Acht Jahreszeiten

Acht Jahreszeiten

Hardback
4.18

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Description

Als ihre Großmutter stirbt, reist die Samin Marie nach Jahren im Ausland erstmals wieder nach Finnmark, in ihre alte Heimat. Zurück in der einst vertrauten Umgebung, jedoch mit dem Blick der Besucherin, beginnt sie, die Biografie der Frauen ihrer Familie zu erforschen - die der Urgroßmutter mütterlicherseits, der Großmutter, Mutter und ihre eigene. Diese erweist sich rasch als eine Geschichte doppelter Diskriminierung und Marginalisierung - weil sie Frauen, aber vor allem, weil sie Saminnen sind.

Ein Roman über Identität, Frauenrollen und die Unterdrückung eines der größten indigenen Völker Europas - messerscharf beobachtet, persönlich und politisch zugleich, mit Verve und Furor erzählt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
400
Price
24.70 €

Author Description

Kathrine Nedrejord, geboren 1987, schreibt Romane, Jugendbücher und Theaterstücke. Ihr Roman TRANSFORMATION wurde mit dem Havmann-Preis ausgezeichnet, für CRIMINAL AND PUNISHMENT war sie für den Preis des Nordischen Rates nominiert. Für ACHT JAHRESZEITEN bekam sie den OKTOBER-PREIS und den BRAGE-PREIS. Sie ist Sami und stammt aus Kjøllefjord in Finnmark. Kathrine Nedrejord lebt in Frankreich.

Posts

3
All
3.5

Das Buch hat eher weniger Handlung und beschreibt mehr den inneren Konflikt der Protagonistin und die Diskriminierung der Sami. Es besteht aus zeitlichen Sprüngen und wiederholt sich teils. Trotzdem ist das Thema sehr interessant und augenöffnend.

5

Bewegend und nachdenklich stimmend!

Das Buch ist ein Augenöffner und Wachrüttler, das nicht zu verstecken versucht, dass es eine Anklageschrift ist. Eine gerechtfertigte, wie ich finde. Die Erzählung ist nicht linear, sondern springt zwischen Gegenwart und den Erinnerungen und Erzählungen der Vergangenheit. Alle Bereiche erzählen davon, was es bedeutet, Same zu sein, Teil einer Minderheit zu sein, die durch die Geschichte mal gefürchtet, mal verspottet, mal unsichtbar gemacht wurde. Das Buch erzählt von Marjé und ihrer inneren Zerrissenheit bezüglich ihrer Herkunft. Der Wärme der Erinnerungen an die frühe Kindheit und die zunehmenden direkten und unterschwelligen Anfeindungen zu Schul- und Studienzeiten. Es erzählt von ihrem Unverständnis für solches Verhalten, ihrer Wut, aber auch ihrer Resignation und dem Müdesein vom ständigen Kämpfen und Rechtfertigen und Verbiegen. Und von ihrer Zerrissenheit darüber, ihre geliebten Traditionen weiterzugeben an ihre Tochter und sie so demselben Hass und Vorurteilen auszusetzen, oder es zu lassen, aber ihre Tochter damit einem Teil ihrer Herkunft zu berauben. Mich hat das Buch emotional sehr gepackt und oftmal sehr nachdenklich gestimmt. Für mich eine absolute Leseempfehlung. Wobei ich sagen muss, dass ich die deutsche Übersetzung nicht beurteilen kann, da ich das Buch im norwegischen Original 'Sameproblemt' gelesen habe (aber das ist bei Reado nicht gelistet).

Rückkehr ins Herz der Kälte

Kaum zurück in Finnmark, und schon fühlt es sich an, als würde man selbst neben Marie durch die eisige Luft stapfen. Dieser Mix aus Heimkehr und Fremdheit sitzt sofort. Da brodelt was unter der Oberfläche, und man merkt schnell: Diese Familiengeschichte ist nicht einfach ein nostalgischer Blick zurück, sondern eine echte Spurensuche voller Widerstandskraft und Wut im Bauch. Beim Lesen tauchen ständig kleine Beobachtungen auf, die hängen bleiben. Der Geruch nach kalter Erde, die ungesagten Dinge zwischen Müttern und Töchtern, diese stillen Erinnerungen, die sich plötzlich laut anfühlen. Und während Marie die Geschichten der Frauen vor ihr ausgräbt, fragt man sich selbst, welche Geschichten in der eigenen Familie eigentlich nie erzählt wurden. Schon krass, wie viel man einfach hinnimmt, nur weil es immer so war. Die doppelte Diskriminierung, von der hier erzählt wird, trifft nicht nur ins Herz, sie macht auch richtig wütend. Nicht auf die Figuren – auf das System, das solche Biografien überhaupt möglich macht. Trotzdem gelingt es dem Roman, nicht im Schmerz stecken zu bleiben. Da steckt Kraft drin, Haltung, ein Trotz, der einem fast ein bisschen Respekt einflößt. Und ja, manchmal muss man kurz durchatmen, weil das alles dicht ist, aber genau das macht es so stark. Am Ende bleibt das Gefühl, mit jemandem gesprochen zu haben, der einem etwas Wichtiges anvertraut hat. Persönlich, politisch, ungeschönt – und trotzdem voller Wärme. Ein Buch, das dir leise in den Nacken haucht: Hör besser hin. Und wenn man die letzte Seite umblättert, weiß man genau, dass es diese Frauen verdienen, dass man ihnen endlich zuhört.

Rückkehr ins Herz der Kälte
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