Nach uns der Sturm

Nach uns der Sturm

Hardback
4.221

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

»Mutig, humorvoll und zutiefst berührend – eines der stärksten und souveränsten Debüts, die ich je gelesen habe!« Tracy Chevalier

Bintang Estate, Malaya, 1945. Cecily Alcantaras Familie ist in großer Gefahr: Ihr 15-jähriger Sohn ist verschwunden, ihre älteste Tochter wird von Tag zu Tag wütender, und ihre jüngste ist im Keller versteckt, damit sie nicht in eines der Kriegsbordelle für japanische Soldaten verschleppt wird. Cecily ist sich nur in zwei Punkten sicher: dass alles ihre Schuld ist, und dass ihre Familie nie erfahren darf, warum.

Ein Jahrzehnt zuvor sehnte sich Cecily im britisch kolonialisierten Malaya verzweifelt nach einem besseren Leben. Die zufällige Begegnung mit General Fuijwara, einem charismatischen japanischen Spion, lockte sie in ein Leben als Spionin, das ihr die Chance bot, mehr als nur Mutter und Ehefrau zu sein. Doch während Cecily in Fuijwaras Pläne verwickelt wurde, trug sie dazu bei, eine neue und noch brutalere Ära der japanischen Kolonialisierung einzuleiten ... 

Aus vier Blickwinkeln – Cecilys und dem ihrer drei Kinder Jujube, Abel und Jasmin – werden diese Jahre erzählt, die sowohl aus Schmerz als aus Triumphen bestehen. 

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
416
Price
24.70 €

Author Description

Vanessa Chan ist eine malaysische Schriftstellerin, die sich mit Identität, Kolonialisierung und Frauen beschäftigt, die sich nicht anpassen wollen. Ihre Prosa wurde für zahlreiche Preise nominiert, außerdem wurde Vanessa Chan mit einer Vielzahl von Stipendien ausgezeichnet. Sie wuchs in Malaysia auf, studierte für ihren MFA an der New School in New York und lebt jetzt in Brooklyn. »Nach uns der Sturm« erscheint in 22 Ländern.

Posts

9
All
4

Eine vielschichtige Familiengeschichte im zweiten Weltkrieg in Malaya. Die Story spielt im britisch bzw. japanisch besetzten Malaya zwischen 1935 und 1945. Im Mittelpunkt steht eine Familie, die nach und nach am Krieg zerbricht. Der Sohn wird verschleppt und misshandelt, die Mutter verfällt dem Charme eines japanischen Offiziers, und spioniert für ihn ihren Ehemann aus, der für die britischen Besatzer arbeitet, eine Tochter wird im Keller versteckt. Jeder leidet für sich und versucht irgendwie mit den furchtbaren Erlebnissen umzugehen. Es wird in 2 Zeitsträngen erzählt, im späteren gleich aus 4 Perspektiven. Da die Kapitel recht kurz sind musste man da auch recht schnell umdenken. Gerade war man in der Geschichte und schon ging es mit einer anderen Perspektive weiter. Dadurch hab ich mich beim lesen etwas schwer getan. Die Story war allerdings richtig interessant. Von den geschichtlichen Hintergründen wusste ich bisher noch nichts. Definitiv kein Buch für zwischendurch. Die ganzen schrecklichen Ereignisse, von denen man hier ließt muss man dann auch erstmal verarbeiten. Aufgrund der geschichtlichen sehr interessanten Aspekte auf jeden Fall lesenswert.

4

Dramatische Schicksale im japanisch besetzten Malaysia im Zweiten Weltkrieg 💛

Vor allem ist „Nach uns der Sturm“ ein fesselndes und schmerzhaftes Porträt des Lebens einer malaiischen Familie unter japanischer Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, aber es ist auch die Geschichte von endlosem Leiden und Gewalt zwischen einer Mutter und ihren Kindern. Cecily Alcantara, Mutter von Jujube, Abel und Jazmin, hat einem japanischen General geholfen, die "Befreiung" ihres Landes ein Jahrzehnt vor dem Krieg zu planen. Bezaubert von Fuijwara und seiner Ideologie "Asien den Asiaten", brachte Cecilys Zusammenarbeit mit den Japanern ihr Land ein brutales Schicksal und ihre Familie kurz vor die Zerstörung. Dies ist eine Geschichte von schrecklichem Leiden, aber auch von Liebe, Hoffnung und dem Wunsch, sich zu revoltieren, sowohl gegen die Besatzung als auch gegen sich selbst. Trotz seines fragmentierten Geschichtenerzählens wurde ich von der Kraft der Menschlichkeit des Buches in den Bann gezogen. Jeder Charakter ist genauso verabscheuungswürdig wie erbärmlich. Cecily, die Hausfrau, die in der Monotonie ihres Alltags gefangen ist, versucht, ihr Leben aus der Hand der dominierenden männlichen Gesellschaft zu entziehen. Jujube, willensstark, erweist sich als so einfühlsam wie grausam angesichts der Widrigkeiten. Und Abel, der Märtyrer, der sich in Trauer ertränkt, um dem Schmerz zu entkommen. Jazmin, ist der Jüngste, der Unschuldigste, der versucht, frei zu sein. Das Orchester von Charakteren webt ein schmerzendes Fresko von Leben, die von der eigenen Menschlichkeit auseinandergerissen werden. Ich glaube, dass die Kraft eines Schriftstellers fest in der Art und Weise liegt, wie sie ihre Charakter ausarbeiten, besonders in einem Genre wie diesem, und Vanessa Chan hat es nicht versäumt, uns grandiose Figuren zu liefern. Während des gesamten Buches stöhnte ich verärgert über die "dumme" Entscheidung der Charaktere, über die Naivität der Kinder ihrem Mangel an Überlebensinstinkten, aber dann erinnerte ich mich, dass ein 7-jähriges Kind die Gewalt des Krieges nicht ertragen sollte, dass Cecily, eine so schreckliche wie naive Person, die sie war, in erster Linie Mutter und Frau bleibt. Die beeindruckenden Charaktere dieses Buches haben mich durch diese Lektüre geführt und mich daran erinnert, dass viele von uns das Glück haben, die Gewalt des Krieges nie zu erfahren. Insgesamt empfehle ich „Nach uns der Sturm“ aufrichtig denjenigen, die ein sehr überzeugendes Buch darüber wollen, wie die Menschheit angesichts der Gewalt beharrt - oder für diejenigen, die etwas über die schreckliche japanische Besetzung Südostasiens während des Zweiten Weltkriegs erfahren wollen, die zu oft in unseren Geschichtsbüchern vergessen wird.

4

Malaysia in den Jahren 1941 - 1945, erzählt von den vier Protagonisten einer Familie

Cecily, Jujube, Abel und Jasmin erleben diese Zeit am Anfang sehr unterschiedlich, werden aber am Ende der Geschichte zusammengeführt. Die drei Kinder (Jujube, Abel und Jasmin) sind Opfer dieses Regimes und erleben großes Leid. Cecily ist durch die Liebe zu einem anderen Mann zur Spioning geworden. Ihr Geschichte ist von ihr bewusst gesteuert, wird aber am Ende zu einer tragischen Figur. Mich hat besonders die Geschichte von Abel berührt. Ein Leid, was zu dieser Zeit an der Tagesordnung war. Schwere Kost! Manche Wendungen waren mir zu holprig. Trotzdem ein empfehlenswertes Buch.

4

Ein beachtliches Debüt und eine bewegende Geschichtsstunde

In „Nach uns der Sturm“ erfährt der Leser anhand des tragischen Schicksals einer Familie viel über die dunklen Jahre der japanischen Besetzung in Malaysia zwischen 1941 und 1945. In einem zweiten Zeitstrahl, welcher die Jahre 1935 bis 1938 umfasst, werden außerdem die Zustände im Land unter britischer Herrschaft beschrieben. Dementsprechend sind Kolonialismus, Rassismus und die Kriegsverbrechen der Japaner (u.a. Zwangsarbeit, Kinderprostitution) im 2. Weltkrieg die politischen Eckpunkte, welche die individuelle Handlung umrahmen. (Eine Triggerwarnung sucht man allerdings im Buch vergebens, andererseits liefert der Klappentext durchaus entsprechende Hinweise.) An diesem Debüt möchte ich schon mal die einleitenden Worte der Autorin sehr. Sie schreibt über ihre Motivation, über ihre Familie und insbesondere über ihre Großeltern, welche die beschriebene Zeit selbst erlebt haben. Auch die Aufteilung der Erzählperspektive im Zeitstrang 1941 bis 1945 auf vier Personen, die Mutter Cecily und ihre drei Kinder Jujube, Abel und Jasmin mochte ich sehr. Ich habe den Roman insgesamt mit großem Interesse gelesen. Nur stellte ich am Ende fest, dass das Gelesene bei mir nicht die angesichts des Inhalts zu erwartende Erschütterung hervorrief. Ich vermute, dass es daran lag, dass der Erzählstil nicht nur sehr geradlinig und einfach war, sondern mich als Leserin irgendwie auf Distanz gehalten hat. Aber die Geschichte ist auch so ein eindrückliches Zeugnis, über eine Zeit voller Leid, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Alles in allem ein beachtliches Debüt, eine bewegende Geschichtsstunde und für mich die Lektüre absolut wert. Aber auch ganz klar eine Lektüre, bei deren Schwere gut überlegt sein will, wann man sich daran wagt.

4

Berührende Familiengeschichte

In dem Roman "Nach uns der Sturm" von Vanessa Chan geht es um die Frage, wie viel Leid eine Familie ertragen kann. Es geht um Rassismus, Kolonisierung, Schmerz, Schuld, aber auch um Freundschaft und Liebe. Die Geschichte erzählt von Cecily und ihren Kindern Jujube, Abel und Jasmin, die im britisch bzw. später japanisch besetzen Malaysia leben. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal erfahren wir aus den Perspektiven der vier die Ereignisse von Februar bis August 1945, kurz vor der Kapitulation Japans und einmal aus der Perspektive von Cecily, die ein dunkles Geheimnis hat, die Jahre ab 1935. Der Leser wird in diese schwierige Zeiten mitgenommen und er erfährt wir mehr über die schwierigen Lebensumstände, die zu dieser Zeit herrschen. So werden beispielweise Jungen verschleppt und in Arbeitslager gesteckt, junge Mädchen müssen vor den Kolonisten versteckt werden, damit sie nicht ins Bordell kommen... Das Buch war zum einen sehr interessant, da ich überhaupt nichts über die Geschichte Malaysias wusste und auch nur wenig über die japanischen Kriegsverbrechen in Südostasien informiert war. Der zweite Weltkrieg hat eben nicht nur in Europa betroffen! Und zum anderen hat es mich sehr berührt und emotional mitgenommen. Gerade die Kapitel der Kinder waren manchmal nur schwer auszuhalten und ich hätte mir im Vorfeld definitiv Triggerwarnungen gewünscht! Ich finde das sollte bei so einer Thematik Standard sein. Der Teil von Cecily in der Vergangenheit hätte meiner Meinung nach etwas kürzer sein können. Sprachlich fand ich das Buch sehr angenehm. Fazit: Ein wichtiges und berührendes Buch, das trotz kleiner Längen sehr lesenswert ist.

4

Sehr kraftvolles Buch, heftiges Thema, unglaublich gut geschrieben.

Es beginnt eher gemächlich, liest sich anfangs etwas stockend, doch mit der Zeit entfaltet sich die Geschichte zu einem packenden und intensiven Leseerlebnis und baut dabei auch einen guten Lesefluss auf. Die wechselnden Perspektiven zwischen der Mutter, deren Geschichte in der Vergangenheit spielt, und ihren drei Kindern, die die Gegenwart repräsentieren, bringen nicht nur Abwechslung, sondern auch tiefere Einblicke in die verschiedenen Lebensrealitäten. Dieser Wechsel sorgt für Dynamik und beleuchtet die historischen und persönlichen Hintergründe der Figuren. Die Brutalität, die immer wieder durchscheint, ist zwar schwer zu ertragen, verleiht der Geschichte aber eine beklemmende Authentizität. Die Handlungsstränge, die anfangs unabhängig erscheinen, verweben sich zunehmend zu einem dichten Netz und ergeben ein schlüssiges, spannendes Gesamtbild. Besonders beeindruckend fand ich wie die vielen komplexe Themen wie beispielsweise Unterdrückung, der Austausch eines Invasors gegen den nächsten, die Rolle der Frau zwischen Pflichten und eigenen Wünschen, die Entführung von Kindern und den Alltag in Arbeitslagern aufgreift werden. Trotz der Schwere dieser Themen bleibt das Buch durchgehend faszinierend. Chan ist es gelungen, eine erschütternde, aber gleichzeitig kraftvolle Geschichte zu schreiben, die den Leser fordert und nicht unberührt lässt. Trotz der Brutalität und des Leids vermittelt das Buch eine bemerkenswerte Tiefe und zeichnet ein vielschichtiges Bild von Gewalt, Verlust und Überlebenswillen. Insgesamt ist es ein gelungenes Werk, das lange nachhallt. Und dieses Cover ist natürlich auch noch ein absoluter Hingucker!

Sehr kraftvolles Buch, heftiges Thema, unglaublich gut geschrieben.
4

Es gibt viele Geschichten zum Zweiten Weltkrieg, aber die wenigsten thematisieren Schicksale aus den asiatischen Räumen. Vanessa Chan verfasst hier eine wichtige Erinnerung, von der es im westlichen Raum definitiv zu wenig gibt. Das Buch ist lehrreich und zeigt durch die unterschiedlichen POV's gleich mehrere Schicksale. Gerade Abels und Cecilys Geschichte (bei letzterer gerade die in der Vergangenheit spielende Geschichte) sind sehr interessant zu lesen. Gerade die Kinder stehen hier sehr im Vordergrund und jedes von ihnen leidet anders unter der Besatzung und dem Krieg. Durch den ständigen Wechsel liest sich das Buch spannend und man ist ständig dabei, alles miteinander zu verbinden. Einzig Jujubes Geschichte war mir stellenweise etwas zu flach und repetitiv, ohne ihrer Figur dabei mehr Tiefe zu geben. Einige Geheimnisse und Wendungen waren schon sehr große Zufälle und wirkten eher, als hätte man sie vorrangig gewählt, um mehr Drama zu erzeugen. Das wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Emotionen und Schrecken den Krieges haben schon mehr als genug Aussagekraft. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber für jeden zu empfehlen, der historische Romane schätzt und mehr über die Geschichte Malaysias erfahren möchte.

4

‚Mutig, humorvoll und zutiefst berührend‘ (Tracy Chevalier) prangt als Rezension auf der Rückseite des Buches und macht mich stutzig, da humorvoll eines der letzten Adjektive wäre, das ich mit diesem Buch verbinde. TW: Gewalt, Kriegsverbrechen Der Roman spielt auf zwei Zeitschienen in Malaya (heute Malaysia), der britischen Besatzung im Jahr 1935 und der japanischen Besatzung im Jahr 1945, und erzählt von Cecily und ihrer Familie. Im Krieg ist das Leben der Familienmitglieder von unterschiedlichsten Schicksalen geprägt. Cecily ist in dem Geflecht fürwahr keine Sympathieträgerin und trifft Entscheidungen, die Auswirkungen auf die gesamte Geschichte und alle Beteiligten haben. Die folgenden Umstände, unter denen die Familie zwischen 1935 und 1945 lebt, Schuldgefühle, Schicksale, die zutiefst traurig sind und der nachhaltige Wille für ein besseres Leben machen das Buch zu einem spannenden Cocktail, welches man nur schwer beiseite legen kann. Die Autorin findet dabei für Vergewaltigungen oder andere Verbrechen eine Sprache, die distanziert wirkt und deren Brutalität zwischen den Zeilen steht. Die Charaktere sind mutig, die Geschichte ist zutiefst berührend. Humorvoll bleibt für mich in dieser an der Wahrheit ausgerichteten Geschichte nichts in Erinnerung. Das Buch war für mich eine Gelegenheit, meinen bisher sehr deutschen/eurozentrischen Blick auf den zweiten Weltkrieg auf einen ganz anderen Teil der Erde zu richten und die weitreichenden Schrecken des Krieges zu erleben.

5

The only book that ever made me cry was “the book thief”… but throughout the last 20 pages of this book, i cried my soul out, I think I literally ran out of tears at one point … this is one of the most hauntingly beautiful and devastating books I’ve read and will ever read … any review written would be unjust towards this work … all i can say is: thank you Vanessa for breaking my heart into millions of pieces and giving us such a precious story to hold onto in out hearts, because trust me, a part of my heart was stolen irreversibly by these words

Create Post