Märtyrer!
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Kaveh Akbars faszinierender, von Presse und prominenten Leserinnen und Lesern gefeierter Debütroman führt vom Iran der 1980er-Jahre bis in die heutigen USA und ist eine Hymne auf all das, was uns bei der Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben helfen kann: auf die Kunst, den Glauben an uns selbst, auf Liebe, Freundschaft und Mitmenschlichkeit. Nominiert für den National Book Award 2024.
Cyrus Shams, 29, ist kein Meister des täglichen Lebens. Er schreibt umwerfend gute Gedichte und nimmt zu viele Drogen. Seit er denken kann, ringt er mit den großen Sinnfragen, mit seiner sexuellen Identität und seiner Vergangenheit. Er war noch ein Baby, als das Flugzeug abgeschossen wurde, mit dem seine Mutter auf dem Weg aus Teheran in die Freiheit war. Ein tragischer Irrtum, ein sinnloser Tod, der ihn bis heute verfolgt. Cyrus sucht nach dem Sinn seiner Existenz und ist fasziniert von Märtyrern. Wie wäre es, sich einer Sache so zu verschreiben wie Jeanne d’Arc oder Bobby Sands? Und wer war seine Mutter eigentlich, wohin sollte ihre Reise führen? Cyrus, ausnahmsweise nüchtern und eventuell verliebt, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die ihn zu den Fragen der Zukunft führt.
«Ich werde diese Geschichte und die Menschen darin für den Rest meines Lebens in mir tragen.» John Green
«Dieses Buch vibriert vor Liebe zum Leben, zur Schönheit und zur Sprache. Ich bin voller Ehrfurcht.» Natalie Portman
«Elegant, schwindelerregend und verspielt – Märtyrer! ist ein großartiger Roman.» Lauren Groff
«Ein Juwel von einem Roman.» Tommy Orange
Book Information
Author Description
Kaveh Akbar, geboren 1989 in Teheran, hat bislang zwei Lyriksammlungen veröffentlicht. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of Iowa, am Randolph College und am Warren Wilson College. Märtyrer! ist sein erster Roman, der auf der Bestsellerliste der New York Times stand und von Kritiker:innen und Leser:innen gefeiert wird.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Er wollte so perfekt leben, dass er sterben konnte, ohne auch nur einen Hauch von Schmerz zu erzeugen, wie ein olympischer Turmspringer, der messergleich ins Wasser eintaucht, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen hochspritzt. Zitat
Kann es einen Sinn im Tod geben? Diese Frage stellt sich Cyrus Shams und versucht sie in seinem Buch der irdischen Märtyrer zu beantworten. Dabei setzt er sich mit seiner Familie auseinander, die zunächst im Iran lebte. Seiner Mutter, die viel zu früh starb. Cyrus war erst wenige Monate alt und vermisste sie Zeit seines Lebens. Sein Vater verlässt kurze Zeit später den Iran in Richtung Amerika, um sich und seinen Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Nachdem Cyrus vermeintlich seinen Weg macht, scheint die Aufgabe des Vaters erfüllt und er stirbt. Cyrus findet in Drogen und Zee einen Rückhalt. Nur die Liebe zu Zee hat glücklicherweise Bestand und trägt ihn durch dunkle Stunden. Durch einen Zufall trifft er auf Orkideh, eine iranische Künstlerin, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Mit ihr kann er wichtige Gedanken über den Tod und das Sterben austauschen. Wir lesen hier einen sehr tiefgründigen Roman, den man immer mal wieder pausieren muss. In der zweiten Hälfte hat es mich dann jedoch so gepackt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Die vielen verschiedenen Perspektiven auf die Handlung haben mir gut gefallen. Kaveh Akbar lässt sowohl Cyrus, seine Mutter und andere Familienmitglieder zu Wort kommen.
Maybe it was that Cyrus had done the wrong drugs in the right order, or the right drugs in the wrong order, but when God finally spoke back to him after twenty-seven years of silence, what Cyrus wanted more than anything else was a do-over.“ Cyrus ist jung, clean, trocken und irgendwie verloren. In Teheran geboren, wird seine Mutter kurz darauf beim Abschuss eines Passagierflugzeugs durch ein US-Kriegsschiff getötet. Sein Vater migriert daraufhin mit dem jungen Cyrus in die USA und stirbt einige Jahre später noch relativ jung während seiner Arbeit auf einer Hühnerfarm. Verstört vom sinnlosen Sterben seiner Eltern, macht Cyrus sich auf die Suche nach einem sinnvollen Tod. Kaveh Akbar verwebt autobiografische mit fiktionalen Elementen und schreibt von Herkunft, Identität, Kunst, Queerness, Todessehnsucht und dem Verhältnis zwischen Iran und USA. Er ist eigentlich Lyriker und das merkt man seinem Debütroman an - „Martyr!“ (dt. „Märtyrer!“) ist sprachlich ein echtes Meisterwerk. „Eight of the ten commandments are about what thou shalt not. But you can live a whole life not doing any of that stuff and still avoid doing any good. That’s the whole crisis. The rot of the root of everything. The belief that goodness is built on a constructed absence, not-doing.“ Die vielfach geäußerte Begeisterung für das Buch kann ich daher vollkommen nachvollziehen, habe aber leider selbst bis zum Schluss nicht wirklich in einen Lesefluss gefunden. Trotz der zauberhaften Sprache und des eigentlich guten Inhalts fiel es mir sehr schwer, längere Passagen am Stück zu lesen. Eigentlich mag ich regelmäßige Perspektivwechsel in Büchern, aber hier haben mich die Sprünge eher rausgebracht. Vieles war mir zu abstrakt, zu poetisch und im wahrsten Sinne des Wortes zu verträumt. An sich kann ich das Buch sehr empfehlen, aber für mich persönlich war es nur eine 3/5.

Ergreifend tiefgründig
Diese Buch ist so wunderbar geheimnisvoll und gleichzeitig total in your face. Ich möchte gar nicht zu viel verraten. Es geht um Märtyrer (obviously), um Familie, um iranische Kultur, um Poesie, um Verlust, um Freundschaft und Verbundenheit, um Trauer, um Freiheit, um Queerness, um Sucht, um Emanzipation. Und sicherlich geht es noch um so viel mehr, was ich an dieser Stelle vorenthalte. Viel Spaß beim Lesen!
Ergreifende und inspirierende Familiengeschichte
Was für ein Schreibstil - Großartig! Eine wunderschöne und außergewöhnliche Familiengeschichte. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen, ich konnte es gar nicht mehr weg legen. Emotional, berührend, traurig, stellenweise witzig und ausgesprochen intelligent. Große Empfehlung!
Keine leichte Lektüre, für mich war es das Gegenteil. Man liest es nicht mal eben so weg wie einen Pausensnack. Ich musste mich darauf einlassen, ihm mein Herz öffnen. Aber es lohnt sich, …
Erstmals aufgefallen ist mir „Märtyrer“ von Kaveh Akbar, weil es auf fast allen Bestenlisten 2024 der englischsprachigen Buchblogger*innen auftauchte. Zumindest bei denjenigen, denen ich folge… Ein New York Times Bestseller und auf Obamas Leseliste, der Inhalt klang vielversprechend. Und so sah ich dem Erscheinen des Buchs auf Deutsch freudig entgegen. Nun ist es seit einigen wenigen Tagen endlich bei uns verfügbar und ich hab’s auch gelesen. Wir begleiten Cyrus Shams, einen 29-jährigen gebürtigen Iraner, der als Kind mit seinem Vater nach Amerika kam, nachdem seine Mutter getötet wurde, als das Flugzeug, in dem sie saß aus Versehen von den Amerikanern abgeschossen wurde. Cyrus war damals noch ein Baby. Inzwischen ist auch sein Vater gestorben und Cyrus, der endlich nüchtern ist, ist den großen Fragen des Lebens auf der Spur… Er ist fasziniert von Märtyrern, die ihrem Tod wenigstens einen Sinn geben. Und so plant er, ein Buch über sie zu schreiben. Doch dabei steht er sich selbst manchmal im Weg. Und so lesen wir aus den verschiedenen Perspektiven der Personen aus und in Cyrus‘ Leben, vom Iran der 80er Jahre bis ins heutige Amerika. Die Blurbs zum Buch versprachen Großes… und ich suchte es auf den ersten Seiten des Buchs vergeblich. Unvergessliche Figuren? Fehlanzeige. Eher weirde Personen, die mit ihrer Sexualität hadern und Selbstmordfantasien haben. Aber gut, ich las weiter. Und fand mich langsam aber sicher ein, vor allem auch in den einzigartigen Erzählstil Akbars, der wahrlich keinen Flow auflassen kommen wollte. Immer wieder werden die Kapitel von kurzen Gedankenfetzen Cyrus‘ unterbrochen oder von Berichten zum Flugzeugabschuss der Mutter. Und dann, ganz leise und unmerklich, haben sich die Menschen im Buch in mein Herz geschlichen. Sie ringen mit dem Leben, dem Dasein und mit der Trauer, und manchmal probieren sie einfach nur klarzukommen, so wie wir alle das tun. Es ist ein Buch, das mich herausgefordert hat, inhaltlich, emotional sowie sprachlich/ philosophisch. Je weiter ich las, desto schneller wurde ich, weil ich dann doch so „drin“ war. Gleichzeitig kam der Abschied näher. Gegen Ende hat’s mich nochmal voll erwischt, im positiven Sinne. Und jetzt, nachdem die letzte Seite gelesen ist, verstehe ich die Blurbs mit den begeisterten Stimmen! Fazit: Keine leichte Lektüre, für mich war es das Gegenteil. Man liest es nicht mal eben so weg wie einen Pausensnack. Ich musste mich darauf einlassen, ihm mein Herz öffnen. Aber es lohnt sich, denn ich habe von wahrer Liebe, dem Sinn des Lebens, von Freundschaft, Verlust und Abhängigkeit gelesen. Sprachlich zuweilen herausragend, ich habe viele Stellen markiert (in der zweiten Hälfte des Buchs 😎) Ich frage mich, wie es Cyrus wohl gerade gehen mag und wünschte, ich könnte mich mit ihm unterhalten. Ein meiner Meinung nach zu Recht hoch gelobtes Debüt. Große Leseempfehlung!
„Und genauso frei schwebte er in der Welt mit all ihren Auswahlkästchen - weder Iraner noch Amerikaner, weder Muslim noch Nicht-Muslim, weder alkoholabhängig noch sinnstiftend genesen, weder schwul noch hetero. Jedes Lager fand ihn zu sehr dem anderen zugehörig. Dass es überhaupt Lager gab, machte ihn fertig.“
Ein wirklich prägendes Buch. Und ich brauchte ein wenig Zeit, um mich darauf einzulassen. Sehr viel konnte ich nachvollziehen und mitempfinden. Ich habe so viel in diesem Buch markiert, wie schon lange nicht mehr. Es war so grausam und schön zu gleich, wie Cyrus nach einem Sinn in seinen Leben gesucht hat.
„Märtyrer“ von Kaveh Akbar. Dieser Roman hat mich herausgefordert, es ist keiner, in den man einfach so hineinfällt. Man muss ihn sich ein wenig erarbeiten und sich darauf einlassen. Es ist wild und fast ein wenig sperrig. Aber genau so etwas mag ich eigentlich und am Ende wird man belohnt mit einer sehr berührenden Geschichte, einer wirklich schönen queeren Liebe und einem erweiterten Horizont. Ein Buch für Vielleser und für Lesestunden, die ausreichend Konzentration erlauben.
Ich wollte das Buch mögen, wurde aber auch nach über 200 Seiten nicht richtig warm damit.
Eine moderne Geschichte über einen in den USA lebenden Iraner - von den 80ern ins heutige Amerika. Die Rezensionen versprachen viel. Migration, Kunst, Rassismus, Sucht. ... an sich alles Themen, die mich interessieren. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt. Sondern es gibt einige Perspektiv- und Zeitwechsel. Leider hat mich kein Strang davon nachhaltig packen können. Immer wenn ich in einer Sidestory drin war, wechselte der Schauplatz. Nun schaffe ich es selten 100 Seiten am Stück zu lesen, so dass ich eigentlich jeden Abend wieder neu in die Geschichte finden musste. Und nachdem die Lust, mich immer wieder in die Geschichte einfinden zu müssen, eher abnahm, habe ich dann doch abgebrochen.
Klug, herausfordernd, emotional
Wow - dieses Buch hat mich sehr beschäftigt und berührt. Die Suche nach der Bedeutsamkeit des eigenen Lebens in einem Land, dass dieses Leben nicht schätzt ist ergreifend und herausragend. Cyrus Weg und der seiner Wegbegleiter ist absolut lesenswert und zu Recht hoch gelobt, wie ich finde.
Interessant komponiertes Buch über verletzte Leben
Dass ein Buch auf Barack Obama Summer Reading List steht, ist ja für viele ein Qualitätsmerkmal. Ich beäuge die Bekanntgabe seiner Lieblingsbücher eher mit Skepsis, denn ich werde nur selten von den Werken begeistert. Dieses Buch hat mich aber auf Anhieb angesprochen. Cyrus Shams wächst in Amerika auf, denn er ist schon als Baby mit seinem Vater Ali aus dem Iran ausgewandert. Der Grund liegt im Tod der Mutter, die in der Passagiermaschine saß, die am 3. Juli 1988 von der USS Vincennes abgeschossen wurde. Der Vater baut sich und seinem Sohn eine bescheidene Zukunft auf. Er arbeitet auf einer Hühnerfarm und versucht, seinem Sohn Anstand und Bescheidenheit mit auf den Weg zu geben. Die Szenen zwischen ihm und seinem Sohn haben mich sehr berührt, besonders dann, wenn der Alleinerziehende versucht hat, sich in einer gänzlich anderen Kultur zurecht zu finden und er seinem Sohn freie und offene, aber doch strenge Werte mit auf den Weg zu geben versuchte. Als der Vater stirbt, hat Cyrus ein Problem mit der großen Freiheit alleine sein Leben zu organisieren. Seine Vergangenheit scheint ihn einzuholen, und Alkohol und Drogen sind sein ständiger Begleiter. Doch er schafft es, sich heraus zu kämpfen. Ein neues Projekt gibt ihm Orientierung. Er möchte ein Buch über das Märtyrertum veröffentlichen. Seine Texte bestehen nicht nur aus Recherche, sondern ganz viel Eigenreflektion, fiktiven Gesprächen und seinen nicht immer gradlinigen Gedanken. Sein Freund Zee, der für ihn immer mehr an Bedeutung gewinnt, begleitet ihn auf eine Reise nach New York, wo er mit der sterbenden persischen Künstlerin Orkideh Gespräche führen möchte. Cyrus Traumata offenbaren sich. Akbar ist ein sehr vielschichtig Werk gelungen, in dem Themen wie Abhängigkeit, posttraumatische Belastungsstörung, Depression, Queerness und Selbstbestimmung einen Raum bekommen. Der Tod steht im Zentrum alldessen. Die Elemente, die der Autor gewählt hat, sind ebenso vielfältig. Wir folgen mehreren Zeitebenen und Erzählstimmen. Dabei werden auch Personen wie Rumi oder Lisa Simpson herbeifantasiert. Die liefern kluge Wortbeiträge liefern und bieten für Cyrus Projektionsfläche zur Reflektionen. Auf Linearität erhebt Akbar keinen Anspruch. Die eigentliche Rahmenhandlung ist minimalistisch. Es kommt sehr viel mehr auf die Innenansicht an. Damit wird das Buch zu einem Werk, welches man in Ruhe und genau lesen sollte. Für nebenher ist das Ganze zu komplex. Von Anfang an steht ein kleines Zahlenrätsel im Raum, dass sich zum Ende hin erklärt. Ich habe die Auflösung schon nach der Hälfte der Lektüre erahnt, was natürlich meine Lesart verändert hat. So war der Abschluss keine Überraschung für mich. Besonders gut herausgearbeitet fand ich wie sich Ereignisse an die wir uns gar nicht bewusst erinnern können, doch einen Impact auf unser emotionales Dasein haben. Auch die queere Komponente, die generationenübergreifend Einfluss nimmt, fügt sich passend in das Plotkonstrukt ein. Das Leid von Cyrus ist allgegenwärtig. Dieses sich selbstzerfleischende Infragestellen wurde mir manchmal etwas zu viel . Das hatte von der Atmo her ab und an durchaus „A little Life“ Vibes. Zumindest hatte ich ähnliche Gefühle beim Lesen. Die Einblick in das Leben in Persien hätten für mich intensiver sein können, aber dann wäre es ein anderes Buch geworden. Eine sensible Geschichte über verletzte Leben, für die ich Zeit und Ruhe brauchte. Wenn ihr also Lust auf etwas anspruchsvoll Komponiertes habt, dann empfehle ich euch dieses Buch.
Ich liebe dieses Buch. Eine sehr emotionale Geschichte ohne "schnulzig" zu sein. Alle Figuren sind toll gezeichnet und es gibt keinen negativen Charakter. So viele schöne Sätze, Impulse die zum Nachdenken anregen, Formulierungen die kaum schöner und treffender sein könnten. Teilweise poetisch, manches Mal knallhart realistisch und auch ein bisschen politisch. Ich kann nur sagen :"Unbedingt lesen"!
Interessante Erzählung mit Nachdenkfaktor
Ich bin ein Covermensch, ich gebe es zu. Das Cover hat mich ehrlich gesagt sogar eher abgeschreckt, daher weiß ich gar nicht, ob es aufgrund irgend einer "Bestseller" - oder Verlagsliste in meinem Schrank gelandet ist, aber auf einmal hatte ich es dann doch in der Hand und der Inhalt klang jetzt nicht unendlich mitreißend aber interessant genug, um mich doch einmal tiefer mit der Lektüre zu beschäftigen. Der Autor nimmt uns mit in die Welt von Cyrus Shams , der sich aufgrund seiner bisherigen Erlebnnise (früher Verlust der Mutter und später des Vaters zu Collegezeiten) versucht im Leben zurecht zu finden - mit Hilfe von Gedichten und Drogenkonsum. Gleichzeitig möchte er unbedingt die Bedeutung des Todes, vor allem des seiner Mutter, begründen lernen und heftet sich dazu an die Literatur von bekannten Märtyrern Gleich zu Anfang werden wir in den Augenblick des Beginns des Suchtentzugs versetzt, was ich als sehr erleichternd empfand, da gleich die klaren Gedanken des Protagonisten im Vordergrund standen. Die Erzählung gliedert sich in charakterliche und chronologisch wechselnde Kapitel, die die Geschehnisse um seine Familie nach und nach lüften. Mir gefällt ganz besonders der bildhafte Schreibstil des Autors: "Aber wenn man und mit, sagen wir, einem Affen vergleicht, der mit einer Gebärde "Apfel" sagen kann, dann sind wir die Götter der Sprache, während alles andere bloß grunzt und zwitschert. Und wie passend auch, dass unsere Superkraft als Spezies, der Ursprung unserer Göttlichkeit, auf einer so mangelndem Erfindung beruht". Dieser zieht sich an den passenden Stellen durchs ganze Buch, ohne aufgesetzt zu wirken. Was mir persönlich weniger zusagt sind die teilweise eingebauten Gedichte. Dies liegt aber an meiner schon immer existenten Abneigung gegen sie. Aber da er sich an sie hangelt, war es unausweichlich, dass sie einen bestimmten Raum einnehmen werden. Ich finde Cyrus Mutter von der Entwicklung sehr viel interessanter als die Hauptfigur und tatsächlich ist sie offenbar auch der Dreh - und Angelpunkt der Geschcihte und seines Lebens, was das Buch doch spannender machte für mich, als der Buchrücken zu Anfang hergab. Am Ende kann ich aber dennoch nicht entscheiden, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Ich fande die Idee sehr kreativ und es gab diverse Denkansätze, vor allem im gesellschaftlichen Kontext (Homosexualität, Feminismus, Unterdrückung, Freiheit, Leichtigkeit, Trauer) . Vor allem die Trauer und der Wunsch nach Freiheit der Gedanken zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Was mich fragend zurücklässt ist die Tatsache, warum sie nach Amerika ziehen ...(Wen genau ich damit meine sollte man selbst rausfinden). Als Land in dem alles möglich ist, trotz des Kontextes? Keine Gefühlsregungen dazu? Zieht dies nicht auch eine Abhängigkeit dem Feind gegenüber mit sich? Und ich hätte mir mehr Tiefe von Cyrus Charakter gewünscht. Die anderen Charaktere haben in meiner Wahrnehmung sehr viel mehr Einblick und eigene Geschichte bekommen, wobei die Intelligenz der Charaktere wirklich beispiellos gut dargstellt wird. Die Dialoge sind wachsam, abwechslungs- und geistreich. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass dies Buch sehr herausfordernd daherkommt, aber durch die wunderbare Sprache es dennoch zum Erlebnis wird - egal wie man es am Ende einordnet.
Erster Lesetipp 2025!
Ein Buch voller liebevoll gezeichneter Figuren und Tragik. Der facettenreiche Erzählstil zieht einen in seinen Bann – zum Heulen und zum Lachen. Kaveh Akbars Roman Märtyrer! erzählt die Geschichte von Cyrus Shams, einem jungen Dichter, der mit seiner Vergangenheit und Identität ringt. Die Erzählung ist intensiv, poetisch und voller existenzieller Fragen. Akbar verwebt Themen wie Immigration, Identitätssuche und die Bedeutung von Kunst zu einer tiefgründigen und bewegenden Geschichte. Ein beeindruckendes Debüt, das sowohl nachdenklich macht als auch mit seiner sprachlichen Kraft begeistert.

Es stellt keine leichte Lektüre dar - anspruchsvoll und herausfordernd, man muss sich darauf einlassen können. Zwischenzeitlich etwas langatmig geraten. Der Roman wird auf mehreren zeitlichen Ebenen aufgebaut und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, eine traurige Familiengeschichte. Sensible Themen finden hier Raum, das Thema “Tod” steht im Zentrum. Trotzdem konnte es mich leider nicht emotional catchen, die Atmosphäre hat mir teilweise “ein wenig Leben” Vibes gegeben. Sprachlich gut gelungen mit klugen Wortbeiträgen, teilweise sehr poetisch. Die Auflösung am Ende kam unerwartet und konnte mich überraschen.
Cyrus Shams ist 29, queer, süchtig, schmerzhaft wach und auf der Suche. Nach Bedeutung. Nach seiner Mutter, die starb, als ihr Flugzeug auf dem Weg aus Teheran von der US-Armee abgeschossen wurde. Nach einem Leben, das sich nach etwas anfühlt. Er schreibt Gedichte, lebt in Indiana, flieht in Drogen und Philosophie und entwickelt eine fast spirituelle Faszination für Märtyrer:innen. Jeanne d’Arc, Bobby Sands, seine Mutter, sein Onkel. Alle haben ihr Leben für etwas Größeres gegeben. Aber was ist sein „Größeres“? Kunst? Wahrheit? Die Erinnerung an eine Frau, die er kaum kannte? Als er in New York auf die Künstlerin Orkideh trifft, die sich selbst beim Sterben ausstellt, verschiebt sich für ihn alles. 💭 Ich sag’s so, wie ich’s gedacht hab: Das hier ist kein Roman, der in Kapiteln funktioniert. Das ist ein Gedicht, das Roman spielen will. Und das macht es auf eine verdammt schöne, manchmal auch verdammt anstrengende Weise. Kaveh Akbar schreibt wie jemand, der Sprache nicht benutzt, sondern fühlt. Jeder zweite Satz ist ein Zitatkandidat. Gleichzeitig bleibt vieles vage, metaphorisch, traumartig. Wer einen klassischen Plot sucht: please don’t. Wer bereit ist, sich treiben zu lassen: go. Zwischendrin gibt’s Dokumente, Gedichte, Zeitungsausschnitte, kleine Nebenstränge, die mal mehr, mal weniger zünden. ✨ Der Plot ist … na ja, sagen wir: ein loser Faden, der sich um Existenz, Trauma und Identität wickelt. Es passiert nicht „viel“ im klassischen Sinne. Aber emotional passiert alles. Cyrus ist nicht leicht zu begleiten. Er ist ein bisschen selbstzerstörerisch, ein bisschen anstrengend, oft witzig, immer klug. Ein Typ, der sich in seinen Gedanken verliert und dich dabei mitnimmt oder halt zurücklässt, wenn du nicht aufpasst. Was mir gefallen hat: Das Spiel mit Märtyrertum. Nicht im religiösen Sinne, sondern als Frage: Was ist ein Leben wert? Und wann wird ein Tod bedeutungsvoll? Was mich etwas rausgehauen hat: Manchmal verliert sich das Buch so sehr in sich selbst, dass ich nicht mehr wusste, worum es eigentlich gerade geht. 📖 Ich war an manchen Stellen komplett drin. Dieses Buch hat mich an Momente in meinem Leben erinnert, in denen man denkt: „Wenn alles gerade keinen Sinn macht, kann ich wenigstens Kunst draus machen?“ Cyrus’ Schmerz ist laut und leise zugleich. Die Trauer über eine Mutter, die er nicht kennt. Die Scham eines Lebens, das irgendwie falsch ist. Und dann diese Sätze, die dir das Herz zerschneiden, aber so schön sind, dass du sie dir trotzdem unterstreichen willst. Ich hab gelacht, ich war wütend, ich hab mich erschöpft gefühlt. Und ich hab verstanden, warum Akbar genau so schreiben musste. Auch wenn nicht alles daran perfekt ist, es ist ehrlich. Und das reicht manchmal. 💔🫀 Fazit: "Märtyrer!" ist ein poetischer Roman über Verlust, Herkunft, Identität und das Bedürfnis, dass das eigene Leben (und vielleicht sogar der Tod) mehr bedeutet als nur Existenz. Nicht für jede Stimmung, nicht für jede Leser:in, aber wenn man sich drauf einlässt, dann trifft es. ⭐⭐⭐⭐
Zu hohe Erwartungen
Er ist süchtig, trinkt, konsumiert alles, was er kriegt - und dennoch ist er brillant, beliebt, unwiderstehlich. Alle lieben ihn, ob Männer oder Frauen, arm oder reich. Es ist, als würde die Welt sich um ihn drehen, ohne dass er je wirklich auf andere eingeht. Für mich wirkte das zunehmend unecht, nicht authentisch - als würde jemand eine Rolle spielen, statt wirklich zu leben. Cyrus bleibt in seiner Selbstdarstellung gefangen - und alle anderen Figuren scheinen nur da zu sein, um ihn zu spiegeln. Die Geschichte verliert sich in Fragmenten und Nebensträngen, oft elegant, aber ohne echten Zusammenhang. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich lese keine Geschichte, sondern ein Ego-Dokument mit literarischem Anstrich. Vielleicht ist das Absicht. Vielleicht ist das genau die Form, die Akbar wollte. Aber für mich ist das leider nichts.

The good thing is the author is a poet! The bad thing is the author is a poet ...
We get a glimpse into cyrus' deep inner world. The plot is a bit rough at points ... However I have read this weeks ago and I still find myself thinking about it ... Definitely recommend though it might not be for everyone
Zu hohe Erwartungen
Er ist süchtig, trinkt, konsumiert alles, was er kriegt – und dennoch ist er brillant, beliebt, unwiderstehlich. Alle lieben ihn, ob Männer oder Frauen, arm oder reich. Es ist, als würde die Welt sich um ihn drehen, ohne dass er je wirklich auf andere eingeht. Für mich wirkte das zunehmend unecht, nicht authentisch – als würde jemand eine Rolle spielen, statt wirklich zu leben. Cyrus bleibt in seiner Selbstdarstellung gefangen – und alle anderen Figuren scheinen nur da zu sein, um ihn zu spiegeln. Die Geschichte verliert sich in Fragmenten und Nebensträngen, oft elegant, aber ohne echten Zusammenhang. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich lese keine Geschichte, sondern ein Ego-Dokument mit literarischem Anstrich. Vielleicht ist das Absicht. Vielleicht ist das genau die Form, die Akbar wollte. Aber für mich ist das leider nichts.
Cyrus, im Iran geboren und aufgewachsen in den USA, schreibt über den Sinn des Sterbens und des Lebens. Dabei trifft er Orkideh, eine Künstlerin, die schwer krank ihre letzten Tage in einem New Yorker Museum verbringt und mit Besuchern über das Sterben spricht, so auch mit Cyrus. Migration, Erziehung, Rassismus, Liebe, Homosexualität, Poesie, Tod und Sucht finden ihren Platz in der Geschichte. Gefiel mir gut, insbesondere die Kapitel aus Sicht von Roya. Alles in allem eine schöne Sprache, ein ansprechender Stil und trotz 400 Seiten sehr kurzweilig.
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht! Der Schreibsstil ist unglaublich schön und poetisch, es werden unzählige (für mich) interessante Themen aufgegriffen und tiefgründige, philosophische Fragen gestellt.
Kurz zum Inhalt: Cyrus ist als Kleinkind mit seinem Vater aus dem Iran in die USA ausgewandert. Seine Mutter kam bei einem Flugzeugunglück ums Leben - die Amerikaner haben eine iranische Passagiermaschine bombardiert. Cyrus hatte lange Zeit Suchtprobpeme, ist jetzt aber clean und will endlich sein Buch über Märtyrer schreiben. Warum genau darüber? Ihn beschäftigt die Frage, wie ein Tod sinnvoll sein kann und er fantasiert davon dem eigenen Leben durch seinen Tod Sinn zu geben - ja, er ist sehr mit sich selbst beschäftigt. Als er erfährt, dass eine Künstlerin mit Krebs im Endstadium ihre letzten Tage im Brooklyn Museum verbringt und dort im Rahmen einer Kunstinstallation mit Besucher:innen spricht, beschließt er hinzufahren, um mit ihr zu reden ... Und die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung. Der Roman ist sowohl inhaltlich als auch formal unglaublich vielfältig und ausdrucksstark. Akbar bedient sich verschiedenster literarischer Ausdrucksformen und schafft ein breites Repertoire einzigartiger Charaktere. Vor allem Cyrus ist ein hochkomplexer (aber definitiv auch sehr egozentrischer) Charakter, der eine interessante Entwicklung durchläuft, an der wir bei der Lektüre des Buches teilhaben. Erwähnt werden sollte vielleicht auch noch, dass es sehr viele Referenzen in dem Buch gibt, die sich auf die iranische oder die amerikanische Kultur beziehen und nicht immer ganz einfach zu verstehen sind, wenn einem das nötige Hintergrundwissen dazu fehlt, allerdings lernt man so auch unglaublich viel dazu. Ich persönlich schätze es ja sehr, wenn Bücher meinen Horizont erweitern und zu meinem Allgemeinwissen beitragen! Es gibt auf jeden Fall unzählige Fragen, die man anhand des Buches diskutieren kann: Wie kann man einem Leben Sinn geben? Was bedeutet der Tod eines Menschen für die Zurückgebliebenen? Wie ist es zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Inwieweit prägen uns stereotype Geschlechterbilder? Wie können Elternrollen gelebt werden und welchen Einfluss hat das auf die Kinder? Was macht Kunst bzw. Künstler:innen aus? Wie kann man mit Sucht umgehen? uvm. Die Vielfalt an literarischen Mitteln, Perspektiven und Themen kann vor allem zu Beginn etwas verwirrend sein und ich gebe zu, ich hatte kurze Momente, in denen ich dachte, das Buch hätte mich verloren; jedoch fügt sich ab einem gewissen Punkt alles wieder perfekt ineinander und das ist eine wahre Meisterleistung. Große Leseempfehlung!
„Wir haben sie erfunden, diese Sprache, in der man einen Mann einen Iraker und einen anderen einen Iraner nennt, damit sie sich gegenseitig umbringen können.“
Zunächst scheint es vorrangig um die Bewältigung von Trauer und Verlust zu gehen, jedoch entwickelt sich die Geschichte schnell zu einer Suche nach Sinn und Bedeutung. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass die meisten Nebenfiguren manchmal nur insoweit entwickelt werden, wie sie der zentralen Narrative des Protagonisten dienen (was mich häufig in Büchern sehr stört), ist dieses Buch trotzdem absolut umwerfend und definitiv eines meiner Jahreshighlights!
Ok so I took a long break after the first half and it influenced my experience a bit in a negative way, but I still liked the book.What I absolutely appreciate is how every character in the book, even side characters like the main characters’ parents and uncle had their focus too and felt like real human beings out of flesh, with their own desires, pains and bad decisions. Sure, the whole plot wasn’t that realistic, <spoiler> I mean how are the odds for Cyrus to randomly meet Orkideh, connect with her and then he finds out it was his mom that was supposed to be dead? </spoiler> and sometimes Cyrus almost felt a bit too dramatic and insufferable but hey! That’s what makes it a fictional story, and it’s fine. Filthy, dirty, humbling - that’s how a lot of parts of this book felt and it’s amazing. It portrayed Cyrus’s struggles with addiction and mental health in such a raw way without any romanticism, because there really is nothing beautiful about destroying yourself bottle by bottle. Even during the moments where he craved nothing but salvation from drugs & alcohol, it never was something that was shown as washing away his sorrows magically.The struggles of just living and existing, searching for a meaning and the wish to leave something meaningful behind so your own life wasn’t a waste, something universal to the human kind. But then he becomes trapped in this search, completely forgetting to just live (and he really was an asshole to Zee, his best friend and lover that was basically his anchor in the end)This is why I believe, thinking too much about life is harmful and sometimes that search for meaning will leave you without any result. The “meaning” of life can be something as silly as just loving someone or something deeply and wanting to live so you can experience more of them/ it.But of course that’s easier said than done and I’m already counting the days or even hours till my next existential crisis.Oh and also, ironically, in a book called “martyrs” there weren’t any characters that were like martyrs in a typical sense.Everyone that was portrayed as one still had a history that wasn’t clean:Arash - the “Angel of death” that sacrificed his sanity for the dying soldiers on the battle field did some … weird things to his sister Roya as a kidRoya, that in the end died as Orkideh and helped Cyrus, abandoned her family for another lover.And so on you get the point.
It took me a while to finish this (admittedly I am a slow reader) because it kept making me Feel and I had to put the book down and digest. Beautifully written, both mystical and real in a way that reaches between your ribs and touches something raw. I usually struggle with books that become to lyrical or poetic in their language and writing style but I couldn’t get enough of the way Akbar uses words here. A real wordsmith.
Martyr! offers intriguing discussions on mortality, racism and generational trauma and the writing was absolutely beautiful. You can tell the writer is a poet. Still, the structure of the plot wasn't cohesive enough for me. Each chapter worked well on its own, but as a whole, the story lacked smooth transitions between the different perspectives and time jumps.
Crazy.
Möchte jemand mit mir das Ende diskutieren? Ich habe 1000 Fragen und Interpretationen dazu. Martyr! ist auf jeden Fall kein Buch, dass sich einfach so runter lesen lässt. Es ist wunderschön geschrieben aber auch so dicht und komplex, dass der sowieso schon schwere Inhalt nicht so easy runter geht. Man weiß auch nie so wirklich was jetzt in seiner Fantasie sich abspielt und was real ist. Ein Buch, dass viel zum nachdenken gibt und im Kopf bleibt.
ich habe lange gebraucht für diesen Roman und wahrscheinlich dauert es nochmal so lange bis zur Rezension. Viele beschreiben das Buch als absolutes Meisterwerk und vielleicht ist es das auch. Aber dann war es wahrscheinlich das falsche Buch für mich. Ich fand es stellenweise toll und dann hat es mich wieder verloren. Es war insgesamt sehr sehr viel. Ich denke nochmal drüber nach.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Kaveh Akbars faszinierender, von Presse und prominenten Leserinnen und Lesern gefeierter Debütroman führt vom Iran der 1980er-Jahre bis in die heutigen USA und ist eine Hymne auf all das, was uns bei der Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben helfen kann: auf die Kunst, den Glauben an uns selbst, auf Liebe, Freundschaft und Mitmenschlichkeit. Nominiert für den National Book Award 2024.
Cyrus Shams, 29, ist kein Meister des täglichen Lebens. Er schreibt umwerfend gute Gedichte und nimmt zu viele Drogen. Seit er denken kann, ringt er mit den großen Sinnfragen, mit seiner sexuellen Identität und seiner Vergangenheit. Er war noch ein Baby, als das Flugzeug abgeschossen wurde, mit dem seine Mutter auf dem Weg aus Teheran in die Freiheit war. Ein tragischer Irrtum, ein sinnloser Tod, der ihn bis heute verfolgt. Cyrus sucht nach dem Sinn seiner Existenz und ist fasziniert von Märtyrern. Wie wäre es, sich einer Sache so zu verschreiben wie Jeanne d’Arc oder Bobby Sands? Und wer war seine Mutter eigentlich, wohin sollte ihre Reise führen? Cyrus, ausnahmsweise nüchtern und eventuell verliebt, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die ihn zu den Fragen der Zukunft führt.
«Ich werde diese Geschichte und die Menschen darin für den Rest meines Lebens in mir tragen.» John Green
«Dieses Buch vibriert vor Liebe zum Leben, zur Schönheit und zur Sprache. Ich bin voller Ehrfurcht.» Natalie Portman
«Elegant, schwindelerregend und verspielt – Märtyrer! ist ein großartiger Roman.» Lauren Groff
«Ein Juwel von einem Roman.» Tommy Orange
Book Information
Author Description
Kaveh Akbar, geboren 1989 in Teheran, hat bislang zwei Lyriksammlungen veröffentlicht. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of Iowa, am Randolph College und am Warren Wilson College. Märtyrer! ist sein erster Roman, der auf der Bestsellerliste der New York Times stand und von Kritiker:innen und Leser:innen gefeiert wird.
Posts
Er wollte so perfekt leben, dass er sterben konnte, ohne auch nur einen Hauch von Schmerz zu erzeugen, wie ein olympischer Turmspringer, der messergleich ins Wasser eintaucht, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen hochspritzt. Zitat
Kann es einen Sinn im Tod geben? Diese Frage stellt sich Cyrus Shams und versucht sie in seinem Buch der irdischen Märtyrer zu beantworten. Dabei setzt er sich mit seiner Familie auseinander, die zunächst im Iran lebte. Seiner Mutter, die viel zu früh starb. Cyrus war erst wenige Monate alt und vermisste sie Zeit seines Lebens. Sein Vater verlässt kurze Zeit später den Iran in Richtung Amerika, um sich und seinen Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Nachdem Cyrus vermeintlich seinen Weg macht, scheint die Aufgabe des Vaters erfüllt und er stirbt. Cyrus findet in Drogen und Zee einen Rückhalt. Nur die Liebe zu Zee hat glücklicherweise Bestand und trägt ihn durch dunkle Stunden. Durch einen Zufall trifft er auf Orkideh, eine iranische Künstlerin, die unheilbar an Krebs erkrankt ist. Mit ihr kann er wichtige Gedanken über den Tod und das Sterben austauschen. Wir lesen hier einen sehr tiefgründigen Roman, den man immer mal wieder pausieren muss. In der zweiten Hälfte hat es mich dann jedoch so gepackt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Die vielen verschiedenen Perspektiven auf die Handlung haben mir gut gefallen. Kaveh Akbar lässt sowohl Cyrus, seine Mutter und andere Familienmitglieder zu Wort kommen.
Maybe it was that Cyrus had done the wrong drugs in the right order, or the right drugs in the wrong order, but when God finally spoke back to him after twenty-seven years of silence, what Cyrus wanted more than anything else was a do-over.“ Cyrus ist jung, clean, trocken und irgendwie verloren. In Teheran geboren, wird seine Mutter kurz darauf beim Abschuss eines Passagierflugzeugs durch ein US-Kriegsschiff getötet. Sein Vater migriert daraufhin mit dem jungen Cyrus in die USA und stirbt einige Jahre später noch relativ jung während seiner Arbeit auf einer Hühnerfarm. Verstört vom sinnlosen Sterben seiner Eltern, macht Cyrus sich auf die Suche nach einem sinnvollen Tod. Kaveh Akbar verwebt autobiografische mit fiktionalen Elementen und schreibt von Herkunft, Identität, Kunst, Queerness, Todessehnsucht und dem Verhältnis zwischen Iran und USA. Er ist eigentlich Lyriker und das merkt man seinem Debütroman an - „Martyr!“ (dt. „Märtyrer!“) ist sprachlich ein echtes Meisterwerk. „Eight of the ten commandments are about what thou shalt not. But you can live a whole life not doing any of that stuff and still avoid doing any good. That’s the whole crisis. The rot of the root of everything. The belief that goodness is built on a constructed absence, not-doing.“ Die vielfach geäußerte Begeisterung für das Buch kann ich daher vollkommen nachvollziehen, habe aber leider selbst bis zum Schluss nicht wirklich in einen Lesefluss gefunden. Trotz der zauberhaften Sprache und des eigentlich guten Inhalts fiel es mir sehr schwer, längere Passagen am Stück zu lesen. Eigentlich mag ich regelmäßige Perspektivwechsel in Büchern, aber hier haben mich die Sprünge eher rausgebracht. Vieles war mir zu abstrakt, zu poetisch und im wahrsten Sinne des Wortes zu verträumt. An sich kann ich das Buch sehr empfehlen, aber für mich persönlich war es nur eine 3/5.

Ergreifend tiefgründig
Diese Buch ist so wunderbar geheimnisvoll und gleichzeitig total in your face. Ich möchte gar nicht zu viel verraten. Es geht um Märtyrer (obviously), um Familie, um iranische Kultur, um Poesie, um Verlust, um Freundschaft und Verbundenheit, um Trauer, um Freiheit, um Queerness, um Sucht, um Emanzipation. Und sicherlich geht es noch um so viel mehr, was ich an dieser Stelle vorenthalte. Viel Spaß beim Lesen!
Ergreifende und inspirierende Familiengeschichte
Was für ein Schreibstil - Großartig! Eine wunderschöne und außergewöhnliche Familiengeschichte. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen, ich konnte es gar nicht mehr weg legen. Emotional, berührend, traurig, stellenweise witzig und ausgesprochen intelligent. Große Empfehlung!
Keine leichte Lektüre, für mich war es das Gegenteil. Man liest es nicht mal eben so weg wie einen Pausensnack. Ich musste mich darauf einlassen, ihm mein Herz öffnen. Aber es lohnt sich, …
Erstmals aufgefallen ist mir „Märtyrer“ von Kaveh Akbar, weil es auf fast allen Bestenlisten 2024 der englischsprachigen Buchblogger*innen auftauchte. Zumindest bei denjenigen, denen ich folge… Ein New York Times Bestseller und auf Obamas Leseliste, der Inhalt klang vielversprechend. Und so sah ich dem Erscheinen des Buchs auf Deutsch freudig entgegen. Nun ist es seit einigen wenigen Tagen endlich bei uns verfügbar und ich hab’s auch gelesen. Wir begleiten Cyrus Shams, einen 29-jährigen gebürtigen Iraner, der als Kind mit seinem Vater nach Amerika kam, nachdem seine Mutter getötet wurde, als das Flugzeug, in dem sie saß aus Versehen von den Amerikanern abgeschossen wurde. Cyrus war damals noch ein Baby. Inzwischen ist auch sein Vater gestorben und Cyrus, der endlich nüchtern ist, ist den großen Fragen des Lebens auf der Spur… Er ist fasziniert von Märtyrern, die ihrem Tod wenigstens einen Sinn geben. Und so plant er, ein Buch über sie zu schreiben. Doch dabei steht er sich selbst manchmal im Weg. Und so lesen wir aus den verschiedenen Perspektiven der Personen aus und in Cyrus‘ Leben, vom Iran der 80er Jahre bis ins heutige Amerika. Die Blurbs zum Buch versprachen Großes… und ich suchte es auf den ersten Seiten des Buchs vergeblich. Unvergessliche Figuren? Fehlanzeige. Eher weirde Personen, die mit ihrer Sexualität hadern und Selbstmordfantasien haben. Aber gut, ich las weiter. Und fand mich langsam aber sicher ein, vor allem auch in den einzigartigen Erzählstil Akbars, der wahrlich keinen Flow auflassen kommen wollte. Immer wieder werden die Kapitel von kurzen Gedankenfetzen Cyrus‘ unterbrochen oder von Berichten zum Flugzeugabschuss der Mutter. Und dann, ganz leise und unmerklich, haben sich die Menschen im Buch in mein Herz geschlichen. Sie ringen mit dem Leben, dem Dasein und mit der Trauer, und manchmal probieren sie einfach nur klarzukommen, so wie wir alle das tun. Es ist ein Buch, das mich herausgefordert hat, inhaltlich, emotional sowie sprachlich/ philosophisch. Je weiter ich las, desto schneller wurde ich, weil ich dann doch so „drin“ war. Gleichzeitig kam der Abschied näher. Gegen Ende hat’s mich nochmal voll erwischt, im positiven Sinne. Und jetzt, nachdem die letzte Seite gelesen ist, verstehe ich die Blurbs mit den begeisterten Stimmen! Fazit: Keine leichte Lektüre, für mich war es das Gegenteil. Man liest es nicht mal eben so weg wie einen Pausensnack. Ich musste mich darauf einlassen, ihm mein Herz öffnen. Aber es lohnt sich, denn ich habe von wahrer Liebe, dem Sinn des Lebens, von Freundschaft, Verlust und Abhängigkeit gelesen. Sprachlich zuweilen herausragend, ich habe viele Stellen markiert (in der zweiten Hälfte des Buchs 😎) Ich frage mich, wie es Cyrus wohl gerade gehen mag und wünschte, ich könnte mich mit ihm unterhalten. Ein meiner Meinung nach zu Recht hoch gelobtes Debüt. Große Leseempfehlung!
„Und genauso frei schwebte er in der Welt mit all ihren Auswahlkästchen - weder Iraner noch Amerikaner, weder Muslim noch Nicht-Muslim, weder alkoholabhängig noch sinnstiftend genesen, weder schwul noch hetero. Jedes Lager fand ihn zu sehr dem anderen zugehörig. Dass es überhaupt Lager gab, machte ihn fertig.“
Ein wirklich prägendes Buch. Und ich brauchte ein wenig Zeit, um mich darauf einzulassen. Sehr viel konnte ich nachvollziehen und mitempfinden. Ich habe so viel in diesem Buch markiert, wie schon lange nicht mehr. Es war so grausam und schön zu gleich, wie Cyrus nach einem Sinn in seinen Leben gesucht hat.
„Märtyrer“ von Kaveh Akbar. Dieser Roman hat mich herausgefordert, es ist keiner, in den man einfach so hineinfällt. Man muss ihn sich ein wenig erarbeiten und sich darauf einlassen. Es ist wild und fast ein wenig sperrig. Aber genau so etwas mag ich eigentlich und am Ende wird man belohnt mit einer sehr berührenden Geschichte, einer wirklich schönen queeren Liebe und einem erweiterten Horizont. Ein Buch für Vielleser und für Lesestunden, die ausreichend Konzentration erlauben.
Ich wollte das Buch mögen, wurde aber auch nach über 200 Seiten nicht richtig warm damit.
Eine moderne Geschichte über einen in den USA lebenden Iraner - von den 80ern ins heutige Amerika. Die Rezensionen versprachen viel. Migration, Kunst, Rassismus, Sucht. ... an sich alles Themen, die mich interessieren. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt. Sondern es gibt einige Perspektiv- und Zeitwechsel. Leider hat mich kein Strang davon nachhaltig packen können. Immer wenn ich in einer Sidestory drin war, wechselte der Schauplatz. Nun schaffe ich es selten 100 Seiten am Stück zu lesen, so dass ich eigentlich jeden Abend wieder neu in die Geschichte finden musste. Und nachdem die Lust, mich immer wieder in die Geschichte einfinden zu müssen, eher abnahm, habe ich dann doch abgebrochen.
Klug, herausfordernd, emotional
Wow - dieses Buch hat mich sehr beschäftigt und berührt. Die Suche nach der Bedeutsamkeit des eigenen Lebens in einem Land, dass dieses Leben nicht schätzt ist ergreifend und herausragend. Cyrus Weg und der seiner Wegbegleiter ist absolut lesenswert und zu Recht hoch gelobt, wie ich finde.
Interessant komponiertes Buch über verletzte Leben
Dass ein Buch auf Barack Obama Summer Reading List steht, ist ja für viele ein Qualitätsmerkmal. Ich beäuge die Bekanntgabe seiner Lieblingsbücher eher mit Skepsis, denn ich werde nur selten von den Werken begeistert. Dieses Buch hat mich aber auf Anhieb angesprochen. Cyrus Shams wächst in Amerika auf, denn er ist schon als Baby mit seinem Vater Ali aus dem Iran ausgewandert. Der Grund liegt im Tod der Mutter, die in der Passagiermaschine saß, die am 3. Juli 1988 von der USS Vincennes abgeschossen wurde. Der Vater baut sich und seinem Sohn eine bescheidene Zukunft auf. Er arbeitet auf einer Hühnerfarm und versucht, seinem Sohn Anstand und Bescheidenheit mit auf den Weg zu geben. Die Szenen zwischen ihm und seinem Sohn haben mich sehr berührt, besonders dann, wenn der Alleinerziehende versucht hat, sich in einer gänzlich anderen Kultur zurecht zu finden und er seinem Sohn freie und offene, aber doch strenge Werte mit auf den Weg zu geben versuchte. Als der Vater stirbt, hat Cyrus ein Problem mit der großen Freiheit alleine sein Leben zu organisieren. Seine Vergangenheit scheint ihn einzuholen, und Alkohol und Drogen sind sein ständiger Begleiter. Doch er schafft es, sich heraus zu kämpfen. Ein neues Projekt gibt ihm Orientierung. Er möchte ein Buch über das Märtyrertum veröffentlichen. Seine Texte bestehen nicht nur aus Recherche, sondern ganz viel Eigenreflektion, fiktiven Gesprächen und seinen nicht immer gradlinigen Gedanken. Sein Freund Zee, der für ihn immer mehr an Bedeutung gewinnt, begleitet ihn auf eine Reise nach New York, wo er mit der sterbenden persischen Künstlerin Orkideh Gespräche führen möchte. Cyrus Traumata offenbaren sich. Akbar ist ein sehr vielschichtig Werk gelungen, in dem Themen wie Abhängigkeit, posttraumatische Belastungsstörung, Depression, Queerness und Selbstbestimmung einen Raum bekommen. Der Tod steht im Zentrum alldessen. Die Elemente, die der Autor gewählt hat, sind ebenso vielfältig. Wir folgen mehreren Zeitebenen und Erzählstimmen. Dabei werden auch Personen wie Rumi oder Lisa Simpson herbeifantasiert. Die liefern kluge Wortbeiträge liefern und bieten für Cyrus Projektionsfläche zur Reflektionen. Auf Linearität erhebt Akbar keinen Anspruch. Die eigentliche Rahmenhandlung ist minimalistisch. Es kommt sehr viel mehr auf die Innenansicht an. Damit wird das Buch zu einem Werk, welches man in Ruhe und genau lesen sollte. Für nebenher ist das Ganze zu komplex. Von Anfang an steht ein kleines Zahlenrätsel im Raum, dass sich zum Ende hin erklärt. Ich habe die Auflösung schon nach der Hälfte der Lektüre erahnt, was natürlich meine Lesart verändert hat. So war der Abschluss keine Überraschung für mich. Besonders gut herausgearbeitet fand ich wie sich Ereignisse an die wir uns gar nicht bewusst erinnern können, doch einen Impact auf unser emotionales Dasein haben. Auch die queere Komponente, die generationenübergreifend Einfluss nimmt, fügt sich passend in das Plotkonstrukt ein. Das Leid von Cyrus ist allgegenwärtig. Dieses sich selbstzerfleischende Infragestellen wurde mir manchmal etwas zu viel . Das hatte von der Atmo her ab und an durchaus „A little Life“ Vibes. Zumindest hatte ich ähnliche Gefühle beim Lesen. Die Einblick in das Leben in Persien hätten für mich intensiver sein können, aber dann wäre es ein anderes Buch geworden. Eine sensible Geschichte über verletzte Leben, für die ich Zeit und Ruhe brauchte. Wenn ihr also Lust auf etwas anspruchsvoll Komponiertes habt, dann empfehle ich euch dieses Buch.
Ich liebe dieses Buch. Eine sehr emotionale Geschichte ohne "schnulzig" zu sein. Alle Figuren sind toll gezeichnet und es gibt keinen negativen Charakter. So viele schöne Sätze, Impulse die zum Nachdenken anregen, Formulierungen die kaum schöner und treffender sein könnten. Teilweise poetisch, manches Mal knallhart realistisch und auch ein bisschen politisch. Ich kann nur sagen :"Unbedingt lesen"!
Interessante Erzählung mit Nachdenkfaktor
Ich bin ein Covermensch, ich gebe es zu. Das Cover hat mich ehrlich gesagt sogar eher abgeschreckt, daher weiß ich gar nicht, ob es aufgrund irgend einer "Bestseller" - oder Verlagsliste in meinem Schrank gelandet ist, aber auf einmal hatte ich es dann doch in der Hand und der Inhalt klang jetzt nicht unendlich mitreißend aber interessant genug, um mich doch einmal tiefer mit der Lektüre zu beschäftigen. Der Autor nimmt uns mit in die Welt von Cyrus Shams , der sich aufgrund seiner bisherigen Erlebnnise (früher Verlust der Mutter und später des Vaters zu Collegezeiten) versucht im Leben zurecht zu finden - mit Hilfe von Gedichten und Drogenkonsum. Gleichzeitig möchte er unbedingt die Bedeutung des Todes, vor allem des seiner Mutter, begründen lernen und heftet sich dazu an die Literatur von bekannten Märtyrern Gleich zu Anfang werden wir in den Augenblick des Beginns des Suchtentzugs versetzt, was ich als sehr erleichternd empfand, da gleich die klaren Gedanken des Protagonisten im Vordergrund standen. Die Erzählung gliedert sich in charakterliche und chronologisch wechselnde Kapitel, die die Geschehnisse um seine Familie nach und nach lüften. Mir gefällt ganz besonders der bildhafte Schreibstil des Autors: "Aber wenn man und mit, sagen wir, einem Affen vergleicht, der mit einer Gebärde "Apfel" sagen kann, dann sind wir die Götter der Sprache, während alles andere bloß grunzt und zwitschert. Und wie passend auch, dass unsere Superkraft als Spezies, der Ursprung unserer Göttlichkeit, auf einer so mangelndem Erfindung beruht". Dieser zieht sich an den passenden Stellen durchs ganze Buch, ohne aufgesetzt zu wirken. Was mir persönlich weniger zusagt sind die teilweise eingebauten Gedichte. Dies liegt aber an meiner schon immer existenten Abneigung gegen sie. Aber da er sich an sie hangelt, war es unausweichlich, dass sie einen bestimmten Raum einnehmen werden. Ich finde Cyrus Mutter von der Entwicklung sehr viel interessanter als die Hauptfigur und tatsächlich ist sie offenbar auch der Dreh - und Angelpunkt der Geschcihte und seines Lebens, was das Buch doch spannender machte für mich, als der Buchrücken zu Anfang hergab. Am Ende kann ich aber dennoch nicht entscheiden, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Ich fande die Idee sehr kreativ und es gab diverse Denkansätze, vor allem im gesellschaftlichen Kontext (Homosexualität, Feminismus, Unterdrückung, Freiheit, Leichtigkeit, Trauer) . Vor allem die Trauer und der Wunsch nach Freiheit der Gedanken zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Was mich fragend zurücklässt ist die Tatsache, warum sie nach Amerika ziehen ...(Wen genau ich damit meine sollte man selbst rausfinden). Als Land in dem alles möglich ist, trotz des Kontextes? Keine Gefühlsregungen dazu? Zieht dies nicht auch eine Abhängigkeit dem Feind gegenüber mit sich? Und ich hätte mir mehr Tiefe von Cyrus Charakter gewünscht. Die anderen Charaktere haben in meiner Wahrnehmung sehr viel mehr Einblick und eigene Geschichte bekommen, wobei die Intelligenz der Charaktere wirklich beispiellos gut dargstellt wird. Die Dialoge sind wachsam, abwechslungs- und geistreich. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass dies Buch sehr herausfordernd daherkommt, aber durch die wunderbare Sprache es dennoch zum Erlebnis wird - egal wie man es am Ende einordnet.
Erster Lesetipp 2025!
Ein Buch voller liebevoll gezeichneter Figuren und Tragik. Der facettenreiche Erzählstil zieht einen in seinen Bann – zum Heulen und zum Lachen. Kaveh Akbars Roman Märtyrer! erzählt die Geschichte von Cyrus Shams, einem jungen Dichter, der mit seiner Vergangenheit und Identität ringt. Die Erzählung ist intensiv, poetisch und voller existenzieller Fragen. Akbar verwebt Themen wie Immigration, Identitätssuche und die Bedeutung von Kunst zu einer tiefgründigen und bewegenden Geschichte. Ein beeindruckendes Debüt, das sowohl nachdenklich macht als auch mit seiner sprachlichen Kraft begeistert.

Es stellt keine leichte Lektüre dar - anspruchsvoll und herausfordernd, man muss sich darauf einlassen können. Zwischenzeitlich etwas langatmig geraten. Der Roman wird auf mehreren zeitlichen Ebenen aufgebaut und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, eine traurige Familiengeschichte. Sensible Themen finden hier Raum, das Thema “Tod” steht im Zentrum. Trotzdem konnte es mich leider nicht emotional catchen, die Atmosphäre hat mir teilweise “ein wenig Leben” Vibes gegeben. Sprachlich gut gelungen mit klugen Wortbeiträgen, teilweise sehr poetisch. Die Auflösung am Ende kam unerwartet und konnte mich überraschen.
Cyrus Shams ist 29, queer, süchtig, schmerzhaft wach und auf der Suche. Nach Bedeutung. Nach seiner Mutter, die starb, als ihr Flugzeug auf dem Weg aus Teheran von der US-Armee abgeschossen wurde. Nach einem Leben, das sich nach etwas anfühlt. Er schreibt Gedichte, lebt in Indiana, flieht in Drogen und Philosophie und entwickelt eine fast spirituelle Faszination für Märtyrer:innen. Jeanne d’Arc, Bobby Sands, seine Mutter, sein Onkel. Alle haben ihr Leben für etwas Größeres gegeben. Aber was ist sein „Größeres“? Kunst? Wahrheit? Die Erinnerung an eine Frau, die er kaum kannte? Als er in New York auf die Künstlerin Orkideh trifft, die sich selbst beim Sterben ausstellt, verschiebt sich für ihn alles. 💭 Ich sag’s so, wie ich’s gedacht hab: Das hier ist kein Roman, der in Kapiteln funktioniert. Das ist ein Gedicht, das Roman spielen will. Und das macht es auf eine verdammt schöne, manchmal auch verdammt anstrengende Weise. Kaveh Akbar schreibt wie jemand, der Sprache nicht benutzt, sondern fühlt. Jeder zweite Satz ist ein Zitatkandidat. Gleichzeitig bleibt vieles vage, metaphorisch, traumartig. Wer einen klassischen Plot sucht: please don’t. Wer bereit ist, sich treiben zu lassen: go. Zwischendrin gibt’s Dokumente, Gedichte, Zeitungsausschnitte, kleine Nebenstränge, die mal mehr, mal weniger zünden. ✨ Der Plot ist … na ja, sagen wir: ein loser Faden, der sich um Existenz, Trauma und Identität wickelt. Es passiert nicht „viel“ im klassischen Sinne. Aber emotional passiert alles. Cyrus ist nicht leicht zu begleiten. Er ist ein bisschen selbstzerstörerisch, ein bisschen anstrengend, oft witzig, immer klug. Ein Typ, der sich in seinen Gedanken verliert und dich dabei mitnimmt oder halt zurücklässt, wenn du nicht aufpasst. Was mir gefallen hat: Das Spiel mit Märtyrertum. Nicht im religiösen Sinne, sondern als Frage: Was ist ein Leben wert? Und wann wird ein Tod bedeutungsvoll? Was mich etwas rausgehauen hat: Manchmal verliert sich das Buch so sehr in sich selbst, dass ich nicht mehr wusste, worum es eigentlich gerade geht. 📖 Ich war an manchen Stellen komplett drin. Dieses Buch hat mich an Momente in meinem Leben erinnert, in denen man denkt: „Wenn alles gerade keinen Sinn macht, kann ich wenigstens Kunst draus machen?“ Cyrus’ Schmerz ist laut und leise zugleich. Die Trauer über eine Mutter, die er nicht kennt. Die Scham eines Lebens, das irgendwie falsch ist. Und dann diese Sätze, die dir das Herz zerschneiden, aber so schön sind, dass du sie dir trotzdem unterstreichen willst. Ich hab gelacht, ich war wütend, ich hab mich erschöpft gefühlt. Und ich hab verstanden, warum Akbar genau so schreiben musste. Auch wenn nicht alles daran perfekt ist, es ist ehrlich. Und das reicht manchmal. 💔🫀 Fazit: "Märtyrer!" ist ein poetischer Roman über Verlust, Herkunft, Identität und das Bedürfnis, dass das eigene Leben (und vielleicht sogar der Tod) mehr bedeutet als nur Existenz. Nicht für jede Stimmung, nicht für jede Leser:in, aber wenn man sich drauf einlässt, dann trifft es. ⭐⭐⭐⭐
Zu hohe Erwartungen
Er ist süchtig, trinkt, konsumiert alles, was er kriegt - und dennoch ist er brillant, beliebt, unwiderstehlich. Alle lieben ihn, ob Männer oder Frauen, arm oder reich. Es ist, als würde die Welt sich um ihn drehen, ohne dass er je wirklich auf andere eingeht. Für mich wirkte das zunehmend unecht, nicht authentisch - als würde jemand eine Rolle spielen, statt wirklich zu leben. Cyrus bleibt in seiner Selbstdarstellung gefangen - und alle anderen Figuren scheinen nur da zu sein, um ihn zu spiegeln. Die Geschichte verliert sich in Fragmenten und Nebensträngen, oft elegant, aber ohne echten Zusammenhang. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich lese keine Geschichte, sondern ein Ego-Dokument mit literarischem Anstrich. Vielleicht ist das Absicht. Vielleicht ist das genau die Form, die Akbar wollte. Aber für mich ist das leider nichts.

The good thing is the author is a poet! The bad thing is the author is a poet ...
We get a glimpse into cyrus' deep inner world. The plot is a bit rough at points ... However I have read this weeks ago and I still find myself thinking about it ... Definitely recommend though it might not be for everyone
Zu hohe Erwartungen
Er ist süchtig, trinkt, konsumiert alles, was er kriegt – und dennoch ist er brillant, beliebt, unwiderstehlich. Alle lieben ihn, ob Männer oder Frauen, arm oder reich. Es ist, als würde die Welt sich um ihn drehen, ohne dass er je wirklich auf andere eingeht. Für mich wirkte das zunehmend unecht, nicht authentisch – als würde jemand eine Rolle spielen, statt wirklich zu leben. Cyrus bleibt in seiner Selbstdarstellung gefangen – und alle anderen Figuren scheinen nur da zu sein, um ihn zu spiegeln. Die Geschichte verliert sich in Fragmenten und Nebensträngen, oft elegant, aber ohne echten Zusammenhang. Irgendwann hatte ich das Gefühl, ich lese keine Geschichte, sondern ein Ego-Dokument mit literarischem Anstrich. Vielleicht ist das Absicht. Vielleicht ist das genau die Form, die Akbar wollte. Aber für mich ist das leider nichts.
Cyrus, im Iran geboren und aufgewachsen in den USA, schreibt über den Sinn des Sterbens und des Lebens. Dabei trifft er Orkideh, eine Künstlerin, die schwer krank ihre letzten Tage in einem New Yorker Museum verbringt und mit Besuchern über das Sterben spricht, so auch mit Cyrus. Migration, Erziehung, Rassismus, Liebe, Homosexualität, Poesie, Tod und Sucht finden ihren Platz in der Geschichte. Gefiel mir gut, insbesondere die Kapitel aus Sicht von Roya. Alles in allem eine schöne Sprache, ein ansprechender Stil und trotz 400 Seiten sehr kurzweilig.
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde nicht enttäuscht! Der Schreibsstil ist unglaublich schön und poetisch, es werden unzählige (für mich) interessante Themen aufgegriffen und tiefgründige, philosophische Fragen gestellt.
Kurz zum Inhalt: Cyrus ist als Kleinkind mit seinem Vater aus dem Iran in die USA ausgewandert. Seine Mutter kam bei einem Flugzeugunglück ums Leben - die Amerikaner haben eine iranische Passagiermaschine bombardiert. Cyrus hatte lange Zeit Suchtprobpeme, ist jetzt aber clean und will endlich sein Buch über Märtyrer schreiben. Warum genau darüber? Ihn beschäftigt die Frage, wie ein Tod sinnvoll sein kann und er fantasiert davon dem eigenen Leben durch seinen Tod Sinn zu geben - ja, er ist sehr mit sich selbst beschäftigt. Als er erfährt, dass eine Künstlerin mit Krebs im Endstadium ihre letzten Tage im Brooklyn Museum verbringt und dort im Rahmen einer Kunstinstallation mit Besucher:innen spricht, beschließt er hinzufahren, um mit ihr zu reden ... Und die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung. Der Roman ist sowohl inhaltlich als auch formal unglaublich vielfältig und ausdrucksstark. Akbar bedient sich verschiedenster literarischer Ausdrucksformen und schafft ein breites Repertoire einzigartiger Charaktere. Vor allem Cyrus ist ein hochkomplexer (aber definitiv auch sehr egozentrischer) Charakter, der eine interessante Entwicklung durchläuft, an der wir bei der Lektüre des Buches teilhaben. Erwähnt werden sollte vielleicht auch noch, dass es sehr viele Referenzen in dem Buch gibt, die sich auf die iranische oder die amerikanische Kultur beziehen und nicht immer ganz einfach zu verstehen sind, wenn einem das nötige Hintergrundwissen dazu fehlt, allerdings lernt man so auch unglaublich viel dazu. Ich persönlich schätze es ja sehr, wenn Bücher meinen Horizont erweitern und zu meinem Allgemeinwissen beitragen! Es gibt auf jeden Fall unzählige Fragen, die man anhand des Buches diskutieren kann: Wie kann man einem Leben Sinn geben? Was bedeutet der Tod eines Menschen für die Zurückgebliebenen? Wie ist es zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen? Inwieweit prägen uns stereotype Geschlechterbilder? Wie können Elternrollen gelebt werden und welchen Einfluss hat das auf die Kinder? Was macht Kunst bzw. Künstler:innen aus? Wie kann man mit Sucht umgehen? uvm. Die Vielfalt an literarischen Mitteln, Perspektiven und Themen kann vor allem zu Beginn etwas verwirrend sein und ich gebe zu, ich hatte kurze Momente, in denen ich dachte, das Buch hätte mich verloren; jedoch fügt sich ab einem gewissen Punkt alles wieder perfekt ineinander und das ist eine wahre Meisterleistung. Große Leseempfehlung!
„Wir haben sie erfunden, diese Sprache, in der man einen Mann einen Iraker und einen anderen einen Iraner nennt, damit sie sich gegenseitig umbringen können.“
Zunächst scheint es vorrangig um die Bewältigung von Trauer und Verlust zu gehen, jedoch entwickelt sich die Geschichte schnell zu einer Suche nach Sinn und Bedeutung. Obwohl ich das Gefühl hatte, dass die meisten Nebenfiguren manchmal nur insoweit entwickelt werden, wie sie der zentralen Narrative des Protagonisten dienen (was mich häufig in Büchern sehr stört), ist dieses Buch trotzdem absolut umwerfend und definitiv eines meiner Jahreshighlights!
Ok so I took a long break after the first half and it influenced my experience a bit in a negative way, but I still liked the book.What I absolutely appreciate is how every character in the book, even side characters like the main characters’ parents and uncle had their focus too and felt like real human beings out of flesh, with their own desires, pains and bad decisions. Sure, the whole plot wasn’t that realistic, <spoiler> I mean how are the odds for Cyrus to randomly meet Orkideh, connect with her and then he finds out it was his mom that was supposed to be dead? </spoiler> and sometimes Cyrus almost felt a bit too dramatic and insufferable but hey! That’s what makes it a fictional story, and it’s fine. Filthy, dirty, humbling - that’s how a lot of parts of this book felt and it’s amazing. It portrayed Cyrus’s struggles with addiction and mental health in such a raw way without any romanticism, because there really is nothing beautiful about destroying yourself bottle by bottle. Even during the moments where he craved nothing but salvation from drugs & alcohol, it never was something that was shown as washing away his sorrows magically.The struggles of just living and existing, searching for a meaning and the wish to leave something meaningful behind so your own life wasn’t a waste, something universal to the human kind. But then he becomes trapped in this search, completely forgetting to just live (and he really was an asshole to Zee, his best friend and lover that was basically his anchor in the end)This is why I believe, thinking too much about life is harmful and sometimes that search for meaning will leave you without any result. The “meaning” of life can be something as silly as just loving someone or something deeply and wanting to live so you can experience more of them/ it.But of course that’s easier said than done and I’m already counting the days or even hours till my next existential crisis.Oh and also, ironically, in a book called “martyrs” there weren’t any characters that were like martyrs in a typical sense.Everyone that was portrayed as one still had a history that wasn’t clean:Arash - the “Angel of death” that sacrificed his sanity for the dying soldiers on the battle field did some … weird things to his sister Roya as a kidRoya, that in the end died as Orkideh and helped Cyrus, abandoned her family for another lover.And so on you get the point.
It took me a while to finish this (admittedly I am a slow reader) because it kept making me Feel and I had to put the book down and digest. Beautifully written, both mystical and real in a way that reaches between your ribs and touches something raw. I usually struggle with books that become to lyrical or poetic in their language and writing style but I couldn’t get enough of the way Akbar uses words here. A real wordsmith.
Martyr! offers intriguing discussions on mortality, racism and generational trauma and the writing was absolutely beautiful. You can tell the writer is a poet. Still, the structure of the plot wasn't cohesive enough for me. Each chapter worked well on its own, but as a whole, the story lacked smooth transitions between the different perspectives and time jumps.
Crazy.
Möchte jemand mit mir das Ende diskutieren? Ich habe 1000 Fragen und Interpretationen dazu. Martyr! ist auf jeden Fall kein Buch, dass sich einfach so runter lesen lässt. Es ist wunderschön geschrieben aber auch so dicht und komplex, dass der sowieso schon schwere Inhalt nicht so easy runter geht. Man weiß auch nie so wirklich was jetzt in seiner Fantasie sich abspielt und was real ist. Ein Buch, dass viel zum nachdenken gibt und im Kopf bleibt.
ich habe lange gebraucht für diesen Roman und wahrscheinlich dauert es nochmal so lange bis zur Rezension. Viele beschreiben das Buch als absolutes Meisterwerk und vielleicht ist es das auch. Aber dann war es wahrscheinlich das falsche Buch für mich. Ich fand es stellenweise toll und dann hat es mich wieder verloren. Es war insgesamt sehr sehr viel. Ich denke nochmal drüber nach.





































