Eine Bumerangfamilie

Eine Bumerangfamilie

Hardback
3.67

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Description

Die Nullerjahre in einer heruntergekommenen Wohnsiedlung in einem Vorort von Seoul: Ich-Erzähler Inmo ist ein erfolgloser Filmregisseur; von seiner Frau verlassen, alkoholabhängig und verschuldet, kriecht er bei seiner Mutter unter. Dort haust bereits sein Bruder Hanmo, ein verfetteter Ex-Gangster auf Freigang, der den Spitznamen Hammer trägt. Dazu gesellt sich die Schwester der beiden, Miyŏn, die ihre beiden Ehen und ihr florierendes Café durch ihr notorisches Fremdgehen ruiniert hat. Die Mutter der drei, eine wortkarge Witwe Mitte siebzig, die mit dem Tür-zu-Tür-Verkauf von Kosmetik Geld verdient, hat ihre eigene Methode zur Streitschlichtung: Sie setzt ihren Kindern Unmengen von Essen vor. Sowohl die Mitglieder der dysfunktionalen Bumerangfamilie als auch die Nebenfiguren des Romans bekommen gehörig ihr Fett weg, wobei es wie schon in Der Wal wieder einmal die Frauen sind, die sich am Ende als die Lebenstüchtigeren erweisen. »Cheon Myeong-kwan porträtiert entmenschlichte Charaktere, deren Verhalten fiktionalen Werken nachempfunden ist. Reservoir Dogs von Tarantino, Jules et Jim von Truffaut, Der Mann der Frisöse von Patrice Leconte, und insbesondere Hemingway, dessen Werke der Ich-Erzähler im Altpapier findet.« Sophie Joubert, in der Tageszeitung L’Humanité

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
256
Price
26.80 €

Author Description

Cheon Myeong-kwan 1964 in Yongin geboren, heute Teil der Metropolregion Seoul. Nach Schulabschluss und Militärdienst arbeitete er als Verkäufer von Sportartikeln und als Versicherungsvertreter, bevor er sich einige Jahre lang im Filmgeschäft unter anderem als Drehbuchautor versuchte. Dann wandte er sich dem Schreiben zu und erntete mit dem Roman "Der Wal" (2004) auch international große Beachtung (Shortlist International Booker Prize 2023). Sein erneuter Abstecher in die Filmwelt zeitigte ebenfalls Erfolg: Der Thriller "Heißes Blut", bei dem Cheon die Regie übernahm, erschien 2021 in den Kinos. "Die Bumerangfamilie" ist sein zweiter Roman.

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Herrlich anders

Man nehme eine drei Zimmer Wohnung auf 75qm, eine 70jährige Mutter und ihre drei mittlerweile erwachsenen Kinder samt Enkeltochter, in einem Wohnblock außerhalb des Stadtgebietes, dem man die Ärmlichkeit der Haushalte förmlich an der fleckigen Fassade ansieht. Inmo, unser Erzähler, ist 48. Ein mittlerweile abgehalfterter und geschiedener Regisseur, der dem Alkohol sehr zugetan ist. Der wegen Körperverletzung, Vergewaltigung, Betrug und Diebstahl vorbestrafte OhHanmo, ein 52 Jahre alter Schläger mit dem Spitznamen „Hammer“. Den krönenden Abschluss bilden die unkonventionelle und umtriebige Schwester Miyôn und ihre pubertäre Tochter Min‘gyông. Das dieses familiäre Konvulut für genügend Zündstoff sorgt, brauche ich nicht extra erwähnen. Es wird gestritten, geschrien und geflucht. Die Größe der Wohnung lässt wenig Privatsphäre zu und man kommt sich mehr oder minder, näher als man mag. Familie eben. Ob beim Onanieren, der nächtlichen Selbstbetrachtung im Spiegel oder dem Austausch von Darmwinden, man ist nie so alleine, wie man es gerne hätte. Und so gerne man dem anderen die Pest an den Hals wünscht, so hält man in Grenzsituationen zusammen. Denn eines Tages ist Nichte Min‘gyông verschwunden, es tun sich eine Reihe ungeklärter Mordfälle an Jugendliche auf und „Hammers“ ungeahnte Qualitäten sind gefragt. „Eine Bumerangfamilie“ ist eine witzig-rasante Familienkomödie, die kein Blatt vor den Mund nimmt und in den richtigen Momenten, in nachdenklichem Ton die Wichtigkeit von Vertrauen und Zugehörigkeit herauszufeilen weiß.

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