Ein Winter in Paris

Ein Winter in Paris

Hardback
3.831
TrauerBeziehungSohnFreundschaft

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Description

Victor hat die Provinz hinter sich gelassen und ist zum Studium nach Paris gezogen. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, der Druck an der Uni ist hoch. Victor ist einsam und fühlt sich unsichtbar. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht Victor hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich wird er, der einzige Freund des Opfers, sichtbar. Seine Kommilitonen interessieren sich plötzlich für ihn, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinem eigenen Vater nie hatte. „Ein Winter in Paris“ ist ein sensibles und zärtliches Buch über das, was uns Menschen zusammenhält.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
192
Price
19.60 €

Author Description

Jean-Philippe Blondel wurde 1964 im französischen Troyes geboren, wo er auch heute als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie lebt. Sein Roman 6 Uhr 41 (Deuticke 2014) wurde ein Bestseller. Auf Deutsch erschienen außerdem die Romane "Zweiundzwanzig", "Direkter Zugang zum Strand", bei Deuticke This is not a love song (2016), Die Liebeserklärung (2017) und Ein Winter in Paris (2018).

Posts

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All
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Ein Winter in Paris „Wir halten wesentlich mehr aus, als wir immer denken.“ „Geblieben waren nur sein Schrei und der dumpfe Aufprall des Körpers auf dem Steinboden.“ Hier geht es um Tod, Verlust, Einsamkeit und Leistungsdruck. Zugleich um Freundschaft, Wertschätzung und das Warum. Mathieu hat sich urplötzlich in den Tod gestürzt und zurück bleiben geschockte Studenten, traurige Eltern, ein zartes Band der Freundschaft und viele Fragen. War der Lehrer schuld, der ihn immer nur als Versager gesehen hat? War die Scheidung seiner Eltern die Ursache? Oder die Freunde die er vermeintlich nicht hatte? Die Geschichte hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Doch auch wenn das Buch relativ dünn ist, muss man sich beim Lesen etwas konzentrieren.

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5

Victor ist in seinem zweiten Jahr am renommierten Lycee D. Er hat seine Eltern und sein Städtchen in der Provinz verlassen, um nach Paris zu gehen und Lehrer zu werden. Doch unter seinen Klassenkameraden ist er stets der Außenseiter geblieben; der, der nicht so recht zu den anderen passen will. Mathieu aus dem ersten Jahr scheint es ähnlich zu gehen, auch er hat seinen Platz noch nicht gefunden. Die beiden treffen sich fast täglich beim Rauchen - mal wechseln sie ein paar Worte über den Konkurrenzdruck, über ihre Ängste oder über ihr altes Leben, mal schweigen sie einfach nur gemeinsam. Victor fasst sogar den Gedanken, Mathieu einzuladen, seinen Geburtstag in ein paar Tagen mit ihm zu feiern. Doch dann passiert das nicht einmal Unerwartete, aber dennoch Undenkbare: Mathieu stürzt sich vor den Augen seiner Kommilitonen in den Tod und Victor bleibt, wieder einmal, allein zurück. Mathieus Suizid bringt das Leben am Lycee völlig durcheinander. Lehrer Clauzet, bekannt dafür, seine Studenten mit höhnischen Kommentaren zu quälen, gerät ins Kreuzfeuer, der Rektor in Zugzwang. Schnell werden alle für einige Zeit vom Unterricht befreit, um trauern zu können, aber Victor ist hin- und hergerissen. Eigentlich kannte er Mathieu zu wenig, um wirklich traurig zu sein; dennoch macht der Tod des Jungen ihn noch einsamer, als er sowieso schon ist. Dann beginnen auf einmal Victors Klassenkameraden Interesse an ihm zu finden, dem "Freund" von Mathieu. Und er, der er vorher beinahe unsichtbar war, wird nun zu Parties eingeladen und mehrere Personen buhlen um seine Freundschaft und mehr. Als noch Mathieus Vater auftaucht, auf der Suche nach Antworten, beginnt Victor sich mit diesem zu treffen. Immer mehr Zeit verbringen die beiden miteinander. Mathieus Vater schwelgt in jeder noch so kleinen Erinnerung an den verlorenen Sohn, während Victor sich vorstellt, wie es wäre, wenn er einen Vater wie diesen hätte. Einen, der versteht, was ihm Literatur und Wissen bedeuten. Dabei geraten beide immer tiefer in einen Strudel, der droht, sie in die Tiefe zu reißen. Es ist ein leiser Roman, den Blondel uns hier präsentiert. Abgesehen von dem großen Ereignis zu Beginn sind es eher viele kleine Vorkommnisse und Gespräche, die die Handlung vorantreiben. Sprachlich gekonnt, voller Bilder und Vergleiche wird hier erzählt, was Suizid mit denen macht, die zurückgelassen werden. Es geht um Einsamkeit, Wut, Selbstzweifel, aber auch um den Versuch, Lücken zu schließen. Sei es die Lücke, die ein geliebter Sohn hinterlässt oder, wie im Fall von Victor, diejenige von Eltern, die sich immer weiter von ihrem Sohn entfernen. Der Autor wagt es aber auch, ein Tabu zu brechen, nämlich im Zusammenhang von Suizid auch von Vorteilen, gar von Profit zu sprechen. Denn genau das ist es, was Victor tut, er profitiert. Mathieus Tod bringt ihm neue Freundschaften, Erfolg bei den Frauen und für eine gewisse Zeit lang auch einen Ersatzvater. Doch all dies treibt den jungen Mann nur noch mehr in die Einsamkeit. Es ist, als ob alle nur eine Vorstellung von ihm haben, die sie sich nach Belieben anpassen: der bemitleidenswerte, zurückgelassene Freund; der Sohn, den man gerne gehabt hätte - bei all dem bleibt eines auf der Strecke: Victor selbst, seine Wünsche, seine Zukunft. Nur er selbst kann sich aus diesen Verstrickungen befreien. Wird ihm das gelingen? Oder ist es schon lange zu spät? Fazit: ein Roman voller Wahrheit, Einsamkeit und Hoffnung zugleich

3

"Romane haben die Eigenschaft, den Leser dazu zu verführen, auf den Schlaf zu verzichten." Dieses wunderschöne Zitat trifft leider nicht auf das Buch selbst zu. Es liest sich total gut, aber ich habs ein halbes Jahr pausiert und das war auch ok. Wusste dafür aber noch ziemlich genau, was bis dahin passiert war... also: super lesbar, aber inhaltlich nicht hard-hitting enough.

5

Zart, fast zärtlich und doch mit einer unterschwelligen Kraft, die einem Erdbeben gleichkommt, ist die Wirkung dieses kurzen Romans auf den Leser. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenden, der durch den Tod eines anderen ein neuer Mensch wurde. Der erwachsene Ich-Erzähler Victor, mittlerweile Lehrer, Vater und erfolgreicher Schriftsteller, bekommt in der Rahmenhandlung einen Brief aus der Vergangenheit. In der Folge beginnt die Haupthandlung, in der Victor seine Geschichte erzählt. Obwohl das Buch "Ein Winter in Paris" heißt, ereignet sich das einschneidende Erlebnis in Victors Leben bereits im Oktober des Jahres 1984. Der junge Mathieu Lestaing stürzt sich aus dem Fenster des Elitegymnasiums in Paris, das auch Victor besucht, in den Tod. Victor, der sich seit kurzem mit Mathieu angefreundet hat, wird Zeuge dieses Suizids, der sein Leben für immer verändern wird. Der Suizid des “Vielleicht-Freundes” wird zum Katalysator für Victors Lebensmut, das ungestüme Aufbäumen eines "Jetzt-erst-recht". Die Pläne von Schriftstellerei und Globetrottertum manifestieren sich im jugendlichen Gehirn des Ich-Erzählers. Er denkt über die Verortung des eigenen Ichs in diesem Universum nach. Gleichzeitig plagen ihn die Zweifel, der Gegenwind des konservativen Lehrkörpers, seine Entfremdung von der heimatlichen Provinz, das schwierige, wenig innige Verhältnis zu seiner Familie, die ihm intellektuell nicht mehr gewachsen scheint. Für Victor tun sich in der Konsequenz des Selbstmordes von Mathieu allerdings auch neue Allianzen auf. Er, der vorher ein ganzes Jahr als Einzelgänger in Paris und an seiner Schule unterwegs war, wird plötzlich von Mitschülern wahrgenommen, die ihn bislang ignoriert hatten. Eine für ihn scheinbar erfreuliche, auf den zweiten Blick aber doch erschreckende Dynamik. Ihn umgibt nunmehr die Aura des Anziehenden und Mysteriösen durch die Verbindung mit dem Toten. Zwei Schüler des Lycées interessieren sich zeitweise etwas mehr für den Menschen hinter der Fassade des "Freundes des Toten": Armelle und Paul. Die zentrale Beziehung, die sich schließlich neu für Victor entwickelt, ist aber die zu Mathieus verzweifeltem Vater Patrick. Der Mittvierzieger und der Schüler an der Schwelle zum Erwachsensein freunden sich an und philosophieren über die Hintergründe von Mathieus Freitod und dann zunehmend auch über Gott und die Welt. Die Erzählweise dieses Kurzromans ist unaufgeregt, fast nüchtern. Gleichzeitig ist sie ungemein atmosphärisch und innig. Das herbstliche und schließlich winterliche Paris sowie die Geschehnisse rund um den Suizid werden durch Victors Sicht perspektivisch gebrochen. Durch eine gleichsam poetische Brille wird diese besondere Zeit in Victors Leben durch den Ich-Erzähler reflektiert, wodurch seine Gedankenwelt für den Leser unmittelbar zugänglich wird. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen Suizid einzig aus der Perspektive der Hinterbliebenen beleuchtet. Mathieu selbst lernt der Leser nur in der Spiegelung seiner Umwelt kennen - ein Zerrbild. Nicht der Selbstmörder steht also im Vordergrund, sondern die, die mit ihm - mehr oder auch weniger - zu tun hatten. Ein hervorragendes, ein wichtiges Buch, das das Leben, das Überleben feiert, trotz allem. Ein Satz hallt besonders in mir nach: "Ich verspürte eine unbändige Lust zu leben." (S. 154)

5

Victor ist Sudent in Paris und hat bisher nicht wirklich Anschluss gefunden. Als sein Kommilitone, den Viktor flüchtig kannte, Selbstmord begeht, verändert sich sein Leben radikal. Deshalb wird Victor nach dem Selbstmord für viele seiner Kommilitonen interessant und Paul, ein beliebter Student, freundet sich mit ihm an. Auch beginnt Viktor mit dem Vater des Opfers viel Zeit zu verbringen und lange Gespräche zu führen.Die Geschichte erzählt wie sich das Leben von Victor grundlegend verändert und wie Viktor den Sinn seines Lebens hinterfragt, nachdem sein Kommilitone Selbstmord begangen hat.

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"Romane haben die Eigenschaft, den Leser dazu zu verführen, auf den Schlaf zu verzichten." Dieses wunderschöne Zitat trifft leider nicht auf das Buch selbst zu. Es liest sich total gut, aber ich habs ein halbes Jahr pausiert und das war auch ok. Wusste dafür aber noch ziemlich genau, was bis dahin passiert war... also: super lesbar, aber inhaltlich nicht hard-hitting enough.

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