Materialistischer Queerfeminismus

Materialistischer Queerfeminismus

by
Softcover
3.612

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Description

Ein materialistischer und ein queertheoretischer Feminismus werden einander meist als unvereinbar gegenübergestellt. Ein materialistischer Feminismus bezieht sich auf eine marxistische Theorietradition, in der gesellschaftliche Strukturen im Vordergrund stehen. Der feministischen Queertheorie geht es hingegen ausgehend von poststrukturalistischen Überlegungen um die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht. Diese theoretische Differenz wird durch den politisch konstatierten Widerspruch zwischen Klassen- und Identitätspolitik noch verstärkt. Während Klassenpolitik oftmals andere Ungleichheitsstrukturen wie Geschlecht und Sexualität außer Acht lässt, wird einer sogenannten Identitätspolitik vorgeworfen, Kapital- und Klassenverhältnisse nicht mitzudenken. Unterschiede werden dabei jedoch überbetont, anstatt Anschlusspunkte für eine emanzipatorische queer-feministische und antikapitalistische Politik in den Vordergrund zu stellen. An dieser Stelle setzt dieses Buch an, das in die theoretischen Grundlagen eines queerfeministischen Materialismus einführt und anhand von aktuellen Debatten zu trans und queerem Marxismus zeigt, wie eine emanzipatorische Theoriebildung jenseits des vermeintlichen Widerspruchs zwischen Queer und Klasse gelingen kann. Mit Beiträgen von Monique Wittig, Christine Delphy, Rosemary Hennessy / Chrys Ingraham, María Lugones, Shahrzad Mojab / Sara Carpenter, Nat Raha, Franziska Haug, Holly Lewis & Sophie Noyé. »Dieses Buch ist ein Fest. Legendäre Texte und schillernde Neuentdeckungen lassen alle Synapsen feuern. Und sie schüren das Begehren, die kapitalistische Vergeschlechtlichung Geschichte werden zu lassen.« – Eva von Redecker

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
240
Price
18.50 €

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Materialistischer Queerfeminismus – Theorien zu Geschlecht und Sexualität im Kapitalismus (Hrsg. Friederike Beier) Materialistischer Queerfeminismus beschäftigt sich mit der Frage, warum Klasse, Geschlecht und Sexualität nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Der Sammelband vereint verschiedene theoretische Texte und zeigt, dass die oft behaupteten Gegensätze zwischen marxistischen und queertheoretischen Ansätzen nicht so unvereinbar sind, wie sie häufig dargestellt werden. Stattdessen geht es darum, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln und gesellschaftliche Ungleichheiten in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Dieses Buch war für mich keine leichte Lektüre, aber eine sehr spannende. Viele der Texte setzen ein gewisses Interesse an feministischer und gesellschaftskritischer Theorie voraus und haben mich immer wieder dazu gebracht, einzelne Gedanken noch einmal zu lesen oder länger darüber nachzudenken. Gleichzeitig fand ich es bereichernd, verschiedene Perspektiven kennenzulernen, die in politischen Debatten oft gegeneinander ausgespielt werden. Besonders spannend fand ich die Frage, warum Klassenpolitik und queere beziehungsweise feministische Themen so oft gegeneinander ausgespielt werden. In Diskussionen wird häufig so getan, als müsse man sich für die eine oder die andere Perspektive entscheiden. Beim Lesen wurde für mich immer deutlicher, wie eng viele dieser Themen miteinander verbunden sind und dass sich gesellschaftliche Ungleichheiten oft nicht voneinander trennen lassen. Dabei bleibt das Buch nicht bei der Theorie stehen, sondern wirft auch die Frage auf, was das für politische Kämpfe und gesellschaftliche Veränderungen bedeutet. Viele Texte haben mich dazu gebracht, bekannte Debatten noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Zusammenhänge zu erkennen, die im politischen Alltag oft untergehen. Gleichzeitig ist das Buch stellenweise sehr akademisch geschrieben. Einige Beiträge waren für mich deutlich zugänglicher als andere und nicht jeder Text ließ sich gleichermaßen leicht lesen. Wer eine niedrigschwellige Einführung in feministische Theorie sucht, wird hier vermutlich etwas Geduld mitbringen müssen. Trotzdem halte ich Materialistischer Queerfeminismus für einen wichtigen Sammelband. Für mich hat das Buch vor allem gezeigt, dass viele Debatten oft unnötig vereinfacht werden und dass sich ein genauerer Blick lohnt. Es regt dazu an, bestehende Gegensätze zu hinterfragen und gesellschaftliche Zusammenhänge differenzierter zu betrachten. Für mich war das Buch vor allem deshalb interessant, weil es nicht bei einfachen Antworten stehen bleibt, sondern dazu anregt, komplexe Fragen weiterzudenken. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

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