Sellemond oder Von der Schwierigkeit, Touristen zu töten
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Description
Werner Sellemond ist kein einfacher Mann. Zwischen Wandern am Kronplatz statt Nussbananeneis, dem mythischen Volk der Fanes und turbulenten Liebesdramen stolpert er durch das Südtirol der 1990er-Jahre in die nicht minder abstruse Gegenwart. Diese ist geprägt von der Heimsuchung durch Touristen, die zuhauf in den Bergen verschwinden. Waren die kuriosen Unfälle auf dem Schneebigen Nock oder dem Schwarzenstein etwa doch Morde? Und was geschah auf dem Hornspitz? Mit dem ironischen Erzähler Franz Richard begibt sich Werner auf irrwitzige Erkundungs- und Verbrecherwanderungen. Abgedreht und böse, provokant und absurd witzig.
Wie mit Menschen leben, die deine Heimat zu sehr lieben?
Book Information
Author Description
Josef Oberhollenzer, Liebhaber des Konjunktivs und der radikalen Kleinschreibung, wurde 1955 im Südtiroler Ahrntal geboren. Im fiktiven Aibeln ist er ebenso zu Hause. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke, einige seiner Texte wurden von Rockbands vertont. Mehrere Preise und Stipendien. Mit seinem Roman „Sültzrather“ stand er auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Bei Folio erschien zuletzt: „Prantner“ (2023).
Posts
Dieses Buch ist nichts für Lesende, die gerade nach etwas durchschnittlichem und zügig zu lesenden suchen - das als kleine Warnung vorweg. Wer aber das Besondere liebt, nicht vor redundanter und außergewöhnlicher Erzählweise ( über mehrere Ecken im Stil von: er berichtete, dass er berichtete) und vielen Fußnoten zurückschreckt, wird hier mit einem wunderbaren literarischen "Schmankerl"(wie der Protagonist es vielleicht nennen würde) belohnt. Werner Sellemond ist ein komplizierter Charakter. Im Südtirol der Gegenwart ärgert er sich noch immer über eine enttäuschende Wanderung anlässlich seines Geburtstags in der Kindheit der 90er Jahre. Doch inzwischen treibt ihn hauptsächlich das Thema Overtourism um, das ihm sein schönes und beschauliches Südtirol verleidet. Da muss er wohl selbst Hand anlegen und ein paar Touristen beseitigen - aber so einfach ist das alles nicht.... Die ersten 100 Seiten musste ich mich duechkämpfen, was danach kam, war für mich aber purer Lesegenuss, der mich an Thomas Bernhard erinnert hat. Ich habe mich zudem wirklich bestens amüsiert, Oberhollenzer hat einen ganz eigenen Humor - ich fands großartig und vergebe 5 Sterne PLUS :-)
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Werner Sellemond ist kein einfacher Mann. Zwischen Wandern am Kronplatz statt Nussbananeneis, dem mythischen Volk der Fanes und turbulenten Liebesdramen stolpert er durch das Südtirol der 1990er-Jahre in die nicht minder abstruse Gegenwart. Diese ist geprägt von der Heimsuchung durch Touristen, die zuhauf in den Bergen verschwinden. Waren die kuriosen Unfälle auf dem Schneebigen Nock oder dem Schwarzenstein etwa doch Morde? Und was geschah auf dem Hornspitz? Mit dem ironischen Erzähler Franz Richard begibt sich Werner auf irrwitzige Erkundungs- und Verbrecherwanderungen. Abgedreht und böse, provokant und absurd witzig.
Wie mit Menschen leben, die deine Heimat zu sehr lieben?
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Josef Oberhollenzer, Liebhaber des Konjunktivs und der radikalen Kleinschreibung, wurde 1955 im Südtiroler Ahrntal geboren. Im fiktiven Aibeln ist er ebenso zu Hause. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke, einige seiner Texte wurden von Rockbands vertont. Mehrere Preise und Stipendien. Mit seinem Roman „Sültzrather“ stand er auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Bei Folio erschien zuletzt: „Prantner“ (2023).
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Dieses Buch ist nichts für Lesende, die gerade nach etwas durchschnittlichem und zügig zu lesenden suchen - das als kleine Warnung vorweg. Wer aber das Besondere liebt, nicht vor redundanter und außergewöhnlicher Erzählweise ( über mehrere Ecken im Stil von: er berichtete, dass er berichtete) und vielen Fußnoten zurückschreckt, wird hier mit einem wunderbaren literarischen "Schmankerl"(wie der Protagonist es vielleicht nennen würde) belohnt. Werner Sellemond ist ein komplizierter Charakter. Im Südtirol der Gegenwart ärgert er sich noch immer über eine enttäuschende Wanderung anlässlich seines Geburtstags in der Kindheit der 90er Jahre. Doch inzwischen treibt ihn hauptsächlich das Thema Overtourism um, das ihm sein schönes und beschauliches Südtirol verleidet. Da muss er wohl selbst Hand anlegen und ein paar Touristen beseitigen - aber so einfach ist das alles nicht.... Die ersten 100 Seiten musste ich mich duechkämpfen, was danach kam, war für mich aber purer Lesegenuss, der mich an Thomas Bernhard erinnert hat. Ich habe mich zudem wirklich bestens amüsiert, Oberhollenzer hat einen ganz eigenen Humor - ich fands großartig und vergebe 5 Sterne PLUS :-)




