufmerksamkeit die treibenden Kräfte geworden sind. Man musste früher schon mehr herausstechen, damit alle Welt über eine Geschichte spricht. Im positiven wie negativen Sinne. Jemand nannte es soziales Phänomen und ich finde das trifft es ganz gut. Wenn ihr zur Mehrheit gehört, die gerne mit den Protagonisten mitgelitten haben, ist das eine runde Sache. Das Buch selbst ist daher nicht schlecht geschrieben oder ein Totalausfall, für mich nur wieder teils falsch und überbewertet beworben.
Nov 19, 2025







