Caledonian Road

Caledonian Road

Hardback
4.117

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Description

Ein Sunday Times-Bestseller

London, Donnerstag, 20. Mai 2021, die Temperatur beträgt 16 Grad, es ist heiter, später gibt es Schauer.

Als Campbell Flynn, 52 Jahre alt und auf der Höhe seines Ruhms als öffentlicher Intellektueller, an diesem Tag aus dem Taxi steigt, trägt er sich noch mit Gedanken an ein neues publizistisches Projekt. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend zählt er heute zur Elite des Vereinigten Königreichs: seine Frau, die Tochter einer Gräfin, sein bester Freund, ein Industrieller, sein Schwager, ein Politiker mit Einfluss, sein Leben getaktet von Vorträgen, Vernissagen und Society-Events. Seine Schwäche, seine Eitelkeit und der Umgang mit dem lieben Geld. Sein Widersacher: sein liebster Schüler.

Im Laufe eines aufsehenerregenden Jahres wird ein Netz von Verbrechen, Geheimnissen und Skandalen aufgedeckt; und Campbell Flynn, das Drehkreuz dieses monumentalen Gesellschaftsromans, der seine Fühler ebenso in zwielichtige Fabriken wie in vornehme Gemächer, ebenso in die Köpfe illegaler Immigranten wie in die Häupter ausbeuterischer Kapitalisten und korrupter Parlamentarier ausstreckt, Campell Flynn, dieser Inbegriff des liberalen, gebildeten weißen Mannes, wird fallen wie die Ära, die er verkörpert.

»Ein Meisterwerk … außergewöhnlich … der beste und größte Roman, den irgendwer in diesem Land seit langer Zeit geschrieben hat.« John Lanchester

»Sein Opus magnum, mehr als nur ein großartiges Buch« Joshua Cohen

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
784
Price
30.90 €

Author Description

Andrew O’Hagan wurde in Glasgow geboren. Er war mehrfach für den Booker Prize nominiert, wurde von Granta 2003 zu einem der besten jungen britischen Schriftsteller gewählt, gewann den E.M. Forster Prize der American Academy of Arts and Letters. Er ist Editor-at-Large bei der London Review of Books und Fellow der Royal Society of Literature.

Posts

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All
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In seiner Vorstellung war er unterwegs zu einem Nachmittag, einem Abend, einer Nacht und einer Morgenröte der Versöhnung, einem Ort des friedlichen Vergessens, wo es Mieterinnen und verlorene Werte, Geldnöte und tote Freunde einfach nicht gab. Er sehnte sich nach Ruhe, nach der anheimelnden Heiterkeit eines kleinen Zimmers, durchflutet vom Sonnenlicht, aber so etwas gab es für ihn nicht, und so stürzte er sich in das Treiben der Caledonian Road und die einsetzende Dunkelheit. - Zitat, Seite 751 Es gibt ihn also doch noch, den großen englischen Gesellschaftsroman, der an die Tradition aus dem viktorianischen Zeitalter anknüpft und die Lesenden in den Bann eines eigenen Kosmoses zieht und doch mit den erschütternden Wahrheiten der modernen Welt konfrontiert und ein Portrait einer pulsierenden Stadt mit lebensechten Schicksalen kreiert. Andrew O'Hagan ist mit diesem Roman ein Meisterwerk gelungen! "Die ganze Welt ist eine Bühne und Frauen und Männer bloße Schauspieler." Es ist sicher kein Zufall, dass dieser Roman im englischen Original im April erschienen ist, dem Geburts- und Sterbemonat von William Shakespeare. Aber auch wenn die Geschichte eine Hommage an das Urgestein der Dramaturgie der englischen Literatur ist, zeichnet sie sich durch ihre Aktualität aus. Im Zentrum der breitgefächerten Geschichte befindet sich Campbell Flynn, Anfang 50, Kunsthistoriker und mit einer Psychotherapeutin verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Zu Beginn des Buches steht der Geburtstag des Protagonisten bevor, den er in Irland feiern soll, wo Sohn Angus, wegen gelockerter Pandemiebestimmungen im Zielland eine Party organisiert. Der Protagonist scheint eine geerdete Persönlichkeit zu sein, die aus eher ärmeren bürgerlichen Kreisen aufgestiegen ist in die feine englische Gesellschaft und mit freundschaftlichen Verbindungen zur Wirtschaft. Was seine adelige Ehefrau irritiert, ist seine neue Freundschaft zu dem Studenten Milo Mangasha und sein geheimes Buchprojekt "Männer, die in Autos weinen". Das Buch soll unter dem Namen eines jungen Schauspielers erscheinen, der gerade die Hauptolle in einer Thomas Hardy Verfilmung von "The return of the Native" übernommen hat. Was die Ehefrau nicht ahnt, sind die Auswirkungen der persönlichen und finanziellen Ängste ihres Mannes und der aufziehende Sturm, der über die alten Freunde hereinbricht, der weitreichende Konsequenzen bis in den Bodensatz der Gesellschaft und über Landesgrenzen hinaus hat? Und welche dunklen Pläne verfolgt der junge Milo, der sich selbst wahrscheinlich eher als Lichtgesellschaft der Menschheit darstellen würde? Oder verfolgen die Pläne eher den Verfolger? Wer bereits einmal in seinem Leben einen Roman von Charles Dickens gelesen hat, wird von der Besessenheit des Schriftstellers jede Figur seiner Geschichte mit den anderen zu verbinden, wissen. In diesem aktuellen Roman zeigt Andrew O'Hagan, dass dieses gesellschaftliche Netzwerk noch viel komplexer und enger geworden ist. Technische Möglichkeiten erweitern die Verknüpfungen und moderne Medien beschleunigen gesellschaftliche Bewegungen in alle Richtungen. Obwohl der Gesellschaftsroman, der hauptsächlich in London spielt, vielschichtig und im Themenbereich komplex ist, sind die einzelnen Figuren sehr individuell gestaltet und in ihrer Gedankenwelt greifbar. Daher kann man in dieser Geschichte so richtig mitleben. Am Ende bleibt vielleicht die Erkenntnis, dass jeder von Anfang an an seinem persönlichen Abgrund steht und der erste Schritt nur eine Frage der Zeit ist. Die Tragik des Lebens besteht wohl darin, dass den meisten dabei nicht bewusst ist, dass sie auch hätten einen Schritt zurück machen können. Wahrscheinlich hätte man dann auch die vielen anderen neben sich wahrnehmen können. Aber hätte diese Wahrnehmung etwas im Leben und in der Gesellschaft verändert? FAZIT Diese Lektüre hat mich begeistert und erschüttert. Viele Gedanken wurden notiert, Sätze, über die es sich lohnt nochmals nachzudenken und dem Sinn nachzuspüren. Der Inhalt des Buches ist zugleich aktuell, aber auch zeitlos. Der Roman enthält Sätze, die das Herz hüpfen, aber auch brechen lassen. Ein unglaublich guter Roman. Unbedingt lesenswert.

5

Äußerst detailliertes Gesellschaftsporträt Großbritanniens vor dem Hintergrund des Brexit anhand der Einblicke in die Verstrickungen der Protagonisten quer durch alle Gesellschaftsschichten

4

Anspruchsvoller, komplexer Gesellschaftsroman.

"Ein echter Schriftsteller enthüllt die Wahrheit nicht. Er sucht ihr ein schönes Versteck." Mit "Caladonian Road" liefert Andrew O'Hagan auf knapp 800 Seiten einen komplexen Gesellschaftsroman, der ein kritisches Auge auf die Macht und Privilegien der britischen Elite wirft und auch immer wieder die Frage der Moral aufwirft. Im Zentrum der Geschichte steht der intellektuelle Kunsthistoriker und Professor Campbell Flynn. Er freundet sich mit dem Informatikstudent und Hacker Milo an und engagiert ihn für ein Forschungsprojekt. Milo hält nicht viel von der sogenannten Elite der Gesellschaft und setzt alles daran deren dubiosen Geschäften auf due Spur zu kommen. In seinem Fokus steht vor allem auch Campbells langjähriger Freund und Unternehmer Sir William Byres. Zu diesen Hauptfiguren kommt eine riesige Bandbreite an weiteren Figuren aus sämtlichen gesellschaftlichen Millieus: verwöhnte und missratene Söhne der Upper Class, Politiker, Umweltaktivisten, Rapper, zwielichtige Unternehmer, Menschenhändler und, und, und. So verschieden sie alle auch sind, hängen sie doch alle in ihrer Gier nach Geld, Macht und Ansehen zusammen. O'Hagan geht in diesem Roman hart zu Gericht. Die Geschichte spielt nach Corona und nach dem Brexit und so prangert der Autor die stetig wachsende Abhängigkeit von russischem Geld und den russischen Oligarchen an, genauso wie die Ausbeutung von illegalen Arbeitern. Er macht deutlich, dass die Elite zwar massenhaft Gutes tun mag, das Ganze aber eine einzige Heuchelei ist. Auch hier geht es nur um das eigene Ansehen und Prestige, wirklich Interesse an den Problemen der weniger Privilegierten haben sie nicht. Anfangs fiel es mir wirklich schwer einen Zugang zu der Geschichte zu finden und letztlich war es auch nicht ganz die Geschichte, die ich nach dem Lesen des Klappentextes erwartet hatte, doch mit der Zeit kam ich besser rein - phasenweise zog sich die Geschichte für mich jedoch etwas zu sehr in die Länge. Auch blieben für mich einige Figuren etwas zu unnahbar, das empfindet aber auch jeder anders. Alles in allem war es eine interessante, wenn auch sehr anspruchsvolle Lektüre, bei der man sich am Anfang vielleicht etwas durchbeißen muss. Der angenehme, leichte Schreibstil und die Süffisanz des Autors haben es mir dann aber auch leicht gemacht dran zu bleiben. Übersetzt aus dem Englischen von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié.

Anspruchsvoller, komplexer Gesellschaftsroman.
4

Andrew O‘Hagans Buch ist eine Gesellschaftskritik Londons der 2020er Jahre. Genauso wie „Im Fegefeuer der Eitelkeiten“ von Tom Wolfe die Gesellschaftskritik New Yorks der 1980er war. „Caledonian Road“ nimmt alle aktuellen gesellschaftlichen Abbruchkanten in einen gnadenlos scharfen Fokus: zwischen Mann und Frau, alt und jung, arm und reich, weiß und schwarz.

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