Und der Himmel ist doch bunt

Und der Himmel ist doch bunt

Softcover
4.04
WaiseSchuleBlindUnfall

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

In Jasons Leben läuft nichts wie geplant. Nicht nur, dass er durch einen Unfall erblindet ist und seine Eltern verloren hat, auch an seiner neuen Schule machen ihm Mitschüler und Lehrer das Leben zur Hölle. Während er versucht, mit seiner Behinderung und dem Verlust zurechtzukommen, lernt er neue Freunde kennen wie Nick, der selbst wegen seiner Homosexualität attackiert wird. Und dann ist da auch noch Patrick. Wird für Jason der Himmel wieder bunt werden?

Book Information

Main Genre
Romance
Sub Genre
Modern
Format
Softcover
Pages
268
Price
14.00 €

Author Description

Stephanie Mangliers, geboren als stolzer Steinbock im Winter 1985, lebt, wirkt und schafft, zusammen mit ihrem Hund, fünf Meerschweinchen und einem Goldfisch, als waschechtes Nordlicht in der Hansestadt Hamburg. Seit 2007 arbeitet sie als Erzieherin im Hamburger Schulsystem und flitzt einmal im Monat mit ihrer vierrädrigen Knutschkugel für das Bachelorstudium Soziale Arbeit rüber in die Hauptstadt. Zum Schreiben kam sie bereits mit 10 Jahren, nachdem sie in der vierten Klasse den besten Aufsatz ablieferte und dabei erkannte, dass ihr das Schreiben von Geschichten einfach Spaß brachte. Mit 13 wechselte sie in die Jugendbuchecke des Gay-Romance Genre. Neben dem Schreiben spielt sie Klavier und fährt Snowboard, engagiert sich im Tier- und Umweltschutz, lernt Französisch und vertreibt das chronische Fernweh mit Reisen. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie 2011 und freut sich nun über ihren zweiten Roman „Und der Himmel ist doch bunt“ mit der Polygon Noir Edition vom MAIN Verlag.

Posts

2
All
4

Jason

Mir war sehr schnell klar wie sehr ich dieses Buch mögen würde und das wurde auch mit jeder Seite klar. Dann stellte ich noch fest, dass es einen zweiten Teil gibt und ich war dann umso erfreuter als ich diesen in meiner Bibliothek entdeckte. (Ich hab wirklich den Überblick verloren bei 1000+ Büchern, naja was solls so kann ich gleich weiterlesen. ) Die Geschichte hat mich tief berührt und mir emotional einiges abverlangt, ich habe freudig gestrahlt und so bitterlich geweint, nein wirklich, ich habe dermaßen geheult und eigentlich wollte ich sowieso 5 Sterne geben. Leider kommt es dann in der Geschichte zu einigen Wendungen, die für mich nicht passen bzw hätte ich mehr Zeit gebraucht um mich an diese Geschichte und Veränderungen zu gewöhnen. Es gibt einen harten Bruch und danach wird aus dem langsamen Tempo, ein viel zu schnelles was dann die „Punkte“ nur so abarbeitet. Was vorher unmöglich erschien geht jetzt sehr schnell, scheint ohne Probleme möglich und verhalten ändert sich so schnell das ich doch sehr verwundert war. Vielleicht passiert das in Teil 2, denn schön wäre es allemal. Also wirklich, dieses Ende ist für mich irgendwie nicht die beste Lösung. (Schon seltsam)

3

Story: Ein schrecklicher Autounfall ändert Jasons Leben für immer. Nicht nur sterben seine Eltern dabei, ein Schlag auf den Hinterkopf raubt ihm auch die Fähigkeit zu sehen. Fortan muss er mit seiner Blindheit zurechtkommen und kurz darauf auch bei einer neuen Familie einrichten, denn seine Paten nehmen Jason kurzerhand bei sich auf. Dort bekommt er nicht nur einen Blindenhund, er kann auch auf eine normale Schule gehen. Allerdings läuft es in seiner neuen Klasse zu Beginn weniger gut, was vor allem an Patrick und dessen Freunden liegt, die es sich zum Zielgemacht haben Jason zu mobben. Unterstützung erfährt er schließlich von Nick und dessen Clique. Jason findet Freunde und kommt immer besser in seiner neuen Umgebung klar, woran Nick nicht ganz unschuldig ist. Schon bald wird aus der Freundschaft der beiden Jungen mehr und Jason muss sich mit dem Gedanken anfreunden nicht nur blind, sondern auch schwul zu sein … Eigene Meinung: „Und der Himmel ist doch bunt“ ist das Debüt von Stephanie Mangliers und erschien 2016 bei der Polygon Noir Edition, dem Jugendbuch/All Age Label des Main Verlags. Das Buch ist nach „Eisprinz und Herzbube“ die zweite Veröffentlichung, die sich an jugendliche Leser richtet. Inhaltlich wartet Stephanie Mangliers mit einer spannenden Grundidee auf – eine Geschichte aus Sicht eines Blinden zu erzählen, ist etwas erfrischend Neues und weckt auf andere Art Spannung und Neugierde. Man merkt, dass sich die Autorin mit dem Thema beschäftigt hat, denn Jasons Blindheit, sein alltägliches Leben und die Probleme, mit denen er zurechtkommen muss, sind nachvollziehbar gestaltet. Allerdings zieht sich die Geschichte am Anfang stark, da man das Gefühl hat, nahezu jeder Tag wird einzeln beleuchtet und ausführlich beschrieben. Das macht die erste Hälfte von „Und der Himmel ist doch bunt“ unheimlich langatmig und sorgt dafür, dass man das Buch am liebsten beiseitelegen will. So angenehm es ist, dass sich die Beziehung zwischen Jason und Nick nur langsam entwickelt, in einigen Punkten hätte man kürzen können – und die Seiten eher für die letzten zwei Kapitel aufgewendet. Dort scheint die Geschichte plötzlich zu rasen und man hat das Problem, dass man plötzlich nicht mehr hinterherkommt. Die Sache mit Patrick wird definitiv zu schnell abgehandelt und so ganz nachvollziehbar ist sein Stimmungsumschwung nicht, ebenso geht werden Jasons Probleme einfach zu schnell gelöst. Happy End schön und gut, aber auf diese Art kann Stephanie Mangliers leider nicht überzeugen. Unschön fallen im Laufe der Zeit auch die Logiklücken auf, denn einige Dinge, die beschrieben wurden, sind einfach nicht möglich. Dazu gehört auch, ob ein ehemals Sehender sich wirklich so schnell an die Blindheit gewöhnen kann und einfach so auf eine normale Schule gehen kann – Schulbücher in Blindenschrift hin oder her. Die Figuren sind recht stereotyp – den meisten fehlen die Ecken und Kanten, was dafür sorgt, dass sie nicht lebendig sind. Das fällt ganz besonders bei Jasons Zieheltern, die so fürsorglich und lieb sind, dass man sie nur schwer als Erwachsene sehen kann, den Lehrern an Jasons neuer Schule und Nicks Freunden auf, die alle recht blass bleiben und wie Statisten wirken. Es mangelt ihnen an Tiefgang, um sie greifbar zu machen. Lediglich Jason, aus dessen Sicht der Roman erzählt ist, ist etwas lebendiger, da man von ihm logischerweise mehr erfährt. Dadurch, dass er nicht sehen kann, nimmt man seine Umgebung auf eine andere Art und Weise war, was man allerdings abwechslungsreicher hätte gestalten können. IN einigen Szenen wirkt er sehr unreif, aber da er erst 16 ist, kann man darüber hinwegsehen. Nick ist der typische Goodguy, Patrick mit seiner aggressiven Art das genaue Gegenteil. Stephanie Mangliers bedient bei den Figuren die gängigen Klischees, was man gut oder schlecht finden kann. Stilistisch ist „Und der Himmel ist doch bunt“ Geschmackssache und definitiv nicht mit den gängigen Jugendbüchern gleichzusetzen. Stephanie Mangliers hat einen sehr einfachen, teilweise monotonen Schreibstil. Das Hauptproblem sind die gleichförmigen Sätze und die beständigen Wiederholungen, da die Varianz und die Abwechslung fehlt. Dadurch ermüdet das Buch mit der Zeit, was gerade am Anfang wo auch inhaltlich wenig passiert, ein Problem ist. Die Autorin erinnert ein wenig an Fanfiktion-Schreiberlinge, ganz besonders bei den Dialogen, die man wesentlich spannender hätte aufbauen können. Auch fehlen des Öfteren Beschreibungen zu Jasons Gefühlswelt – gerade weil er nichts sieht, hätte man als Leser gerne mehr über seine inneren Kämpfe erfahren. Darüber hinaus kompensiert ein Mensch seine Blindheit nicht nur mit Hören – es gibt weitere Sinne, die man in die Beschreibungen hätte einfließen lassen können. Fazit: „Und der Himmel ist doch bunt“ bietet eine schöne Grundidee, die jedoch nur teilweise überzeugend dargestellt wurde. Während die Hintergründe hinsichtlich Jasons Blindheit gut ausgearbeitet wurden, dämpfen Logiklücken, stereotype Charaktere und ein sehr langatmiger Schreibstil das Lesevergnügen. Auch die Tatsache, dass es zu lange dauert, bis mehr passiert, als der übliche Alltag sorgt dafür, dass sich Stephanie Mangliers‘ in die Länge zieht. Schade – man hätte aus der Grundidee mehr machen können.

Create Post