Was ich von dir weiß
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Description
»Call me by your name« meets »Der Alchemist«
Im flirrenden Kairo der 1980er-Jahre scheint der Weg eines jungen Arztes vorgezeichnet. Unter den strengen Blicken der Familie führt Tarek die prestigeträchtige Praxis seines verstorbenen Vaters weiter. Als er eine Ambulanz in einem Armenviertel eröffnet, fühlt es sich wie ein Befreiungsschlag an. Dort begegnet er Ali, einem jungen Mann aus dem Quartier. Ihre Freundschaft ist so überraschend wie kompromisslos. Wie kann jemand, der so wenig besitzt, ihm, der alles zu haben scheint, so viel geben? Ein Wind der Freiheit wird Tareks Gewissheiten aufwühlen und sein Leben umwerfen.
In seinem vielfach ausgezeichneten Roman erzählt Éric Chacour berührend und tiefgründig von einer zerrissenen Gesellschaft, den Geheimnissen einer Familie und einem Mann auf der Suche nach seiner Wahrheit. Schon jetzt ein moderner Klassiker.
»Ein aufregendes, meisterhaftes Debüt.«
L'Express
»Umwerfend und tiefgründig - eine Geschichte voller Anmut und durchdrungen von Licht.« France Info
»Dieser umwerfende Roman begeistert Buchhändler wie Schüler gleichermaßen.« TV 5 Monde
»Ein Roman über Liebe und Verlust, der dich verschlingt und beeindruckt.« Daily Mail
»Eine herausragende Entdeckung, meisterhaft erzählt, jetzt schon ein moderner Klassiker.« Le Figrao
Bei Fragen zur Produktsicherheit, wenden Sie sich bitte an: [email protected]
Book Information
Author Description
Éric Chacour, geboren in Montréal in Kanada als Sohn ägyptischer Einwanderer, studierte Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen und arbeitete im Finanzwesen. Zehn Jahre schrieb Chacour an seinem Debüt, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Tarek ist ein junger Arzt in Kairo. Sein Vater war die prägende Person seines Lebens- (seine Mutter wird es entscheidend verändern)er übernimmt dessen Praxis, eröffnet eine Ambulanz im Armenviertel, heiratet. Und dann lernt er Ali kennen. Mehr will ich von der Handlung nicht verraten. Erzählt wird in der „Du“, „Ich“ und „Wir“ Form , was das Buch auch in diese drei Teile teilt. Ich tat mich ziemlich schwer mit der Du-Erzählperspektive….war nicht meins. Von den Jahren, aus denen erzählt wird, ist es eine Zeitspanne von 1961-2001. Das Buch ist sehr gefühlvoll, berührend und tiefgründig. Auf mich wirkte es sehr melancholisch. Der Autor Eric Chacour schrieb 10 Jahre an diesem Debütroman.
⭐️⭐️⭐️⭐️ (3,5/5)
„Was ich von dir“ weiß hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Mit dem Schreibstil bin ich leider nicht richtig warm geworden - er wirkte auf mich eher distanziert und hat mich emotional nicht wirklich erreichen können. Dadurch fiel es mir schwer, ganz in die Geschichte einzutauchen. Das kann allerdings daran liegen, dass ich mit der Erzählform in der zweiten Person generell nicht gut zurecht komme. Spannend fand ich allerdings, dass lange unklar bleibt, wer hier eigentlich über Tarek schreibt. Dieses Rätsel und seine spätere Auflösung haben dem Buch einen gelungenen Schluss gegeben.
Zwischen Familiendrama und persönlicher Freiheit
„Was ich von dir weiß“ ist in seiner Erzählperspektive aus meiner Sicht ein besonderes Buch. In einer Du-Erzählperspektive wird man als lesende Person direkt angesprochen und so mit in die Geschichte eingezogen. Sprachlich habe ich mich über die ein oder andere Verbform sehr gewundert und mich gefragt, ob das so wirklich korrekt ist. Ganz ungewohnt. Wer die erzählende Person ist, bleibt lange im Verborgenen und ich habe oft darüber gerätselt. Das hat Spaß gemacht. Inhaltlich erzählt Chacour über Tarek und seine Familie. Tarek ist in Ägypten in einer bürgerlichen, levantinisch-christlichen Arztfamilie aufgewachsen. Als kleiner Junge wurde er schon vom Vater vor die Wahl gestellt: „Du brauchst eine gute Arbeit […]. Ingenieur oder Arzt. Welcher Beruf ist dir lieber?“ (S.10) Und somit ist der entsprechende Druck platziert: In Papas Fußstapfen zu treten. Tarek will sich beweisen, seinen Vater stolz machen und seine Familie nicht enttäuschen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt er die Praxis, wird Oberhaupt der Familie, heiratet. Durch ein schicksalhaftes Kennenlernen mit dem jungen Ali gerät sein Leben langsam aber stetig ins Wanken und bringt sich damit gleichsam in Gefahr. In durchdachter Art und Weise setzt sich Charcour mit Queerness von 1980 bis heute in verschiedenen Gesellschaften auseinander, er spricht außerdem über die Auswirkung familiärer Verpflichtungen, Kolonialisierung, heteronormative Rollenbilder, Klassismus, Glaube und Religion, das Leben im Exil, über Einsamkeit im Kontrast zu Alleinsein. Ich fand den Roman großartig und habe ihn richtig gern gelesen. Besonders das kleine Rätsel um die Erzählperson hat mich voll neugierig gemacht.
Für "Fans von Call Me By Your Name" :')
Dieses Buch hat mich innerlich zerrissen und mit klopfendem Herzen zurückgelassen. 'Was ich von dir weiß' ist eine Geschichte voller Sehnsucht, Unterdrückung und leiser Hoffnung – so intensiv, dass sie fast wehtut. Tareks innere Zerrissenheit, seine Begegnung mit Ali und die leise, aber unaufhaltsame Veränderung, die daraus entsteht, haben mich komplett eingenommen. Éric Chacour schreibt mit einer poetischen Wucht, die mich atemlos machte – jede Seite ein kleiner Stich ins Herz, aber auf die schönste Weise. Emotional zerstört? Ja. Jede Sekunde geliebt? Absolut.
Wenn du Fan von „Call me by your name“ bist, wirst du dieses Buch lieben.
Das hatte ich irgendwo zu „Was ich von dir weiß“ gelesen und schnell stand fest, ich werde es lesen müssen. Was ich dabei vergaß, wie schmerzhaft „Call me by your name“ war und jetzt, nachdem ich „Was ich von dir weiß“ beendet habe, muss ich feststellen es geht noch schmerzhafter… Zum Buch: Viel möchte ich nicht verraten, denn man muss all die Gefühle wirklich selbst entdecken. Es geht um Tarek, der zusammen mit seiner Schwester in einer gut betuchten Familie im Kairo der 80er Jahre aufwächst. Schon als kleiner Junge wird er gefragt, was er denn später mal werden wollen und da er in seinem zarten kindlichen Alter es noch nicht wirklich weiß, antwortet er mit Arzt ( sein Vater ist zu dem Zeitpunkt ein angesehener Mediziner) und somit ist sein Schicksal besiegelt. Seine weiteren Lebensentscheidungen werden von den Menschen in seinen Umfeld, allem voran Vater, und später auch Mutter, getroffen. So will es die Tradition, soll will es die Gesellschaft, in der er lebt und ein Ausbrechen oder Widersprechen ist nicht möglich und wird gleich gar nicht geduldet. Er wird Arzt, übernimmt die Praxis seines verstorbenen Vaters, heiratet, gründet eine Ambulanz im Armenviertel und lernt dort Ali und seine Mutter kennen, was ihn verändert, doch mehr sei nun wirklich nicht verraten. Die Geschichte wird in der Du-Form erzählt. Später wechselt es zum Ich und Wir und wieder Du, aber es ist keinesfalls verwirrend, sondern immer passend, wobei ich zu Beginn etwas Probleme hatte, in die Du-Form hineinzukommen (hatte ich bis dahin noch nie gelesen). Die ganze Geschichte durchzieht eigentlich von Anfang bis Ende eine gewisse Melancholie und ich habe mich so oft gefragt: Wie schafft man es nur, dass alles auszuhalten? Diese gesellschaftlichen und familiären Zwänge (die es heute mit Sicherheit auch noch in machen Kulturen geben wird), das Eingesperrt sein der eigenen Wünsche und Gefühle, Sehnsüchte und Hoffnungen. Dass, sich verstecken müssen, vor anderen und sich selbst. Dass, sich verleugnen müssen. Sich nicht frei für sein Leben und seine Liebe entscheiden zu dürfen. Dieser tief verwurzelte Schmerz, den Tarek in sich trug und der für mich allgegenwärtig war (außer wenn er bei Ali, und Ali und seiner Mutter war). Doch auch seine Frau trug eine tiefe Verletzung, Verzweiflung in sich, ausgelöst von ihm und möglicherweise auch den Vorgaben ihres Umfeldes, ihrer Kultur. Gab es überhaupt Menschen in dem Buch, denen man wahres Glück, Freiheit und Lebensfreude zusprechen konnte? Fazit: Bevor ich noch weiter abschweife und womöglich ins Spoilern abrutsche: „Was ich von dir weiß“ ist wieder ein schwer zu verdauendes Buch, was nicht nur im Kopf nachhallt, sondern auch das Herz unendlich schwer macht. So viele Emotionen, so viel Traurigkeit und sogar Tränen (ich gebe es zu). Ich hoffe sehr, dass vom Autor noch weitere Bücher kommen werden, an diesem seinem Debüt schrieb er zehn Jahre. Und ganz ehrlich, es wäre auch Stoff für eine Verfilmung (nur nicht im Hollywood Stil).
„Was ich von dir weiß“ ist ein Debütroman des frankokanadischen Autors Éric Chacour, der die Leser in das Montreal der 1970er-Jahre entführt. Im Mittelpunkt steht der erfolgreiche Arzt Simon, der sich in seinen Patienten Alain verliebt. Doch in einer Zeit und Gesellschaft, in der Homosexualität tabuisiert ist, bleibt ihre Liebe von Anfang an von Geheimnissen und unausgesprochenen Gefühlen überschattet. Chacour erzählt die Geschichte in einer ruhigen, melancholischen Sprache, die die innere Zerrissenheit der Figuren gut einfängt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie der Roman die gesellschaftlichen Zwänge jener Zeit darstellt und wie sie das Leben des Protagonisten beeinflussen. Allerdings bleibt die Handlung stellenweise etwas distanziert, und manche Emotionen hätten intensiver herausgearbeitet werden können. Trotzdem bietet das Buch eine interessante Perspektive auf Liebe, Identität und gesellschaftliche Erwartungen. Ich durfte den Roman als Rezensionsexemplar lesen und fand ihn insgesamt solide – atmosphärisch dicht, aber mit kleinen Längen. Wer sich für leise, nachdenkliche Geschichten interessiert, könnte hier fündig werden.

Ich bin sehr zwiegespalten bei dem Buch. Es gab Passagen, die ich richtig gut fand und die mich sehr berührt haben. Aber dann auch wieder welche, die mich sehr gelangweilt und nicht gejuckt haben. Die Erzählperspektive fand ich gut - ich mag ja die Du-Perspektive sehr, wenn sie gut gemacht ist, und hier war's passend. Letztendlich war es doch eher eine "ja war okay"-Lektüre für mich.
Für Fans von „Call me by your name“
(Übersetzt von Sina de Malafosse) Diese Rezension zu schreiben, fällt mir schwer – denn wie beschreibt man ein Buch, das einen so tief berührt, dass man nach der letzten Seite einfach nur dasitzt, als säße man am Fenster im Regen, draußen der Sturm, drinnen ein leises Nachhallen im Herzen? Was ich von dir weiß ist eines dieser Bücher, das einen nicht mehr loslässt. Wir begleiten Tarek, der in eine privilegierte ägyptische Familie hineingeboren wird, Arzt wird wie sein Vater, eine respektvolle, aber leidenschaftslose Ehe führt – ein Leben, das vorgezeichnet scheint. Bis zu dem Moment, in dem er Ali begegnet. Ein junger Mann, der aus einer anderen Welt kommt, der in Armut lebt, aber eine Unabhängigkeit und Lebendigkeit in sich trägt, die Tarek sofort fesselt. Aus einem zufälligen Aufeinandertreffen entsteht eine stille Nähe – und bald mehr. Die Beziehung zwischen Tarek und Ali bleibt unausgesprochen, verborgen – nicht nur wegen der gesellschaftlichen Tabus, sondern auch, weil sie voller Ungleichgewichte ist: sozial, emotional, existenziell. Chacour beleuchtet dabei auch Themen wie Sexarbeit, nicht plakativ, sondern ruhig und respektvoll – als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Als Leser spürt man, wie Tarek zerrissen ist zwischen Pflicht und Begehren, zwischen Anpassung und Aufbegehren. Die Liebe zu Ali ist intensiv, aber auch fragil. Und als eine Wendung eintritt, mit der ich nicht gerechnet habe, zerbricht Tareks Welt endgültig – und mit ihr etwas im Leser. Chacours Sprache ist leise, poetisch, durchzogen von einer tiefen Melancholie. Manche Entwicklungen spürt man kommen, andere treffen einen völlig unvorbereitet. Und auch wenn man hofft, weiß man doch früh: Diese Geschichte wird nicht gut ausgehen können. Was ich von dir weiß ist ein wunderschöner, schmerzhafter Roman über Liebe, die nicht sein darf – über gesellschaftliche Zwänge, über das Schweigen, das verletzt, und über die Wunden, die bleiben, wenn man sich kurz befreit und dann erkennt, dass man die alten Ketten nicht einfach abstreifen kann.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Call me by your name« meets »Der Alchemist«
Im flirrenden Kairo der 1980er-Jahre scheint der Weg eines jungen Arztes vorgezeichnet. Unter den strengen Blicken der Familie führt Tarek die prestigeträchtige Praxis seines verstorbenen Vaters weiter. Als er eine Ambulanz in einem Armenviertel eröffnet, fühlt es sich wie ein Befreiungsschlag an. Dort begegnet er Ali, einem jungen Mann aus dem Quartier. Ihre Freundschaft ist so überraschend wie kompromisslos. Wie kann jemand, der so wenig besitzt, ihm, der alles zu haben scheint, so viel geben? Ein Wind der Freiheit wird Tareks Gewissheiten aufwühlen und sein Leben umwerfen.
In seinem vielfach ausgezeichneten Roman erzählt Éric Chacour berührend und tiefgründig von einer zerrissenen Gesellschaft, den Geheimnissen einer Familie und einem Mann auf der Suche nach seiner Wahrheit. Schon jetzt ein moderner Klassiker.
»Ein aufregendes, meisterhaftes Debüt.«
L'Express
»Umwerfend und tiefgründig - eine Geschichte voller Anmut und durchdrungen von Licht.« France Info
»Dieser umwerfende Roman begeistert Buchhändler wie Schüler gleichermaßen.« TV 5 Monde
»Ein Roman über Liebe und Verlust, der dich verschlingt und beeindruckt.« Daily Mail
»Eine herausragende Entdeckung, meisterhaft erzählt, jetzt schon ein moderner Klassiker.« Le Figrao
Bei Fragen zur Produktsicherheit, wenden Sie sich bitte an: [email protected]
Book Information
Author Description
Éric Chacour, geboren in Montréal in Kanada als Sohn ägyptischer Einwanderer, studierte Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen und arbeitete im Finanzwesen. Zehn Jahre schrieb Chacour an seinem Debüt, das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.
Posts
Tarek ist ein junger Arzt in Kairo. Sein Vater war die prägende Person seines Lebens- (seine Mutter wird es entscheidend verändern)er übernimmt dessen Praxis, eröffnet eine Ambulanz im Armenviertel, heiratet. Und dann lernt er Ali kennen. Mehr will ich von der Handlung nicht verraten. Erzählt wird in der „Du“, „Ich“ und „Wir“ Form , was das Buch auch in diese drei Teile teilt. Ich tat mich ziemlich schwer mit der Du-Erzählperspektive….war nicht meins. Von den Jahren, aus denen erzählt wird, ist es eine Zeitspanne von 1961-2001. Das Buch ist sehr gefühlvoll, berührend und tiefgründig. Auf mich wirkte es sehr melancholisch. Der Autor Eric Chacour schrieb 10 Jahre an diesem Debütroman.
⭐️⭐️⭐️⭐️ (3,5/5)
„Was ich von dir“ weiß hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Mit dem Schreibstil bin ich leider nicht richtig warm geworden - er wirkte auf mich eher distanziert und hat mich emotional nicht wirklich erreichen können. Dadurch fiel es mir schwer, ganz in die Geschichte einzutauchen. Das kann allerdings daran liegen, dass ich mit der Erzählform in der zweiten Person generell nicht gut zurecht komme. Spannend fand ich allerdings, dass lange unklar bleibt, wer hier eigentlich über Tarek schreibt. Dieses Rätsel und seine spätere Auflösung haben dem Buch einen gelungenen Schluss gegeben.
Zwischen Familiendrama und persönlicher Freiheit
„Was ich von dir weiß“ ist in seiner Erzählperspektive aus meiner Sicht ein besonderes Buch. In einer Du-Erzählperspektive wird man als lesende Person direkt angesprochen und so mit in die Geschichte eingezogen. Sprachlich habe ich mich über die ein oder andere Verbform sehr gewundert und mich gefragt, ob das so wirklich korrekt ist. Ganz ungewohnt. Wer die erzählende Person ist, bleibt lange im Verborgenen und ich habe oft darüber gerätselt. Das hat Spaß gemacht. Inhaltlich erzählt Chacour über Tarek und seine Familie. Tarek ist in Ägypten in einer bürgerlichen, levantinisch-christlichen Arztfamilie aufgewachsen. Als kleiner Junge wurde er schon vom Vater vor die Wahl gestellt: „Du brauchst eine gute Arbeit […]. Ingenieur oder Arzt. Welcher Beruf ist dir lieber?“ (S.10) Und somit ist der entsprechende Druck platziert: In Papas Fußstapfen zu treten. Tarek will sich beweisen, seinen Vater stolz machen und seine Familie nicht enttäuschen. Nach dem Tod des Vaters übernimmt er die Praxis, wird Oberhaupt der Familie, heiratet. Durch ein schicksalhaftes Kennenlernen mit dem jungen Ali gerät sein Leben langsam aber stetig ins Wanken und bringt sich damit gleichsam in Gefahr. In durchdachter Art und Weise setzt sich Charcour mit Queerness von 1980 bis heute in verschiedenen Gesellschaften auseinander, er spricht außerdem über die Auswirkung familiärer Verpflichtungen, Kolonialisierung, heteronormative Rollenbilder, Klassismus, Glaube und Religion, das Leben im Exil, über Einsamkeit im Kontrast zu Alleinsein. Ich fand den Roman großartig und habe ihn richtig gern gelesen. Besonders das kleine Rätsel um die Erzählperson hat mich voll neugierig gemacht.
Für "Fans von Call Me By Your Name" :')
Dieses Buch hat mich innerlich zerrissen und mit klopfendem Herzen zurückgelassen. 'Was ich von dir weiß' ist eine Geschichte voller Sehnsucht, Unterdrückung und leiser Hoffnung – so intensiv, dass sie fast wehtut. Tareks innere Zerrissenheit, seine Begegnung mit Ali und die leise, aber unaufhaltsame Veränderung, die daraus entsteht, haben mich komplett eingenommen. Éric Chacour schreibt mit einer poetischen Wucht, die mich atemlos machte – jede Seite ein kleiner Stich ins Herz, aber auf die schönste Weise. Emotional zerstört? Ja. Jede Sekunde geliebt? Absolut.
Wenn du Fan von „Call me by your name“ bist, wirst du dieses Buch lieben.
Das hatte ich irgendwo zu „Was ich von dir weiß“ gelesen und schnell stand fest, ich werde es lesen müssen. Was ich dabei vergaß, wie schmerzhaft „Call me by your name“ war und jetzt, nachdem ich „Was ich von dir weiß“ beendet habe, muss ich feststellen es geht noch schmerzhafter… Zum Buch: Viel möchte ich nicht verraten, denn man muss all die Gefühle wirklich selbst entdecken. Es geht um Tarek, der zusammen mit seiner Schwester in einer gut betuchten Familie im Kairo der 80er Jahre aufwächst. Schon als kleiner Junge wird er gefragt, was er denn später mal werden wollen und da er in seinem zarten kindlichen Alter es noch nicht wirklich weiß, antwortet er mit Arzt ( sein Vater ist zu dem Zeitpunkt ein angesehener Mediziner) und somit ist sein Schicksal besiegelt. Seine weiteren Lebensentscheidungen werden von den Menschen in seinen Umfeld, allem voran Vater, und später auch Mutter, getroffen. So will es die Tradition, soll will es die Gesellschaft, in der er lebt und ein Ausbrechen oder Widersprechen ist nicht möglich und wird gleich gar nicht geduldet. Er wird Arzt, übernimmt die Praxis seines verstorbenen Vaters, heiratet, gründet eine Ambulanz im Armenviertel und lernt dort Ali und seine Mutter kennen, was ihn verändert, doch mehr sei nun wirklich nicht verraten. Die Geschichte wird in der Du-Form erzählt. Später wechselt es zum Ich und Wir und wieder Du, aber es ist keinesfalls verwirrend, sondern immer passend, wobei ich zu Beginn etwas Probleme hatte, in die Du-Form hineinzukommen (hatte ich bis dahin noch nie gelesen). Die ganze Geschichte durchzieht eigentlich von Anfang bis Ende eine gewisse Melancholie und ich habe mich so oft gefragt: Wie schafft man es nur, dass alles auszuhalten? Diese gesellschaftlichen und familiären Zwänge (die es heute mit Sicherheit auch noch in machen Kulturen geben wird), das Eingesperrt sein der eigenen Wünsche und Gefühle, Sehnsüchte und Hoffnungen. Dass, sich verstecken müssen, vor anderen und sich selbst. Dass, sich verleugnen müssen. Sich nicht frei für sein Leben und seine Liebe entscheiden zu dürfen. Dieser tief verwurzelte Schmerz, den Tarek in sich trug und der für mich allgegenwärtig war (außer wenn er bei Ali, und Ali und seiner Mutter war). Doch auch seine Frau trug eine tiefe Verletzung, Verzweiflung in sich, ausgelöst von ihm und möglicherweise auch den Vorgaben ihres Umfeldes, ihrer Kultur. Gab es überhaupt Menschen in dem Buch, denen man wahres Glück, Freiheit und Lebensfreude zusprechen konnte? Fazit: Bevor ich noch weiter abschweife und womöglich ins Spoilern abrutsche: „Was ich von dir weiß“ ist wieder ein schwer zu verdauendes Buch, was nicht nur im Kopf nachhallt, sondern auch das Herz unendlich schwer macht. So viele Emotionen, so viel Traurigkeit und sogar Tränen (ich gebe es zu). Ich hoffe sehr, dass vom Autor noch weitere Bücher kommen werden, an diesem seinem Debüt schrieb er zehn Jahre. Und ganz ehrlich, es wäre auch Stoff für eine Verfilmung (nur nicht im Hollywood Stil).
„Was ich von dir weiß“ ist ein Debütroman des frankokanadischen Autors Éric Chacour, der die Leser in das Montreal der 1970er-Jahre entführt. Im Mittelpunkt steht der erfolgreiche Arzt Simon, der sich in seinen Patienten Alain verliebt. Doch in einer Zeit und Gesellschaft, in der Homosexualität tabuisiert ist, bleibt ihre Liebe von Anfang an von Geheimnissen und unausgesprochenen Gefühlen überschattet. Chacour erzählt die Geschichte in einer ruhigen, melancholischen Sprache, die die innere Zerrissenheit der Figuren gut einfängt. Besonders beeindruckend ist die Art, wie der Roman die gesellschaftlichen Zwänge jener Zeit darstellt und wie sie das Leben des Protagonisten beeinflussen. Allerdings bleibt die Handlung stellenweise etwas distanziert, und manche Emotionen hätten intensiver herausgearbeitet werden können. Trotzdem bietet das Buch eine interessante Perspektive auf Liebe, Identität und gesellschaftliche Erwartungen. Ich durfte den Roman als Rezensionsexemplar lesen und fand ihn insgesamt solide – atmosphärisch dicht, aber mit kleinen Längen. Wer sich für leise, nachdenkliche Geschichten interessiert, könnte hier fündig werden.

Ich bin sehr zwiegespalten bei dem Buch. Es gab Passagen, die ich richtig gut fand und die mich sehr berührt haben. Aber dann auch wieder welche, die mich sehr gelangweilt und nicht gejuckt haben. Die Erzählperspektive fand ich gut - ich mag ja die Du-Perspektive sehr, wenn sie gut gemacht ist, und hier war's passend. Letztendlich war es doch eher eine "ja war okay"-Lektüre für mich.
Für Fans von „Call me by your name“
(Übersetzt von Sina de Malafosse) Diese Rezension zu schreiben, fällt mir schwer – denn wie beschreibt man ein Buch, das einen so tief berührt, dass man nach der letzten Seite einfach nur dasitzt, als säße man am Fenster im Regen, draußen der Sturm, drinnen ein leises Nachhallen im Herzen? Was ich von dir weiß ist eines dieser Bücher, das einen nicht mehr loslässt. Wir begleiten Tarek, der in eine privilegierte ägyptische Familie hineingeboren wird, Arzt wird wie sein Vater, eine respektvolle, aber leidenschaftslose Ehe führt – ein Leben, das vorgezeichnet scheint. Bis zu dem Moment, in dem er Ali begegnet. Ein junger Mann, der aus einer anderen Welt kommt, der in Armut lebt, aber eine Unabhängigkeit und Lebendigkeit in sich trägt, die Tarek sofort fesselt. Aus einem zufälligen Aufeinandertreffen entsteht eine stille Nähe – und bald mehr. Die Beziehung zwischen Tarek und Ali bleibt unausgesprochen, verborgen – nicht nur wegen der gesellschaftlichen Tabus, sondern auch, weil sie voller Ungleichgewichte ist: sozial, emotional, existenziell. Chacour beleuchtet dabei auch Themen wie Sexarbeit, nicht plakativ, sondern ruhig und respektvoll – als Spiegel gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Als Leser spürt man, wie Tarek zerrissen ist zwischen Pflicht und Begehren, zwischen Anpassung und Aufbegehren. Die Liebe zu Ali ist intensiv, aber auch fragil. Und als eine Wendung eintritt, mit der ich nicht gerechnet habe, zerbricht Tareks Welt endgültig – und mit ihr etwas im Leser. Chacours Sprache ist leise, poetisch, durchzogen von einer tiefen Melancholie. Manche Entwicklungen spürt man kommen, andere treffen einen völlig unvorbereitet. Und auch wenn man hofft, weiß man doch früh: Diese Geschichte wird nicht gut ausgehen können. Was ich von dir weiß ist ein wunderschöner, schmerzhafter Roman über Liebe, die nicht sein darf – über gesellschaftliche Zwänge, über das Schweigen, das verletzt, und über die Wunden, die bleiben, wenn man sich kurz befreit und dann erkennt, dass man die alten Ketten nicht einfach abstreifen kann.













