Kein Wasser stillt ihren Durst
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Description
Najat Abdul Samad erzählt in ihrem Roman »Kein Wasser stillt ihren Durst« vom Leben der drusischen Gesellschaft in der südsyrischen Provinz und gleichnamigen Stadt Suwaida.
Aus der Perspektive einer Frau, die sich gegen die gesellschaftlichen Traditionen auflehnt und dafür zur Strafe in die Kellerkammer ihres Elternhauses gesperrt wird, berichtet die Autorin über Bräuche, Traditionen und Mythen der Drusen. Diese Religionsgemeinschaft, die heute in Südsyrien, im Libanon, auf den syrischen, von Israel besetzten Golanhöhen sowie in geringer Zahl in Jordanien beheimatet ist, hatte sich im 11. Jahrhundert von der ismailitischen Schia abgespalten, schlug dann aber eine eigene Entwicklung ein. So etwa glauben die Drusen an die Seelenwanderung und interpretieren den Koran anders als Sunniten und Schiiten. Auch eine Konversion zum Drusentum ist nicht möglich, da alles von Gott vorbestimmt ist.
Der Roman gibt Einblick in die verschiedenen Traditionen und Bräuche dieser Religionsgemeinschaft und schildert in Rückblicken nicht nur die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten Hayat und Nasser, sondern auch die geologische Geschichte der Region, in der Wasser und ausbleibende Regenfälle die Entwicklung des Landes beeinflussten. Der klimatische Wandel erschwerte zunehmend den Landbau der fruchtbaren Region und führte trotz Einsatz von moderner Technik und Wissenschaft dazu, dass nachwachsende Generationen das Regenfeldbaugebiet verließen. Passagen aus der oralen Erzähltradition, die einzelnen Kapiteln im Buch vorangestellt sind, geben zudem einen beklemmenden Einblick in das Leben der Frauen, die sich den von Männern geprägten Traditionen unterordnen müssen.
Auf der WELTEMPFÄNGER LITPROM-BESTENLISTE FRÜHLING 2024
Book Information
Author Description
Najat Abed Alsamad, syrische Schriftstellerin und Gynäkologin, geboren in Suwayda, Syrien, lebt in Deutschland. B.A. in arabischer Sprache und Literatur an der Universität Damaskus. Sie hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht, die seit 1994 in Verlagen in Syrien, Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten erschienen sind. Ihre Artikel, Studien und Forschungsarbeiten wurden in arabischen Zeitungen, Websites und Think-Tanks veröffentlicht. Gewinnerin des Katara-Preises für veröffentlichte Romane im Jahr 2018 für ihren Roman "La Ma'a Yarwiha" (kein Wasser löscht ihren Durst).
Posts
Ach, ich habe diese Rezension jetzt so lange vor mir hergeschoben, denn ich wollte dieses Buch und die Geschichte so sehr mögen! Ich kam aber nicht rein… Ich versuche mal zu erklären, wieso es so war. Die Geschichte rund um die junge Protagonistin Hayat, ihrem Freund Nassar und deren Familien wurde so ausschweifend erzählt, dass es für mich regelrecht anstrengend war, der Erzählung zu folgen. Hinzu kamen immer wieder Einschübe aus der Vergangenheit, Mythen und Sagen. Irgendwann konnte ich dem Ganzen nicht mehr folgen und habe diese Einschübe teilweise nur quer gelesen oder sie ganz ausgelassen… Insgesamt war es mir zu sperrig, von der Protagonistin Hayat hätte ich noch gerne viel mehr erfahren, ihr Seelenleben war für mich nicht richtig greifbar. Was ich mir gewünscht hätte: eine feministische (Befreiungs-)Geschichte aus den starren gesellschaftlich-patriarchalen Strukturen. Was ich bekommen habe: eine unterdrückte Protagonistin, mehrere unterdrückte Frauen, die sich alle irgendwie nicht so wirklich wehren und sich ihren Schicksalen ergeben… Das fand ich sehr ernüchternd. Ich hätte mir mehr Widerstand gewünscht, aber vielleicht ist das aus meiner (weißen) Sicht zu viel verlangt? Doch was haben Wasser und Durst mit der ganzen Sache zu tun? Die Themen schlängeln sich wie ein Bach durch die Geschichte, denn sowohl Hayat als auch die anderen Frauen im Buch dürsten nach Freiheit, Befreiung und wahrer Liebe. Hinzu kommt der Aspekt, dass die Region rund um Suwaida in Syrien von dem Klimawandel stark betroffen ist und es Wassermangel herrscht. Was ich jedoch positiv hervorheben möchte, ist diese unfassbar starke Erzählkunst der syrischen Autorin! In ihren Worten steckt so viel Kraft und Mut, das hat mir wahnsinnig gut gefallen, auch wenn es insgesamt ausschweifend und sperrig erzählt wurde - die Sprache und die Kunst der Worte von Najat Abed Alsamad konnten mich hier gut bei Laune halten. Da ist es wenig verwunderlich, dass der Roman im Jahr 2018 für den Katara-Preis für arabischer Romane ausgezeichnet wurde. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Kernthemen der Geschichte aus „Kein Wasser stillt ihren Durst“ von Najat Abed Alsamad sehr spannend fand, mich konnte es nur leider nicht so erreichen, wie ich es mir gerne gewünscht hätte.

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Najat Abdul Samad erzählt in ihrem Roman »Kein Wasser stillt ihren Durst« vom Leben der drusischen Gesellschaft in der südsyrischen Provinz und gleichnamigen Stadt Suwaida.
Aus der Perspektive einer Frau, die sich gegen die gesellschaftlichen Traditionen auflehnt und dafür zur Strafe in die Kellerkammer ihres Elternhauses gesperrt wird, berichtet die Autorin über Bräuche, Traditionen und Mythen der Drusen. Diese Religionsgemeinschaft, die heute in Südsyrien, im Libanon, auf den syrischen, von Israel besetzten Golanhöhen sowie in geringer Zahl in Jordanien beheimatet ist, hatte sich im 11. Jahrhundert von der ismailitischen Schia abgespalten, schlug dann aber eine eigene Entwicklung ein. So etwa glauben die Drusen an die Seelenwanderung und interpretieren den Koran anders als Sunniten und Schiiten. Auch eine Konversion zum Drusentum ist nicht möglich, da alles von Gott vorbestimmt ist.
Der Roman gibt Einblick in die verschiedenen Traditionen und Bräuche dieser Religionsgemeinschaft und schildert in Rückblicken nicht nur die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten Hayat und Nasser, sondern auch die geologische Geschichte der Region, in der Wasser und ausbleibende Regenfälle die Entwicklung des Landes beeinflussten. Der klimatische Wandel erschwerte zunehmend den Landbau der fruchtbaren Region und führte trotz Einsatz von moderner Technik und Wissenschaft dazu, dass nachwachsende Generationen das Regenfeldbaugebiet verließen. Passagen aus der oralen Erzähltradition, die einzelnen Kapiteln im Buch vorangestellt sind, geben zudem einen beklemmenden Einblick in das Leben der Frauen, die sich den von Männern geprägten Traditionen unterordnen müssen.
Auf der WELTEMPFÄNGER LITPROM-BESTENLISTE FRÜHLING 2024
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Najat Abed Alsamad, syrische Schriftstellerin und Gynäkologin, geboren in Suwayda, Syrien, lebt in Deutschland. B.A. in arabischer Sprache und Literatur an der Universität Damaskus. Sie hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht, die seit 1994 in Verlagen in Syrien, Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten erschienen sind. Ihre Artikel, Studien und Forschungsarbeiten wurden in arabischen Zeitungen, Websites und Think-Tanks veröffentlicht. Gewinnerin des Katara-Preises für veröffentlichte Romane im Jahr 2018 für ihren Roman "La Ma'a Yarwiha" (kein Wasser löscht ihren Durst).
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Ach, ich habe diese Rezension jetzt so lange vor mir hergeschoben, denn ich wollte dieses Buch und die Geschichte so sehr mögen! Ich kam aber nicht rein… Ich versuche mal zu erklären, wieso es so war. Die Geschichte rund um die junge Protagonistin Hayat, ihrem Freund Nassar und deren Familien wurde so ausschweifend erzählt, dass es für mich regelrecht anstrengend war, der Erzählung zu folgen. Hinzu kamen immer wieder Einschübe aus der Vergangenheit, Mythen und Sagen. Irgendwann konnte ich dem Ganzen nicht mehr folgen und habe diese Einschübe teilweise nur quer gelesen oder sie ganz ausgelassen… Insgesamt war es mir zu sperrig, von der Protagonistin Hayat hätte ich noch gerne viel mehr erfahren, ihr Seelenleben war für mich nicht richtig greifbar. Was ich mir gewünscht hätte: eine feministische (Befreiungs-)Geschichte aus den starren gesellschaftlich-patriarchalen Strukturen. Was ich bekommen habe: eine unterdrückte Protagonistin, mehrere unterdrückte Frauen, die sich alle irgendwie nicht so wirklich wehren und sich ihren Schicksalen ergeben… Das fand ich sehr ernüchternd. Ich hätte mir mehr Widerstand gewünscht, aber vielleicht ist das aus meiner (weißen) Sicht zu viel verlangt? Doch was haben Wasser und Durst mit der ganzen Sache zu tun? Die Themen schlängeln sich wie ein Bach durch die Geschichte, denn sowohl Hayat als auch die anderen Frauen im Buch dürsten nach Freiheit, Befreiung und wahrer Liebe. Hinzu kommt der Aspekt, dass die Region rund um Suwaida in Syrien von dem Klimawandel stark betroffen ist und es Wassermangel herrscht. Was ich jedoch positiv hervorheben möchte, ist diese unfassbar starke Erzählkunst der syrischen Autorin! In ihren Worten steckt so viel Kraft und Mut, das hat mir wahnsinnig gut gefallen, auch wenn es insgesamt ausschweifend und sperrig erzählt wurde - die Sprache und die Kunst der Worte von Najat Abed Alsamad konnten mich hier gut bei Laune halten. Da ist es wenig verwunderlich, dass der Roman im Jahr 2018 für den Katara-Preis für arabischer Romane ausgezeichnet wurde. Insgesamt kann ich sagen, dass ich die Kernthemen der Geschichte aus „Kein Wasser stillt ihren Durst“ von Najat Abed Alsamad sehr spannend fand, mich konnte es nur leider nicht so erreichen, wie ich es mir gerne gewünscht hätte.





