Das Pferd im Brunnen

Das Pferd im Brunnen

Softcover
3.435

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Description

Alles beginnt in einer kleinen Wohnung mit Schaukelstuhl in einem russischen Kurort bei Kasan, in dem einst Stalin seine Sommer verbrachte. Hierhin kehrt Walja nach dem Tod ihrer Großmutter Nina zurück. Walja, die schon lange in Deutschland lebt, begibt sich auf Spurensuche, versucht zu verstehen, wo sie selbst herkommt. Sie erinnert sich an die Frauen, mit denen sie aufwuchs, grundverschieden, aber einig in ihrer Abscheu gegen jede Abhängigkeit: Da ist die Urgroßmutter Tanja, die Walja als Kind in einer gefährlichen Nacht-und-Nebel-Aktion taufen ließ. Und natürlich Nina mit dem zielstrebigen Gang und dem koketten Kirschmund, die notorisch log und alle um sie herum einen Kopf kleiner werden ließ. Erst viel später erfährt Walja von Ninas hartem Schicksal. Und beginnt zu verstehen, wie sehr diese zwei Welten sie prägten – ihre Jugend im norddeutschen Dorf an der B77 und die Wohnung ihrer Kindheit in Kasan.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
192
Price
14.40 €

Author Description

Valery Tscheplanowa ist als Schauspielerin an den wichtigsten deutschen Bühnen zu sehen, sie tritt in Kino- und Fernsehfilmen auf und wurde als Buhlschaft im «Jedermann» der Salzburger Festspiele gefeiert. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kunstpreis Berlin und als Schauspielerin des Jahres 2017. Geboren 1980 im sowjetischen Kasan, kam sie mit acht Jahren nach Deutschland. Über ihren ersten Roman, «Das Pferd im Brunnen», schrieb die Süddeutsche Zeitung: «Tscheplanowas Debüt ist nicht weniger Ereignis als ihr Spiel – roh, durchscheinend, kristallklar und mit einer kühlen Strenge, die sie seltsam weise wirken lässt. Wunderbar.» Valery Tscheplanowa lebt in Berlin.

Posts

9
All
3

An sich war die Familiengeschichte auch auf den wenigen Seiten gut beschrieben, aber mir hat einfach das episodische Erzählen nicht zugesagt. War einfach nicht mein Fall.

4

Danke Elke Heidenreich für diese Buchempfehlung.

Ein kleines Buch über vier russische Frauen in einer Familie. Ich habe es an einem Tag gelesen und fand sowohl die Protagonistinnen als auch deren Geschichte gelungen geschrieben. Man muß manchmal zwischendem Zeilen lesen, dass hat mir besonders gefallen. Ich kann es genauso weiterempfehlen. Daumen hoch!

3

Interessante Familiengeschichte, die vier Frauen episodenhaft durch das Russland der letzten Jahrzehnte begleitet. Mir fehlte leider manchmal ein bisschen der rote Faden. Der Schreibstil war angenehm, an einigen Stellen hat er geglänzt, den Rest der Zeit war er im besten Sinne unauffällig.

4.5

Mit gerade mal 190 Seiten beweist Valery Tscheplanowa, dass ein starker Familienroman nicht unbedingt viele Seiten braucht (looking at you Thomas Mann). In ihrem autobiographisch inspirierten Debütroman »Das Pferd im Brunnen« porträtiert Tscheplanowa eine unglaublich beeindruckende Familiengeschichte in deren Mittelpunkt vier Frauenschicksale stehen. Wir bewegen uns durch Russland im 20. und 21. Jahrhundert, vom Zweiten Weltkrieg, der Perestroika bis in die Gegenwart. Dabei lernen wir in verschiedenen Episoden vier Generationen kennen: Die Ich-Erzählerin Walja, ihre Mutter Lena, Großmutter Nina und Urgroßmutter Tanja. Zugegeben, ich habe am Anfang etwas gebraucht, um die Figuren trotz ständiger unchronologischer Zeitsprünge auseinander halten zu können. Doch dann konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Tscheplanowa hat mich mit ihrem bildgewaltigen und eindringlichen Schreibstil bis zum Ende gefesselt. Es ist die Geschichte von starken und unabhängigen Frauen. Frauen, die es nicht leicht hatten und zu Überlebenskünstlerinnen wurden. Frauen, die ihre Träume, Liebe und Sehnsüchte nicht zeigen durften. Frauen, die ihre Heimat verließen. Dieser Roman braucht nicht viele Seiten, kein Tamtam. Er besticht mit leichter Melancholie und zarter Poesie. Valery Tscheplanowa hat ein wirklich großartiges Debüt hingelegt und ich hoffe, wir werden in Zukunft noch Einiges von ihr lesen dürfen!

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3.5

Ein einzigartiges Buch mit besonderer Struktur. Erzählt wird die Geschichte einer russischen Familie über mehrere Generationen, genauer die der Frauen. Dabei folgt die Geschichte keinem roten Faden, die Kapitel wechseln stets die Erzählperspektive und springen unchronologisch durch die Zeit. Somit entsteht langsam ein Flickenteppich aus Erinnerungen. Einen übergreifenden Plot gibt es nicht, es wird eher ein Gefühl transportiert. Meist ging dieses Gefühl bei mir Richtung Bedrückung, was ich aber sehr passend fand. Unterstrichen wird das Ganze von wirklich schöner Sprache. Aufgefallen sind mir auch die liebevollen und realitätsnahen Details zur russischen Kultur, die ich selbst aus meiner Kindheit kenne. Auch wenn ich die Sowjetzeit nie selbst miterlebt habe, fühle ich mich durch dieses Buch meiner upsprünglichen Heimat ein Stück näher. Abzug gibt es, weil die reine Atmosphäre für mich dann doch nicht gereicht hat und ich mir einen prägnanteren Plot gewünscht hätte. Alles in allem ein gelungenes Buch, aber auch kein Must-Read.

3

Sprachlich mein Geschmack, inhaltlich hat es mich mehr als einmal durcheinander gebracht.

📌 "In jedem Schädel schreibt wohl ein Erzähler für einen einzigen Leser eine Geschichte, deren Ende der Schreibende nicht kennt." (S. 111)  Inhalt: Die Familiengeschichte von vier russischen Frauen in unterschiedlichen Generationen, die sich am Ende wie ein Puzzle zusammensetzt.  Meinung: Selten fiel es mir schwerer auf so wenig Seiten so wenige Namen/Personen auseinanderzuhalten.  Ein Stammbaum zu Beginn wäre definitiv vorteilhaft gewesen und hätte mich so manchen Perspektivwechsel im Verlauf der Handlung besser durchblicken lassen.  Sprachlich fand ich das gelesene großartig und werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten; inhaltlich war es für mich das ein oder andere Mal leider zu verwirrend und konfus, was wie oben bereits erwähnt, auf das Durcheinander mit den wechselnden Personen und Verwandtschaftsverhältnissen zurückzuführen ist.  Auch war es für mich keine zusammenhängende Geschichte, sondern eine Aneinanderreihung von Begebenheiten, die eher Kurzgeschichten aus verschiedenen Perspektiven entsprachen und sich so schlussendlich zu einem kompletten Ganzen zusammensetzen.  Fazit: Eine sprachlich gut gelungene und gehaltvolle Geschichte, über die Lebensweise verschiedener russischer Frauen, die mich durch ihre unstrukturierte Erzählweise leider nicht 100%ig überzeugen konnte. 

Sprachlich mein Geschmack, inhaltlich hat es mich mehr als einmal durcheinander gebracht.
4

die episodenhafte geschichten, geben einen einblick in das leben einer russischen familie. mit zeitsprüngen und durch erzählungen in der dritten person wird über die erlebnisse der großmutter, der mutter, der tochter, des sohnes und der enkelin berichtet. dabei löst die eher nüchterne erzählweise das gefühl aus, stille/r beobachter*in der geschehnisse zu sein.     das buch handelt von zwischenmenschlichen beziehungen, krieg, verletzten soldaten, flucht und dem suchen nach den eigenen wurzeln.     die geschichten springen zwischen unterschiedlichen lebensabschnitten hin und her, sodass sich nach und nach ein bild ergibt, wie die familie über jahrzehnte gelebt hat: wie sich das leben in der 70 quadratmeter wohnung abspielte, welche personen hinzukommen sind, welche gingen…     … und auch, dass die tochter, nach deutschland geht. damit schließt sich der kreis des debütromans von valery tscheplanowa, denn der roman ist autobiografisch inspiriert.    triggerwarnungen: tod, gewalt, psychiatrie, kriegsverletzungen 

3

Interessante Ansätze, aber für mich zu episodenhaft und etwas verwirrende Erzählweise.

3

Bruchstückhaft skizziert die Autorin das Leben von Nina und wie sie selbst geprägt durch ihre Mutter das Leben ihrer Kinder und Enkel prägt. Für mich steht Nina Sinnbildlich für das Bild der UDSSR. Ihre Härte und Unfähigkeit Emotionen zuzulassen lässt sie zwar zu einer sehr autonomen Frau werden aber ihr fehlt die mütterliche Wärme. Die durch die Zusammenhänge mit dem Leben von ihrer Mutter Tanja und ihrer Tochter Lena ergibt sich ein Bild einer ist eigenständigen und doch durch das Leben geprägten Frau. Die Charaktere der Mutter Tanja und der Tochter Lena werden für mich nur angerissen. Das Hauptaugenmerk liegt meiner Meinung nach auf Nina. Und doch spielt besonders Lena eine Rolle, in dem die Erzählstimme ihrer Tochter einen deutsch russischen Blick auf Russland wirft, der gerade zur aktuellen Zeit eine zerrissene Gesellschaft sehr klar darstellt, in dem er die unterschiedlichen Epochen des Lebens in Russland darstellt. Für mich hat die Autorin mit ihrer Erzählstimme ein wunderbares Werk über das Leben in einer für mich fremden Kultur geschrieben, ein Leben welches durch die Facetten der Zeit geprägt wurde und zugleich von Nina erfunden wurde.

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