Auf den Straßen Teherans
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Description
»Wir alle sollten dieses Buch lesen, um den Mut, die Kraft und den unbändigen Stolz dieser Frauen des Irans zu verstehen und ihr Vermächtnis in die Welt zu tragen.« Austria Presse Agentur
»Dieses Buch zeigt auf bewegende Weise, wie sich äußere Gewalt im Inneren der Menschen auswirkt.«
Marica Bodro
Ž
i
Ć
, Bilder und Zeiten, FAZ
»Ihr Bericht ist Poesie und Analyse zugleich. Und von schmerzhafter Aktualität.« NZZ
Nach dem Tod von Mahsa Jina Amini im September 2022, der landesweite Proteste auslöste, geht auch Nila auf die Straße. Die Angst ist der ständige Begleiter der Frauen, die gemeinsam für ihre Rechte kämpfen - bedroht und eingeschüchtert von der berüchtigten Sittenpolizei, die wahllos verhaftet, foltert und tötet.
Eindringlich und bewegend schildert Nila ihre persönlichen Erfahrungen als Aktivistin auf den Straßen Teherans und setzt diese in den Kontext einer langen Geschichte weiblicher Stärke in Iran.
Ein mutiges Zeugnis, das einen tiefen Einblick in die gegenwärtigen Proteste und die anhaltende Unterdrückung in Iran bietet.
»Sehr wütend, poetisch, politisch, aber auch sehr persönlich geschrieben.« RBB-Sendung Orte und Worte
»Die iranische Autorin und Aktivistin Nila schreibt unter Lebensgefahr und Internetsperre aus Teheran. Ihr neues Buch dokumentiert die "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung - und zeigt die Zerrissenheit der Opposition.« FAZ
Book Information
Author Description
Nila ist eine junge iranische Autorin, die anonym über ihre Erfahrung auf den Straßen Teherans während der Frauen. Leben. Freiheit.-Bewegung schreibt. Ihr bewegendes Zeugnis ist bereits in England, Frankreich und Italien erschienen.
Posts
Auf den Straßen Teherans von Nila ist ein intensiver, essayistischer Bericht aus dem Iran des Jahres 2022. Nila beschreibt eindrücklich den Alltag von Frauen zwischen Protest, Angst und Hoffnung – und bezeichnet sich selbst als Zeugin ihrer Zeit.
Ich bin regelrecht über dieses Buch gestolpert. Ich habe BookBeat geöffnet – und da war es einfach. Das Cover hat mich sofort angesprochen, obwohl nichts an diesem Thema meiner eigenen Lebensrealität entspricht. Der Iran ist weit weg von meinem Alltag. Und doch kenne ich Menschen aus dem Iran, die inzwischen in Europa leben. Vielleicht war es genau das, was mich neugierig gemacht hat. Auf den Straßen Teherans ist kein Roman im klassischen Sinn. Es ist ein literarischer Bericht, ein Essay, eine Chronik – und vor allem ein Zeugnis. Nila schreibt aus dem Jahr 2022, aus der Zeit der Proteste rund um „Frau, Leben, Freiheit“. Sie geht auf die Straße. Und sie beschreibt, was das bedeutet: Angst, Wut, Gewalt, Hoffnung, Blut. Was für mich selbstverständlich ist – mein Haar offen zu tragen, mich anzuziehen, wie ich möchte, ohne Vormund leben zu können, frei im Internet zu recherchieren oder spät abends allein unterwegs zu sein – ist für sie politisch. Jeder einzelne dieser Aspekte ist im Iran nicht einfach nur Alltag, sondern Ausdruck von Macht, Kontrolle und religiöser Gesetzgebung. Nila macht deutlich, wie sehr das politische System in den Körper eingreift. Der weibliche Körper wird zum Schlachtfeld. Kleidung wird Ideologie. Internet wird zur psychologischen Waffe. Zeugenschaft wird gefährlich. Besonders stark fand ich, dass sie sich selbst als „Zeugin“ bezeichnet. In einem System, in dem die Aussage einer Frau juristisch weniger zählt als die eines Mannes, bekommt dieses Wort eine enorme Kraft. Sie schreibt nicht nur über Proteste – sie dokumentiert sie. Ihr Text ist Widerstand. Gleichzeitig ist das Buch literarisch sehr dicht. Nila verwebt ihre persönlichen Erfahrungen mit persischer Mythologie, mit dem Schahnameh von Ferdowsi, mit historischen Ereignissen wie der Revolution von 1979 unter Ruhollah Khomeini und mit politischen Traumata wie dem Staatsstreich von 1953 gegen Mohammad Mossadegh. Sie zitiert iranische Dichter, verweist auf Märchen, Mythen, religiöse Traditionen. Und genau hier lag für mich auch die Schwierigkeit. Ich kenne das politische System des Iran nur oberflächlich: die Revolution Ende der 70er, ein religiöser Führer über der Politik, Zwangsverschleierung für Frauen. Mehr nicht. Ich kenne keine iranische Literatur, keine klassischen Gedichte, keine Mythen, keine Erzähltraditionen. Wenn sie auf kulturelle oder religiöse Motive anspielt, bleiben diese für mich oft nur angedeutet. Ich spüre, dass sie wichtig sind – aber ich kann sie nicht vollständig greifen. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Buch an manchen Stellen etwas mehr Kontext liefert. Mehr Erklärung. Mehr Einordnung. Nicht, um es einfacher zu machen – sondern um Leser:innen wie mir, die zwar Freundinnen aus dem Iran haben, aber nicht mit dieser Geschichte aufgewachsen sind, ein tieferes Verständnis zu ermöglichen. Vielleicht ist genau das aber auch Teil des Konzepts: Nila schreibt nicht für ein westliches Publikum, das alles erklärt bekommen muss. Sie schreibt aus einer inneren Perspektive. Aus einer geteilten kulturellen Erinnerung. Und wir als Außenstehende müssen uns anstrengen. Trotz dieser Hürden – oder vielleicht gerade deswegen – halte ich das Buch für extrem wichtig. Es öffnet einen Raum. Es zeigt, dass Protest nicht nur Parolen sind, sondern Alltag, Körper, Angst, Blut auf Asphalt. Es zeigt, dass politische Systeme nicht abstrakt sind, sondern Menschen betreffen – junge Mädchen, Familien, Freundschaften. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen. Nicht, weil es inhaltlich schwach wäre – im Gegenteil. Sondern weil ich als Leserin gemerkt habe, wie oft ich an meine eigenen Wissensgrenzen gestoßen bin. Das hat mich teilweise frustriert. Gleichzeitig hat es mich dazu gebracht, mehr verstehen zu wollen. Und vielleicht ist genau das die größte Stärke dieses Buches: Es lässt einen nicht unberührt. Es lässt einen nicht bequem. Es zwingt einen, sich mit einer Realität auseinanderzusetzen, die weit entfernt scheint – und doch durch Menschen, die man kennt, plötzlich ganz nah wird. Ich wünsche mir für die Frauen im Iran – und überall auf der Welt –, dass sie eines Tages nicht mehr Zeuginnen von Gewalt sein müssen, sondern einfach nur leben dürfen. Ohne Angst. Ohne Vormundschaft. Ohne Zwang. Und dafür ist dieses Buch ein wichtiges Dokument.
Was ein emotionales Hörbuch 🥹
Ich habe wirklich null Berührungspunkte in meinem Leben mit dem Iran gehabt. Immer nur Hörensagen aus den Nachrichten und gerade deshalb denke ich, interessiert mich das Thema auch so. Jedenfalls ist mir dieses Hörbuch bei bookbeat entgegengesprungen und ich wusste sofort ich muss es anhören. Damit lag ich auch richtig, es war nämlich ein richtiger Augenöffner! 🥹 Das Buch ist essayähnlich geschrieben und es geht um das Erlebte einer Iranerin auf den Straßen und mitten im Volk in Teheran. Es geht um die Gedanken, die Ängste, den Mut und den Zwiespalt der Gesellschaft. Ich muss sagen es hat mich wirklich richtig berührt und gecrushed, es war einfach nur traurig, herzzereißend aber auch ein Aufweckruf. Vor allem hat es mich nachhaltig zum Nachdenken und fühlen angeregt und das ist immer ein ganz tolles Zeichen bei einem Buch finde ich ❤️ Fazit: Ein sehr bewegendes und trauriges Buch, welches man aber unbedingt gelesen haben sollte wenn man sich für den Iran, Krieg, Religion oder Feminismus interessiert.

Immer wieder fühle ich maximale Dankbarkeit in so einem Land geboren und aufgewachsen zu sein. Meine Tochter wächst in einem guten, freien Umfeld auf- auch, wenn bei uns nicht alles gut ist und Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Dieses Buch hat mich wieder zutiefst berührt und ich bewundere den Mut dieser Frauen, wo Angst vor schlimmen Repressalien ein ständiger Begleiter ist. Wie immer bleibe ich schockiert und sprachlos zurück und hoffe, dass sich diese untragbare und unerträgliche Situation endlich zum Besseren verändert.
Auf den Straßen Teherans von Nila Ich habe dieses Hörbuch gerade beendet und bin ehrlich gesagt noch ziemlich aufgewühlt. Nila nimmt uns mit direkt in den Iran, mitten in die Proteste nach dem Tod von Mahsa Jina Amini. Es ist kein klassisches Buch über Politik, sondern es geht um das echte Leben: Wie es sich anfühlt, wenn die eigene Straße plötzlich zum Schlachtfeld wird, wie Frauen dort alles riskieren und wie die ständige Angst sich in den Alltag frisst. Man spürt diesen krassen Kontrast zwischen der Gewalt und dem unglaublichen Zusammenhalt der Menschen. Beim Hören war ich sofort emotional gepackt. Es gibt keine Distanz , die Erzählweise ist so nah dran, dass man das Gefühl hat, direkt neben ihr zu stehen. Diese Zerrissenheit zwischen dem wahnsinnigen Mut und der nackten Panik zieht sich durch jede Minute und hat mich richtig durchgeschüttelt. Was mich besonders beschäftigt hat, ist dieser enorme Kraftaufwand: Allein der Gedanke, das Haus zu verlassen und auf die Straße zu gehen, verlangt einem alles ab. Ich musste das Hörbuch zwischendurch immer wieder ausmachen und tief durchatmen. Nicht, weil die Geschichte schwer zu verstehen ist, sondern weil die Intensität einen schlichtweg überrollt - die Gewalt, die Unterdrückung, der Mut als Frau zu leben. Das ist keine Geschichte, die man hört und dann einfach zur Tagesordnung übergeht. Die Bilder bleiben im Kopf, weil sie zeigen, dass das alles kein Film ist, sondern bittere Realität ; es geht um die Schicksale von Menschen, die genau wie wir einfach nur in Freiheit leben wollen. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

»Hijabs sind wie das Benzin unserer Molotow-Cocktails: Treibstoff für die Revolution.«
Nila, eine junge Aktivistin, schildert unter diesem Pseudonym das, was täglich im Iran geschieht. Dabei blickt sie nicht nur auf die vergangenen Jahre seit dem Mord an Jina Mahsa Amini, sondern gibt kurze Exkurse, die viel weiter zurückreichen und deutlich zeigen, dass dieses Land neben zu verachtender Unterdrückung noch etwas besonderes kann – Mut. Mut, das eigene Leben zu riskieren, weil es für viele unter diesen Umständen verständlicherweise nicht einmal mehr lebenswert erscheint und sie dafür kämpfen, dass sich alles ändert. Diesen Mut haben ausgerechnet die, die vom religiösen und darauf fußendem patriarchalen System am meisten unterdrückt werden und deren Körper von anderen beherrscht werden. Ihre Verweigerung ist Protest. Neben bereits Bekanntem war für mich auch vieles neu, z.B. die Kettenmorde, die drastisch aufzeigen, was mit Kritiker*innen geschah und worauf auch heute immer noch, bzw. wieder zurückgegriffen wird, um das Regime aufrecht zu erhalten. Damit es jedoch erst gar nicht zum Hinterfragen des Regimes kommt, wollte man stets moderne Schulen verhindern, sodass Kinder nicht mehr außer das Nötigste lernen und keinesfalls von Wissenschaften hören, welche die Macht Gottes in Frage stellten. Heutzutage bieten die sozialen Medien noch mehr Chancen, um Wissen zu erlangen und die eigene Welt mit kritischem Blick zu betrachten. Doch das Regime versucht alles, um das zu unterbinden, reagiert mit Einschüchterung und – wie immer – mit Gewalt. In dem bereichernden Vorwort schildert Natalie Amiri u.a. was für ein wichtiges Gut Freiheit sei und dass sie keinesfalls selbstverständlich ist. Umso wütender macht es mich, was auf der Welt passiert, wir davon wissen und anstatt zu handeln, auch unsere eigene Freiheit bedrohen lassen. Jedes dieser Leben, das gewaltsam vernichtet wurde und alle, die es tagtäglich riskieren und in dessen Hinblick gegen Religion, Regime, Patriarchat und Familie aufbegehren, ist eines zu viel. Es schmerzt. Es macht wütend. Und am Schlimmsten ist unsere Gleichgültigkeit.

Seitdem ich mit meinem Freund zusammen bin, der Iraner ist, bekomme ich vieles aus erster Hand über die Situation im Iran mit. Er verfolgt täglich die Nachrichten aus seiner Heimat. Trotzdem hat mich dieses Buch auf eine Weise getroffen, mit der ich nicht gerechnet habe. Es hat mich traurig gemacht und vor allem unglaublich wütend. „Auf den Straßen Teherans“ zeigt auf erschütternde Weise, wie ein Regime die Menschenwürde mit Füßen tritt. Wie viele unschuldige Menschen verfolgt, eingesperrt oder sogar getötet wurden, nur weil sie frei leben wollen. Dinge, die für uns selbstverständlich sind wie unsere Haare offen zu tragen, unsere Meinung zu sagen, selbst zu entscheiden, wie wir leben, können für Frauen im Iran lebensgefährlich sein. Allein dieser Gedanke macht sprachlos. Doch es sind nicht nur Frauen, die unter diesem System leiden. Es sind auch all die Menschen, die sich nicht unterdrücken lassen wollen. Menschen, die frei denken, frei leben und frei entscheiden möchten. Menschen, die einfach nur ein normales Leben führen wollen – ohne Angst. Nila hat unglaublich viel Mut bewiesen, dieses Buch zu schreiben. Man spürt in jeder Zeile die Verzweiflung, aber auch die Stärke der Menschen, die sich nicht brechen lassen wollen. Obwohl das Buch nur etwa 150 Seiten hat, fühlt es sich emotional viel größer an. Jede Seite geht unter die Haut. Die Proteste dauern weiterhin an, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Menschen im Iran eines Tages die Freiheit bekommen, für die sie so mutig kämpfen. Dieses Buch macht wütend, aber es erinnert auch daran, wie wichtig es ist, hinzuschauen und nicht zu vergessen.
Wichtig!
"Wir wussten, wenn wir jetzt nicht raus gehen, dann sind wir morgen diejenigen, die verhaftet, getötet, hingerichtet [...] werden" Die "Frau. Leben. Freiheit. Bewegung" als Zeitzeuginnenbericht. Nila ist ein der AktivistInnen, die nach dem Tod von Jina Mahsa Amini 2022 auf die Straßen Teherans gegangen sind und sie erzählt uns in diesem Text, was es heißt, im Iran seine freie Meinung zu äußern, zu kritisieren, zu demonstrieren. Und mit jedem Wort sein Leben zu riskieren. Die Grausamkeit, mit der das Regime unterdrückt und zum Schweigen bringt, sind kaum in Worte zu fassen, doch Nila (ihren wahren Namen zu nennen, wäre zu gefährlich) tut es. Eine Grausamkeit, die foltert, tötet und sich die Körper der Toten von den Familien bezahlen lässt. Nila erzählt uns die Geschichte starker Frauen im Iran, die natürlich nicht erst 2022 begann. Dieser Text ist ein Brief an uns, der erklärt, Augen öffnet und voller Kraft steckt. Und der uns zeigt, dass Freiheit keine Selbverständlichkeit ist. Mit einem Vorwort von Natalie Amiri.
Wichtig!
Auf den Straßen Teherans ist ein bewegendes und zugleich aufrüttelndes Werk, das sich mit der Lebensrealität von Frauen im Iran auseinandersetzt. Besonders in der Hörbuchfassung entfaltet die Geschichte eine unmittelbare Wirkung: Man hört zu und kann sich der Intensität der geschilderten Erfahrungen kaum entziehen. Die persönlichen Schicksale, die gesellschaftlichen Zwänge und die politische Dimension greifen ineinander und machen deutlich, wie komplex und belastend die Situation für viele Frauen im Iran ist. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Land berührt einen das Thema sehr. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen die eigene Perspektive hinterfragen. Das Buch leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu schaffen, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Das Hörbuch selbst ist mit etwa zwei Stunden allerdings recht kurz geraten. Es bietet einen guten Überblick und ermöglicht einen schnellen Zugang zum Thema, geht jedoch an manchen Stellen nicht so sehr in die Tiefe, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Einige Aspekte hätten ausführlicher beleuchtet werden können, um die Hintergründe noch besser zu verstehen. Insgesamt halte ich „Auf den Straßen Teherans“ für ein wichtiges und berührendes Werk, das auf ein zentrales gesellschaftliches Problem aufmerksam macht. Trotz der thematischen Relevanz und der emotionalen Wirkung würde ich persönlich etwa drei von fünf Sternen vergeben – weniger aus Kritik am Anliegen, sondern weil die Kürze des Hörbuchs einen etwas unvollständigen Eindruck hinterlässt.
Kurz, eindrücklich und super aktuell
Auf den Straßen Teherans von Nila ist ein sehr kurzes Buch, fast schon wie ein Essay. Darin beschreibt sie als Aktivistin, wie das Leben, vor allem für Frauen, im Iran im Jahr 2022 aussieht. Gerade durch die aktuellen Entwicklungen ist das Buch extrem relevant und fühlt sich wichtiger denn je an. Ich fand es sehr spannend und auch sprachlich wirklich stark, teilweise richtig wortgewaltig. Mein einziger Kritikpunkt: Es ist einfach sehr kurz. Ich hätte mir wie immer mehr Tiefe, mehr Hintergrund und insgesamt mehr Umfang gewünscht. Trotzdem definitiv lesenswert und ein wichtiger Einblick.
Hat mich unterwegs verloren
Dieses Buch ist eine Art Essay-Sammlung der Autorin. Teilweise werden Ereignisse, Momente oder auch nur ein Gedanke festgehalten. Dadurch hatte ich leider ab und an Probleme den roten Faden nicht zu verlieren. Dennoch ein lohnenswertes Buch, welche die noch immer anhaltenden Proteste im Iran aus dem Alltag darstellt. Es wird komplett auf äußere Beschreibungen verzichtet und so der Fokus auf das eigentliche Thema gelegt. Ich konnte auch einiges über die Geschichte des Irans lernen. Ich habe nun ein noch tiefers Verständnis dafür, dass Freiheit immer ein Privileg sein wird.
Eine ergreifende Erzählung mit Einblicken mitten hinein in das Auge des Sturms im Kampf um Gleichberechtigung im Iran.
Ergreifend, bildlich stark, hoffnungsvoll - diese Worte hätte ich nicht erwartet, als ich mich für dieses Buch entschieden habe. Teheran ist für eine Frau in Deutschland sehr weit weg, und genau deshalb habe ich in dieses Hörbuch reingehört, um mehr über die Kultur und das Leben im Iran zu erfahren. Überrascht wurde ich dann von den blumig, fesselnden Worten einer Aktivistin, die sich für Gleichberechtigung im Iran einsetzt. Nicht an der vordersten Front, sondern in einer beobachtenden Rolle, um ein Erbe und die Wahrheit weiterzutragen. Sie lässt uns nicht die Opfer vergangener Aktivistinnen vergessen, ihre Namen und Taten, auch wenn vielleicht nur die Taten bekannt sind. Wir sind als Leser mitten im Geschehen und fühlen sowohl die Hoffnung auf Anerkennung der Menschlichkeit, als auch die Ungewissheit der wahrscheinlich kommenden Grausamkeiten. Wir verstehen, wieso es erst jetzt zu diesen Konflikten kommt, obwohl es gesellschaftlich durchaus schon länger hinter geschlossenen Türen liberaler zugeht. Am Schluss steht die Frage: will/kann man mehr machen? Muss man an vorderster Front stehen und sich für Themen einsetzen? Nila findet klare Worte: man kann sein Leben passiv leben, aber Bezeugung ist keineswegs passiv. Manchmal ist es genauso wichtig, Geschehnisse zugänglich für andere zu machen, ob zeitlich nachgelagert oder nicht. Und genau dafür bin ich Nila in ihrer Geschichte dankbar, denn nur dank ihrer Bezeugung wird der tägliche Kampf der Frauen im Iran für eine Frau wie mich in Deutschland oder sonst wo auf der Welt zugänglich.

"No woman is free until all women are free"
Ich wünschte man könnte dieses Buch lesen und dabei wissen, dass all das Geschichte ist, dass die Menschen im Iran frei wären. Aber das kann man nicht. Es ist unfassbar was Menschen, was Frauen ertragen müssen. Manchmal hat mir ein bisschen Kontext gefehlt, weil mein Wissen (leider) nicht sooo gut ist. Aber das kann man kaum als Kritik gegenüber dem Buch haben. Behaltet das einfach im Hinterkopf.
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»Wir alle sollten dieses Buch lesen, um den Mut, die Kraft und den unbändigen Stolz dieser Frauen des Irans zu verstehen und ihr Vermächtnis in die Welt zu tragen.« Austria Presse Agentur
»Dieses Buch zeigt auf bewegende Weise, wie sich äußere Gewalt im Inneren der Menschen auswirkt.«
Marica Bodro
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Ć
, Bilder und Zeiten, FAZ
»Ihr Bericht ist Poesie und Analyse zugleich. Und von schmerzhafter Aktualität.« NZZ
Nach dem Tod von Mahsa Jina Amini im September 2022, der landesweite Proteste auslöste, geht auch Nila auf die Straße. Die Angst ist der ständige Begleiter der Frauen, die gemeinsam für ihre Rechte kämpfen - bedroht und eingeschüchtert von der berüchtigten Sittenpolizei, die wahllos verhaftet, foltert und tötet.
Eindringlich und bewegend schildert Nila ihre persönlichen Erfahrungen als Aktivistin auf den Straßen Teherans und setzt diese in den Kontext einer langen Geschichte weiblicher Stärke in Iran.
Ein mutiges Zeugnis, das einen tiefen Einblick in die gegenwärtigen Proteste und die anhaltende Unterdrückung in Iran bietet.
»Sehr wütend, poetisch, politisch, aber auch sehr persönlich geschrieben.« RBB-Sendung Orte und Worte
»Die iranische Autorin und Aktivistin Nila schreibt unter Lebensgefahr und Internetsperre aus Teheran. Ihr neues Buch dokumentiert die "Frau, Leben, Freiheit"-Bewegung - und zeigt die Zerrissenheit der Opposition.« FAZ
Book Information
Author Description
Nila ist eine junge iranische Autorin, die anonym über ihre Erfahrung auf den Straßen Teherans während der Frauen. Leben. Freiheit.-Bewegung schreibt. Ihr bewegendes Zeugnis ist bereits in England, Frankreich und Italien erschienen.
Posts
Auf den Straßen Teherans von Nila ist ein intensiver, essayistischer Bericht aus dem Iran des Jahres 2022. Nila beschreibt eindrücklich den Alltag von Frauen zwischen Protest, Angst und Hoffnung – und bezeichnet sich selbst als Zeugin ihrer Zeit.
Ich bin regelrecht über dieses Buch gestolpert. Ich habe BookBeat geöffnet – und da war es einfach. Das Cover hat mich sofort angesprochen, obwohl nichts an diesem Thema meiner eigenen Lebensrealität entspricht. Der Iran ist weit weg von meinem Alltag. Und doch kenne ich Menschen aus dem Iran, die inzwischen in Europa leben. Vielleicht war es genau das, was mich neugierig gemacht hat. Auf den Straßen Teherans ist kein Roman im klassischen Sinn. Es ist ein literarischer Bericht, ein Essay, eine Chronik – und vor allem ein Zeugnis. Nila schreibt aus dem Jahr 2022, aus der Zeit der Proteste rund um „Frau, Leben, Freiheit“. Sie geht auf die Straße. Und sie beschreibt, was das bedeutet: Angst, Wut, Gewalt, Hoffnung, Blut. Was für mich selbstverständlich ist – mein Haar offen zu tragen, mich anzuziehen, wie ich möchte, ohne Vormund leben zu können, frei im Internet zu recherchieren oder spät abends allein unterwegs zu sein – ist für sie politisch. Jeder einzelne dieser Aspekte ist im Iran nicht einfach nur Alltag, sondern Ausdruck von Macht, Kontrolle und religiöser Gesetzgebung. Nila macht deutlich, wie sehr das politische System in den Körper eingreift. Der weibliche Körper wird zum Schlachtfeld. Kleidung wird Ideologie. Internet wird zur psychologischen Waffe. Zeugenschaft wird gefährlich. Besonders stark fand ich, dass sie sich selbst als „Zeugin“ bezeichnet. In einem System, in dem die Aussage einer Frau juristisch weniger zählt als die eines Mannes, bekommt dieses Wort eine enorme Kraft. Sie schreibt nicht nur über Proteste – sie dokumentiert sie. Ihr Text ist Widerstand. Gleichzeitig ist das Buch literarisch sehr dicht. Nila verwebt ihre persönlichen Erfahrungen mit persischer Mythologie, mit dem Schahnameh von Ferdowsi, mit historischen Ereignissen wie der Revolution von 1979 unter Ruhollah Khomeini und mit politischen Traumata wie dem Staatsstreich von 1953 gegen Mohammad Mossadegh. Sie zitiert iranische Dichter, verweist auf Märchen, Mythen, religiöse Traditionen. Und genau hier lag für mich auch die Schwierigkeit. Ich kenne das politische System des Iran nur oberflächlich: die Revolution Ende der 70er, ein religiöser Führer über der Politik, Zwangsverschleierung für Frauen. Mehr nicht. Ich kenne keine iranische Literatur, keine klassischen Gedichte, keine Mythen, keine Erzähltraditionen. Wenn sie auf kulturelle oder religiöse Motive anspielt, bleiben diese für mich oft nur angedeutet. Ich spüre, dass sie wichtig sind – aber ich kann sie nicht vollständig greifen. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass das Buch an manchen Stellen etwas mehr Kontext liefert. Mehr Erklärung. Mehr Einordnung. Nicht, um es einfacher zu machen – sondern um Leser:innen wie mir, die zwar Freundinnen aus dem Iran haben, aber nicht mit dieser Geschichte aufgewachsen sind, ein tieferes Verständnis zu ermöglichen. Vielleicht ist genau das aber auch Teil des Konzepts: Nila schreibt nicht für ein westliches Publikum, das alles erklärt bekommen muss. Sie schreibt aus einer inneren Perspektive. Aus einer geteilten kulturellen Erinnerung. Und wir als Außenstehende müssen uns anstrengen. Trotz dieser Hürden – oder vielleicht gerade deswegen – halte ich das Buch für extrem wichtig. Es öffnet einen Raum. Es zeigt, dass Protest nicht nur Parolen sind, sondern Alltag, Körper, Angst, Blut auf Asphalt. Es zeigt, dass politische Systeme nicht abstrakt sind, sondern Menschen betreffen – junge Mädchen, Familien, Freundschaften. Ich gebe dem Buch vier von fünf Sternen. Nicht, weil es inhaltlich schwach wäre – im Gegenteil. Sondern weil ich als Leserin gemerkt habe, wie oft ich an meine eigenen Wissensgrenzen gestoßen bin. Das hat mich teilweise frustriert. Gleichzeitig hat es mich dazu gebracht, mehr verstehen zu wollen. Und vielleicht ist genau das die größte Stärke dieses Buches: Es lässt einen nicht unberührt. Es lässt einen nicht bequem. Es zwingt einen, sich mit einer Realität auseinanderzusetzen, die weit entfernt scheint – und doch durch Menschen, die man kennt, plötzlich ganz nah wird. Ich wünsche mir für die Frauen im Iran – und überall auf der Welt –, dass sie eines Tages nicht mehr Zeuginnen von Gewalt sein müssen, sondern einfach nur leben dürfen. Ohne Angst. Ohne Vormundschaft. Ohne Zwang. Und dafür ist dieses Buch ein wichtiges Dokument.
Was ein emotionales Hörbuch 🥹
Ich habe wirklich null Berührungspunkte in meinem Leben mit dem Iran gehabt. Immer nur Hörensagen aus den Nachrichten und gerade deshalb denke ich, interessiert mich das Thema auch so. Jedenfalls ist mir dieses Hörbuch bei bookbeat entgegengesprungen und ich wusste sofort ich muss es anhören. Damit lag ich auch richtig, es war nämlich ein richtiger Augenöffner! 🥹 Das Buch ist essayähnlich geschrieben und es geht um das Erlebte einer Iranerin auf den Straßen und mitten im Volk in Teheran. Es geht um die Gedanken, die Ängste, den Mut und den Zwiespalt der Gesellschaft. Ich muss sagen es hat mich wirklich richtig berührt und gecrushed, es war einfach nur traurig, herzzereißend aber auch ein Aufweckruf. Vor allem hat es mich nachhaltig zum Nachdenken und fühlen angeregt und das ist immer ein ganz tolles Zeichen bei einem Buch finde ich ❤️ Fazit: Ein sehr bewegendes und trauriges Buch, welches man aber unbedingt gelesen haben sollte wenn man sich für den Iran, Krieg, Religion oder Feminismus interessiert.

Immer wieder fühle ich maximale Dankbarkeit in so einem Land geboren und aufgewachsen zu sein. Meine Tochter wächst in einem guten, freien Umfeld auf- auch, wenn bei uns nicht alles gut ist und Gleichberechtigung noch lange nicht erreicht ist. Dieses Buch hat mich wieder zutiefst berührt und ich bewundere den Mut dieser Frauen, wo Angst vor schlimmen Repressalien ein ständiger Begleiter ist. Wie immer bleibe ich schockiert und sprachlos zurück und hoffe, dass sich diese untragbare und unerträgliche Situation endlich zum Besseren verändert.
Auf den Straßen Teherans von Nila Ich habe dieses Hörbuch gerade beendet und bin ehrlich gesagt noch ziemlich aufgewühlt. Nila nimmt uns mit direkt in den Iran, mitten in die Proteste nach dem Tod von Mahsa Jina Amini. Es ist kein klassisches Buch über Politik, sondern es geht um das echte Leben: Wie es sich anfühlt, wenn die eigene Straße plötzlich zum Schlachtfeld wird, wie Frauen dort alles riskieren und wie die ständige Angst sich in den Alltag frisst. Man spürt diesen krassen Kontrast zwischen der Gewalt und dem unglaublichen Zusammenhalt der Menschen. Beim Hören war ich sofort emotional gepackt. Es gibt keine Distanz , die Erzählweise ist so nah dran, dass man das Gefühl hat, direkt neben ihr zu stehen. Diese Zerrissenheit zwischen dem wahnsinnigen Mut und der nackten Panik zieht sich durch jede Minute und hat mich richtig durchgeschüttelt. Was mich besonders beschäftigt hat, ist dieser enorme Kraftaufwand: Allein der Gedanke, das Haus zu verlassen und auf die Straße zu gehen, verlangt einem alles ab. Ich musste das Hörbuch zwischendurch immer wieder ausmachen und tief durchatmen. Nicht, weil die Geschichte schwer zu verstehen ist, sondern weil die Intensität einen schlichtweg überrollt - die Gewalt, die Unterdrückung, der Mut als Frau zu leben. Das ist keine Geschichte, die man hört und dann einfach zur Tagesordnung übergeht. Die Bilder bleiben im Kopf, weil sie zeigen, dass das alles kein Film ist, sondern bittere Realität ; es geht um die Schicksale von Menschen, die genau wie wir einfach nur in Freiheit leben wollen. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

»Hijabs sind wie das Benzin unserer Molotow-Cocktails: Treibstoff für die Revolution.«
Nila, eine junge Aktivistin, schildert unter diesem Pseudonym das, was täglich im Iran geschieht. Dabei blickt sie nicht nur auf die vergangenen Jahre seit dem Mord an Jina Mahsa Amini, sondern gibt kurze Exkurse, die viel weiter zurückreichen und deutlich zeigen, dass dieses Land neben zu verachtender Unterdrückung noch etwas besonderes kann – Mut. Mut, das eigene Leben zu riskieren, weil es für viele unter diesen Umständen verständlicherweise nicht einmal mehr lebenswert erscheint und sie dafür kämpfen, dass sich alles ändert. Diesen Mut haben ausgerechnet die, die vom religiösen und darauf fußendem patriarchalen System am meisten unterdrückt werden und deren Körper von anderen beherrscht werden. Ihre Verweigerung ist Protest. Neben bereits Bekanntem war für mich auch vieles neu, z.B. die Kettenmorde, die drastisch aufzeigen, was mit Kritiker*innen geschah und worauf auch heute immer noch, bzw. wieder zurückgegriffen wird, um das Regime aufrecht zu erhalten. Damit es jedoch erst gar nicht zum Hinterfragen des Regimes kommt, wollte man stets moderne Schulen verhindern, sodass Kinder nicht mehr außer das Nötigste lernen und keinesfalls von Wissenschaften hören, welche die Macht Gottes in Frage stellten. Heutzutage bieten die sozialen Medien noch mehr Chancen, um Wissen zu erlangen und die eigene Welt mit kritischem Blick zu betrachten. Doch das Regime versucht alles, um das zu unterbinden, reagiert mit Einschüchterung und – wie immer – mit Gewalt. In dem bereichernden Vorwort schildert Natalie Amiri u.a. was für ein wichtiges Gut Freiheit sei und dass sie keinesfalls selbstverständlich ist. Umso wütender macht es mich, was auf der Welt passiert, wir davon wissen und anstatt zu handeln, auch unsere eigene Freiheit bedrohen lassen. Jedes dieser Leben, das gewaltsam vernichtet wurde und alle, die es tagtäglich riskieren und in dessen Hinblick gegen Religion, Regime, Patriarchat und Familie aufbegehren, ist eines zu viel. Es schmerzt. Es macht wütend. Und am Schlimmsten ist unsere Gleichgültigkeit.

Seitdem ich mit meinem Freund zusammen bin, der Iraner ist, bekomme ich vieles aus erster Hand über die Situation im Iran mit. Er verfolgt täglich die Nachrichten aus seiner Heimat. Trotzdem hat mich dieses Buch auf eine Weise getroffen, mit der ich nicht gerechnet habe. Es hat mich traurig gemacht und vor allem unglaublich wütend. „Auf den Straßen Teherans“ zeigt auf erschütternde Weise, wie ein Regime die Menschenwürde mit Füßen tritt. Wie viele unschuldige Menschen verfolgt, eingesperrt oder sogar getötet wurden, nur weil sie frei leben wollen. Dinge, die für uns selbstverständlich sind wie unsere Haare offen zu tragen, unsere Meinung zu sagen, selbst zu entscheiden, wie wir leben, können für Frauen im Iran lebensgefährlich sein. Allein dieser Gedanke macht sprachlos. Doch es sind nicht nur Frauen, die unter diesem System leiden. Es sind auch all die Menschen, die sich nicht unterdrücken lassen wollen. Menschen, die frei denken, frei leben und frei entscheiden möchten. Menschen, die einfach nur ein normales Leben führen wollen – ohne Angst. Nila hat unglaublich viel Mut bewiesen, dieses Buch zu schreiben. Man spürt in jeder Zeile die Verzweiflung, aber auch die Stärke der Menschen, die sich nicht brechen lassen wollen. Obwohl das Buch nur etwa 150 Seiten hat, fühlt es sich emotional viel größer an. Jede Seite geht unter die Haut. Die Proteste dauern weiterhin an, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass die Menschen im Iran eines Tages die Freiheit bekommen, für die sie so mutig kämpfen. Dieses Buch macht wütend, aber es erinnert auch daran, wie wichtig es ist, hinzuschauen und nicht zu vergessen.
Wichtig!
"Wir wussten, wenn wir jetzt nicht raus gehen, dann sind wir morgen diejenigen, die verhaftet, getötet, hingerichtet [...] werden" Die "Frau. Leben. Freiheit. Bewegung" als Zeitzeuginnenbericht. Nila ist ein der AktivistInnen, die nach dem Tod von Jina Mahsa Amini 2022 auf die Straßen Teherans gegangen sind und sie erzählt uns in diesem Text, was es heißt, im Iran seine freie Meinung zu äußern, zu kritisieren, zu demonstrieren. Und mit jedem Wort sein Leben zu riskieren. Die Grausamkeit, mit der das Regime unterdrückt und zum Schweigen bringt, sind kaum in Worte zu fassen, doch Nila (ihren wahren Namen zu nennen, wäre zu gefährlich) tut es. Eine Grausamkeit, die foltert, tötet und sich die Körper der Toten von den Familien bezahlen lässt. Nila erzählt uns die Geschichte starker Frauen im Iran, die natürlich nicht erst 2022 begann. Dieser Text ist ein Brief an uns, der erklärt, Augen öffnet und voller Kraft steckt. Und der uns zeigt, dass Freiheit keine Selbverständlichkeit ist. Mit einem Vorwort von Natalie Amiri.
Wichtig!
Auf den Straßen Teherans ist ein bewegendes und zugleich aufrüttelndes Werk, das sich mit der Lebensrealität von Frauen im Iran auseinandersetzt. Besonders in der Hörbuchfassung entfaltet die Geschichte eine unmittelbare Wirkung: Man hört zu und kann sich der Intensität der geschilderten Erfahrungen kaum entziehen. Die persönlichen Schicksale, die gesellschaftlichen Zwänge und die politische Dimension greifen ineinander und machen deutlich, wie komplex und belastend die Situation für viele Frauen im Iran ist. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Land berührt einen das Thema sehr. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen die eigene Perspektive hinterfragen. Das Buch leistet damit einen wichtigen Beitrag, um Aufmerksamkeit für ein Thema zu schaffen, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Das Hörbuch selbst ist mit etwa zwei Stunden allerdings recht kurz geraten. Es bietet einen guten Überblick und ermöglicht einen schnellen Zugang zum Thema, geht jedoch an manchen Stellen nicht so sehr in die Tiefe, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Einige Aspekte hätten ausführlicher beleuchtet werden können, um die Hintergründe noch besser zu verstehen. Insgesamt halte ich „Auf den Straßen Teherans“ für ein wichtiges und berührendes Werk, das auf ein zentrales gesellschaftliches Problem aufmerksam macht. Trotz der thematischen Relevanz und der emotionalen Wirkung würde ich persönlich etwa drei von fünf Sternen vergeben – weniger aus Kritik am Anliegen, sondern weil die Kürze des Hörbuchs einen etwas unvollständigen Eindruck hinterlässt.
Kurz, eindrücklich und super aktuell
Auf den Straßen Teherans von Nila ist ein sehr kurzes Buch, fast schon wie ein Essay. Darin beschreibt sie als Aktivistin, wie das Leben, vor allem für Frauen, im Iran im Jahr 2022 aussieht. Gerade durch die aktuellen Entwicklungen ist das Buch extrem relevant und fühlt sich wichtiger denn je an. Ich fand es sehr spannend und auch sprachlich wirklich stark, teilweise richtig wortgewaltig. Mein einziger Kritikpunkt: Es ist einfach sehr kurz. Ich hätte mir wie immer mehr Tiefe, mehr Hintergrund und insgesamt mehr Umfang gewünscht. Trotzdem definitiv lesenswert und ein wichtiger Einblick.
Hat mich unterwegs verloren
Dieses Buch ist eine Art Essay-Sammlung der Autorin. Teilweise werden Ereignisse, Momente oder auch nur ein Gedanke festgehalten. Dadurch hatte ich leider ab und an Probleme den roten Faden nicht zu verlieren. Dennoch ein lohnenswertes Buch, welche die noch immer anhaltenden Proteste im Iran aus dem Alltag darstellt. Es wird komplett auf äußere Beschreibungen verzichtet und so der Fokus auf das eigentliche Thema gelegt. Ich konnte auch einiges über die Geschichte des Irans lernen. Ich habe nun ein noch tiefers Verständnis dafür, dass Freiheit immer ein Privileg sein wird.
Eine ergreifende Erzählung mit Einblicken mitten hinein in das Auge des Sturms im Kampf um Gleichberechtigung im Iran.
Ergreifend, bildlich stark, hoffnungsvoll - diese Worte hätte ich nicht erwartet, als ich mich für dieses Buch entschieden habe. Teheran ist für eine Frau in Deutschland sehr weit weg, und genau deshalb habe ich in dieses Hörbuch reingehört, um mehr über die Kultur und das Leben im Iran zu erfahren. Überrascht wurde ich dann von den blumig, fesselnden Worten einer Aktivistin, die sich für Gleichberechtigung im Iran einsetzt. Nicht an der vordersten Front, sondern in einer beobachtenden Rolle, um ein Erbe und die Wahrheit weiterzutragen. Sie lässt uns nicht die Opfer vergangener Aktivistinnen vergessen, ihre Namen und Taten, auch wenn vielleicht nur die Taten bekannt sind. Wir sind als Leser mitten im Geschehen und fühlen sowohl die Hoffnung auf Anerkennung der Menschlichkeit, als auch die Ungewissheit der wahrscheinlich kommenden Grausamkeiten. Wir verstehen, wieso es erst jetzt zu diesen Konflikten kommt, obwohl es gesellschaftlich durchaus schon länger hinter geschlossenen Türen liberaler zugeht. Am Schluss steht die Frage: will/kann man mehr machen? Muss man an vorderster Front stehen und sich für Themen einsetzen? Nila findet klare Worte: man kann sein Leben passiv leben, aber Bezeugung ist keineswegs passiv. Manchmal ist es genauso wichtig, Geschehnisse zugänglich für andere zu machen, ob zeitlich nachgelagert oder nicht. Und genau dafür bin ich Nila in ihrer Geschichte dankbar, denn nur dank ihrer Bezeugung wird der tägliche Kampf der Frauen im Iran für eine Frau wie mich in Deutschland oder sonst wo auf der Welt zugänglich.

"No woman is free until all women are free"
Ich wünschte man könnte dieses Buch lesen und dabei wissen, dass all das Geschichte ist, dass die Menschen im Iran frei wären. Aber das kann man nicht. Es ist unfassbar was Menschen, was Frauen ertragen müssen. Manchmal hat mir ein bisschen Kontext gefehlt, weil mein Wissen (leider) nicht sooo gut ist. Aber das kann man kaum als Kritik gegenüber dem Buch haben. Behaltet das einfach im Hinterkopf.

























