Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute
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Description
Im Herbst 1962 nahm Theodor W. Adorno an einer Tagung des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit teil, auf der er über die Bekämpfung des Antisemitismus sprach. Dieser Vortrag hat in seiner dichten und äußerst vielschichtigen Analyse nichts an Aktualität eingebüßt.
Vor dem Hintergrund der Schuldabwehr und des »sekundären Antisemitismus« der deutschen Nachkriegsgesellschaft begreift Adorno den Antisemitismus als zentrales Bindemittel rechtsradikaler Bewegungen, das die diversen Strömungen eines militanten und exzessiven Nationalismus vereint. Er ist das »Gerücht über die Juden«, das halböffentliche Getuschel, mit dem sich die autoritäre Persönlichkeit zum Opfer stilisiert. Antiintellektualismus und Konformismus sind seine Triebfedern, und mit dem Rassismus teilt er eine identische Struktur. Zugleich warnt Adorno vor einer Idealisierung und Verkitschung der Juden und des Judentums im Kampf gegen den Antisemitismus und plädiert für unverbrüchliche Treue zur Wahrheit im Umgang mit den historischen sowie politischen Realitäten.
Ein antiautoritäres Erziehungsprogramm zur Prävention antisemitischer Charakterbildung und hartes Durchgreifen bei antisemitischen Ausbrüchen sind die einander ergänzenden Elemente der Bekämpfung des Antisemitismus damals wie heute. Ein Nachwort von Jan Philipp Reemtsma zeigt die Bedeutung dieser brillanten Analyse für unsere Gegenwart.
Book Information
Author Description
Theodor W. Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren und starb am 06. August 1969 während eines Ferienaufenthalts in Visp/Wallis an den Folgen eines Herzinfarkts. Von 1921 bis 1923 studierte er in Frankfurt Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft und promovierte 1924 über Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie. Bereits während seiner Schulzeit schloss er Freundschaft mit Siegfried Kracauer und während seines Studiums mit Max Horkheimer und Walter Benjamin. Mit ihnen zählt Adorno zu den wichtigsten Vertretern der »Frankfurter Schule«, die aus dem Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt hervorging. Sämtliche Werke Adornos sind im Suhrkamp Verlag erschienen.
Posts
>> „Es sei nun so lange Zeit vergangen, dass man endlich einen Schlussstrich zu ziehen habe“ ; ein Argument, das immer von denen vorgebracht wird, die das größte Interesse an einem solchen Schlussstrich haben. Zu antworten wäre nur, dass, solange eine Gesinnung fortlebt, die der gleicht, die das Grauen verübt hat, der Schlussstrich selber noch unzeitgemäß ist. << Auch wenn der Vortrag Adornos, welcher die Grundlage dieses Textes ist, aus dem Jahr 1962 stammt, so hat er an Aktualität nur wenig eingebüßt. Und wahrscheinlich sind auch heute noch viele Ursachen für antisemitisches Denken in den gleichen Ursprüngen zu finden, wie damals.
Wirkt als wäre es für heute gemacht
Ein knappes, konkretes, ernüchterndes und motivierendes Buch, das auch heute noch sehr hilfreich sein kann. Anitisemiten wird man nicht umstimmen können. Antisemitische Gedanken vielleicht schon. Und vor allem kann man dem Umfeld eben dieser als Beispiel voran gehen das zeigt, dass es demokratischere und sozialere, dass es humanere Alternativen gibt.
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Im Herbst 1962 nahm Theodor W. Adorno an einer Tagung des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit teil, auf der er über die Bekämpfung des Antisemitismus sprach. Dieser Vortrag hat in seiner dichten und äußerst vielschichtigen Analyse nichts an Aktualität eingebüßt.
Vor dem Hintergrund der Schuldabwehr und des »sekundären Antisemitismus« der deutschen Nachkriegsgesellschaft begreift Adorno den Antisemitismus als zentrales Bindemittel rechtsradikaler Bewegungen, das die diversen Strömungen eines militanten und exzessiven Nationalismus vereint. Er ist das »Gerücht über die Juden«, das halböffentliche Getuschel, mit dem sich die autoritäre Persönlichkeit zum Opfer stilisiert. Antiintellektualismus und Konformismus sind seine Triebfedern, und mit dem Rassismus teilt er eine identische Struktur. Zugleich warnt Adorno vor einer Idealisierung und Verkitschung der Juden und des Judentums im Kampf gegen den Antisemitismus und plädiert für unverbrüchliche Treue zur Wahrheit im Umgang mit den historischen sowie politischen Realitäten.
Ein antiautoritäres Erziehungsprogramm zur Prävention antisemitischer Charakterbildung und hartes Durchgreifen bei antisemitischen Ausbrüchen sind die einander ergänzenden Elemente der Bekämpfung des Antisemitismus damals wie heute. Ein Nachwort von Jan Philipp Reemtsma zeigt die Bedeutung dieser brillanten Analyse für unsere Gegenwart.
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Theodor W. Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren und starb am 06. August 1969 während eines Ferienaufenthalts in Visp/Wallis an den Folgen eines Herzinfarkts. Von 1921 bis 1923 studierte er in Frankfurt Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaft und promovierte 1924 über Die Transzendenz des Dinglichen und Noematischen in Husserls Phänomenologie. Bereits während seiner Schulzeit schloss er Freundschaft mit Siegfried Kracauer und während seines Studiums mit Max Horkheimer und Walter Benjamin. Mit ihnen zählt Adorno zu den wichtigsten Vertretern der »Frankfurter Schule«, die aus dem Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt hervorging. Sämtliche Werke Adornos sind im Suhrkamp Verlag erschienen.
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>> „Es sei nun so lange Zeit vergangen, dass man endlich einen Schlussstrich zu ziehen habe“ ; ein Argument, das immer von denen vorgebracht wird, die das größte Interesse an einem solchen Schlussstrich haben. Zu antworten wäre nur, dass, solange eine Gesinnung fortlebt, die der gleicht, die das Grauen verübt hat, der Schlussstrich selber noch unzeitgemäß ist. << Auch wenn der Vortrag Adornos, welcher die Grundlage dieses Textes ist, aus dem Jahr 1962 stammt, so hat er an Aktualität nur wenig eingebüßt. Und wahrscheinlich sind auch heute noch viele Ursachen für antisemitisches Denken in den gleichen Ursprüngen zu finden, wie damals.
Wirkt als wäre es für heute gemacht
Ein knappes, konkretes, ernüchterndes und motivierendes Buch, das auch heute noch sehr hilfreich sein kann. Anitisemiten wird man nicht umstimmen können. Antisemitische Gedanken vielleicht schon. Und vor allem kann man dem Umfeld eben dieser als Beispiel voran gehen das zeigt, dass es demokratischere und sozialere, dass es humanere Alternativen gibt.






