Star Wars™ Herrschaft des Imperiums - Die Maske der Angst
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Kanzler Palpatine hat sein Ziel erreicht. Unter dem tosenden Applaus der Senatoren hat er die Republik vernichtet und sich zum Imperator erhoben. Aber es gibt Widerstand! Die Senatoren Mon Mothma, Saw Gerrera und Bail Organa sind nicht bereit, die Tyrannei hinzunehmen. Doch bevor sie zu den Gründern der Rebellenallianz werden können, brauchen sie selbst ein neues Ziel in einer sich verändernden Galaxis. Denn der Weg, den sie beschreiten, ist riskant, oft schwer – und tödlich …
Sie suchen weitere Romane aus der Anfangszeit des Imperiums? Dann lassen Sie sich begeistern von »Die Inquisitorin«, »Die Sith-Lords« und natürlich von der Trilogie »Thrawn – Im Dienst des Imperiums«.
Book Information
Author Description
Alexander Freed ist Autor zahlreicher Videospiel-Plots, Comics, Science-Fiction-Storys und Anthologien. Er arbeitete u. a. für BioWare und Dark Horse, wo er hauptsächlich Stoff für die »Star Wars«-Comicreihe lieferte. Freed lebt in Austin, Texas. Wenn er mal nicht schreibt, fährt er für sein Leben gerne Roller Skates.
Posts
Aus Angst wird Imperium, aus Schuld der erste Widerstand.
. . Star Wars: Herrschaft des Imperiums – Die Maske der Angst spielt unmittelbar nach Episode III – Die Rache der Sith. Die Klonkriege sind vorbei, die Jedi sind ausgelöscht, Palpatine ist Imperator, und die Galaxis versucht, den Übergang von der Republik zum Imperium als notwendige Ordnung nach Jahren des Chaos zu akzeptieren. Für mich war das Buch richtig stark, weil es diesen Andor- und Rogue-One-Vibe hat: weniger Jedi, weniger klassisches Abenteuer, dafür Politik, Geheimdienste, moralisch graue Figuren, Angst, Schuld, Propaganda und Widerstand, der noch gar nicht weiß, was er einmal werden soll. Es fühlt sich eher wie ein Politthriller im Star-Wars-Universum an. Genau das fand ich richtig geil. Teil I, Morgendämmerung Der erste Teil zeigt eine Galaxis, die offiziell Frieden hat, aber innerlich schon im Schatten des Imperiums steht. Palpatine ist Imperator, die Republik nur noch Erinnerung, und viele Menschen sind zu erschöpft vom Krieg, um sofort zu begreifen, was sie verloren haben. Das Buch zeigt stark, dass Diktatur nicht nur durch Gewalt entsteht, sondern auch durch Müdigkeit, Angst und den Wunsch nach Stabilität. Mon Mothma versucht noch, im Senat mit den Werkzeugen der alten Republik zu arbeiten. Bail Organa wird von Schuld und Trauer um die Jedi verfolgt und will beweisen, dass ihre Vernichtung auf Lügen beruht. Saw Gerrera steht bereits auf dem Weg zu dem Mann, den man später aus Rogue One kennt: charismatisch, gefährlich und immer weniger bereit, moralische Grenzen zu akzeptieren. Besonders stark ist die Einführung von Soujen Vak-Nhalis. Als ehemaliger Separatistenagent und künstlich umgebauter Alvadorjianer ist er Opfer, Täter und Waffe zugleich. Er steht für all jene Völker und Menschen, die von der Republik vernachlässigt, vom Krieg verschlungen und danach zurückgelassen wurden. Teil II, Tag Im zweiten Teil wird das Buch immer stärker zu einem politischen Machtspiel. Mon Mothma arbeitet am Imperial Rebirth Act, einem Gesetz, das Palpatines Macht begrenzen und dem Senat wieder Einfluss geben soll. Dabei wird schnell klar, dass Politik hier nicht sauber ist. Mon muss mit Ex-Separatisten, Konzernen, Opportunisten und sogar kriminellen Netzwerken umgehen. Das ist keine glänzende Demokratie, sondern eine chaotische Maschine aus Kompromissen. Gerade dadurch wirkt es realistisch. Bail verfolgt gleichzeitig seine Mission, die Wahrheit über die Jedi ans Licht zu bringen. Seine Suche ist ehrenhaft, aber gefährlich. Er ist so sehr von Schuld getrieben, dass er kaum noch sieht, welche Risiken er eingeht. Haki bringt dazu eine andere Perspektive ein: Für sie ist Stabilität manchmal wichtiger als Wahrheit, wenn Wahrheit nur neuen Krieg auslöst. Das macht sie spannend, weil sie nicht einfach falsch liegt, sondern gute Gründe hat und trotzdem einem immer korrupteren System dient. Soujen sucht in diesem Teil nach einem Sinn nach dem verlorenen Krieg. Er will wissen, ob seine Mission, seine Umbauten und seine Opfer noch irgendeine Bedeutung haben. Gerade weil er gefährlich und grausam sein kann, bleibt er interessant: Man versteht seinen Hass, auch wenn man seine Taten nicht entschuldigen kann. Teil III, Abenddämmerung Der dritte Teil ist für mich der intensivste Abschnitt des Romans. Auf Eyo-Dajuritz treffen Bail, Haki, Saw, Soujen und imperiale Kräfte aufeinander. Die Handlung wird actionreicher, aber nie bloß Action. Eyo-Dajuritz, diese uralte tote Stadtwelt, wirkt wie ein Friedhof der Geschichte. Während die Figuren durch Ruinen, unterirdische Anlagen und vergessene Strukturen gehen, spürt man ständig: Jeder Krieg zerstört mehr als nur seine Gegner. Die Zerstörung von Eyo-Dajuritz ist einer der bittersten Momente im Buch. Sie zeigt, wie schnell Geschichte, Kultur und Erinnerung ausgelöscht werden können, wenn Menschen nur noch in Missionen, Feinden und Überleben denken. Niemand bleibt hier moralisch sauber. Bail macht Deals, Saw wird kompromissloser, Haki wird vom eigenen System verraten, und Soujen verliert immer mehr den Halt. Soujens Handlung auf Ylagia, wo er vom Schicksal seines Clans erfährt, gehört für mich zu den stärksten Passagen. Da versteht man endgültig, warum er so voller Hass ist. Sein Volk wurde übersehen, benutzt und dann vernichtet. Trotzdem macht ihn das nicht unschuldig. Soujen ist tragisch, aber nicht harmlos: eine offene Wunde, die laufen und töten kann. Saw Gerrera ist hier ebenfalls richtig stark geschrieben. Man sieht, wie aus einem Freiheitskämpfer langsam ein Terrorist wird. Er hilft Menschen, aber benutzt ihre Not auch für seine Bewegung. Er kämpft gegen Unterdrückung, wird aber selbst immer brutaler. Das ist genau dieser Saw, den man später in Rogue One und Andor sieht: faszinierend, unangenehm, gefährlich und schon halb von seinem eigenen Krieg verschlungen. Teil IV, Nacht Der vierte Teil ist der politische und emotionale Höhepunkt. Mon bringt den Imperial Rebirth Act tatsächlich durch, aber der Sieg ist nicht sauber. Bail hält eine Rede im Senat, in der er lügt, Ereignisse umdeutet und Soujen sowie Saw politisch opfert, um das Gesetz zu retten. Das ist extrem stark, weil Bail hier fast machiavellistisch handelt: Er tut nicht mehr einfach das moralisch Reine, sondern das politisch Notwendige. Trotzdem bleibt er kein Palpatine, weil er nicht aus Machtgier lügt, sondern um noch etwas von Demokratie zu retten. Dann kommt die Szene mit Mas Amedda und dem Century Plan. Für mich ist das vielleicht die wichtigste Szene des Buches. Mon erkennt, dass Palpatine nicht nur auf den nächsten politischen Sieg schaut. Der Imperator denkt in Jahrhunderten. Umerziehungszentren, kontrollierte Opposition, neue Militärstrukturen, Geschichtskontrolle und die Formung zukünftiger Generationen: Das Imperium will nicht nur herrschen, sondern die Zukunft selbst umbauen. Dieser Moment macht alles, was Mon erreicht hat, gleichzeitig bedeutsam und klein. Der Rebirth Act ist ein echter Sieg, aber Palpatine lässt solche Siege zu, solange sie seinen langfristigen Plan nicht gefährden. Mon versteht, dass sie das Imperium nicht einfach mit einem Gesetz stoppen kann. Auch Bails Abschluss auf Alderaan hat mich überzeugt. Er erkennt, dass Leia nicht die Last der Jedi und der Toten tragen darf. Er muss aufhören, nur für die Geister der Vergangenheit zu leben. Er muss wieder Vater, Ehemann und Alderaaner sein. Haki und Chemish bekommen ebenfalls einen passenden Ausklang: Sie sind keine klassischen Rebellen, aber auch nicht mehr wirklich Teil des Imperiums. Fazit: Star Wars: Herrschaft des Imperiums – Die Maske der Angst ist für mich ein klarer 5-von-5-Sterne-Roman. Das Buch zeigt genau die Art Star Wars, die ich besonders liebe: düster, politisch, erwachsen und moralisch grau. Es hat diesen Andor- und Rogue-One-Vibe, bei dem Widerstand nicht sauber und heroisch beginnt, sondern aus Angst, Schuld, Verrat, Kompromissen und persönlichen Verlusten entsteht. Besonders gut fand ich, dass die Jedi kaum direkt vorkommen und trotzdem überall spürbar sind. Sie sind eine Leerstelle, eine Wunde, ein Geist, der Bail verfolgt und die Galaxis moralisch belastet. Dadurch fühlt sich ihr Verlust stärker an als in vielen Geschichten, in denen Jedi tatsächlich auftreten. Soujen Vak-Nhalis ist für mich das Herzstück des Buches. Seine Spezies, sein ausgelöschter Clan, seine Umbauten durch die Techno-Union, seine Rolle als Separatistenwaffe und sein innerer Zerfall machen ihn unglaublich tragisch. Er ist kein Held, aber auch kein platter Bösewicht. Er ist ein Mensch, der von Geschichte, Krieg und Ideologie so stark geformt wurde, dass kaum noch etwas Eigenes von ihm übrig bleibt. Sein Tod durch Mon ist deshalb kein Triumph, sondern eine moralische Narbe. Mon Mothma ist ebenfalls großartig. Man sieht hier, wie sie zu der Figur wird, die später eine Rebellion mittragen kann. Nicht, weil sie rein bleibt, sondern weil sie beschädigt wird und trotzdem weitermacht. Sie bleibt Pazifistin, obwohl sie tötet. Sie bleibt Demokratin, obwohl sie erkennt, dass viele Menschen Palpatine akzeptieren wollen. Sie bleibt Politikerin, obwohl Politik allein nicht reicht. Bail Organa beginnt als idealistischer Wahrheitssucher und endet als jemand, der lügt, um einen größeren politischen Zweck zu retten. Trotzdem verliert er nicht sein Herz. Sein Abschied von der Jedi-Vergangenheit und sein Blick auf Leia machen seinen Bogen sehr emotional. Und Saw Gerrera ist einfach Saw Gerrera. Man sieht perfekt, wie er zu dem radikalen Partisanen wird, den man später kennt. Er ist nicht einfach verrückt. Er ist charismatisch, konsequent und in vielen Punkten nicht einmal komplett falsch. Aber er geht immer weiter, bis seine Methoden selbst zum Problem werden. Für mich ist das Buch auch deshalb so gut, weil man teilweise fast vergisst, dass es Star Wars ist. Nicht, weil es unpassend wirkt, sondern weil es als Politthriller so gut funktioniert. Es geht um Propaganda, Angst, Macht, Geheimdienste, Institutionen und die Frage, wie eine Demokratie stirbt. Gerade dadurch macht es den Fall der Republik viel greifbarer. Die Maske der Angst erzählt nicht den großen, sauberen Beginn der Rebellion. Es erzählt etwas Interessanteres: den schmutzigen, widersprüchlichen Anfang eines Widerstands, der noch gar keine Form hat. Mon, Bail und Saw stehen am Ende nicht als geeinte Allianz da, sondern als drei beschädigte Menschen mit unterschiedlichen Methoden, die langsam verstehen, dass Palpatines Imperium größer, tiefer und langfristiger ist, als sie dachten. Genau deshalb hat mich das Buch so gepackt. Es zeigt, dass der Kampf gegen das Imperium nicht mit einem Lichtschwert oder einer Raumschlacht beginnt, sondern mit Angst, Lügen, Schuld, politischen Niederlagen und der Entscheidung, trotzdem weiterzumachen.
Eine Star Wars Geschichte, die all diejenigen packen wird, die "Andor" geliebt haben. Hier geht es nicht um Lichtschwerter und "Die Macht". Es steht die Frage im Fokus, wie aus einer Republik ein Imperium werden konnte. Spannend und auch in Hinblick auf politische Ereignisse des Jahres 2026 höchst aktuell.
Description
Kanzler Palpatine hat sein Ziel erreicht. Unter dem tosenden Applaus der Senatoren hat er die Republik vernichtet und sich zum Imperator erhoben. Aber es gibt Widerstand! Die Senatoren Mon Mothma, Saw Gerrera und Bail Organa sind nicht bereit, die Tyrannei hinzunehmen. Doch bevor sie zu den Gründern der Rebellenallianz werden können, brauchen sie selbst ein neues Ziel in einer sich verändernden Galaxis. Denn der Weg, den sie beschreiten, ist riskant, oft schwer – und tödlich …
Sie suchen weitere Romane aus der Anfangszeit des Imperiums? Dann lassen Sie sich begeistern von »Die Inquisitorin«, »Die Sith-Lords« und natürlich von der Trilogie »Thrawn – Im Dienst des Imperiums«.
Book Information
Author Description
Alexander Freed ist Autor zahlreicher Videospiel-Plots, Comics, Science-Fiction-Storys und Anthologien. Er arbeitete u. a. für BioWare und Dark Horse, wo er hauptsächlich Stoff für die »Star Wars«-Comicreihe lieferte. Freed lebt in Austin, Texas. Wenn er mal nicht schreibt, fährt er für sein Leben gerne Roller Skates.
Posts
Aus Angst wird Imperium, aus Schuld der erste Widerstand.
. . Star Wars: Herrschaft des Imperiums – Die Maske der Angst spielt unmittelbar nach Episode III – Die Rache der Sith. Die Klonkriege sind vorbei, die Jedi sind ausgelöscht, Palpatine ist Imperator, und die Galaxis versucht, den Übergang von der Republik zum Imperium als notwendige Ordnung nach Jahren des Chaos zu akzeptieren. Für mich war das Buch richtig stark, weil es diesen Andor- und Rogue-One-Vibe hat: weniger Jedi, weniger klassisches Abenteuer, dafür Politik, Geheimdienste, moralisch graue Figuren, Angst, Schuld, Propaganda und Widerstand, der noch gar nicht weiß, was er einmal werden soll. Es fühlt sich eher wie ein Politthriller im Star-Wars-Universum an. Genau das fand ich richtig geil. Teil I, Morgendämmerung Der erste Teil zeigt eine Galaxis, die offiziell Frieden hat, aber innerlich schon im Schatten des Imperiums steht. Palpatine ist Imperator, die Republik nur noch Erinnerung, und viele Menschen sind zu erschöpft vom Krieg, um sofort zu begreifen, was sie verloren haben. Das Buch zeigt stark, dass Diktatur nicht nur durch Gewalt entsteht, sondern auch durch Müdigkeit, Angst und den Wunsch nach Stabilität. Mon Mothma versucht noch, im Senat mit den Werkzeugen der alten Republik zu arbeiten. Bail Organa wird von Schuld und Trauer um die Jedi verfolgt und will beweisen, dass ihre Vernichtung auf Lügen beruht. Saw Gerrera steht bereits auf dem Weg zu dem Mann, den man später aus Rogue One kennt: charismatisch, gefährlich und immer weniger bereit, moralische Grenzen zu akzeptieren. Besonders stark ist die Einführung von Soujen Vak-Nhalis. Als ehemaliger Separatistenagent und künstlich umgebauter Alvadorjianer ist er Opfer, Täter und Waffe zugleich. Er steht für all jene Völker und Menschen, die von der Republik vernachlässigt, vom Krieg verschlungen und danach zurückgelassen wurden. Teil II, Tag Im zweiten Teil wird das Buch immer stärker zu einem politischen Machtspiel. Mon Mothma arbeitet am Imperial Rebirth Act, einem Gesetz, das Palpatines Macht begrenzen und dem Senat wieder Einfluss geben soll. Dabei wird schnell klar, dass Politik hier nicht sauber ist. Mon muss mit Ex-Separatisten, Konzernen, Opportunisten und sogar kriminellen Netzwerken umgehen. Das ist keine glänzende Demokratie, sondern eine chaotische Maschine aus Kompromissen. Gerade dadurch wirkt es realistisch. Bail verfolgt gleichzeitig seine Mission, die Wahrheit über die Jedi ans Licht zu bringen. Seine Suche ist ehrenhaft, aber gefährlich. Er ist so sehr von Schuld getrieben, dass er kaum noch sieht, welche Risiken er eingeht. Haki bringt dazu eine andere Perspektive ein: Für sie ist Stabilität manchmal wichtiger als Wahrheit, wenn Wahrheit nur neuen Krieg auslöst. Das macht sie spannend, weil sie nicht einfach falsch liegt, sondern gute Gründe hat und trotzdem einem immer korrupteren System dient. Soujen sucht in diesem Teil nach einem Sinn nach dem verlorenen Krieg. Er will wissen, ob seine Mission, seine Umbauten und seine Opfer noch irgendeine Bedeutung haben. Gerade weil er gefährlich und grausam sein kann, bleibt er interessant: Man versteht seinen Hass, auch wenn man seine Taten nicht entschuldigen kann. Teil III, Abenddämmerung Der dritte Teil ist für mich der intensivste Abschnitt des Romans. Auf Eyo-Dajuritz treffen Bail, Haki, Saw, Soujen und imperiale Kräfte aufeinander. Die Handlung wird actionreicher, aber nie bloß Action. Eyo-Dajuritz, diese uralte tote Stadtwelt, wirkt wie ein Friedhof der Geschichte. Während die Figuren durch Ruinen, unterirdische Anlagen und vergessene Strukturen gehen, spürt man ständig: Jeder Krieg zerstört mehr als nur seine Gegner. Die Zerstörung von Eyo-Dajuritz ist einer der bittersten Momente im Buch. Sie zeigt, wie schnell Geschichte, Kultur und Erinnerung ausgelöscht werden können, wenn Menschen nur noch in Missionen, Feinden und Überleben denken. Niemand bleibt hier moralisch sauber. Bail macht Deals, Saw wird kompromissloser, Haki wird vom eigenen System verraten, und Soujen verliert immer mehr den Halt. Soujens Handlung auf Ylagia, wo er vom Schicksal seines Clans erfährt, gehört für mich zu den stärksten Passagen. Da versteht man endgültig, warum er so voller Hass ist. Sein Volk wurde übersehen, benutzt und dann vernichtet. Trotzdem macht ihn das nicht unschuldig. Soujen ist tragisch, aber nicht harmlos: eine offene Wunde, die laufen und töten kann. Saw Gerrera ist hier ebenfalls richtig stark geschrieben. Man sieht, wie aus einem Freiheitskämpfer langsam ein Terrorist wird. Er hilft Menschen, aber benutzt ihre Not auch für seine Bewegung. Er kämpft gegen Unterdrückung, wird aber selbst immer brutaler. Das ist genau dieser Saw, den man später in Rogue One und Andor sieht: faszinierend, unangenehm, gefährlich und schon halb von seinem eigenen Krieg verschlungen. Teil IV, Nacht Der vierte Teil ist der politische und emotionale Höhepunkt. Mon bringt den Imperial Rebirth Act tatsächlich durch, aber der Sieg ist nicht sauber. Bail hält eine Rede im Senat, in der er lügt, Ereignisse umdeutet und Soujen sowie Saw politisch opfert, um das Gesetz zu retten. Das ist extrem stark, weil Bail hier fast machiavellistisch handelt: Er tut nicht mehr einfach das moralisch Reine, sondern das politisch Notwendige. Trotzdem bleibt er kein Palpatine, weil er nicht aus Machtgier lügt, sondern um noch etwas von Demokratie zu retten. Dann kommt die Szene mit Mas Amedda und dem Century Plan. Für mich ist das vielleicht die wichtigste Szene des Buches. Mon erkennt, dass Palpatine nicht nur auf den nächsten politischen Sieg schaut. Der Imperator denkt in Jahrhunderten. Umerziehungszentren, kontrollierte Opposition, neue Militärstrukturen, Geschichtskontrolle und die Formung zukünftiger Generationen: Das Imperium will nicht nur herrschen, sondern die Zukunft selbst umbauen. Dieser Moment macht alles, was Mon erreicht hat, gleichzeitig bedeutsam und klein. Der Rebirth Act ist ein echter Sieg, aber Palpatine lässt solche Siege zu, solange sie seinen langfristigen Plan nicht gefährden. Mon versteht, dass sie das Imperium nicht einfach mit einem Gesetz stoppen kann. Auch Bails Abschluss auf Alderaan hat mich überzeugt. Er erkennt, dass Leia nicht die Last der Jedi und der Toten tragen darf. Er muss aufhören, nur für die Geister der Vergangenheit zu leben. Er muss wieder Vater, Ehemann und Alderaaner sein. Haki und Chemish bekommen ebenfalls einen passenden Ausklang: Sie sind keine klassischen Rebellen, aber auch nicht mehr wirklich Teil des Imperiums. Fazit: Star Wars: Herrschaft des Imperiums – Die Maske der Angst ist für mich ein klarer 5-von-5-Sterne-Roman. Das Buch zeigt genau die Art Star Wars, die ich besonders liebe: düster, politisch, erwachsen und moralisch grau. Es hat diesen Andor- und Rogue-One-Vibe, bei dem Widerstand nicht sauber und heroisch beginnt, sondern aus Angst, Schuld, Verrat, Kompromissen und persönlichen Verlusten entsteht. Besonders gut fand ich, dass die Jedi kaum direkt vorkommen und trotzdem überall spürbar sind. Sie sind eine Leerstelle, eine Wunde, ein Geist, der Bail verfolgt und die Galaxis moralisch belastet. Dadurch fühlt sich ihr Verlust stärker an als in vielen Geschichten, in denen Jedi tatsächlich auftreten. Soujen Vak-Nhalis ist für mich das Herzstück des Buches. Seine Spezies, sein ausgelöschter Clan, seine Umbauten durch die Techno-Union, seine Rolle als Separatistenwaffe und sein innerer Zerfall machen ihn unglaublich tragisch. Er ist kein Held, aber auch kein platter Bösewicht. Er ist ein Mensch, der von Geschichte, Krieg und Ideologie so stark geformt wurde, dass kaum noch etwas Eigenes von ihm übrig bleibt. Sein Tod durch Mon ist deshalb kein Triumph, sondern eine moralische Narbe. Mon Mothma ist ebenfalls großartig. Man sieht hier, wie sie zu der Figur wird, die später eine Rebellion mittragen kann. Nicht, weil sie rein bleibt, sondern weil sie beschädigt wird und trotzdem weitermacht. Sie bleibt Pazifistin, obwohl sie tötet. Sie bleibt Demokratin, obwohl sie erkennt, dass viele Menschen Palpatine akzeptieren wollen. Sie bleibt Politikerin, obwohl Politik allein nicht reicht. Bail Organa beginnt als idealistischer Wahrheitssucher und endet als jemand, der lügt, um einen größeren politischen Zweck zu retten. Trotzdem verliert er nicht sein Herz. Sein Abschied von der Jedi-Vergangenheit und sein Blick auf Leia machen seinen Bogen sehr emotional. Und Saw Gerrera ist einfach Saw Gerrera. Man sieht perfekt, wie er zu dem radikalen Partisanen wird, den man später kennt. Er ist nicht einfach verrückt. Er ist charismatisch, konsequent und in vielen Punkten nicht einmal komplett falsch. Aber er geht immer weiter, bis seine Methoden selbst zum Problem werden. Für mich ist das Buch auch deshalb so gut, weil man teilweise fast vergisst, dass es Star Wars ist. Nicht, weil es unpassend wirkt, sondern weil es als Politthriller so gut funktioniert. Es geht um Propaganda, Angst, Macht, Geheimdienste, Institutionen und die Frage, wie eine Demokratie stirbt. Gerade dadurch macht es den Fall der Republik viel greifbarer. Die Maske der Angst erzählt nicht den großen, sauberen Beginn der Rebellion. Es erzählt etwas Interessanteres: den schmutzigen, widersprüchlichen Anfang eines Widerstands, der noch gar keine Form hat. Mon, Bail und Saw stehen am Ende nicht als geeinte Allianz da, sondern als drei beschädigte Menschen mit unterschiedlichen Methoden, die langsam verstehen, dass Palpatines Imperium größer, tiefer und langfristiger ist, als sie dachten. Genau deshalb hat mich das Buch so gepackt. Es zeigt, dass der Kampf gegen das Imperium nicht mit einem Lichtschwert oder einer Raumschlacht beginnt, sondern mit Angst, Lügen, Schuld, politischen Niederlagen und der Entscheidung, trotzdem weiterzumachen.





