Atlas der Unordnung

Atlas der Unordnung

Hardback
4.34
StaatsgrenzenSykes-Picot-AbkommenMigrationAltas Kartografie

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Description

Grenzen im Mittelpunkt der Geopolitik
Grenzen sind wieder in aller Munde. Eurokrise, Terrorismus, Migration und Flüchtlingsströme, Grenzkonflikte mit Russland, Nahostkriege, Spannungen in Asien und Pandemien: Grenzen füllen die Schlagzeilen wie kaum je zuvor. Doch was sind Grenzen? Wie sind sie beschaffen und welchen Zwecken dienen sie? In diesem Bildband demonstrieren Delphine Papin und Bruno Tertrais die Macht der Grenzen in ungewöhnlichen Karten.
- Natürlich oder künstlich? Staatsgrenzen, Seegrenzen und Grenzwälle
- Abschottung gegen Migration: von Trumps Mauer bis zur Außengrenze des Schengen-Raums
- Kampf um die Weltordnung: Kriege und Grenzkonflikte
- Grenzverlauf im Wandel der Zeit: historische und heutige Landesgrenzen
- alle 195 Länder der Erde in einer unterhaltsamen und klugen grafischen Darstellung


Überraschende und kuriose Karten der Welt

Grenzen sind so abstrakt wie allgegenwärtig, surreal und ganz konkret: Während der selbsternannte Anführer des Kalifats al-Baghdadi die 'kolonialen' Grenzen im Nahen Osten mit dem Bulldozer einreißen lassen wollte, plante Donald Trump die längste Grenzmauer der Neuzeit zwischen Mexiko und den USA. Und wo genau im Rhein verläuft die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland? Welche Bauwerke teilen das israelische Jerusalem vom palästinensischen Ostjerusalem?
Der »Atlas der Unordnung« gibt in über 60 Karten, Schaubildern und Info-Grafiken eine Einordnung, wie wir unsere Welt sortiert und unaufgeräumt gelassen haben, und überrascht auf jeder Seite. Kartografie einmal ganz anders - und aktueller denn je!


Ausgezeichnet von der Zeitschrift Bild der Wissenschaft als »Wissensbuch des Jahres 2022 in der Rubrik Zündstoff - das brisanteste Buch«.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
176
Price
28.80 €

Posts

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All
5

Ein ganzes Buch, das sich nur mit dem Thema Grenzen beschäftigt, ist der Band Atlas der Unordnung. Alle Arten von Grenzen, ihr historischer Ursprung, ihre Anzahl und Längen, verschiedene Grenzbefestigungsanlagen, Veränderungen von Grenzen im historischen Kontext, kurzum alles, was man sich zu dem Thema nur vorstellen kann. Es ist ein Atlas mit nur einem Thema, nämlich Grenzen. Reich mit Kartenmaterial bebildert und immer genau erklärt. Man muss nicht vorne anfangen und hinten aufhören, egal wo man das Buch aufschlägt, lohnt es sich zu betrachten und zu lesen. Der Schreibstil ist gefällig und liest sich ohne Mühe, obwohl der Inhalt große fachliche Tiefe besitzt. Auch die Themen Migration und Schengen-Raum sind ein Thema, das mit Fakten und ohne Polemik beleuchtet wird. Es gibt auch Kapitel, die mich schmunzeln ließen, Trumps Mauer und das Delta zwischen Plan und Realisierung werden ebenfalls beleuchtet. Die Grenzen an den Brennpunkten unserer Welt sind ein wichtiger Teil und werden in ihrer Entstehung und in ihrem Status quo thematisiert: Nord- und Süd-Korea, Westjordanland, Palästina, Kaschmir, Zypern, die Grenzen des kalten Krieges und mehr. Ich sehe das Buch als wertvolle Hintergrundinformation zum Verständnis der Welt unserer Gegenwart. Zwangsläufig reifen im Leser bei der Lektüre nach und nach auch philosophische Fragen: Wann ist ein Staat ein Staat, führen Grenzen zu Frieden oder fördern sie den Krieg? Wenn schützen die Grenzbefestigungen, zementieren sie die Ungleichheit in der Welt? Auch hierbei lässt einen das Buch nicht alleine und stellt Thesen auf, an denen man sich abarbeiten kann. Erschreckend ist auch zu erkennen, welche weit in der Vergangenheit liegende historischen Entscheidungen zu den Konflikten, den Grenzen und den Kriegen der Gegenwart führen, das Thema Kolonialismus spielt in diesem Kontext eine große Rolle. Ich empfehle das Buch vorbehaltslos, ich erlebe es als überwiegend objektiv, informativ und es macht Spaß, sich mit dem Thema mit diesem Buch zu beschäftigen. Es richtet sich an Leser, die neugierig auf die Welt schauen, gerne Hintergründe zu den aktuellen Konflikten begreifen wollen und Lust haben, von der Welt in kleinen Happen ein wenig mehr zu erfahren. 5 von 5 Sternen!

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Hallo, mein Name ist Henrike und ich stehe auf Landkarten! Das spannendste am Erdkunde-Unterricht in der Schule war für mich das Herumblättern und Entdecken im dunkelblauen Diercke Atlas. An der Uni habe ich freiwillig Vorlesungen zum Thema Kartografie besucht, obwohl das rein gar nichts mit meinem Studium zu tun hatte. (Ich habe es trotzdem geschafft, eine Seminararbeit über Karten in Fantasyromanen zu schreiben!) Ich habe einen alten Miniglobus, auf dem die DDR noch existiert, einen antiquierten Atlas, der buchstäblich auseinanderfällt, und an meiner Wand hängt eine Weltkarte, deren dekorativer Text in Latein geschrieben ist. Kurz gesagt: Karten faszinieren mich fast so sehr wie Lexika! Besonders spannend finde ich sehr alte Karten. Deshalb habe ich _Atlas der Unordnung_ unbedingt lesen wollen, als ich von dem Buch erfahren habe: sonderbare Grenzen, ein Buch voller Karten mit ganz besonderen Schwerpunkten? Count me in! Aussehen und Haptik Als erstes fällt natürlich das Cover und das annähernd quadratische Format vom _Atlas der Unordnung_ auf. Optisch finde ich das Buch sehr ansprechend und das Cover-Design mit den leichten Verschiebungen in den senkrechten Streifen hat mich direkt neugierig gemacht. Allerdings ist das Buch durch das Format nicht besonders handlich – es ist definitiv zum Hinsetzen und in Ruhe Durchblättern gemacht. Die fünf Kapitel „I – Grenzen als Vermächtnisse“, „II – Meere und Grenzen“, „III – Mauern und Migration“, „IV – Spezielle Grenzen“ und „V – Umstrittene Grenzen“ beginnen jeweils mit ein paar Seiten Fließtext, die grundlegendes Wissen über verschiedene Arten von Grenzen oder historische Verhältnisse liefern. Ganz am Anfang steht ein einleitendes Kapitel, das die Motivation dieses Buches und die aktuelle geopolitische Situation umreißt. Die Karten selbst finde ich super gestaltet: anhand von umfangreichen Legenden werden verschiedenste Elemente hervorgehoben – je nachdem, was die jeweilige Karte abbilden und ausdrücken soll. Der Stil ist sehr einfach gehalten, sodass teilweise nur Flächen und Linien enthalten sind. Es geht eben um Grenzen, meistens zwischen Ländern, und nicht um beispielsweise Höhenunterschiede. Durch dieses Abstrahieren und auch durch unterschiedliche Perspektiven und Formen der Karten ergibt sich ein abwechslungsreiches Gesamtbild, das auf jeder farbigen Doppelseite etwas Neues entdecken lässt. Allerdings hat das auch den Nebeneffekt, dass der _Atlas der Unordnung_ nicht immer einheitlich wirkt und seinem Namen alle Ehre macht. Weil _Atlas der Unordnung_ aus dem Französischen übersetzt wurde, ändert sich natürlich die Textlänge. Weil das Buch ein festgelegtes Layout hat – die Karten und ihre Begleittexte sind immer auf einer Doppelseite – entstehen dadurch große Leerräume in den reinen Text-Kapiteln. Das sieht merkwürdig aus und fühlt sich irgendwie unfertig an. Als Verlag hätte ich mich vermutlich darum bemüht, die Erlaubnis dafür zu erhalten, die Zitate berühmter Leute innerhalb des Buches frei zu verteilen, die jetzt noch vor der Einleitung auf einer Doppelseite zusammengequetscht werden. Das wäre meiner Meinung nach jedenfalls besser als komplett leere Seiten, die aufgrund des Layouts nicht befüllt werden können. Inhalt Ich habe das Gefühl, als könnte ich aus dem _Atlas der Unordnung_ sehr viel lernen. So viel, dass ich es gar nicht auf einmal aufnehmen kann. Den Autor*innen unterstelle ich definitiv Fachwissen und Kompetenz auf diesem Themengebiet! Da ich mich schon lange nicht mehr mit geografischen Dingen beschäftigt habe, fehlte mir anfangs die Grundlage, um wirklich alles direkt zu verstehen – manche Fachbegriffe musste ich trotz der Erklärung im Buch googeln – aber je länger und häufiger ich gelesen habe, desto verständlicher wurde mir das Ganze. Ich fand es spannend, aus historischer oder auch aktueller Perspektive auf unterschiedlichste Grenzen zu schauen und ihre Entwicklung zu sehen. Tatsächlich habe ich zum Beispiel endlich verstanden, was es mit den verschiedenen Zonen der Küstenregionen auf sich hat. Dafür gibt es im Buch eine Art Querschnitt, der aufzeigt, in welcher Entfernung welche Hoheit gilt und wem Bodenschätze oder Güter im Wasser gehören. An anderer Stelle zeigen kleine Schaubilder, welche unterschiedlichen Grenzverläufe es in Flüssen gibt oder welche Mauern in der Vergangenheit aus welchen Gründen gebaut wurden. Dabei sind die Daten sehr aktuell: Sogar die Schutzmaßnahmen während der Corona-Pandemie (zum Beispiel Grenzschließungen) fließen schon in den _Atlas der Unordnung_ ein. Minuspunkte Die Karten und kurzen Erklärungstexte fand ich super, aber die restlichen Textblöcke waren, so informativ sie auch sein mögen, mir einfach zu trocken. Natürlich soll der _Atlas der Unordnung_ Wissen vermitteln und erreicht dieses Ziel auch wunderbar. Es ist nur so: Ich habe einen anderen Stil und eine andere Sprache erwartet, lockerer und unterhaltsamer, als es letztendlich der Fall war. Dabei kann ich nicht beurteilen, ob diese Eigenschaft vom Original stammt oder in der Übersetzung aus dem Französischen ins Deutsche entstanden ist. Ich musste das Buch jedenfalls immer wieder beiseite legen, weil es mich nicht über längere Zeit fesseln konnte. Und meine Motivation, es wieder aufzunehmen und am Stück weiterzulesen, hielt sich auch in Grenzen. Da habe ich lieber durch die Karten geblättert und mal hier, mal da angelesen oder die Symbolik und Legenden zu durchschauen versucht. Für mich wird dieses Buch eine Art Coffee Table Book: ein Buch, das ich viele Monate lang nicht anschaue, aber in der richtigen Laune dann stundenlang darin stöbere. Der _Atlas der Unordnung_ ist nicht mein erstes Buch aus dem Verlag wbg Theiss, aber er bestätigt leider meinen Eindruck von damals, als ich _Winter is Coming. Die mittelalterliche Welt von Game of Thrones_ gelesen habe: Die Bücher aus diesem Verlag mögen sich an ein breites Publikum mit speziellem Wissensinteresse richten, aber dieses Wissen ist leider auf eine Weise verpackt, die mir persönlich nicht so sehr zusagt. Wenn ich auf so trockene Weise lernen möchte, dann kann ich auch normale Schulbücher in die Hand nehmen. Ich werte dies als zweiten gescheiterten Versuch, mit dem Verlag und seinen Büchern warm zu werden, und gehe in Zukunft etwas distanzierter an ihn heran. Fazit Der _Atlas der Unordnung_ bietet viel abwechslungsreiches historisches wie aktuelles geopolitisches Wissen über verschiedenste Arten von Grenzen, wobei der Fokus auf solchen Grenzen liegt, die irgendeine Form der Besonderheit aufweisen: Das sind zum Beispiel Konflikte über Grenzverläufe (ganz aktuell: Russland-Ukraine), Schmugglertunnel unter mehreren Reihen Stacheldraht und Mauern hindurch oder der Schengen-Raum. Für meinen Geschmack sind die Text-Kapitel aber zu trocken und das Buch dadurch zu unangenehm zu lesen. Ich bin wohl einfach nicht das Zielpublikum des Verlags, obwohl ich Karten unglaublich faszinierend finde. Meine Erkenntnis: Das gilt wohl überwiegend für historische Karten.

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Ein ganzes Buch, das sich nur mit dem Thema Grenzen beschäftigt, ist der Band Atlas der Unordnung. Alle Arten von Grenzen, ihr historischer Ursprung, ihre Anzahl und Längen, verschiedene Grenzbefestigungsanlagen, Veränderungen von Grenzen im historischen Kontext, kurzum alles, was man sich zu dem Thema nur vorstellen kann. Es ist ein Atlas mit nur einem Thema, nämlich Grenzen. Reich mit Kartenmaterial bebildert und immer genau erklärt. Man muss nicht vorne anfangen und hinten aufhören, egal wo man das Buch aufschlägt, lohnt es sich zu betrachten und zu lesen. Der Schreibstil ist gefällig und liest sich ohne Mühe, obwohl der Inhalt große fachliche Tiefe besitzt. Auch die Themen Migration und Schengen-Raum sind ein Thema, das mit Fakten und ohne Polemik beleuchtet wird. Es gibt auch Kapitel, die mich schmunzeln ließen, Trumps Mauer und das Delta zwischen Plan und Realisierung werden ebenfalls beleuchtet. Die Grenzen an den Brennpunkten unserer Welt sind ein wichtiger Teil und werden in ihrer Entstehung und in ihrem Status quo thematisiert: Nord- und Süd-Korea, Westjordanland, Palästina, Kaschmir, Zypern, die Grenzen des kalten Krieges und mehr. Ich sehe das Buch als wertvolle Hintergrundinformation zum Verständnis der Welt unserer Gegenwart. Zwangsläufig reifen im Leser bei der Lektüre nach und nach auch philosophische Fragen: Wann ist ein Staat ein Staat, führen Grenzen zu Frieden oder fördern sie den Krieg? Wenn schützen die Grenzbefestigungen, zementieren sie die Ungleichheit in der Welt? Auch hierbei lässt einen das Buch nicht alleine und stellt Thesen auf, an denen man sich abarbeiten kann. Erschreckend ist auch zu erkennen, welche weit in der Vergangenheit liegende historischen Entscheidungen zu den Konflikten, den Grenzen und den Kriegen der Gegenwart führen, das Thema Kolonialismus spielt in diesem Kontext eine große Rolle. Ich empfehle das Buch vorbehaltslos, ich erlebe es als überwiegend objektiv, informativ und es macht Spaß, sich mit dem Thema mit diesem Buch zu beschäftigen. Es richtet sich an Leser, die neugierig auf die Welt schauen, gerne Hintergründe zu den aktuellen Konflikten begreifen wollen und Lust haben, von der Welt in kleinen Happen ein wenig mehr zu erfahren. 5 von 5 Sternen!

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Karten neu entdecken

Ich liebe Atlanten... kann damit zwar nicht navigieren, aber ich schaue mir gerne Karten am liebsten wenn sie noch farblich und symbolisch gefüllt sind. Und in dem Buch werden Fakten und Wissen zu Grenzen vermittelt (und manche Grenzen sind wirklich lustig angelegt).

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