Tauben fliegen auf

Tauben fliegen auf

Hardback
3.616
MigrationAnpassungsfähigkeitFremdseinVojvodina

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Description

Es ist ein schokoladenbrauner Chevrolet mit Schweizer Kennzeichen, mit dem sie zur allgemeinen Überraschung ins Dorf einfahren, und die Dorfstraße ist wirklich nicht gemacht für einen solchen Wagen. Sie, das ist die Familie Kocsis, und das Dorf liegt in der Vojvodina im Norden Serbiens, dort, wo die ungarische Minderheit lebt, zu der auch diese Familie gehört. Oder, richtiger, gehörte. Denn sie sind vor etlichen Jahren schon ausgewandert in die Schweiz, erst der Vater und dann, sobald es erlaubt war, auch die Mutter mit den beiden Töchtern, Nomi und Ildiko, und Ildiko ist es, die das hier alles erzählt. So auch den Besuch im Dorf, der dann nicht der einzige bleibt, Hochzeiten und Tod rufen sie jedesmal wieder zurück ins Dorf, wo Mamika und all die anderen Verwandten leben, solange sie leben. Zuhause ist die Familie Kocsis also in der Schweiz, aber es ist ein schwieriges Zuhause, von Heimat gar nicht zu reden, obwohl sie doch die Cafeteria betreiben und obwohl die Kinder dort aufgewachsen sind. Die Eltern haben es immerhin geschafft, aber die Schweiz schafft manchmal die Töchter, Ildiko vor allem, sie sind zwar dort angekommen, aber nicht immer angenommen. Es genügt schon, den Streitigkeiten ihrer Angestellten aus den verschiedenen ehemals jugoslawischen Republiken zuzuhören, um sich nicht mehr zu wundern über ein seltsames Europa, das einander nicht wahrnehmen will. Bleiben da wirklich nur die Liebe und der Rückzug ins angeblich private Leben?

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
320
Price
22.00 €

Posts

3
All
5

ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so schön geschrieben war wie dieses. Es geht um große Dinge wie Immigration, Krieg, Rassismus, Tod, Ost und West, Regime, Jugend, Emanzipation vom Elternhaus. Und doch liest sich alles leicht, doch ist alles voller Essensmetaphern. Man ist den Schicksalen nahe, aber ohne erdrückt zu werden. Man versteht selbst das Unverständlichste. Ein unheimlich berührendes Buch.

1

Anfangs eher mühsam zum Lesen, mit der Zeit kommt man jedoch mit ihrem Schreibstil klar. ABER das Buch bleibt laaaaangweilg...! Nein, nicht dämlich, nicht platt, durchaus literarisch, aber es packte mich einfach gar nicht, ich konnte keinen Bezug zu den Romanfiguren aufbauen, es gibt keinen nennenswerten Handlungsstrang, trotz eigentlich spannendem und interessantem Thema.

4

Ein etwas anderer, aber ästhetischer Schreibstil

Ich habe meine Bachelorarbeit über das literarästhetische Potenzial dieses Romans für den Literaturunterricht geschrieben und dadurch noch mal eine andere Perspektive auf die Geschichte bekommen und ohne die tiefere Auseinandersetzung hätte ich dieses Buch wahrscheinlich auch als langatmig, anstrengend und langweilig empfunden, aber ich muss sagen, ich verstehe die ganzen Nominierungen und Auszeichnungen. Wer sich für interkulturelle Themen einer authentischen Autorin interessiert, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

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