Die bittere Gabe
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Description
Book Information
Author Description
Ellen Marie Wiseman wurde in Three Mile Bay, einer kleinen Ortschaft im Bundesstaat New York, geboren. Sie besucht häufig ihre Verwandten in Deutschland und interessiert sich sehr für deutsche Geschichte und Kultur. Wiseman lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und drei Hunden am Ufer des Lake Ontario.
Posts
Das vielleicht schlimmste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe
Dies ist das zweite Buch von Ellen Marie Wiseman, das ich gelesen habe. Vor ca. 9 Jahren habe ich „Willard State“ gelesen und ich erinnere mich jetzt noch daran, wie grausam es war. Deshalb wollte ich sehen, ob mich auch dieses Buch nachhaltig beeinflussen würde und JA das wird es. Hätte ich gewusst, wie viel Tierleid (Tierfolter) in diesem Buch vorkommen, hätte ich es nicht gelesen. Und dann noch die Folter, die Lilly, die Protagonistin durchgegangen ist. Was Wiseman’s Bücher ausmacht, ist ihr schnelles Pacing, der fantastische Schreibstil und die Hoffnung, die sie zunächst in ihren Leser*innen aufkeimen und dann ersticken lässt. Dieses Buch war eine echt harte Nummer. Ich muss jetzt auf jeden Fall was ganz leichtes als nächstes lesen und brauche eine lange Pause, bis ich „Das verlorene Medallion“ von Wiseman lesen werde.
Keine schillernde Zirkuswelt ✨🎪
Ich starte mal damit, euch vor diesem Buch zu warnen. Denn ich finde es wichtig zu wissen, dass dieses Buch kein Wohlfühlbuch ist. Auch wenn Titel und Klappentext bereits erahnen lassen, dass diese Geschichte traurig wird, hatte ich am Anfang mehrmals den Gedanken, dass es am Ende vielleicht doch noch gut ausgehen könnte. Aber das tut es nicht wirklich. Dieses Buch enthält unglaublich viel Schmerz und Leid. Wir lesen die Geschichte aus zwei Zeitebenen, aus Lillys Sicht und aus Julias Sicht, die jeweils in unterschiedlichen Zeiten spielen. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Das Zirkusleben in den 40er Jahren war, wie man sich vorstellen kann, alles andere als einfach, vor allem nicht als Frau. Als Leser durchleben wir viele unangenehme, schmerzhafte und unglaublich traurige Situationen und Momente. Die Quälereien der Tiere werden dabei sehr unverblümt beschrieben. Gleichzeitig wird das für den Leser ein Stück weit dadurch aufgefangen, dass Lilly eine unglaublich tierliebe Protagonistin ist, die alles versucht, um den Tieren trotz der Umstände ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die Szenen sehr emotional sein können. Wenn ihr nah am Wasser gebaut seid, werdet ihr hier vermutlich von der ersten bis zur letzten Seite immer wieder mit den Tränen kämpfen. Wenn euch solche Themen stark belasten, solltet ihr vielleicht gut überlegen, ob ihr das Buch lesen möchtet. Im Nachwort wird auch erwähnt, woher sie ihre Recherchen hat. Dadurch hat sich vieles erschreckend realistisch angefühlt. Der Schmerz und das Leid der Tiere stehen klar im Fokus. Gleichzeitig zeigt die Geschichte aber auch die Stärke einer jungen Frau, die von ihren Eltern verschmäht wurde und trotzdem zu einem herzlichen und loyalen Menschen heranwächst. Das Ende war für mich ein wenig unbefriedigend, weil zwei Fragen für mich offen bleiben. Ich bin einfach kein Fan davon, nicht zu wissen, was mit Nebencharakteren passiert, wenn sie eine wichtige Rolle gespielt haben. Zur Sicht von Julia möchte ich gar nichts sagen, denn je weniger man darüber weiß, desto spannender ist das Leseerlebnis. Ich finde, dieses Buch hat viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und ich werde definitiv mehr von der Autorin lesen. Die Autorin hat mich jedoch mit ihrem Schreibstil nachhaltig geprägt und das Buch hat mir, auch wenn das jetzt falsch klingt, während dem Lesen sehr gut gefallen.

Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Der Roman gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Der erste handelt von Lilly, dem zehnjährigen Albinomädchen, das von ihrer christlich streng gläubigen Mutter als Schande empfunden und auf dem Dachboden versteckt wird. Um sich endlich von ihr zu befreien verkauft sie Lilly eines Tages an die Freakshow des gastierenden Zirkuses. Fortan ist der Zirkus Lillys Gefängnis. Julia erbt im zweiten Handlungsstrang das Anwesen ihrer Eltern, auf das sie nun zurückkehrt, nachdem sie Jahre zuvor von dort abgehauen ist. Nach und nach deckt sie Geheimnisse auf, die das Bild ihrer Eltern zerstören und sie alles in Frage stellen lässt, was sie als ihre Vergangenheit und ihre Wurzeln angesehen hat. Charaktere: Alle Haupt- sowie Nebencharaktere bleiben leider streckenweise recht eindimensional. Lilly wird zwar an die Freakshow verkauft, doch so ein richtiger “Freak” ist sie eigentlich nicht. Die Autorin beschreibt Lilly eher als ein wunderschönes, zartes Mädchen, das durch seine weiße Haut und die hellen Haare wie eine Porzellan-Prinzessin wirkt. Sie kann wundervoll mit Tieren umgehen, ist feinfühlig, liebenswert und irgendwie sehr perfekt. Das, was ihre Mutter ihr angetan hat, ist furchtbar. Dies hat mich sehr berührt! Die Grausamkeit und Lieblosigkeit ihrer Tochter gegenüber, die einfach nur helle Haut hat und sonst keinerlei Behinderungen aufweist, weshalb man auf die Idee kommen kann, sein Kind dermaßen abzustoßen, ist für mich durch den Verlauf des Buches nicht nachvollziehbar geworden. Der Vater wird durchweg als Schwächling dargestellt. Zu keiner Zeit schafft er es für das einzustehen, was er denkt und was er als richtig empfindet. Auch hierfür bietet die Autorin keinerlei Erklärung. Julia bleibt lange Zeit ein Mysterium. Ich konnte sie nicht greifen. Den Zwist, den sie mit ihrer Mutter / ihren Eltern hatte und was genau die Gründe waren, dass sie von zu Hause abgehauen ist, fand ich nicht genug ausgearbeitet. Selbst den Figuren des Zirkuses fehlt es an Tiefe. Sie sind eben “Freaks“, die sich mit ihrer Situation angefreundet haben und versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die Zirkusverantwortlichen wurden auch nur als eher böse dargstellt. Mir fehlte hier der Hintergrund, warum sie das machen, was sie machen und wieso sie eher schlechten als guten oder zumindest neutralen Charakters sind. Spannung: Am Anfang ist nicht klar, was mit Lilly passiert und warum. Als Leser ahnt man zwar etwas, erwartet aber viel mehr als das, was einem die Autorin präsentiert. Wir begleiten Lilly und Julia im Wechsel und die Verbindung und das Geheimnis wird nach und nach aufgedeckt. Als mir klar war, worauf das hinauslaufen wird, gab es eigentlich kaum noch Überraschungen. Der Plot folgte meiner Vorstellung. Im letzten Drittel flacht somit die Spannung ziemlich ab. Schreibstil: Die Autorin hat eine einfache und unspektakuläre Sprache gewählt. Über zwei Handlungsstränge, bestehend aus Vergangenheit und Gegenwart, spitzt sie den Roman zu. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass viele verschiedene Momentaufnahme aneinadergereiht wurden. Mir fehlten oftmals ein länger beschreibender Abschnitt dazwischen, um der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen. Es hat, thematisch gesehen, viel Potential gegeben, auf verschiedene Aspekte der Geschichte richtig einzugehen. Doch jeder Themenbereich wurde recht oberflächlich behandelt. Was der Autorin aber sehr gut gelungen ist, das ist die Beschreibung des schweren Schicksals von Lilly, und somit auch von Julia. Es hatte mich immer wieder sehr getroffen, was Lilly zu erleiden hatte. Eine tief-traurige Geschichte, die mir zu Herzen ging. Ende: Ein nicht mehr ganz so überraschendes Ende, das leider einige Fragen offen und die Geschichte dadurch als etwas unrund erscheinen lässt. Als hätte es an Zeit und Ideen gefehlt. Hörbuch: Als Hörbuch sehr schön und passend von Katrin Zimmermann eingesprochen. Ich habe ihr die lange Zeit sehr gerne zugehört. Für Hörbuchliebhaber dem Buch zu bevorzugen. Fazit: Eine Geschichte, die interessant dargestellt wurde und viele Möglichkeiten zur Vertiefung bot. Leider wurden diese nicht in dem Umfang ausgenutzt. Letzendlich bleibt ein Roman, der tief berührt und einen auch am Ende äußerst traurig stimmt, doch leider zu sehr an der Oberfläche bleibt. Was aber die “bittere Gabe”, mit der das Buch betitelt wurde, sein soll, hat sich mir nicht erschlossen.
Wieder eine sehr ergreifende Geschichte von Ellen Marie Wiseman welche auf wahren Begebenheiten beruht. Zumindest was die Existenz von FreakShows betrifft und auch die Grausamkeit der Zirkuswelt. Auch heute verabscheue ich Zirkus-Aufführungen mit Tieren und hoffe, dass diese verboten werden, aber das ist ein anderes Thema. Hier wird aus zwei Sichten erzählt, was mir sehr gut gefällt. Man erfährt nach und nach wie die beiden Frauen "zusammengehören" und bekommt kurz vor Ende auch noch eine Überraschung, die ich so allerdings geahnt habe. Alles in allem eine sehr ergreifende und interessante Geschichte aus einer mal ganz anderen Welt. Die Protagonisten haben mir gefallen, ob nun als sympathische Figuren oder weil sie so grausam und abscheulich waren. Gut skizziert waren sie alle. Für volle 5 Sterne fehlte mir irgendwie der letzte Funke und der "Geschichtsstrang" der Vergangenheit im Zirkus hat mir einfach besser gefallen, als der in der Gegenwart. Trotzdem ein wirklich lesenswertes bzw. hörenswertes Buch!
Der Klappentext verspricht eine originelle Geschichte, die sowohl Unterhaltung als auch Tiefgang zu bieten hat. Der wichtigste Schauplatz, ein Wanderzirkus in den 30er und 40er Jahren, und die kindliche Protagonistin, die an dessen ‘Freakshow’ verkauft wird, lassen erwarten, dass das Buch ein gleichermaßen sozialkritisches wie spannendes Thema aufgreift: das Leben von Menschen, die in dieser Zeit aufgrund ihrer empfundenen Andersartigkeit als Außenseiter gebrandmarkt wurden. Die Handlung wird dabei auf zwei Zeitebenen erzählt: in einer davon folgt der Leser Lillys Werdegang im Zirkus, in der anderen den Erlebnissen von Julia, die zwei Jahrzehnte später Lillys Elternhaus erbt und deren außergewöhnliches Leben aus einem anderen Blickwinkel recherchiert. An sich die perfekte Grundlage für ein ebenso außergewöhnliches Buch! Leider konnte es meine hohen Erwartungen dennoch nicht erfüllen. Zum Teil liegt das meines Erachtens am Schreibstil – zwar werden einige der Zirkusszenen in bunten Details geschildert, der Stil wirkte auf mich über weite Strecken jedoch sehr einfach, flach und fast schon leblos. Die Autorin bedient sich außerdem eines Stilmittels, das für meinen Geschmack überreizt wird: oft stellen sich Lilly und Julia in Gedanken Fragen oder rufen sich ausführlich in Erinnerung, was vorgeht – und erklären es so indirekt dem Leser. Vieles hätte ich mir lieber durch lebendige Beschreibung der Geschehnisse selber erschlossen! Die ‘Freaks’ werden immer wieder mit ihren vollen Zirkustiteln genannt. Ich vermute, dass die Autorin damit zeigen möchte, wie sehr diese Menschen von der Gesellschaft auf ihre Andersartigkeit reduziert werden, aber stattdessen tut es genau das und verhindert, dass der Leser die Persönlichkeiten hinter den Klischees kennenlernt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte bewusst aus diesem sozialen ‘Käfig’ ausbricht. Zitat: “Dolly, die schönste dickste Frau der Welt, und Penelope, die singende Zwergenfrau, saßen in dem Waggon auf Holzkisten, lachten und wedelten sich mit Papierfächern Luft zu. Dina, die lebende halbe Frau, trug ein Stirnband, das mit Federn geschmückt war, sowie eine mit Pailletten besetzte Bluse und rauchte eine Zigarette, während sie auf einem umgedrehten Weinfass hockte und sich mit Spear, dem lebenden Skelett, unterhielt.” Aber nicht nur die ‘Freaks’ bleiben dadurch eindimensional. Besonders die Widersacher zeigen beinahe ausschließlich ‘böse’ Eigenschaften. Aber auch Lilly und Julia selber konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Die Darstellung von Lilly fand ich geradezu bedenklich: es wird immer wieder betont, wie anders sie ist, gleichzeitig wird ihre Andersartigkeit geschönt, idealisiert, romantisiert, als wäre sie nur dann akzeptabel. Lillys Rolle in diesem Drama scheint sich darauf zu beschränken, zu leiden, zu leiden und noch mehr zu leiden – und dabei wunderschön auszusehen. Sie ist auf absurd übertriebene Weise perfekt, und damit wird ihre Erkrankung zum bloßen Gimmick. Zitat: »Du undankbare Ausgeburt des Teufels!«, schrie Momma. »Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht an mir zweifeln sollst?« »Es tut mir leid, Momma«, rief Lilly weinend. Momma trat ihr mit dem Fuß in die Seite. »Was habe ich getan, dass ich mit dieser Plage gestraft bin?«, zischte sie. »Jetzt runter auf die Knie und beten!« »Aber Momma…« Lilly schluchzte so heftig, dass sie nicht aufstehen konnte und kaum Luft bekam. Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht, während sie zum Bett kroch und sich daran hochzog.” Ich habe mich gefragt, wie Lilly, die einen Großteil ihrer Kindheit isoliert und eingesperrt verbracht hat, ihre Sozialkompetenz entwickeln konnte. Wieso sie einen ganz normalen Wortschatz hat. Wie es kommt, dass sie offensichtlich vollkommen gesund ist, trotz Mangels an Sonnenschein, Bewegung und frischer Luft. Julia hingegen ist in meinen Augen wenig überzeugend, weil sie sich benimmt wie eine junge Frau in der heutigen Zeit und dieses Verhalten auch weitgehend akzeptiert wird. Ich musste mir mehr als einmal in Erinnerung rufen, dass ihr Teil der Geschichte in den 50er Jahren spielt. Mir fehlte das Gefühl, dass die Charaktere sich im Laufe der Geschichte wirklich weiterentwickeln – und dass es einen Handlungsbogen gibt, der über Leid und Unglück hinausgeht. Das Ende war für mich nicht schlüssig oder glaubhaft, auf keiner der beiden Zeitebenen. | FAZIT | Die kleine Lilly wird in den 30er Jahren an eine Freakshow verkauft, weil sie ‘anders’ ist. Auf eine lieblose Kindheit folgt ein hartes Leben im Zirkus, das erträglicher wird, als entdeckt wird, dass sie eine fast übernatürliche Begabung dafür hat, mit Tieren zu arbeiten. Aber das ist dennoch nicht das Ende ihres Leidens… Zwanzig Jahre später erbt die 18-jährige Julia das Herrenhaus Blackhouse Manor. In den Unterlagen stößt sie auf Fotos von Lilly und beginnt damit, deren Spuren zu folgen. Ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, habe es aber mit einem Gefühl großer Enttäuschung beendet. Nicht nur der Schreibstil konnte mich überhaupt nicht überzeugen – mich hat besonders gestört, wie sehr Lillys ‘Andersartigkeit’ romantisiert und verklärt wird, als hätten Behinderungen und Erkrankungen nur dann Daseinsberechtigung, wenn sie ‘schön’ sind.
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Ellen Marie Wiseman wurde in Three Mile Bay, einer kleinen Ortschaft im Bundesstaat New York, geboren. Sie besucht häufig ihre Verwandten in Deutschland und interessiert sich sehr für deutsche Geschichte und Kultur. Wiseman lebt zusammen mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und drei Hunden am Ufer des Lake Ontario.
Posts
Das vielleicht schlimmste Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe
Dies ist das zweite Buch von Ellen Marie Wiseman, das ich gelesen habe. Vor ca. 9 Jahren habe ich „Willard State“ gelesen und ich erinnere mich jetzt noch daran, wie grausam es war. Deshalb wollte ich sehen, ob mich auch dieses Buch nachhaltig beeinflussen würde und JA das wird es. Hätte ich gewusst, wie viel Tierleid (Tierfolter) in diesem Buch vorkommen, hätte ich es nicht gelesen. Und dann noch die Folter, die Lilly, die Protagonistin durchgegangen ist. Was Wiseman’s Bücher ausmacht, ist ihr schnelles Pacing, der fantastische Schreibstil und die Hoffnung, die sie zunächst in ihren Leser*innen aufkeimen und dann ersticken lässt. Dieses Buch war eine echt harte Nummer. Ich muss jetzt auf jeden Fall was ganz leichtes als nächstes lesen und brauche eine lange Pause, bis ich „Das verlorene Medallion“ von Wiseman lesen werde.
Keine schillernde Zirkuswelt ✨🎪
Ich starte mal damit, euch vor diesem Buch zu warnen. Denn ich finde es wichtig zu wissen, dass dieses Buch kein Wohlfühlbuch ist. Auch wenn Titel und Klappentext bereits erahnen lassen, dass diese Geschichte traurig wird, hatte ich am Anfang mehrmals den Gedanken, dass es am Ende vielleicht doch noch gut ausgehen könnte. Aber das tut es nicht wirklich. Dieses Buch enthält unglaublich viel Schmerz und Leid. Wir lesen die Geschichte aus zwei Zeitebenen, aus Lillys Sicht und aus Julias Sicht, die jeweils in unterschiedlichen Zeiten spielen. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Das Zirkusleben in den 40er Jahren war, wie man sich vorstellen kann, alles andere als einfach, vor allem nicht als Frau. Als Leser durchleben wir viele unangenehme, schmerzhafte und unglaublich traurige Situationen und Momente. Die Quälereien der Tiere werden dabei sehr unverblümt beschrieben. Gleichzeitig wird das für den Leser ein Stück weit dadurch aufgefangen, dass Lilly eine unglaublich tierliebe Protagonistin ist, die alles versucht, um den Tieren trotz der Umstände ein möglichst gutes Leben zu ermöglichen. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass die Szenen sehr emotional sein können. Wenn ihr nah am Wasser gebaut seid, werdet ihr hier vermutlich von der ersten bis zur letzten Seite immer wieder mit den Tränen kämpfen. Wenn euch solche Themen stark belasten, solltet ihr vielleicht gut überlegen, ob ihr das Buch lesen möchtet. Im Nachwort wird auch erwähnt, woher sie ihre Recherchen hat. Dadurch hat sich vieles erschreckend realistisch angefühlt. Der Schmerz und das Leid der Tiere stehen klar im Fokus. Gleichzeitig zeigt die Geschichte aber auch die Stärke einer jungen Frau, die von ihren Eltern verschmäht wurde und trotzdem zu einem herzlichen und loyalen Menschen heranwächst. Das Ende war für mich ein wenig unbefriedigend, weil zwei Fragen für mich offen bleiben. Ich bin einfach kein Fan davon, nicht zu wissen, was mit Nebencharakteren passiert, wenn sie eine wichtige Rolle gespielt haben. Zur Sicht von Julia möchte ich gar nichts sagen, denn je weniger man darüber weiß, desto spannender ist das Leseerlebnis. Ich finde, dieses Buch hat viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und ich werde definitiv mehr von der Autorin lesen. Die Autorin hat mich jedoch mit ihrem Schreibstil nachhaltig geprägt und das Buch hat mir, auch wenn das jetzt falsch klingt, während dem Lesen sehr gut gefallen.

Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Der Roman gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Der erste handelt von Lilly, dem zehnjährigen Albinomädchen, das von ihrer christlich streng gläubigen Mutter als Schande empfunden und auf dem Dachboden versteckt wird. Um sich endlich von ihr zu befreien verkauft sie Lilly eines Tages an die Freakshow des gastierenden Zirkuses. Fortan ist der Zirkus Lillys Gefängnis. Julia erbt im zweiten Handlungsstrang das Anwesen ihrer Eltern, auf das sie nun zurückkehrt, nachdem sie Jahre zuvor von dort abgehauen ist. Nach und nach deckt sie Geheimnisse auf, die das Bild ihrer Eltern zerstören und sie alles in Frage stellen lässt, was sie als ihre Vergangenheit und ihre Wurzeln angesehen hat. Charaktere: Alle Haupt- sowie Nebencharaktere bleiben leider streckenweise recht eindimensional. Lilly wird zwar an die Freakshow verkauft, doch so ein richtiger “Freak” ist sie eigentlich nicht. Die Autorin beschreibt Lilly eher als ein wunderschönes, zartes Mädchen, das durch seine weiße Haut und die hellen Haare wie eine Porzellan-Prinzessin wirkt. Sie kann wundervoll mit Tieren umgehen, ist feinfühlig, liebenswert und irgendwie sehr perfekt. Das, was ihre Mutter ihr angetan hat, ist furchtbar. Dies hat mich sehr berührt! Die Grausamkeit und Lieblosigkeit ihrer Tochter gegenüber, die einfach nur helle Haut hat und sonst keinerlei Behinderungen aufweist, weshalb man auf die Idee kommen kann, sein Kind dermaßen abzustoßen, ist für mich durch den Verlauf des Buches nicht nachvollziehbar geworden. Der Vater wird durchweg als Schwächling dargestellt. Zu keiner Zeit schafft er es für das einzustehen, was er denkt und was er als richtig empfindet. Auch hierfür bietet die Autorin keinerlei Erklärung. Julia bleibt lange Zeit ein Mysterium. Ich konnte sie nicht greifen. Den Zwist, den sie mit ihrer Mutter / ihren Eltern hatte und was genau die Gründe waren, dass sie von zu Hause abgehauen ist, fand ich nicht genug ausgearbeitet. Selbst den Figuren des Zirkuses fehlt es an Tiefe. Sie sind eben “Freaks“, die sich mit ihrer Situation angefreundet haben und versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen. Die Zirkusverantwortlichen wurden auch nur als eher böse dargstellt. Mir fehlte hier der Hintergrund, warum sie das machen, was sie machen und wieso sie eher schlechten als guten oder zumindest neutralen Charakters sind. Spannung: Am Anfang ist nicht klar, was mit Lilly passiert und warum. Als Leser ahnt man zwar etwas, erwartet aber viel mehr als das, was einem die Autorin präsentiert. Wir begleiten Lilly und Julia im Wechsel und die Verbindung und das Geheimnis wird nach und nach aufgedeckt. Als mir klar war, worauf das hinauslaufen wird, gab es eigentlich kaum noch Überraschungen. Der Plot folgte meiner Vorstellung. Im letzten Drittel flacht somit die Spannung ziemlich ab. Schreibstil: Die Autorin hat eine einfache und unspektakuläre Sprache gewählt. Über zwei Handlungsstränge, bestehend aus Vergangenheit und Gegenwart, spitzt sie den Roman zu. Ich hatte oftmals das Gefühl, dass viele verschiedene Momentaufnahme aneinadergereiht wurden. Mir fehlten oftmals ein länger beschreibender Abschnitt dazwischen, um der Geschichte mehr Tiefe zu verleihen. Es hat, thematisch gesehen, viel Potential gegeben, auf verschiedene Aspekte der Geschichte richtig einzugehen. Doch jeder Themenbereich wurde recht oberflächlich behandelt. Was der Autorin aber sehr gut gelungen ist, das ist die Beschreibung des schweren Schicksals von Lilly, und somit auch von Julia. Es hatte mich immer wieder sehr getroffen, was Lilly zu erleiden hatte. Eine tief-traurige Geschichte, die mir zu Herzen ging. Ende: Ein nicht mehr ganz so überraschendes Ende, das leider einige Fragen offen und die Geschichte dadurch als etwas unrund erscheinen lässt. Als hätte es an Zeit und Ideen gefehlt. Hörbuch: Als Hörbuch sehr schön und passend von Katrin Zimmermann eingesprochen. Ich habe ihr die lange Zeit sehr gerne zugehört. Für Hörbuchliebhaber dem Buch zu bevorzugen. Fazit: Eine Geschichte, die interessant dargestellt wurde und viele Möglichkeiten zur Vertiefung bot. Leider wurden diese nicht in dem Umfang ausgenutzt. Letzendlich bleibt ein Roman, der tief berührt und einen auch am Ende äußerst traurig stimmt, doch leider zu sehr an der Oberfläche bleibt. Was aber die “bittere Gabe”, mit der das Buch betitelt wurde, sein soll, hat sich mir nicht erschlossen.
Wieder eine sehr ergreifende Geschichte von Ellen Marie Wiseman welche auf wahren Begebenheiten beruht. Zumindest was die Existenz von FreakShows betrifft und auch die Grausamkeit der Zirkuswelt. Auch heute verabscheue ich Zirkus-Aufführungen mit Tieren und hoffe, dass diese verboten werden, aber das ist ein anderes Thema. Hier wird aus zwei Sichten erzählt, was mir sehr gut gefällt. Man erfährt nach und nach wie die beiden Frauen "zusammengehören" und bekommt kurz vor Ende auch noch eine Überraschung, die ich so allerdings geahnt habe. Alles in allem eine sehr ergreifende und interessante Geschichte aus einer mal ganz anderen Welt. Die Protagonisten haben mir gefallen, ob nun als sympathische Figuren oder weil sie so grausam und abscheulich waren. Gut skizziert waren sie alle. Für volle 5 Sterne fehlte mir irgendwie der letzte Funke und der "Geschichtsstrang" der Vergangenheit im Zirkus hat mir einfach besser gefallen, als der in der Gegenwart. Trotzdem ein wirklich lesenswertes bzw. hörenswertes Buch!
Der Klappentext verspricht eine originelle Geschichte, die sowohl Unterhaltung als auch Tiefgang zu bieten hat. Der wichtigste Schauplatz, ein Wanderzirkus in den 30er und 40er Jahren, und die kindliche Protagonistin, die an dessen ‘Freakshow’ verkauft wird, lassen erwarten, dass das Buch ein gleichermaßen sozialkritisches wie spannendes Thema aufgreift: das Leben von Menschen, die in dieser Zeit aufgrund ihrer empfundenen Andersartigkeit als Außenseiter gebrandmarkt wurden. Die Handlung wird dabei auf zwei Zeitebenen erzählt: in einer davon folgt der Leser Lillys Werdegang im Zirkus, in der anderen den Erlebnissen von Julia, die zwei Jahrzehnte später Lillys Elternhaus erbt und deren außergewöhnliches Leben aus einem anderen Blickwinkel recherchiert. An sich die perfekte Grundlage für ein ebenso außergewöhnliches Buch! Leider konnte es meine hohen Erwartungen dennoch nicht erfüllen. Zum Teil liegt das meines Erachtens am Schreibstil – zwar werden einige der Zirkusszenen in bunten Details geschildert, der Stil wirkte auf mich über weite Strecken jedoch sehr einfach, flach und fast schon leblos. Die Autorin bedient sich außerdem eines Stilmittels, das für meinen Geschmack überreizt wird: oft stellen sich Lilly und Julia in Gedanken Fragen oder rufen sich ausführlich in Erinnerung, was vorgeht – und erklären es so indirekt dem Leser. Vieles hätte ich mir lieber durch lebendige Beschreibung der Geschehnisse selber erschlossen! Die ‘Freaks’ werden immer wieder mit ihren vollen Zirkustiteln genannt. Ich vermute, dass die Autorin damit zeigen möchte, wie sehr diese Menschen von der Gesellschaft auf ihre Andersartigkeit reduziert werden, aber stattdessen tut es genau das und verhindert, dass der Leser die Persönlichkeiten hinter den Klischees kennenlernt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte bewusst aus diesem sozialen ‘Käfig’ ausbricht. Zitat: “Dolly, die schönste dickste Frau der Welt, und Penelope, die singende Zwergenfrau, saßen in dem Waggon auf Holzkisten, lachten und wedelten sich mit Papierfächern Luft zu. Dina, die lebende halbe Frau, trug ein Stirnband, das mit Federn geschmückt war, sowie eine mit Pailletten besetzte Bluse und rauchte eine Zigarette, während sie auf einem umgedrehten Weinfass hockte und sich mit Spear, dem lebenden Skelett, unterhielt.” Aber nicht nur die ‘Freaks’ bleiben dadurch eindimensional. Besonders die Widersacher zeigen beinahe ausschließlich ‘böse’ Eigenschaften. Aber auch Lilly und Julia selber konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Die Darstellung von Lilly fand ich geradezu bedenklich: es wird immer wieder betont, wie anders sie ist, gleichzeitig wird ihre Andersartigkeit geschönt, idealisiert, romantisiert, als wäre sie nur dann akzeptabel. Lillys Rolle in diesem Drama scheint sich darauf zu beschränken, zu leiden, zu leiden und noch mehr zu leiden – und dabei wunderschön auszusehen. Sie ist auf absurd übertriebene Weise perfekt, und damit wird ihre Erkrankung zum bloßen Gimmick. Zitat: »Du undankbare Ausgeburt des Teufels!«, schrie Momma. »Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du nicht an mir zweifeln sollst?« »Es tut mir leid, Momma«, rief Lilly weinend. Momma trat ihr mit dem Fuß in die Seite. »Was habe ich getan, dass ich mit dieser Plage gestraft bin?«, zischte sie. »Jetzt runter auf die Knie und beten!« »Aber Momma…« Lilly schluchzte so heftig, dass sie nicht aufstehen konnte und kaum Luft bekam. Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht, während sie zum Bett kroch und sich daran hochzog.” Ich habe mich gefragt, wie Lilly, die einen Großteil ihrer Kindheit isoliert und eingesperrt verbracht hat, ihre Sozialkompetenz entwickeln konnte. Wieso sie einen ganz normalen Wortschatz hat. Wie es kommt, dass sie offensichtlich vollkommen gesund ist, trotz Mangels an Sonnenschein, Bewegung und frischer Luft. Julia hingegen ist in meinen Augen wenig überzeugend, weil sie sich benimmt wie eine junge Frau in der heutigen Zeit und dieses Verhalten auch weitgehend akzeptiert wird. Ich musste mir mehr als einmal in Erinnerung rufen, dass ihr Teil der Geschichte in den 50er Jahren spielt. Mir fehlte das Gefühl, dass die Charaktere sich im Laufe der Geschichte wirklich weiterentwickeln – und dass es einen Handlungsbogen gibt, der über Leid und Unglück hinausgeht. Das Ende war für mich nicht schlüssig oder glaubhaft, auf keiner der beiden Zeitebenen. | FAZIT | Die kleine Lilly wird in den 30er Jahren an eine Freakshow verkauft, weil sie ‘anders’ ist. Auf eine lieblose Kindheit folgt ein hartes Leben im Zirkus, das erträglicher wird, als entdeckt wird, dass sie eine fast übernatürliche Begabung dafür hat, mit Tieren zu arbeiten. Aber das ist dennoch nicht das Ende ihres Leidens… Zwanzig Jahre später erbt die 18-jährige Julia das Herrenhaus Blackhouse Manor. In den Unterlagen stößt sie auf Fotos von Lilly und beginnt damit, deren Spuren zu folgen. Ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, habe es aber mit einem Gefühl großer Enttäuschung beendet. Nicht nur der Schreibstil konnte mich überhaupt nicht überzeugen – mich hat besonders gestört, wie sehr Lillys ‘Andersartigkeit’ romantisiert und verklärt wird, als hätten Behinderungen und Erkrankungen nur dann Daseinsberechtigung, wenn sie ‘schön’ sind.









