Die Sammlerin der verlorenen Wörter
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Description
»Eine wunderschöne Erkundung der Geschichte und der Macht der Sprache. Dieser subversive Roman verwebt stimmungsvoll Liebe, Verlust und Literatur – für alle, die Wörter lieben.« Reese Witherspoon
Book Information
Author Description
Pip Williams, geboren in London, aufgewachsen in Sydney, lebt mit ihrer Familie in Südaustralien. Sie ist Sozialwissenschaftlerin und neben ihrer Forschung leidenschaftliche Autorin eines Reisememoirs, von Artikeln, Buchrezensionen, Flash Fiction und Gedichten. Ihre Faszination für Sprache und ihre Recherchen in den Archiven des Oxford English Dictionary inspirierten ihren ersten Roman »Die Sammlerin der verlorenen Wörter«, der ein Nr.-1-Sensationserfolg in ihrer australischen Heimat wurde. Mehrfach preisgekrönt, stand dieser Roman auf der Shortlist für den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Auch »Die Buchbinderin von Oxford« wurde zum Nr.-1-Bestseller in Australien.
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Ich war so neugierig auf die Geschichte, weil mich Cover, Titel und Klappentext irgendwie direkt angesprochen haben und jetzt ist es ein neues Lieblingsbuch 🥰
👥️Charaktere: 5/5 💕Romance: 3/5 🌶Spice: 0,5/5 🖋Schreibstil: 5/5 🏁Plot: 5/5 ✨️Setting/Atmosphäre: 5/5 🎉Spaßfaktor: 5/5 👥️Die Charaktere und vor allem die Protagonistin Esme waren von Anfang an so sympathisch und interessant geschrieben. Vor allem Esmes Vater, Gareth, die Leute im Scriptorium, Ditte, Beth und all die anderen habe ich einfach nur geliebt und hatte zwischendurch auch ein paar Tränen in den Augen, als manche gegangen sind 💕Die Beziehung zwischen Esme und Gareth war so schön zu lesen und ich hab alles daran geliebt, wie die beiden näher gekommen sind. Und dass die beiden sich für Wörter fasziniert haben, war natürlich auch genau passend für die Geschichte 🌶Es gibt nur wenige Szenen, die etwas spicig sind, weil der Fokus auf Esme und den lost words liegt. Trotzdem sind zwischendurch ein paar Szenen dabei. 🖋Der Schreibstil ist absolut traumhaft. Ich hab einfach alles daran geliebt. 🏁Der Plot konnte mich von Anfang bis Ende komplett in den Bann ziehen. Auch wenn es nicht immer einfach war, weil das Buch unter Anderem auch während des Ersten Weltkrieges spielt und somit auch Traumata, Verletzungen, Tod und Verlieren geliebter Personen thematisiert werden ✨️Das Setting fand ich sehr abwechslungsreich im Vergleich zu anderen Büchern, die ich lese, und vor allem das Scrippy hab ich geliebt. Das hat sich einfach so schön gemütlich angehört. 🎉Das Buch ist definitiv eins meiner Lieblingsbücher geworden, weil mich wirklich einfach alles in den Bann ziehen und mitfühlen lassen konnte und kann es echt nur jeder Person weiterempfehlen
Was heißt es Frau zu sein Ende des 19. Jahrhunderts und wie lebt es sich als Mädchen und Junge Frau in einer männerdominerten Welt? Und wie kann man sich die Herstellung eines Wörterbuchs zur damaligen Zeit vorstellen?
All das erfahren wir während wir der Entstehung des Wörterbuchs folgen und Esme begleiten beim Erwachsen werden im gutbürgerlichen Milieu. Auch Esmes Freundin Lizzie, die als Haushaltshilfe für die Familie des Herausgebers arbeitet, steht stellvertretend für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die als Angestellte „Haushaltshilfe“ oder „Magd“ ganz anderen Regeln unterworfen wird. Pip Williams hat unglaublich eingängig die Lebensrealitäten der Frauen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen analysiert und aufgegriffen ohne in „Lehrbuch-Stil“ zu verfallen. Mir haben die subtilen Veränderungen in den Gedanken und Verhalten der Frauen gefallen, die aus der Diskussion um Frauenwahlrecht entstanden sind und auch die kleinen feministischen Gesten. Sie scheinen realitätsnah und authentisch, auch wenn sie deshalb weniger „Knalleffekt“ haben als die Aktionen der militanten Suffragetten. Und doch hatte ich mir mehr davon erwartet und mehr Charakterliche Reifung erhofft. Die Geschichte rund um das Wörterbuch rahmt die gesellschaftlichen Entwicklungen und die biographischen Hintergründe für die Protagonistin. Für meinen Geschmack hätten wir ruhig mehr von der tatsächlichen Geschichte des Oxford English Dictionary mitbekommen können. Der zweite Roman von Pip Williams „Die Buchbinderinnen von Oxford“ ist chronologisch nach diesem hier erschienen und scheint lose anzuknüpfen. Da mir die Sprache und der Stil gut gefallen haben, sind die Buchbinderinnen auf meine Wunschliste gehüpft. Absolute Leseempfehlung für alle, die historische Romane gerne lesen und Freude haben, Bücher über Bücher zu lesen! 📚

»Wir können nicht immer die Entscheidungen treffen, die wir gern treffen würden. Aber wir können versuchen, das Beste aus dem zu machen, mit dem wir uns zufriedengeben müssen«
Ein Roman über die Bedeutung und Stärke von Wörtern. Esme hat bereits als Kind viel mit Wörtern zu tun, denn sie begleitet ihren Vater ins Skriptorium, wo ein großes Wörterbuch in der Mache ist. So wird ihr schon von Kindesbeinen auf bewusst, wie wichtig Wörter sind und doch werden immer wieder einige Wörter ausgeklammert und nicht mit ins Wörterbuch mit aufgenommen. Sei es, weil es keine schriftlichen, wissenschaftliche Belege dazu existieren, oder einfach, weil die Wörter zu vulgär sind. Also beschließt sie eines Tages diese Wörter aufzusammeln, geht sogar gezielt auf die Suche nach neuen Wörtern, nach Frauenwörtern, und sammelt sie sorgfältig in einer Truhe unter dem Bett. Es geht viel um Freundschaft, Verlust, die Vielschichtigkeit verschiedener Wörter und ganz besonders auch um Frauenrechte sowie den Krieg. Mir hat das Thema unglaublich gut gefallen – ich musste mich richtig zwingen, mit dem Lesen aufzuhören. Das Ende hat dann nochmal geschmerzt und kam irgendwie etwas plötzlich, das hätte für mich gerne noch etwas länger sein können. Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Cut zufrieden. Das einzige Manko, das ich habe, ist, dass immer wieder die Rede von Esmes komischen Händen ist, sobald diese erwähnt werden. Das hätte 1-2x völlig ausgereicht, aber jedes Mal wieder zu betonen, dass diese komisch seien fand ich dann doch etwas störend. Normalerweise bin ich kein Fan von Büchern über Büchern, da mir das oft zu abgedroschen und kitschig ist, hier hat es aber perfekt gepasst (was womöglich daran liegt, dass es strenggenommen nicht direkt über Bücher ging, sondern nur um Wörterbücher und mit dem Fokus auf die Wörter selbst). Die Charaktere gingen mir echt ans Herz und gerade Esme und Lizzie werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Ganz klare Leseempfehlung meinerseits!

Von Anfang bis Ende liebe für die Wörter
Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Beim lesen habe ich mich gefühlt als würde ich selbst in diese Zeit versetzt werden. Die Gedanken, Gefühle und Ängste der Protagonisten waren spürbar. Die Worte eine stetige sichere Komponente. Deren Bedeutung und die Schwere ihrer Kraft war überragend. Wie wichtig eine Definition aus der Sicht aller ist und wieviel verloren geht wenn man nur eine Seite liest. Eine Hommage an die Sprache und ihre Entwicklung. Auch Tränen hat diese Geschichte an so vielen Stellen geschaffen aber auch verdeutlich das man etwas schaffen, etwas verändern kann wenn man es nur wirklich will, auch wenn es manchmal mehrere Generationen dafür braucht!
Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch informiert und fasziniert!
Wir begleiten in diesem Buch, das im 19. und 20. Jahrhundert spielt, unsere Protagonistin Esme. Ihr Vater arbeitet als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary und so erlangt Esme schon als Mädchen Zugang zum Reich der Wörter. Nicht nur konnte mich die Atmosphäre in diesem Buch begeistern (z. B. mit Beschreibungen über Oxford und das Skriptorium), auch die Figuren ließen die Geschichte erblühen und mich auf jeder Seite erstaunen und mitfühlen. Zudem liebe ich, wie die Autorin Pipp Williams geschickt historische Figuren, Fakten und Ereignisse in die Geschichte eingebracht hat. Eine absolute Leseempfehlung!
Fiktion trifft auf reale Historie
An sich ein schönes Buch mit einem schönen Thema - die Entstehung des Oxford English Dictionary und wie Frauen im Thema Sprache systematisch ausgegrenzt, vergessen, als unwichtig beachtet werden. Ich fand das Buch zog sich teilweise und hatte unnötige Ausführungen, das letzte Drittel hat mir persönlich am Besten gefallen. Ich bin mit anderen Erwartungen an das Buch rangegangen, die dann leider nicht ganz getroffen wurden. Insgesamt ein guter Historischer Roman über Sprache, deren Bedeutung, die Frauenbewegung und Geschlechterrollen.
Es handelt sich bei dem Buch um einen historischen Roman, den wir im Januar in unserem Bookieclub gemeinsam gelesen haben. Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt und jeder Teil handelt von einem anderen (Alters-)Abschnitt in Esmes Leben. So konnte ich mitverfolgen, wie sie vom Kind eine Erwachsene wird. Der Schreibstil ist ausdrucksstark und eindringlich und hat mir unglaublich gut gefallen. Der Fluss der Geschichte ist eher ruhig, aber dennoch fesselnd. Ich nenne sowas ja immer: schön unaufgeregt. Die Thematik rund um das Oxford English Dictionary und das Sammeln der Wörter war spannend und interessant zu lesen. Die Arbeit an diesem Wörterbuch war einfach sooo langwierig und aufwendig. Es gibt einige wirklich tolle Nebencharaktere, die Esme durch ihr durch Leben begleiten. Vor allem die zweite Hälfte des Buches hat es emotional in sich und ich musste viel weinen. Toll ist ein zusätzlicher Anhang zum Ende des Romans, in dem aufgeschlüsselt wird, was Wahrheit und Fiktion ist. Insgesamt ein wirklich starkes Buch, das mich überzeugen konnte. Deswegen auch ⭐️⭐️⭐️⭐️, 5 Sterne von mir und eine Leseempfehlung!

Esme ist ein kleines Mädchen und wächst alleine bei ihrem Vater auf. Ihre Mutter ist schon gestorben. Esme's Vater arbeitet in der ersten Oxford English Dictionary. Sie sitzt immer unterm Tisch und wartet , dass ein Zettel herunterfällt. So wird Ihre Leidenschaft für Wörter entfacht. Sie wird von den Leuten am Anfang schief angesehen, weil ihre Hand krumme Finger hat. Ihre Lebensfreude ist sehr belebend. Esme sammelt in ihrer Kiste Wörter die für sie wichtig sind. Es beruhigt auf einer wahren Grundlage. Hat mir sehr gut gefallen.
Ein schöner Roman über die Entstehung der Oxford dictionary, die Mitwirkung der Frauen daran und die Bedeutung von Worten. Und über den Kampf der Frau für mehr Rechte und des gesehen werdens.
In diesem Roman steckt soviel. Die Frauen, die für ihre Rechte kämpfen und einstehen, aber auch die Macht der Worte, die vorallem Esme bewusst wurde und anfing, die Worte der Frauen zu sammeln, ihnen eine Stimme zu geben. Zuerst flüstert sie nur, sammelt für sich. Denn als Frau hat man es nicht leicht in ihrer Zeit. Auch nicht, als sie am Dictionary mit arbeitet. Das merkt sie vor allem in ihrer Kindheit schon, als sie ohne Mutter aufwachsen muss und sich unsichtbar fühlt. Gerade der Anfang war für mich nicht leicht zu lesen, weil ich mit ihr gelitten habe. Es wird sehr gut gezeigt, welche Masken junge Mädchen zu tragen hatten. Irgendwann zog es sich auch mal, aber im gesamten las es sich gut und finde das Buch empfehlenswert.
Wörter sind unsere Werkzeuge für Wiederauferstehungen
Meiner Meinung nach hat Pip Williams hier ein wirklich sehr gutes Buch geschrieben. Sie hat tolle Charaktere geschaffen und hat es geschafft, ihre funktionale Geschichte rund um Esme hervorragend in den historischen Kontext zu bringen. Man spürt die Verbundenheit, die Esme mit den Wörtern hat und ich habe es sehr gemacht, sie bei ihrem Leben zu begleiten. Auch emotional hat es mich vor allem zum Ende hin durchaus gepackt. Es gibt einige Hochs, aber auch einige Tiefs. Das macht das Buch für mich sehr authentisch.
Die Tochter eines Lexikographen, die ihre Liebe zu Wörtern entdeckt - ganz besonders zu denen, die Frauen benutzen, und die niemals in das Oxford English Dictionary aufgenommen werden. Ich habe die Geschichte als Hörbuch genossen, über sehr viele Wochen verteilt. Sehr angenehm gelesen, die historischen Hintergründe, der Kampf für Frauenrechte und eine feine Liebesgeschichte sind stimmig verbunden. Stellenweise war es ein wenig zu unaufgeregt für meinen Geschmack (nicht langweilig, aber plätschernd), aber die wirklich sehr guten Formulierungen und die Nennung der Wörter mit ihren Bedeutungen und Beispielsätzen im englischen Original und in der Übersetzung haben mich darübergetragen. Gut zu hören, sicher auch gut zu lesen!
Die Macht von Sprache und mutigen Frauen - absolut lesenswert
Esme wächst im 19. Jahrhundert alleine bei ihrem verwitweten Vater auf und begleitet ihn daher von kleinauf zur Arbeit. Er arbeitet zusammen mit seinem Vorgesetzten Dr. Murray und weiteren Kollegen als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary im Skriptorium, das schnell zu Esmes zweitem Zuhause wird. Ihr Lieblingsort als kleines Mädchen ist unter dem Sortiertisch, an dem die Herren die eingereichten Begriffe bearbeiten und die Einträge für das Wörterbuch vorbereiten. Sie sammelt die unter den Tisch gefallenen Papiere auf und stellt schnell fest, dass die Herren vor allem diejenigen Begriffe aussortieren, die Frauen betreffen oder vom gemeinen Volk gesprochen werden und nicht als erhaltenswert erachtet werden. Das will Esme nicht hinnehmen und sie macht es sich Zeit ihres Lebens nicht nur zur Aufgabe, die verworfenen Begriffe zu sammeln, sondern sich auch unter das Volk zu mischen und aktiv neue Worte zu sammeln und sie mit Zitaten zu belegen, die von Menschen stammen, die sonst kein Gehör finden und keine Bildung besitzen. Außerdem schafft sie es als eine der wenigen Frauen, an dem Oxford English Dictionary mitarbeiten zu dürfen. Wir begleiten Esmes Wirken bis zu ihrem Tod, begleitet von Themen wie der Suffragettenbewegung und dem ersten Weltkrieg. Ich finde feministische Themen grundsätzlich sehr interessant und im 19. Jahrhundert hatten es die Frauen noch sehr viel schwerer, gesehen und gehört zu werden, daher war ich auf die Umsetzung in dem Roman sehr gespannt. Mir wurde schnell beim Lesen bewusst, dass es sich um keine laute, kämpferische Geschichte handelt, sondern eine leise und langsam wirkende Erzählung, jedoch mit viel Aussagekraft. Die Stellung der Frauen und der Arbeiterschicht wurden für mich sehr realitätsnah dargestellt, so dass es sich für mich beim Lesen schon fast wie ein Ausschnitt aus dem Geschichtsbuch angefühlt hat. Das Buch ist sehr dick, was der sehr detaillierten Erzählung geschuldet ist und der Tatsache, dass wir Esmes Leben fast vom Anfang bis zum Ende begleiten. Es wird beim Lesen jedoch nicht langatmig oder langweilig, sondern jeder weitere Aspekt rundet das Bild ab und zeigt den inneren Kampf zwischen dem Wunsch nach Veränderung und der Angst davor, es aktiv und laut einzufordern. Die detaillierte Beschreibung der Einträge für verschiedene Worte zeigt auch, wie unterschiedlich Sprache genutzt werden kann und wie sie wirken kann, je nach Auslegung eines Wortes. Somit kann Sprache eine besondere Macht ausüben und zur damaligen Zeit hatten vor allem gebildete, weiße Männer die Macht in ihren Händen. Das Einweben von weiteren Themen wie die Suffragettenbewegung und dem ersten Weltkrieg bieten weiteres interessantes Hintergrundwissen und verweben die persönliche Geschichte von Esme perfekt mit der historischen Entstehung des Wörterbuchs. Richtig beeindruckt war ich von dem Epilog und dem Nachwort. Hier wird deutlich, wie wenig in dieser Geschichte erfunden ist und wieviel Recherchearbeit die Autorin auf sich genommen hat, um möglichst viele Fakten und wahre Personen aus der realen Geschichte mit aufzunehmen. Das erklärt auch, warum sich alles beim Lesen so real angefühlt hat. Wer sich für die Entstehung des ersten Oxford English Dictionary, der Herrschaft der Männer und dem beginnenden Feminismus inklusive Suffragettenbewegung und die Entwicklung der Sprache interessiert, der sollte sich diesen Roman kaufen.
Welche Bedeutung haben Wörter? Ist es die gleiche, für Männer, wie für Frauen?
Die Autorin schreibt einen auf Historischen Begebenheiten basierenden Roman mit einer fiktiven Protagonistin, die einem ans Herz wächst. Es geht um Wörter, um Sprache, die Bedeutung der Sprache, um Feminismus, um Frauenbilder und Rollen zu der Zeit um die Jahrhundertwende und den ersten Weltkrieg. Auch wenn das Buch für mich vor allem in der ersten Hälfte einige Längen hatte, ist das Gesamtwerk durchaus lesenswert. Es ist emotional und informativ gleichermaßen.
Eine tolle Mischung aus Fiktion und historischer Realität rund um die Entstehung des Oxford English Dictionary.
"Die Sammlerin der verlorenen Wörter" erzählt die Geschichte von Esme Nicoll, die als Kind in den frühen 1900er-Jahren im sogenannten „Scriptorium“ aufwächst – dem Ort, an dem ihr Vater und andere Männer an der Erstellung des Oxford English Dictionary arbeiten. Esme bemerkt, dass bestimmte Wörter – vor allem solche, die die Erfahrungen von Frauen und der unteren Gesellschaftsschichten betreffen – gar nicht in das Wörterbuch aufgenommen werden. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Bedeutung von Sprache und gleichzeitig ein feministisches Statement. Es wirft ein Licht auf die strukturelle Diskriminierung, die sich auch tief in der Sprache eingenistet hat. Ich war beim Lesen manchmal wütend über die Selbstverständlichkeit männlicher Deutungshoheit und die vielen ungehörten Stimmen. Gleichzeitig war ich berührt von Esmes Geschichte, welche exemplarisch für die Schicksale von Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts steht. Besonders faszinierend fand ich auch die Einblicke in die lexikographische Arbeit. Der Roman ist zu keinem Zeitpunkt gefühlsduselig – die Emotionen wirken authentisch, nie kitschig oder überladen. Gerade diese Zurückhaltung in der Darstellung machte mir das Lesen einfach. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans haben sich allerdings einige Längen eingeschlichen, deshalb 4/5 Sterne.
Absolute Leseempfehlung
Ich bin begeistert von dem Roman. Die Protagonistin ist extrem authentisch und ihr Leben ist facettenreich. Es werde viele Themen angesprochen, zum Teil auch tabuisierte Themen. Die Autorin hat mit ihrer Recherche zu den historischen Hintergründen eine starke Leistung vollbracht und auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen.
⭐️⭐️⭐️⭐️(⭐️) Dieses Buch hat mich ins Jahr 2023 hineinbegleitet. Begonnen noch im alten Jahr und nun im neuen beendet - und eine bessere Wahl hätte ich kaum treffen können. Denn sowohl äußerlich als auch innerlich ist dieses Buch ein Schatz. Es ist wunderschön gestaltet - wirklich eins der hübschesten Bücher, die ich jemals in der Hand gehalten habe. Und auch die Geschichte um die Entstehung des berühmten Oxford English Dictionary schleicht sich ins Herz. Esme und ihre Begeisterung für Wörter, Hausmädchen Lizzie mit ihrer robusten und doch feinfühligen Art, die Männer und Frauen vom "Scrippy", die tagein, tagaus den Bedeutungen englischer Wörter nachspüren und natürlich der Setzer Gareth, der Esmes große Liebe wird... Sie alle habe ich liebgewonnen in diesem besonderen Roman! Mein einziger (kleiner) Kritikpunkt ist, dass die Handlung für meinen Geschmack doch etwas dynamischer hätte dargestellt sein können. Ein großes Lob muss ich auch der Übersetzerin Christiane Burkhardt aussprechen , die den Roman sehr klug und umsichtig ins Deutsche übertragen hat! Vielen lieben Dank an @buchstabenfestival fürs Ausleihen!

Wer es mag, sich mit Wörter zu beschäftigen, die*der sollte sich mit „Der Sammlerin der verlorenen Wörter“ beschäftigen. Historisch, feministisch, reflektierend, erschreckend, absolut lesenswert.
„Manche Wörter sind wichtiger als andere – das habe ich gelernt, als ich im Skriptorium aufwuchs. Aber ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, warum das so ist.“ (Seite 9) „Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ von Pip Williams, aus dem Englischen übersetzt von Christiane Burkhardt, ist eine Mischung aus realen historischen Abriss und fiktionalem Roman. Das Buch begleitet den Entstehungsprozess eines der bedeutendsten Wörterbücher der Welt - dem Oxford English Dictionary - welches auch mich in meiner Schulzeit begleitet hat. In einer spannenden Geschichte umspielt die Autorin wortgewandt die historischen Ereignisse und verknüpft sie mit dem Leben von Esme, der Sammerlin der verlorenen Bücher. „Vergiss das nie, Esme! Wörter sind unsere Werkzeuge für Wiederauferstehungen.“ (Seite 42) Der Roman hat mich viel darüber nachdenken lassen, wie sehr unsere Sprach geprägt ist von den Bedingungen der Zeit und wie wenig wir an manchen Stellen dabei verstanden haben, das Sprache sich weiterentwickelt und nie „fertig“ ist. Wie gut das Buch auch in die heutige Zeit passt, sehen wir daran, wie vehement einige (vor allem Männer) gegen geschlechtersensible Sprache oder gendern wettern. Sie versuchen Sprache zu definieren und dabei Blickwinkel und Betrachtungsweisen auszuschließen. Pip Williams, in der Übersetzung von Christiane Burkhardt, lässt uns bewusst werden, dass der „Kampf“ um die Sprache auch ein Kampf um die Freiheit unserer Gesellschaft ist und das wir dabei alle mitnehmen müssen.
Schöne Geschichte, es fehlte mehr Tiefgang.
Klappentext: Oxford, Ende des 19. Jahrhunderts. Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen und nicht in das Wörterbuch aufnehmen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an, will die Wörter festhalten, die fern der Universität wirklich gesprochen werden. Sie stürzt sich ins Leben, findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Meine Meinung: Mit dem Klappentext, der oben auch zu lesen ist, habe ich eine vollkommen andere Geschichte erwartet. Mir hat das Buch trotzdem sehr gut gefallen, mir waren die Charaktere nur "zu flach", es gab kaum Charakterentwicklungen. Auch der Hauptcharakter hatte nur eine kleine Wendung durch gemacht, im Wesen blieb Esme aber die selbe, wie bereits zu Anfang des Buches. Nichtsdestotrotz mochte ich den Schreibstil sehr, was mir bei einem Buch sehr wichtig ist. Die angesprochenen Themen, wie die Rechte der Frauen im Klappentext, waren nur eine Begleiterscheinung der Geschichte aufgrund der Zeit, in der diese eben spielt. Ab und zu war ich auch sehr zu Tränen gerührt, vorallem im 3. Viertel. Die Mitarbeiter und Herausgeber, die im Buch erwähnt werden, sind (fast) alle nicht fiktiv, was mich umso mehr neugierig gemacht hat auf die Entstehungsgeschichte des 1. Oxford English Dictionary. Alles in allem ein schöner Roman für Zwischendurch, von dem man nicht zu viel Tiefgang erwarten darf.

Ich habe alles geliebt an diesem Buch!
Seit langer Zeit ein 5-⭐️ Buch für mich. Ich habe so gelitten und gelacht und geweint und musste mir so oft ans Herz fassen. Die Geschichte von Esme hat mich auf so vielen Ebenen erreicht und das Schicksal von Frauen vor über hundert Jahren ist so krass.. Danke Pip für dieses Buch 🥺💙
Geschichtlich top - Fesselnd!
Ich habe etwas gebraucht um mich einzulesen. Aber vorallem die letzten 200 Seiten waren so gut! Die Hauptprotagonisten Esme war so toll. Man konnte sich richtig in sie hineinfühlen. Das Buch war zu 98% sehr schön zu lesen. Man hat sich seine eigene Welt aufgebaut. Es war echt toll! Der geschichtliche Aspekt war auch toll getroffen und auch sehr verbunden mit wahren Fakten! 📖

Absolut lesenswert!
„Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein langsamer Roman, der aber tief berührt und für den es sich lohnt dran zu bleiben. Denn der Anfang war für mich zäh und langweilig, doch nach den ersten 100 Seiten hatte ich den Knackpunkt überwunden und der Rest las sich wie von selbst! Was mich beim Lesen, und auch jetzt noch, beschäftigt ist die Frage wo die Worte die wir verwenden herkommen, wie alt sie wirklich sind und was sie eigentlich bedeuten. Darüber hatte ich vorher noch nie Gedanken gemacht. Gerahmt durch wahre, historische Ereignisse führt uns Pip Williams uns in die Zeit des Oxfords Ende des 19. Jahrhunderts. Wir begleiten Esme in einem Zeitraum von rund 40 Jahren und erleben wie aus einem kleinen, wissbegierigen Mädchen ein starke Frau wird. Für mich verkörpert Esme alle Frauen dieser Zeit - Sie ist gebildet, verdient ihr eigenes Geld durch ihre Arbeit im Skriptorium, ist Hausmädchen, Hausfrau, Demonstrantin, Feministin, Mutter, Ehefrau, Wissenschaftlerin, Tochter,…. . Dadurch, so finde ich, erhält man einen umfassenden Blick in die Gefühlswelt und das Leben der Frauen in der viktorianischen Zeit Englands. Ein Teil des Buches, der mir wirklich gut gefallen hat, sind die Anmerkungen der Autorin. Daraus geht hervor das einige Frauen aus diesem Buch tatsächlich gelebt und am Oxford English Dictionary mitgearbeitet haben. Alles in allem ein toller Roman, der verschiedene Themen behandelt und dass obwohl „nur“ ein Wörterbuch im Vordergrund steht.
I am not well right now. I am crying. I don’t know what was the saddest moment in the end
Dieses Buch hat mich wachgehalten und zwar gleich doppelt! Einmal, weil ich es nachts um 1 Uhr fertig gelesen habe und dann bisschen geweint habe 🥺 und dann, weil ich darüber nachdenken wollte und musste, wie ich es bewerte. Das Problem ist: Das Buch ist für mich nichts ganzes und nichts halbes. 3 Sterne⭐️⭐️⭐️ sind für mich nicht schlecht. Ich konnte keine 4 Sterne geben, weil in diese Kategorie Bücher fallen, die ich viel besser (umgesetzt fand). Die Idee von „the dictionary of lost words“ ist nämlich super. Wir begleiten eine Frau und das erste Oxford Dictionary bei der Entstehung, die auch in eine Zeit fällt, in der die Frauen anfangen aufzustehen. Im Entstehungsprozess fällt ihr auf, dass viele Worte der ärmeren Menschen und der Frauen nicht in das Wörterbuch mit aufgenommen werden und sie fängt an ihre eigene kleine Sammlung zu starten. So weit so gut. Das Buch ist eine Mischung aus Fiktion und realer Begebenheiten genauso eine Mischung aus Character driven und Plot driven. Diese Mischung war nicht gut. Es war zu viel Plot und zu wenig Character um wirklich „Plot driven“ zu sein und der Charakter unserer Hauptperson zu schwach. Immer, wenn etwas handlungsrelevantes passiert ist, das auch unserer Hauptperson nachhaltig prägt, wird ein (größerer) Zeitsprung eingefügt. Sorry, aber das hat nach dem dritten Mal einfach gewirkt als wollte sich die Autorin davor drücken über Trauer und Depressionen zu schreiben. Wenn man darüber nicht schreiben will, dann schreibt man ein anderes Buch. Aber einfach dreimal den leichten Weg nehmen? Fand ich leider schwach Genauso schwach wie leider auch die Prämisse „feministisches Buch“. Esme war bis zum Schluss keine Suffragette- ok kein Problem soweit- und konnte auch - bis zum Schluss - sich selbst nicht dem Feminismus so wirklich zuschreiben. Sie hat gesehen: „Joa. Dat Männer so viel mehr dürfen und können is blöd aber vllt muss dat ja so weil, weil dat war immer so, nischt?“ Diese Position wurde vor allem von ihrer Freundin/ Mutterfigur/Haushälterin Lizzy abgedeckt. Das finale Wörterbuch von ihr bekommt sie dann auch durch einen Mann ._. Cool😃😃😃 die Liebesgeschichte erfüllt halt genau einen Zweck: Plot und auch den*die Leser*innen mitzureißen. Dafür ist der Typ halt perfekt. Dass ich am Schluss geweint habe liegt daran, dass dieses Buch Knöpfe drückt. Es liegt nicht daran, dass ich mich den Personen nah gefühlt habe. Es kommen super viele schwere Themen im Buch vor und das hat mich traurig gemacht, das Ende war emotional aber(!) deshalb gibt es auch 3 Sterne. Weil der Schreibstil und das Ende mir getaugt haben aber ich finde, dass die Umsetzung der Idee des Buches nicht gerecht geworden ist 3 Sterne ⭐️ ⭐️⭐️
Selten so ein schönes Buch gelesen
Das Buch ist recht anspruchsvoll durch die teils langezogenen Aspekte und die fast vollständig fehlende Spannungskurve. Dennoch- ich habe selten ein so schönes und immersives Buch gelesen. Die Geschichte der Protagonistin fesselt einen und man hat das Gefühl selber dabei zu sein. Auch die Anekdoten zu den einzelnen Begriffen sind wunderschön eingearbeitet und alles wirkte sehr realitätsnah durch viele korrekte historische Daten. Ich habe es geliebt!
Ein langsames Buch mit einer schönen, wenngleich etwas traurigen Geschichte. Es lässt einen eintauchen in die wundersame Welt der Lexikographen. Das ist etwas, worüber es gar nicht so viele Bücher gibt. Und es erzählt in einer fiktiven Romanhandlung die wahre Geschichte von der Entstehung des Oxford English Dictionary. Ich fand‘s wirklich toll, aber vielleicht wäre ich auch gerne eine Lexikographin geworden.
Dieses Buch ist für mich wie eine warme Decke, die mich beschützend umhüllt. Weil es so vieles von dem beschreibt, das mir wichtig ist, aber auch Freude macht. Die Macht von Sprache, welche Bedeutung sie in ihrem jeweiligen Kontext einnehmen kann. Welche Worte gesprochen werde, welche ungesagt bleiben. Welche gesammelt wurden, werden. Wie sich Bedeutung verändert - aber auch wer die Sprecher:innen sind. Weshalb es eben sehr wohl einen Unterschied macht, ob nur Männer an einer Sache arbeiten oder auch Frauen. Welche Blickwinkel wir einnehmen können, hängt mit Sprache eng zusammen. Bücher haben dabei immer auch eine wichtige Rolle gespielt. (Dabei kann man auch Inschriften dazu zählen. Alles was irgendwie irgendwo auf der Welt festgehalten werden konnte. Sei es auf Stein, Papyrus, oder andren Materialien). Mir hat der Roman auch wegen seiner speziellen melancholischen Stimmung gefallen. Aber auch, weil er realistische Frauenfiguren und ihr Leben zeichnet. Geschichten erzählt, sie bei der Geschichte des Oxford Dictionary lange in den Hintergrund gerückt wurden und für die Frauen sehr lange mit keinem Satz gewürdigt wurden. Manchmal war es mir aber auch zu oberflächlich. Es wirkte ein bisschen geschönt, romantisierend. Irgendwie fehlte da ein kleiner Schritt um eben noch mehr zu erzählen. Ich glaube ehrlich gesagt auch, weil ich finde das z.B. R.Kuang mit "Babel" gezeigt hat, was da noch alles möglich ist im Kontext mit Macht und Sprache in Romanen. Kein absolutes Lebenshighlight für mich, aber ein Buch das ich sehr sehr gerne gelesen habe.
Nicht nur wirklich wundervoll geschrieben, sondern auch mit Bedacht übersetzt.
Das Thema des Buches ist die Englische Sprache und ich habe mir am Anfang Sorgen gemacht, dass die Wörter um die es im Buch geht einfach nur übersetzt worden sind. Vorallem, da sich die ganze Geschichte um diese Wörter dreht und es vielleicht keine genaue Entsprechung im Deutschen gibt. Aber die Übersetzerin hat ganze Arbeit geleistet und so sind die Wörter und ihre Definitionen in Originalsprache erhalten geblieben und eine Übersetzung steht darunter. Eine meiner Meinung nach perfekte Lösung.
Eine schöne Geschichte…
Das Buch enthält eine schöne Geschichte über 3 Generationen von Frauen, die alle ohne Mutter aufwachsen durch verschiedene Umstände. Eine Geschichte über das Leben von Esme, und den Menschen die sie begleiten oder deren Leben das ihre prägen oder kreuzen. Eine Geschichte über gesellschaftliche Schichten, Feminismus, Politik, Krieg, die Bedeutung von Wörtern und der Wichtigkeit von Sprache. Die Unterschiede über Umgangssprache, bis hin zu Bildung und wie wichtig es ist alle zu sehen und Wissen allen zu ermöglichen aber auch das gesprochene Wort nicht zu vergessen. Leider gab es keine Spannung und ein Ende ohne wirklichen Abschluss. Das interessanteste waren für mich die Nebenprotagonisten.
Die Geschichte ist toll, wenn man sich für Lexikographie und Feminismus interessiert. Die Geschichte ist sehr komplex und bezieht viele geschichtliche und politische Ereignisse der Zeit ein. Allerdings macht dies das Buch teilweise etwas langwierig. Ich würde empfehlen, dass man die Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches ganz am Anfang liest. :)
Ganz still und so besonders! Der Einfluss von Frauen in der Geschichte.
Esme, eine ruhige aber starke Frau! Wie ihr Vater hegt sie die Liebe zu Wörtern und verbringt ihr ganzes Leben damit für das Oxford English Dictionary zu arbeiten. Sie nimmt auf ihre eigene und besondere Art immer mehr Einfluss auf die Bedeutung der Wörter. Frauen hatten zu der Zeit der Entstehung des Wörterbuches wenig zu sagen, aber Esme wollte den Wörtern den fehlenden weiblichen Anteil verleihen. Wunderschön und ruhig geschrieben. Die Vereinung von realen Ereignissen und Personen zur Entstehung des Wörterbuches und die Einbettung der erfundenen Geschichte, macht dieses Buch sehr besonders.
Eine wundervolle Geschichte über die Entstehung des Oxford Dictionary mit genau dem richtigen Maß an Fiktion
Erzählt aus der Sicht einer Frau, die Wörter nicht nur liebt, sondern ihnen ihr ganzes Leben widmet. Welche Leserin könnte da widerstehen? Esme ist ein interessanter Charakter, ich konnte sie aber bis zum Schluss nicht wirklich einschätzen. Leider wirkt sie eher wie die Beobachterin ihrer eigenen Geschichte, mir hätten ein paar mehr Emotionen geholfen, sie mehr ins Herz zu schließen. So habe ich mich manchmal gewundert, warum alle Nebenfiguren sie so abgöttisch lieben. Ja, sie ist eine bemerkenswerte Person aber wirklich sympathisch erschien sie mir selten. Auch der Schreibstil ist zwar eindrucksvoll aber oft distanziert. Ich hatte den Eindruck, beim Lesen mehr fühlen zu müssen.
Mein Eindruck: Historische Bücher lese ich mittlerweile sehr selten, aber dieses hier hat mich dann doch angelacht und ich konnte es kaum erwarten, damit zu starten. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der ersten Hälfte des Buches und auch etwas mit dem Einstieg doch recht schwer tat. Esme ist zwar ein sympathischer Charakter mit einer Vorliebe zu ihr unbekannten Wörtern, aber in der ersten Hälfte passiert nicht wirklich viel. Der Leser bekommt einen ziemlich genauen Einblick in ihren Tagesablauf und wird mit den einzelnen Charakteren bekanntgemacht. Erst ab der zweiten Hälfte kommt mehr Schwung auf und es fängt an, interessanter zu werden. Esme sammelt erste Erfahrungen als junge Frau, wird zwischendurch krank und hat eine tiefe Freundschaft zu Lizzie. Außerdem darf sie dann endlich mit im Skriptorium arbeiten. Allerdings wird sie als Frau in jener Zeit nicht sonderlich ernst genommen und Vorschläge, die sie macht, werden von den Männern beiseitegeschoben. Die Geschichte rund um die Entstehung des Oxford English Dictionary fand ich sehr beachtenswert. Ich habe mich mit dem Thema zwar nie beschäftigt, aber es war sehr interessant zu erfahren, wie diese Reihe entstanden ist. Pip Williams Schreibstil ist nicht nur leicht und flüssig zu lesen, nein, er hat auch eine gewisse Lebendigkeit in sich. Mir kam es oft so vor (vor allem ab der zweiten Hälfte), als ob die Charaktere jeden Moment aus dem Buch springen und die Geschichte in meinem Wohnzimmer weitererzählen würden. Sie waren alle wirklich gut gezeichnet, hatten die nötige Tiefe und ich konnte mir jeden einzelnen gut vorstellen und mich in sie hineinversetzen. Fazit: Eine interessante Geschichte rund um den Oxford English Dictionary. Die Geschichte brauch zwar etwas Zeit, um sich zu entfalten und in Fahrt zu kommen, aber alles in allem kann ich sagen, dass ich sie gerne gelesen habe. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung, vor allem für die Leser, die es gerne eher gemütlich angehen.

Wer bestimmt eigentlich welche Wörter in einem Wörterbuch aufgenommen werden? Und wer bestimmt deren Bedeutung? Das Oxford English Dictionary spricht auf seiner Homepage von “the definite record of the English language” und hält die Bedeutung, Geschichte und Aussprache von 600.000 Wörtern der englischen Sprache fest. In “Die Sammlerin der verlorenen Wörter” wird anhand einer fiktiven Figur, Esme, die Geschichte der Entstehung des OED erzählt; zumindest ein gewisser Teil davon. Im Jahr 1901 wurde festgestellt, dass das Wort “bondmaid” in der ersten Ausgabe des Wörterbuches fehlte. Im Roman dient dieses Wort als Einstieg, den Entstehungsprozess unter feministischen Aspekten zu betrachten. Über die Jahre hinweg findet Esme - zunächst als Kind, später als Mitarbeiterin – immer wieder Wörter, die als unwichtig betrachtet werden. Jedes einzelne davon betrifft Frauen. Es ist ein unglaublich interessanter Ansatz, dem der Roman folgen will. Die Arbeit am OED an sich ist bereits total spannend (zumindest für mich, die ich einen sprachwissenschaftlichen Hintergrund habe); das Ganze dann auch noch unter dem Aspekt der Gleichberechtigung zu betrachten ist aktueller denn je. Überhaupt: da sich Sprache stets weiterentwickelt, ist der Prozess eigentlich nie abgeschlossen. Ich hatte auch den Eindruck, dass die historischen und sprachwissenschaftlichen Aspekte des Romans gut recherchiert wurden. Das große Problem jedoch sind die fiktiven Elemente. Esme ist so eindimensional und blutleer geschrieben; die Autorin schaffte es nie, die historischen Ereignisse, die realen Personen wirklich mit den fiktiven zu verbinden. Es kam mir deshalb manchmal so vor, als würde Esme durch die Geschichte (und tausende Mal durch Oxford) gescheucht, vom OED zu den Suffragetten, zum 1. Weltkrieg, zu privaten Dramen, …. Sehr, sehr schade, denn dadurch wurden die 500 Seiten sehr lang.
Sprache als Werkzeug der Sichtbarkeit: Ein ruhiger, historischer Roman über die Rolle der Sprache in unserer Gesellschaft und über weibliche (Un-)Sichtbarkeit.
Pip Williams erzählt die Geschichte der jungen Esme, die im Schatten der Entstehung des Oxford English Dictionary aufwächst. Dabei verwebt die Autorin historische Ereignisse und reale Persönlichkeiten mit der fiktiven Figur Esme – einem Mädchen, das früh erkennt, dass nicht alle Worte gleich zählen. Im Zentrum steht die Frage: Was geschieht mit den Worten – und mit den Menschen – die übersehen werden? Und was bedeutet es, wenn allein Männer über die Bedeutung von Begriffen entscheiden? Der Roman macht sichtbar, wie Sprache Macht verleiht – und wie leicht ganze Lebensrealitäten durch sprachliche Auslassung unsichtbar gemacht werden können. Auch Themen wie Verlust, Trauer und Depression sind präsent, was der Erzählung an vielen Stellen eine melancholische, fast erdrückende Stimmung verleiht. Ich empfand den Einstieg als eher zäh – erst ab Seite 150 hat mich die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen. Wer ein leichtes, unterhaltsames Leseerlebnis sucht, wird hier vielleicht nicht glücklich. Wer sich aber für Sprache, Geschichte und stille Heldinnen interessiert, der sollte „Die Sammlerin der verlorenen Worte“ unbedingt lesen. Lieblingszitat: „Die Angst mag keine normalen Sachen“, sagte sie. „Wennde Angst hast, musste normale Sachen denken, normale Sachen machen, haste mich verstanden? Dann hautse ab, die Angst, zumindest für einen Moment.“ Hinweis: Es geht natürlich um verlorene *englische* Wörter – nicht um deutsche. Eine Annahme, der ich selbst zu Beginn aufgesessen bin.
Es hat wirklich Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, auch wenn ich am Ende wirklich viel geweint habe... Nicht nur Cover, auch der Inhalt sind wunderschön. Gerade als Frau, konnte man in diesem Buch viel Wahrheit und Wichtigkeit finden. Es regt definitiv zum Nachdenken über die Bedeutung und Folgen von Wörtern an, schafft es aber auch Emotionen zu vermitteln. Absolute Leseempfehlung!
Ein tolles Buch, dass einen auch ohne krasse Spannungskurve total fesselt und fasziniert. Man kann mit der Hauptfigur mitfühlen und erfährt eine ganz neue Sicht auf Sprache.
Das Buch ist liebevoll übersetzt und lässt sich gut lesen. Es ist definitiv etwas anspruchsvoller und bedarf in der ersten Hälfte eines guten Durchhaltevermögens. Dies lohnt sich jedoch definitiv, da man einen tollen Einblick in die Arbeit rund um das English Oxford Dictionary bekommt. Besonders der Umgang mit Frauen in dieser Zeit wird eindrucksvoll geschildert, aber auch die innere Welt der jungen Protagonistin.
Historischer Roman mit Liebe zum Detail
Dieses Buch hat mich komplett abgeholt. Das Cover ist unglaublich schön. Die Entstehung des Oxford Dictionary ist an sich schon spannend, hier hat Williams nicht nur auf die korrekte Darstellung der Fakten und Personen geachtet, sondern trotzdem der Geschichte eine zauberhafte eigene Welt gegeben. Williams berührt so viele Themen, die wie selbstverständlich in die Handlung einfließen, nicht ohne bei mir ein paar Tränchenmomente zu verursachen (absolut nicht typisch!). Zu guter letzt muss ich auch die Übersetzung hervorheben, alles wird in Kontext gesetzt und fragwürdige Passagen kommentiert. Es wurde sich einfach spürbar viel Mühe gegeben und das hat es für mich zu einer tollen Leseerfahrung gemacht.
Fesselnd, erstaunlich & lehrreich
Die Geschichte hinter den Buchdeckeln ist sanft, spannend sowie hin und wieder etwas tragisch verfasst worden. Die Autorin verpackt hier wahre Begebenheiten um das 19./20. Jahrhundert geschickt mit Fiction. Das Leben der Esme habe ich in 7 Tagen verschlugen. Das Buch für die notwendigen Erledigungen im Leben wegzulegen, fiel mir sehr schwer. Lest es selbst und habt viel Freude dabei.
England, 19. Jahrhundert: Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an. Sie findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Sonst haben mich historische Bücher nie angesprochen, doch dank Bridgerton bin ich dem nicht mehr ganz so abgeneigt. Als ich „Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ in einem Bücherschrank entdeckt habe, hat es mich angesprochen, vor allem das Thema um verlorenen Wörter hat mich interessiert. Es hat etwas länger gedauert bis ich wirklich mit dem Buch gestartet bin und schneller voran kam, aber ich bin froh das Buch gelesen zu haben. Man begleitet die Protagonistin Esme vom Kindesalter bis ins Erwachsene. Schon früh sitzt die kleine Esme unter dem Schreibtisch ihres Vaters und sammelt Wörter die nicht gut genug für das Wörterbuch sind, dabei haben die Wörter eins gemeinsam: Sie betreffen Frauen, oder sind einfach zu schmutzig für das „feine“ Wörterbuch. Dadurch dass man Esme begleitet, sieht man wie sie erwachsen wird und sich verändert. Es war auch interessant wie manches damals gehandhabt wurde in der damaligen Zeit. Das Buch beschreibt die Zeit zwischen 1887 und 1928, darunter auch Krieg und Auswirkungen davon, was nicht immer leicht war zu verdauen, auch da es Themen sind über die ich eher selten lese. Die „verlorenen Wörter“ selbst wurden immer erklärt, auf englisch und deutsch, was schön gestaltet war. Bei manchen Wörtern war ich überrascht, dass es die damals schon gab. Für Zwischendurch fand ich das Buch gut und da es mit dem Setting, das nicht mein bevorzugtes Jahrhundert ist, mich trotzdem überzeugen konnte, will was heißen. Auch wenn mir das Buch gefallen hat, so findet es ein zuhause im Bücherschrank.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Esme erzählt, die Dank der Arbeit ihres Vaters an einem Wörterbuch in ebendieser Welt aufwächst. Sie begleitet ihn schon als kleines Mädchen zur Arbeit und beginnt früh, selbst Begriffe - Wörter - und deren Definitionen zu sammeln. Esme wächst in einer Welt des Umbruchs auf und merkt, das Frauen, Künstler und Arme eine ganz eigene Sprache nutzen, die in den großen Wörterbüchern nicht berücksichtigt wird. Sie beginnt, mit Hilfe vieler Frauen und einiger Männer eine einzigartige Sammlung von Wörtern mit den Definitionen aus dem echten Leben. Im Nachwort zur Geschichte ist vermerkt, dass das Geschehene weitgehend auf wahren Tatsachen beruht, das begeistert mich noch deutlich mehr für die Geschichte. Esme hatte im Leben einige Hürden zu nehmen, ist aber eine äußerst starke Frau, die mich nachhaltig beeindruckt. Ich mochte den Stil der Geschichte, der sich leicht und unkompliziert lesen lies und immer wieder durch die Definition von zur Geschichte gehörenden und von Esme gesammelten Wörtern unterbrochen wurde. Emotionen wurde so gut rüber gebracht, dass an verschiedenen Stellen tatsächlich Tränen geflossen sind. Auch die Hingabe, mit der die vielen Personen ihrer Arbeit nachgehen, seien es Dr. Murray oder Lizzy, ist bemerkenswert und vermutlich tatsächlich so geschehen. Zum absoluten Highlight hat mir leider noch das gewisse etwas gefehlt aber von mir bekommt die Geschichte ⭐️⭐️⭐️⭐️ und eine klare Leseempfehlung!

Ziemlich zäh..
Ich hatte mir das Buch aufgrund der guten Rezensionen bestellt. Leider habe ich es ungefähr bei der Hälfte abgebrochen.. Ich finde es ziemlich zäh und langweilig. Die ersten 100 Seiten kamen mir vor als würde ich Stundenlang lesen und ich komme nicht vorwärts. Das hatte ich noch nie bei einem Buch.. Daher leider nur 2 Sterne.
Bei diesem Buch haben wir es definitiv mit einer anspruchsvollen Lektüre zu tun. Da das Buch ende des 19. Jahrhunderts spielt, wird hier noch ein anderer Sprchgebrauch verwendet, der abet gut verständlich war. Gewöhnungsbedürftig war dagegen das Frauenbild zu dieser Zeit. Das wollen wir uns nicht mal vorstellen. Im verlaufe der Geschichte, entwickelt sich ein neues Frauenbild, auch wenn es ein langer beschwerlicher weg ist. Die Frauen haben einen harten Kampf vor sich. . So auch unsere Protagonistin Esme. Wir erleben ihre entwicklung von Kindheit an mit, was ich sehr Spannend fand. Sie hat schon als Kind einen sehr eigenen Willen, was zur damaligen Zeit nich gern gesehen wird. Sie entwickelt sich zu einem schüchternen jungen Mädchen, um dann zu einer Stolzen Jungen Frau zu erblühen. Sie muss auf ihrem weg einiges ertragen, woran man auch zerbrechen kann, doch sie wächst daran umd wird immer Stärker. Sie hat einen tollen Charakter entwickelt, ich mochte sie sehr gerne. . Gestärkt wird sie von iher leidenschaft zu Wörtern. Das Buch ist da natürlich von geprägt, es geht ja immerhin um die entstehung des ersten Oxford English Dictionary (OED). Ich fand das richtig spannend, es war super Interessant dabei zu sein und zu erfahren, was für eine Arbei da rein gesteckt wurde. Die Autorin hat da richtig gut Recherchiert. . Zusammen gefasst kann man sagen, es war eine Interessante, Anspruchsvolle Geschichte. Die mich richtig gut unterhalten konnte und sich daher die 5 Sterne verdient
Description
»Eine wunderschöne Erkundung der Geschichte und der Macht der Sprache. Dieser subversive Roman verwebt stimmungsvoll Liebe, Verlust und Literatur – für alle, die Wörter lieben.« Reese Witherspoon
Book Information
Author Description
Pip Williams, geboren in London, aufgewachsen in Sydney, lebt mit ihrer Familie in Südaustralien. Sie ist Sozialwissenschaftlerin und neben ihrer Forschung leidenschaftliche Autorin eines Reisememoirs, von Artikeln, Buchrezensionen, Flash Fiction und Gedichten. Ihre Faszination für Sprache und ihre Recherchen in den Archiven des Oxford English Dictionary inspirierten ihren ersten Roman »Die Sammlerin der verlorenen Wörter«, der ein Nr.-1-Sensationserfolg in ihrer australischen Heimat wurde. Mehrfach preisgekrönt, stand dieser Roman auf der Shortlist für den Walter Scott Prize for Historical Fiction. Auch »Die Buchbinderin von Oxford« wurde zum Nr.-1-Bestseller in Australien.
Posts
Ich war so neugierig auf die Geschichte, weil mich Cover, Titel und Klappentext irgendwie direkt angesprochen haben und jetzt ist es ein neues Lieblingsbuch 🥰
👥️Charaktere: 5/5 💕Romance: 3/5 🌶Spice: 0,5/5 🖋Schreibstil: 5/5 🏁Plot: 5/5 ✨️Setting/Atmosphäre: 5/5 🎉Spaßfaktor: 5/5 👥️Die Charaktere und vor allem die Protagonistin Esme waren von Anfang an so sympathisch und interessant geschrieben. Vor allem Esmes Vater, Gareth, die Leute im Scriptorium, Ditte, Beth und all die anderen habe ich einfach nur geliebt und hatte zwischendurch auch ein paar Tränen in den Augen, als manche gegangen sind 💕Die Beziehung zwischen Esme und Gareth war so schön zu lesen und ich hab alles daran geliebt, wie die beiden näher gekommen sind. Und dass die beiden sich für Wörter fasziniert haben, war natürlich auch genau passend für die Geschichte 🌶Es gibt nur wenige Szenen, die etwas spicig sind, weil der Fokus auf Esme und den lost words liegt. Trotzdem sind zwischendurch ein paar Szenen dabei. 🖋Der Schreibstil ist absolut traumhaft. Ich hab einfach alles daran geliebt. 🏁Der Plot konnte mich von Anfang bis Ende komplett in den Bann ziehen. Auch wenn es nicht immer einfach war, weil das Buch unter Anderem auch während des Ersten Weltkrieges spielt und somit auch Traumata, Verletzungen, Tod und Verlieren geliebter Personen thematisiert werden ✨️Das Setting fand ich sehr abwechslungsreich im Vergleich zu anderen Büchern, die ich lese, und vor allem das Scrippy hab ich geliebt. Das hat sich einfach so schön gemütlich angehört. 🎉Das Buch ist definitiv eins meiner Lieblingsbücher geworden, weil mich wirklich einfach alles in den Bann ziehen und mitfühlen lassen konnte und kann es echt nur jeder Person weiterempfehlen
Was heißt es Frau zu sein Ende des 19. Jahrhunderts und wie lebt es sich als Mädchen und Junge Frau in einer männerdominerten Welt? Und wie kann man sich die Herstellung eines Wörterbuchs zur damaligen Zeit vorstellen?
All das erfahren wir während wir der Entstehung des Wörterbuchs folgen und Esme begleiten beim Erwachsen werden im gutbürgerlichen Milieu. Auch Esmes Freundin Lizzie, die als Haushaltshilfe für die Familie des Herausgebers arbeitet, steht stellvertretend für eine ganze Bevölkerungsgruppe, die als Angestellte „Haushaltshilfe“ oder „Magd“ ganz anderen Regeln unterworfen wird. Pip Williams hat unglaublich eingängig die Lebensrealitäten der Frauen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen analysiert und aufgegriffen ohne in „Lehrbuch-Stil“ zu verfallen. Mir haben die subtilen Veränderungen in den Gedanken und Verhalten der Frauen gefallen, die aus der Diskussion um Frauenwahlrecht entstanden sind und auch die kleinen feministischen Gesten. Sie scheinen realitätsnah und authentisch, auch wenn sie deshalb weniger „Knalleffekt“ haben als die Aktionen der militanten Suffragetten. Und doch hatte ich mir mehr davon erwartet und mehr Charakterliche Reifung erhofft. Die Geschichte rund um das Wörterbuch rahmt die gesellschaftlichen Entwicklungen und die biographischen Hintergründe für die Protagonistin. Für meinen Geschmack hätten wir ruhig mehr von der tatsächlichen Geschichte des Oxford English Dictionary mitbekommen können. Der zweite Roman von Pip Williams „Die Buchbinderinnen von Oxford“ ist chronologisch nach diesem hier erschienen und scheint lose anzuknüpfen. Da mir die Sprache und der Stil gut gefallen haben, sind die Buchbinderinnen auf meine Wunschliste gehüpft. Absolute Leseempfehlung für alle, die historische Romane gerne lesen und Freude haben, Bücher über Bücher zu lesen! 📚

»Wir können nicht immer die Entscheidungen treffen, die wir gern treffen würden. Aber wir können versuchen, das Beste aus dem zu machen, mit dem wir uns zufriedengeben müssen«
Ein Roman über die Bedeutung und Stärke von Wörtern. Esme hat bereits als Kind viel mit Wörtern zu tun, denn sie begleitet ihren Vater ins Skriptorium, wo ein großes Wörterbuch in der Mache ist. So wird ihr schon von Kindesbeinen auf bewusst, wie wichtig Wörter sind und doch werden immer wieder einige Wörter ausgeklammert und nicht mit ins Wörterbuch mit aufgenommen. Sei es, weil es keine schriftlichen, wissenschaftliche Belege dazu existieren, oder einfach, weil die Wörter zu vulgär sind. Also beschließt sie eines Tages diese Wörter aufzusammeln, geht sogar gezielt auf die Suche nach neuen Wörtern, nach Frauenwörtern, und sammelt sie sorgfältig in einer Truhe unter dem Bett. Es geht viel um Freundschaft, Verlust, die Vielschichtigkeit verschiedener Wörter und ganz besonders auch um Frauenrechte sowie den Krieg. Mir hat das Thema unglaublich gut gefallen – ich musste mich richtig zwingen, mit dem Lesen aufzuhören. Das Ende hat dann nochmal geschmerzt und kam irgendwie etwas plötzlich, das hätte für mich gerne noch etwas länger sein können. Nichtsdestotrotz bin ich mit dem Cut zufrieden. Das einzige Manko, das ich habe, ist, dass immer wieder die Rede von Esmes komischen Händen ist, sobald diese erwähnt werden. Das hätte 1-2x völlig ausgereicht, aber jedes Mal wieder zu betonen, dass diese komisch seien fand ich dann doch etwas störend. Normalerweise bin ich kein Fan von Büchern über Büchern, da mir das oft zu abgedroschen und kitschig ist, hier hat es aber perfekt gepasst (was womöglich daran liegt, dass es strenggenommen nicht direkt über Bücher ging, sondern nur um Wörterbücher und mit dem Fokus auf die Wörter selbst). Die Charaktere gingen mir echt ans Herz und gerade Esme und Lizzie werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Ganz klare Leseempfehlung meinerseits!

Von Anfang bis Ende liebe für die Wörter
Dieses Buch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Beim lesen habe ich mich gefühlt als würde ich selbst in diese Zeit versetzt werden. Die Gedanken, Gefühle und Ängste der Protagonisten waren spürbar. Die Worte eine stetige sichere Komponente. Deren Bedeutung und die Schwere ihrer Kraft war überragend. Wie wichtig eine Definition aus der Sicht aller ist und wieviel verloren geht wenn man nur eine Seite liest. Eine Hommage an die Sprache und ihre Entwicklung. Auch Tränen hat diese Geschichte an so vielen Stellen geschaffen aber auch verdeutlich das man etwas schaffen, etwas verändern kann wenn man es nur wirklich will, auch wenn es manchmal mehrere Generationen dafür braucht!
Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten, sondern auch informiert und fasziniert!
Wir begleiten in diesem Buch, das im 19. und 20. Jahrhundert spielt, unsere Protagonistin Esme. Ihr Vater arbeitet als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary und so erlangt Esme schon als Mädchen Zugang zum Reich der Wörter. Nicht nur konnte mich die Atmosphäre in diesem Buch begeistern (z. B. mit Beschreibungen über Oxford und das Skriptorium), auch die Figuren ließen die Geschichte erblühen und mich auf jeder Seite erstaunen und mitfühlen. Zudem liebe ich, wie die Autorin Pipp Williams geschickt historische Figuren, Fakten und Ereignisse in die Geschichte eingebracht hat. Eine absolute Leseempfehlung!
Fiktion trifft auf reale Historie
An sich ein schönes Buch mit einem schönen Thema - die Entstehung des Oxford English Dictionary und wie Frauen im Thema Sprache systematisch ausgegrenzt, vergessen, als unwichtig beachtet werden. Ich fand das Buch zog sich teilweise und hatte unnötige Ausführungen, das letzte Drittel hat mir persönlich am Besten gefallen. Ich bin mit anderen Erwartungen an das Buch rangegangen, die dann leider nicht ganz getroffen wurden. Insgesamt ein guter Historischer Roman über Sprache, deren Bedeutung, die Frauenbewegung und Geschlechterrollen.
Es handelt sich bei dem Buch um einen historischen Roman, den wir im Januar in unserem Bookieclub gemeinsam gelesen haben. Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt und jeder Teil handelt von einem anderen (Alters-)Abschnitt in Esmes Leben. So konnte ich mitverfolgen, wie sie vom Kind eine Erwachsene wird. Der Schreibstil ist ausdrucksstark und eindringlich und hat mir unglaublich gut gefallen. Der Fluss der Geschichte ist eher ruhig, aber dennoch fesselnd. Ich nenne sowas ja immer: schön unaufgeregt. Die Thematik rund um das Oxford English Dictionary und das Sammeln der Wörter war spannend und interessant zu lesen. Die Arbeit an diesem Wörterbuch war einfach sooo langwierig und aufwendig. Es gibt einige wirklich tolle Nebencharaktere, die Esme durch ihr durch Leben begleiten. Vor allem die zweite Hälfte des Buches hat es emotional in sich und ich musste viel weinen. Toll ist ein zusätzlicher Anhang zum Ende des Romans, in dem aufgeschlüsselt wird, was Wahrheit und Fiktion ist. Insgesamt ein wirklich starkes Buch, das mich überzeugen konnte. Deswegen auch ⭐️⭐️⭐️⭐️, 5 Sterne von mir und eine Leseempfehlung!

Esme ist ein kleines Mädchen und wächst alleine bei ihrem Vater auf. Ihre Mutter ist schon gestorben. Esme's Vater arbeitet in der ersten Oxford English Dictionary. Sie sitzt immer unterm Tisch und wartet , dass ein Zettel herunterfällt. So wird Ihre Leidenschaft für Wörter entfacht. Sie wird von den Leuten am Anfang schief angesehen, weil ihre Hand krumme Finger hat. Ihre Lebensfreude ist sehr belebend. Esme sammelt in ihrer Kiste Wörter die für sie wichtig sind. Es beruhigt auf einer wahren Grundlage. Hat mir sehr gut gefallen.
Ein schöner Roman über die Entstehung der Oxford dictionary, die Mitwirkung der Frauen daran und die Bedeutung von Worten. Und über den Kampf der Frau für mehr Rechte und des gesehen werdens.
In diesem Roman steckt soviel. Die Frauen, die für ihre Rechte kämpfen und einstehen, aber auch die Macht der Worte, die vorallem Esme bewusst wurde und anfing, die Worte der Frauen zu sammeln, ihnen eine Stimme zu geben. Zuerst flüstert sie nur, sammelt für sich. Denn als Frau hat man es nicht leicht in ihrer Zeit. Auch nicht, als sie am Dictionary mit arbeitet. Das merkt sie vor allem in ihrer Kindheit schon, als sie ohne Mutter aufwachsen muss und sich unsichtbar fühlt. Gerade der Anfang war für mich nicht leicht zu lesen, weil ich mit ihr gelitten habe. Es wird sehr gut gezeigt, welche Masken junge Mädchen zu tragen hatten. Irgendwann zog es sich auch mal, aber im gesamten las es sich gut und finde das Buch empfehlenswert.
Wörter sind unsere Werkzeuge für Wiederauferstehungen
Meiner Meinung nach hat Pip Williams hier ein wirklich sehr gutes Buch geschrieben. Sie hat tolle Charaktere geschaffen und hat es geschafft, ihre funktionale Geschichte rund um Esme hervorragend in den historischen Kontext zu bringen. Man spürt die Verbundenheit, die Esme mit den Wörtern hat und ich habe es sehr gemacht, sie bei ihrem Leben zu begleiten. Auch emotional hat es mich vor allem zum Ende hin durchaus gepackt. Es gibt einige Hochs, aber auch einige Tiefs. Das macht das Buch für mich sehr authentisch.
Die Tochter eines Lexikographen, die ihre Liebe zu Wörtern entdeckt - ganz besonders zu denen, die Frauen benutzen, und die niemals in das Oxford English Dictionary aufgenommen werden. Ich habe die Geschichte als Hörbuch genossen, über sehr viele Wochen verteilt. Sehr angenehm gelesen, die historischen Hintergründe, der Kampf für Frauenrechte und eine feine Liebesgeschichte sind stimmig verbunden. Stellenweise war es ein wenig zu unaufgeregt für meinen Geschmack (nicht langweilig, aber plätschernd), aber die wirklich sehr guten Formulierungen und die Nennung der Wörter mit ihren Bedeutungen und Beispielsätzen im englischen Original und in der Übersetzung haben mich darübergetragen. Gut zu hören, sicher auch gut zu lesen!
Die Macht von Sprache und mutigen Frauen - absolut lesenswert
Esme wächst im 19. Jahrhundert alleine bei ihrem verwitweten Vater auf und begleitet ihn daher von kleinauf zur Arbeit. Er arbeitet zusammen mit seinem Vorgesetzten Dr. Murray und weiteren Kollegen als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary im Skriptorium, das schnell zu Esmes zweitem Zuhause wird. Ihr Lieblingsort als kleines Mädchen ist unter dem Sortiertisch, an dem die Herren die eingereichten Begriffe bearbeiten und die Einträge für das Wörterbuch vorbereiten. Sie sammelt die unter den Tisch gefallenen Papiere auf und stellt schnell fest, dass die Herren vor allem diejenigen Begriffe aussortieren, die Frauen betreffen oder vom gemeinen Volk gesprochen werden und nicht als erhaltenswert erachtet werden. Das will Esme nicht hinnehmen und sie macht es sich Zeit ihres Lebens nicht nur zur Aufgabe, die verworfenen Begriffe zu sammeln, sondern sich auch unter das Volk zu mischen und aktiv neue Worte zu sammeln und sie mit Zitaten zu belegen, die von Menschen stammen, die sonst kein Gehör finden und keine Bildung besitzen. Außerdem schafft sie es als eine der wenigen Frauen, an dem Oxford English Dictionary mitarbeiten zu dürfen. Wir begleiten Esmes Wirken bis zu ihrem Tod, begleitet von Themen wie der Suffragettenbewegung und dem ersten Weltkrieg. Ich finde feministische Themen grundsätzlich sehr interessant und im 19. Jahrhundert hatten es die Frauen noch sehr viel schwerer, gesehen und gehört zu werden, daher war ich auf die Umsetzung in dem Roman sehr gespannt. Mir wurde schnell beim Lesen bewusst, dass es sich um keine laute, kämpferische Geschichte handelt, sondern eine leise und langsam wirkende Erzählung, jedoch mit viel Aussagekraft. Die Stellung der Frauen und der Arbeiterschicht wurden für mich sehr realitätsnah dargestellt, so dass es sich für mich beim Lesen schon fast wie ein Ausschnitt aus dem Geschichtsbuch angefühlt hat. Das Buch ist sehr dick, was der sehr detaillierten Erzählung geschuldet ist und der Tatsache, dass wir Esmes Leben fast vom Anfang bis zum Ende begleiten. Es wird beim Lesen jedoch nicht langatmig oder langweilig, sondern jeder weitere Aspekt rundet das Bild ab und zeigt den inneren Kampf zwischen dem Wunsch nach Veränderung und der Angst davor, es aktiv und laut einzufordern. Die detaillierte Beschreibung der Einträge für verschiedene Worte zeigt auch, wie unterschiedlich Sprache genutzt werden kann und wie sie wirken kann, je nach Auslegung eines Wortes. Somit kann Sprache eine besondere Macht ausüben und zur damaligen Zeit hatten vor allem gebildete, weiße Männer die Macht in ihren Händen. Das Einweben von weiteren Themen wie die Suffragettenbewegung und dem ersten Weltkrieg bieten weiteres interessantes Hintergrundwissen und verweben die persönliche Geschichte von Esme perfekt mit der historischen Entstehung des Wörterbuchs. Richtig beeindruckt war ich von dem Epilog und dem Nachwort. Hier wird deutlich, wie wenig in dieser Geschichte erfunden ist und wieviel Recherchearbeit die Autorin auf sich genommen hat, um möglichst viele Fakten und wahre Personen aus der realen Geschichte mit aufzunehmen. Das erklärt auch, warum sich alles beim Lesen so real angefühlt hat. Wer sich für die Entstehung des ersten Oxford English Dictionary, der Herrschaft der Männer und dem beginnenden Feminismus inklusive Suffragettenbewegung und die Entwicklung der Sprache interessiert, der sollte sich diesen Roman kaufen.
Welche Bedeutung haben Wörter? Ist es die gleiche, für Männer, wie für Frauen?
Die Autorin schreibt einen auf Historischen Begebenheiten basierenden Roman mit einer fiktiven Protagonistin, die einem ans Herz wächst. Es geht um Wörter, um Sprache, die Bedeutung der Sprache, um Feminismus, um Frauenbilder und Rollen zu der Zeit um die Jahrhundertwende und den ersten Weltkrieg. Auch wenn das Buch für mich vor allem in der ersten Hälfte einige Längen hatte, ist das Gesamtwerk durchaus lesenswert. Es ist emotional und informativ gleichermaßen.
Eine tolle Mischung aus Fiktion und historischer Realität rund um die Entstehung des Oxford English Dictionary.
"Die Sammlerin der verlorenen Wörter" erzählt die Geschichte von Esme Nicoll, die als Kind in den frühen 1900er-Jahren im sogenannten „Scriptorium“ aufwächst – dem Ort, an dem ihr Vater und andere Männer an der Erstellung des Oxford English Dictionary arbeiten. Esme bemerkt, dass bestimmte Wörter – vor allem solche, die die Erfahrungen von Frauen und der unteren Gesellschaftsschichten betreffen – gar nicht in das Wörterbuch aufgenommen werden. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Bedeutung von Sprache und gleichzeitig ein feministisches Statement. Es wirft ein Licht auf die strukturelle Diskriminierung, die sich auch tief in der Sprache eingenistet hat. Ich war beim Lesen manchmal wütend über die Selbstverständlichkeit männlicher Deutungshoheit und die vielen ungehörten Stimmen. Gleichzeitig war ich berührt von Esmes Geschichte, welche exemplarisch für die Schicksale von Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts steht. Besonders faszinierend fand ich auch die Einblicke in die lexikographische Arbeit. Der Roman ist zu keinem Zeitpunkt gefühlsduselig – die Emotionen wirken authentisch, nie kitschig oder überladen. Gerade diese Zurückhaltung in der Darstellung machte mir das Lesen einfach. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans haben sich allerdings einige Längen eingeschlichen, deshalb 4/5 Sterne.
Absolute Leseempfehlung
Ich bin begeistert von dem Roman. Die Protagonistin ist extrem authentisch und ihr Leben ist facettenreich. Es werde viele Themen angesprochen, zum Teil auch tabuisierte Themen. Die Autorin hat mit ihrer Recherche zu den historischen Hintergründen eine starke Leistung vollbracht und auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen.
⭐️⭐️⭐️⭐️(⭐️) Dieses Buch hat mich ins Jahr 2023 hineinbegleitet. Begonnen noch im alten Jahr und nun im neuen beendet - und eine bessere Wahl hätte ich kaum treffen können. Denn sowohl äußerlich als auch innerlich ist dieses Buch ein Schatz. Es ist wunderschön gestaltet - wirklich eins der hübschesten Bücher, die ich jemals in der Hand gehalten habe. Und auch die Geschichte um die Entstehung des berühmten Oxford English Dictionary schleicht sich ins Herz. Esme und ihre Begeisterung für Wörter, Hausmädchen Lizzie mit ihrer robusten und doch feinfühligen Art, die Männer und Frauen vom "Scrippy", die tagein, tagaus den Bedeutungen englischer Wörter nachspüren und natürlich der Setzer Gareth, der Esmes große Liebe wird... Sie alle habe ich liebgewonnen in diesem besonderen Roman! Mein einziger (kleiner) Kritikpunkt ist, dass die Handlung für meinen Geschmack doch etwas dynamischer hätte dargestellt sein können. Ein großes Lob muss ich auch der Übersetzerin Christiane Burkhardt aussprechen , die den Roman sehr klug und umsichtig ins Deutsche übertragen hat! Vielen lieben Dank an @buchstabenfestival fürs Ausleihen!

Wer es mag, sich mit Wörter zu beschäftigen, die*der sollte sich mit „Der Sammlerin der verlorenen Wörter“ beschäftigen. Historisch, feministisch, reflektierend, erschreckend, absolut lesenswert.
„Manche Wörter sind wichtiger als andere – das habe ich gelernt, als ich im Skriptorium aufwuchs. Aber ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, warum das so ist.“ (Seite 9) „Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ von Pip Williams, aus dem Englischen übersetzt von Christiane Burkhardt, ist eine Mischung aus realen historischen Abriss und fiktionalem Roman. Das Buch begleitet den Entstehungsprozess eines der bedeutendsten Wörterbücher der Welt - dem Oxford English Dictionary - welches auch mich in meiner Schulzeit begleitet hat. In einer spannenden Geschichte umspielt die Autorin wortgewandt die historischen Ereignisse und verknüpft sie mit dem Leben von Esme, der Sammerlin der verlorenen Bücher. „Vergiss das nie, Esme! Wörter sind unsere Werkzeuge für Wiederauferstehungen.“ (Seite 42) Der Roman hat mich viel darüber nachdenken lassen, wie sehr unsere Sprach geprägt ist von den Bedingungen der Zeit und wie wenig wir an manchen Stellen dabei verstanden haben, das Sprache sich weiterentwickelt und nie „fertig“ ist. Wie gut das Buch auch in die heutige Zeit passt, sehen wir daran, wie vehement einige (vor allem Männer) gegen geschlechtersensible Sprache oder gendern wettern. Sie versuchen Sprache zu definieren und dabei Blickwinkel und Betrachtungsweisen auszuschließen. Pip Williams, in der Übersetzung von Christiane Burkhardt, lässt uns bewusst werden, dass der „Kampf“ um die Sprache auch ein Kampf um die Freiheit unserer Gesellschaft ist und das wir dabei alle mitnehmen müssen.
Schöne Geschichte, es fehlte mehr Tiefgang.
Klappentext: Oxford, Ende des 19. Jahrhunderts. Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen und nicht in das Wörterbuch aufnehmen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an, will die Wörter festhalten, die fern der Universität wirklich gesprochen werden. Sie stürzt sich ins Leben, findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Meine Meinung: Mit dem Klappentext, der oben auch zu lesen ist, habe ich eine vollkommen andere Geschichte erwartet. Mir hat das Buch trotzdem sehr gut gefallen, mir waren die Charaktere nur "zu flach", es gab kaum Charakterentwicklungen. Auch der Hauptcharakter hatte nur eine kleine Wendung durch gemacht, im Wesen blieb Esme aber die selbe, wie bereits zu Anfang des Buches. Nichtsdestotrotz mochte ich den Schreibstil sehr, was mir bei einem Buch sehr wichtig ist. Die angesprochenen Themen, wie die Rechte der Frauen im Klappentext, waren nur eine Begleiterscheinung der Geschichte aufgrund der Zeit, in der diese eben spielt. Ab und zu war ich auch sehr zu Tränen gerührt, vorallem im 3. Viertel. Die Mitarbeiter und Herausgeber, die im Buch erwähnt werden, sind (fast) alle nicht fiktiv, was mich umso mehr neugierig gemacht hat auf die Entstehungsgeschichte des 1. Oxford English Dictionary. Alles in allem ein schöner Roman für Zwischendurch, von dem man nicht zu viel Tiefgang erwarten darf.

Ich habe alles geliebt an diesem Buch!
Seit langer Zeit ein 5-⭐️ Buch für mich. Ich habe so gelitten und gelacht und geweint und musste mir so oft ans Herz fassen. Die Geschichte von Esme hat mich auf so vielen Ebenen erreicht und das Schicksal von Frauen vor über hundert Jahren ist so krass.. Danke Pip für dieses Buch 🥺💙
Geschichtlich top - Fesselnd!
Ich habe etwas gebraucht um mich einzulesen. Aber vorallem die letzten 200 Seiten waren so gut! Die Hauptprotagonisten Esme war so toll. Man konnte sich richtig in sie hineinfühlen. Das Buch war zu 98% sehr schön zu lesen. Man hat sich seine eigene Welt aufgebaut. Es war echt toll! Der geschichtliche Aspekt war auch toll getroffen und auch sehr verbunden mit wahren Fakten! 📖

Absolut lesenswert!
„Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein langsamer Roman, der aber tief berührt und für den es sich lohnt dran zu bleiben. Denn der Anfang war für mich zäh und langweilig, doch nach den ersten 100 Seiten hatte ich den Knackpunkt überwunden und der Rest las sich wie von selbst! Was mich beim Lesen, und auch jetzt noch, beschäftigt ist die Frage wo die Worte die wir verwenden herkommen, wie alt sie wirklich sind und was sie eigentlich bedeuten. Darüber hatte ich vorher noch nie Gedanken gemacht. Gerahmt durch wahre, historische Ereignisse führt uns Pip Williams uns in die Zeit des Oxfords Ende des 19. Jahrhunderts. Wir begleiten Esme in einem Zeitraum von rund 40 Jahren und erleben wie aus einem kleinen, wissbegierigen Mädchen ein starke Frau wird. Für mich verkörpert Esme alle Frauen dieser Zeit - Sie ist gebildet, verdient ihr eigenes Geld durch ihre Arbeit im Skriptorium, ist Hausmädchen, Hausfrau, Demonstrantin, Feministin, Mutter, Ehefrau, Wissenschaftlerin, Tochter,…. . Dadurch, so finde ich, erhält man einen umfassenden Blick in die Gefühlswelt und das Leben der Frauen in der viktorianischen Zeit Englands. Ein Teil des Buches, der mir wirklich gut gefallen hat, sind die Anmerkungen der Autorin. Daraus geht hervor das einige Frauen aus diesem Buch tatsächlich gelebt und am Oxford English Dictionary mitgearbeitet haben. Alles in allem ein toller Roman, der verschiedene Themen behandelt und dass obwohl „nur“ ein Wörterbuch im Vordergrund steht.
I am not well right now. I am crying. I don’t know what was the saddest moment in the end
Dieses Buch hat mich wachgehalten und zwar gleich doppelt! Einmal, weil ich es nachts um 1 Uhr fertig gelesen habe und dann bisschen geweint habe 🥺 und dann, weil ich darüber nachdenken wollte und musste, wie ich es bewerte. Das Problem ist: Das Buch ist für mich nichts ganzes und nichts halbes. 3 Sterne⭐️⭐️⭐️ sind für mich nicht schlecht. Ich konnte keine 4 Sterne geben, weil in diese Kategorie Bücher fallen, die ich viel besser (umgesetzt fand). Die Idee von „the dictionary of lost words“ ist nämlich super. Wir begleiten eine Frau und das erste Oxford Dictionary bei der Entstehung, die auch in eine Zeit fällt, in der die Frauen anfangen aufzustehen. Im Entstehungsprozess fällt ihr auf, dass viele Worte der ärmeren Menschen und der Frauen nicht in das Wörterbuch mit aufgenommen werden und sie fängt an ihre eigene kleine Sammlung zu starten. So weit so gut. Das Buch ist eine Mischung aus Fiktion und realer Begebenheiten genauso eine Mischung aus Character driven und Plot driven. Diese Mischung war nicht gut. Es war zu viel Plot und zu wenig Character um wirklich „Plot driven“ zu sein und der Charakter unserer Hauptperson zu schwach. Immer, wenn etwas handlungsrelevantes passiert ist, das auch unserer Hauptperson nachhaltig prägt, wird ein (größerer) Zeitsprung eingefügt. Sorry, aber das hat nach dem dritten Mal einfach gewirkt als wollte sich die Autorin davor drücken über Trauer und Depressionen zu schreiben. Wenn man darüber nicht schreiben will, dann schreibt man ein anderes Buch. Aber einfach dreimal den leichten Weg nehmen? Fand ich leider schwach Genauso schwach wie leider auch die Prämisse „feministisches Buch“. Esme war bis zum Schluss keine Suffragette- ok kein Problem soweit- und konnte auch - bis zum Schluss - sich selbst nicht dem Feminismus so wirklich zuschreiben. Sie hat gesehen: „Joa. Dat Männer so viel mehr dürfen und können is blöd aber vllt muss dat ja so weil, weil dat war immer so, nischt?“ Diese Position wurde vor allem von ihrer Freundin/ Mutterfigur/Haushälterin Lizzy abgedeckt. Das finale Wörterbuch von ihr bekommt sie dann auch durch einen Mann ._. Cool😃😃😃 die Liebesgeschichte erfüllt halt genau einen Zweck: Plot und auch den*die Leser*innen mitzureißen. Dafür ist der Typ halt perfekt. Dass ich am Schluss geweint habe liegt daran, dass dieses Buch Knöpfe drückt. Es liegt nicht daran, dass ich mich den Personen nah gefühlt habe. Es kommen super viele schwere Themen im Buch vor und das hat mich traurig gemacht, das Ende war emotional aber(!) deshalb gibt es auch 3 Sterne. Weil der Schreibstil und das Ende mir getaugt haben aber ich finde, dass die Umsetzung der Idee des Buches nicht gerecht geworden ist 3 Sterne ⭐️ ⭐️⭐️
Selten so ein schönes Buch gelesen
Das Buch ist recht anspruchsvoll durch die teils langezogenen Aspekte und die fast vollständig fehlende Spannungskurve. Dennoch- ich habe selten ein so schönes und immersives Buch gelesen. Die Geschichte der Protagonistin fesselt einen und man hat das Gefühl selber dabei zu sein. Auch die Anekdoten zu den einzelnen Begriffen sind wunderschön eingearbeitet und alles wirkte sehr realitätsnah durch viele korrekte historische Daten. Ich habe es geliebt!
Ein langsames Buch mit einer schönen, wenngleich etwas traurigen Geschichte. Es lässt einen eintauchen in die wundersame Welt der Lexikographen. Das ist etwas, worüber es gar nicht so viele Bücher gibt. Und es erzählt in einer fiktiven Romanhandlung die wahre Geschichte von der Entstehung des Oxford English Dictionary. Ich fand‘s wirklich toll, aber vielleicht wäre ich auch gerne eine Lexikographin geworden.
Dieses Buch ist für mich wie eine warme Decke, die mich beschützend umhüllt. Weil es so vieles von dem beschreibt, das mir wichtig ist, aber auch Freude macht. Die Macht von Sprache, welche Bedeutung sie in ihrem jeweiligen Kontext einnehmen kann. Welche Worte gesprochen werde, welche ungesagt bleiben. Welche gesammelt wurden, werden. Wie sich Bedeutung verändert - aber auch wer die Sprecher:innen sind. Weshalb es eben sehr wohl einen Unterschied macht, ob nur Männer an einer Sache arbeiten oder auch Frauen. Welche Blickwinkel wir einnehmen können, hängt mit Sprache eng zusammen. Bücher haben dabei immer auch eine wichtige Rolle gespielt. (Dabei kann man auch Inschriften dazu zählen. Alles was irgendwie irgendwo auf der Welt festgehalten werden konnte. Sei es auf Stein, Papyrus, oder andren Materialien). Mir hat der Roman auch wegen seiner speziellen melancholischen Stimmung gefallen. Aber auch, weil er realistische Frauenfiguren und ihr Leben zeichnet. Geschichten erzählt, sie bei der Geschichte des Oxford Dictionary lange in den Hintergrund gerückt wurden und für die Frauen sehr lange mit keinem Satz gewürdigt wurden. Manchmal war es mir aber auch zu oberflächlich. Es wirkte ein bisschen geschönt, romantisierend. Irgendwie fehlte da ein kleiner Schritt um eben noch mehr zu erzählen. Ich glaube ehrlich gesagt auch, weil ich finde das z.B. R.Kuang mit "Babel" gezeigt hat, was da noch alles möglich ist im Kontext mit Macht und Sprache in Romanen. Kein absolutes Lebenshighlight für mich, aber ein Buch das ich sehr sehr gerne gelesen habe.
Nicht nur wirklich wundervoll geschrieben, sondern auch mit Bedacht übersetzt.
Das Thema des Buches ist die Englische Sprache und ich habe mir am Anfang Sorgen gemacht, dass die Wörter um die es im Buch geht einfach nur übersetzt worden sind. Vorallem, da sich die ganze Geschichte um diese Wörter dreht und es vielleicht keine genaue Entsprechung im Deutschen gibt. Aber die Übersetzerin hat ganze Arbeit geleistet und so sind die Wörter und ihre Definitionen in Originalsprache erhalten geblieben und eine Übersetzung steht darunter. Eine meiner Meinung nach perfekte Lösung.
Eine schöne Geschichte…
Das Buch enthält eine schöne Geschichte über 3 Generationen von Frauen, die alle ohne Mutter aufwachsen durch verschiedene Umstände. Eine Geschichte über das Leben von Esme, und den Menschen die sie begleiten oder deren Leben das ihre prägen oder kreuzen. Eine Geschichte über gesellschaftliche Schichten, Feminismus, Politik, Krieg, die Bedeutung von Wörtern und der Wichtigkeit von Sprache. Die Unterschiede über Umgangssprache, bis hin zu Bildung und wie wichtig es ist alle zu sehen und Wissen allen zu ermöglichen aber auch das gesprochene Wort nicht zu vergessen. Leider gab es keine Spannung und ein Ende ohne wirklichen Abschluss. Das interessanteste waren für mich die Nebenprotagonisten.
Die Geschichte ist toll, wenn man sich für Lexikographie und Feminismus interessiert. Die Geschichte ist sehr komplex und bezieht viele geschichtliche und politische Ereignisse der Zeit ein. Allerdings macht dies das Buch teilweise etwas langwierig. Ich würde empfehlen, dass man die Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches ganz am Anfang liest. :)
Ganz still und so besonders! Der Einfluss von Frauen in der Geschichte.
Esme, eine ruhige aber starke Frau! Wie ihr Vater hegt sie die Liebe zu Wörtern und verbringt ihr ganzes Leben damit für das Oxford English Dictionary zu arbeiten. Sie nimmt auf ihre eigene und besondere Art immer mehr Einfluss auf die Bedeutung der Wörter. Frauen hatten zu der Zeit der Entstehung des Wörterbuches wenig zu sagen, aber Esme wollte den Wörtern den fehlenden weiblichen Anteil verleihen. Wunderschön und ruhig geschrieben. Die Vereinung von realen Ereignissen und Personen zur Entstehung des Wörterbuches und die Einbettung der erfundenen Geschichte, macht dieses Buch sehr besonders.
Eine wundervolle Geschichte über die Entstehung des Oxford Dictionary mit genau dem richtigen Maß an Fiktion
Erzählt aus der Sicht einer Frau, die Wörter nicht nur liebt, sondern ihnen ihr ganzes Leben widmet. Welche Leserin könnte da widerstehen? Esme ist ein interessanter Charakter, ich konnte sie aber bis zum Schluss nicht wirklich einschätzen. Leider wirkt sie eher wie die Beobachterin ihrer eigenen Geschichte, mir hätten ein paar mehr Emotionen geholfen, sie mehr ins Herz zu schließen. So habe ich mich manchmal gewundert, warum alle Nebenfiguren sie so abgöttisch lieben. Ja, sie ist eine bemerkenswerte Person aber wirklich sympathisch erschien sie mir selten. Auch der Schreibstil ist zwar eindrucksvoll aber oft distanziert. Ich hatte den Eindruck, beim Lesen mehr fühlen zu müssen.
Mein Eindruck: Historische Bücher lese ich mittlerweile sehr selten, aber dieses hier hat mich dann doch angelacht und ich konnte es kaum erwarten, damit zu starten. Ich muss zugeben, dass ich mich mit der ersten Hälfte des Buches und auch etwas mit dem Einstieg doch recht schwer tat. Esme ist zwar ein sympathischer Charakter mit einer Vorliebe zu ihr unbekannten Wörtern, aber in der ersten Hälfte passiert nicht wirklich viel. Der Leser bekommt einen ziemlich genauen Einblick in ihren Tagesablauf und wird mit den einzelnen Charakteren bekanntgemacht. Erst ab der zweiten Hälfte kommt mehr Schwung auf und es fängt an, interessanter zu werden. Esme sammelt erste Erfahrungen als junge Frau, wird zwischendurch krank und hat eine tiefe Freundschaft zu Lizzie. Außerdem darf sie dann endlich mit im Skriptorium arbeiten. Allerdings wird sie als Frau in jener Zeit nicht sonderlich ernst genommen und Vorschläge, die sie macht, werden von den Männern beiseitegeschoben. Die Geschichte rund um die Entstehung des Oxford English Dictionary fand ich sehr beachtenswert. Ich habe mich mit dem Thema zwar nie beschäftigt, aber es war sehr interessant zu erfahren, wie diese Reihe entstanden ist. Pip Williams Schreibstil ist nicht nur leicht und flüssig zu lesen, nein, er hat auch eine gewisse Lebendigkeit in sich. Mir kam es oft so vor (vor allem ab der zweiten Hälfte), als ob die Charaktere jeden Moment aus dem Buch springen und die Geschichte in meinem Wohnzimmer weitererzählen würden. Sie waren alle wirklich gut gezeichnet, hatten die nötige Tiefe und ich konnte mir jeden einzelnen gut vorstellen und mich in sie hineinversetzen. Fazit: Eine interessante Geschichte rund um den Oxford English Dictionary. Die Geschichte brauch zwar etwas Zeit, um sich zu entfalten und in Fahrt zu kommen, aber alles in allem kann ich sagen, dass ich sie gerne gelesen habe. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung, vor allem für die Leser, die es gerne eher gemütlich angehen.

Wer bestimmt eigentlich welche Wörter in einem Wörterbuch aufgenommen werden? Und wer bestimmt deren Bedeutung? Das Oxford English Dictionary spricht auf seiner Homepage von “the definite record of the English language” und hält die Bedeutung, Geschichte und Aussprache von 600.000 Wörtern der englischen Sprache fest. In “Die Sammlerin der verlorenen Wörter” wird anhand einer fiktiven Figur, Esme, die Geschichte der Entstehung des OED erzählt; zumindest ein gewisser Teil davon. Im Jahr 1901 wurde festgestellt, dass das Wort “bondmaid” in der ersten Ausgabe des Wörterbuches fehlte. Im Roman dient dieses Wort als Einstieg, den Entstehungsprozess unter feministischen Aspekten zu betrachten. Über die Jahre hinweg findet Esme - zunächst als Kind, später als Mitarbeiterin – immer wieder Wörter, die als unwichtig betrachtet werden. Jedes einzelne davon betrifft Frauen. Es ist ein unglaublich interessanter Ansatz, dem der Roman folgen will. Die Arbeit am OED an sich ist bereits total spannend (zumindest für mich, die ich einen sprachwissenschaftlichen Hintergrund habe); das Ganze dann auch noch unter dem Aspekt der Gleichberechtigung zu betrachten ist aktueller denn je. Überhaupt: da sich Sprache stets weiterentwickelt, ist der Prozess eigentlich nie abgeschlossen. Ich hatte auch den Eindruck, dass die historischen und sprachwissenschaftlichen Aspekte des Romans gut recherchiert wurden. Das große Problem jedoch sind die fiktiven Elemente. Esme ist so eindimensional und blutleer geschrieben; die Autorin schaffte es nie, die historischen Ereignisse, die realen Personen wirklich mit den fiktiven zu verbinden. Es kam mir deshalb manchmal so vor, als würde Esme durch die Geschichte (und tausende Mal durch Oxford) gescheucht, vom OED zu den Suffragetten, zum 1. Weltkrieg, zu privaten Dramen, …. Sehr, sehr schade, denn dadurch wurden die 500 Seiten sehr lang.
Sprache als Werkzeug der Sichtbarkeit: Ein ruhiger, historischer Roman über die Rolle der Sprache in unserer Gesellschaft und über weibliche (Un-)Sichtbarkeit.
Pip Williams erzählt die Geschichte der jungen Esme, die im Schatten der Entstehung des Oxford English Dictionary aufwächst. Dabei verwebt die Autorin historische Ereignisse und reale Persönlichkeiten mit der fiktiven Figur Esme – einem Mädchen, das früh erkennt, dass nicht alle Worte gleich zählen. Im Zentrum steht die Frage: Was geschieht mit den Worten – und mit den Menschen – die übersehen werden? Und was bedeutet es, wenn allein Männer über die Bedeutung von Begriffen entscheiden? Der Roman macht sichtbar, wie Sprache Macht verleiht – und wie leicht ganze Lebensrealitäten durch sprachliche Auslassung unsichtbar gemacht werden können. Auch Themen wie Verlust, Trauer und Depression sind präsent, was der Erzählung an vielen Stellen eine melancholische, fast erdrückende Stimmung verleiht. Ich empfand den Einstieg als eher zäh – erst ab Seite 150 hat mich die Geschichte komplett in ihren Bann gezogen. Wer ein leichtes, unterhaltsames Leseerlebnis sucht, wird hier vielleicht nicht glücklich. Wer sich aber für Sprache, Geschichte und stille Heldinnen interessiert, der sollte „Die Sammlerin der verlorenen Worte“ unbedingt lesen. Lieblingszitat: „Die Angst mag keine normalen Sachen“, sagte sie. „Wennde Angst hast, musste normale Sachen denken, normale Sachen machen, haste mich verstanden? Dann hautse ab, die Angst, zumindest für einen Moment.“ Hinweis: Es geht natürlich um verlorene *englische* Wörter – nicht um deutsche. Eine Annahme, der ich selbst zu Beginn aufgesessen bin.
Es hat wirklich Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, auch wenn ich am Ende wirklich viel geweint habe... Nicht nur Cover, auch der Inhalt sind wunderschön. Gerade als Frau, konnte man in diesem Buch viel Wahrheit und Wichtigkeit finden. Es regt definitiv zum Nachdenken über die Bedeutung und Folgen von Wörtern an, schafft es aber auch Emotionen zu vermitteln. Absolute Leseempfehlung!
Ein tolles Buch, dass einen auch ohne krasse Spannungskurve total fesselt und fasziniert. Man kann mit der Hauptfigur mitfühlen und erfährt eine ganz neue Sicht auf Sprache.
Das Buch ist liebevoll übersetzt und lässt sich gut lesen. Es ist definitiv etwas anspruchsvoller und bedarf in der ersten Hälfte eines guten Durchhaltevermögens. Dies lohnt sich jedoch definitiv, da man einen tollen Einblick in die Arbeit rund um das English Oxford Dictionary bekommt. Besonders der Umgang mit Frauen in dieser Zeit wird eindrucksvoll geschildert, aber auch die innere Welt der jungen Protagonistin.
Historischer Roman mit Liebe zum Detail
Dieses Buch hat mich komplett abgeholt. Das Cover ist unglaublich schön. Die Entstehung des Oxford Dictionary ist an sich schon spannend, hier hat Williams nicht nur auf die korrekte Darstellung der Fakten und Personen geachtet, sondern trotzdem der Geschichte eine zauberhafte eigene Welt gegeben. Williams berührt so viele Themen, die wie selbstverständlich in die Handlung einfließen, nicht ohne bei mir ein paar Tränchenmomente zu verursachen (absolut nicht typisch!). Zu guter letzt muss ich auch die Übersetzung hervorheben, alles wird in Kontext gesetzt und fragwürdige Passagen kommentiert. Es wurde sich einfach spürbar viel Mühe gegeben und das hat es für mich zu einer tollen Leseerfahrung gemacht.
Fesselnd, erstaunlich & lehrreich
Die Geschichte hinter den Buchdeckeln ist sanft, spannend sowie hin und wieder etwas tragisch verfasst worden. Die Autorin verpackt hier wahre Begebenheiten um das 19./20. Jahrhundert geschickt mit Fiction. Das Leben der Esme habe ich in 7 Tagen verschlugen. Das Buch für die notwendigen Erledigungen im Leben wegzulegen, fiel mir sehr schwer. Lest es selbst und habt viel Freude dabei.
England, 19. Jahrhundert: Esme wächst in einer Welt der Wörter auf. Unter dem Schreibtisch ihres Vaters, der als Lexikograph am ersten Oxford English Dictionary arbeitet, liest sie neugierig heruntergefallene Papiere auf. Nach und nach erkennt sie, was die männlichen Gelehrten oft achtlos verwerfen: Es sind allesamt Begriffe, die Frauen betreffen. Entschlossen legt Esme ihre eigene Sammlung an. Sie findet Verbündete, entdeckt die Liebe und beginnt, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. Sonst haben mich historische Bücher nie angesprochen, doch dank Bridgerton bin ich dem nicht mehr ganz so abgeneigt. Als ich „Die Sammlerin der verlorenen Wörter“ in einem Bücherschrank entdeckt habe, hat es mich angesprochen, vor allem das Thema um verlorenen Wörter hat mich interessiert. Es hat etwas länger gedauert bis ich wirklich mit dem Buch gestartet bin und schneller voran kam, aber ich bin froh das Buch gelesen zu haben. Man begleitet die Protagonistin Esme vom Kindesalter bis ins Erwachsene. Schon früh sitzt die kleine Esme unter dem Schreibtisch ihres Vaters und sammelt Wörter die nicht gut genug für das Wörterbuch sind, dabei haben die Wörter eins gemeinsam: Sie betreffen Frauen, oder sind einfach zu schmutzig für das „feine“ Wörterbuch. Dadurch dass man Esme begleitet, sieht man wie sie erwachsen wird und sich verändert. Es war auch interessant wie manches damals gehandhabt wurde in der damaligen Zeit. Das Buch beschreibt die Zeit zwischen 1887 und 1928, darunter auch Krieg und Auswirkungen davon, was nicht immer leicht war zu verdauen, auch da es Themen sind über die ich eher selten lese. Die „verlorenen Wörter“ selbst wurden immer erklärt, auf englisch und deutsch, was schön gestaltet war. Bei manchen Wörtern war ich überrascht, dass es die damals schon gab. Für Zwischendurch fand ich das Buch gut und da es mit dem Setting, das nicht mein bevorzugtes Jahrhundert ist, mich trotzdem überzeugen konnte, will was heißen. Auch wenn mir das Buch gefallen hat, so findet es ein zuhause im Bücherschrank.
Die Geschichte ist aus der Sicht von Esme erzählt, die Dank der Arbeit ihres Vaters an einem Wörterbuch in ebendieser Welt aufwächst. Sie begleitet ihn schon als kleines Mädchen zur Arbeit und beginnt früh, selbst Begriffe - Wörter - und deren Definitionen zu sammeln. Esme wächst in einer Welt des Umbruchs auf und merkt, das Frauen, Künstler und Arme eine ganz eigene Sprache nutzen, die in den großen Wörterbüchern nicht berücksichtigt wird. Sie beginnt, mit Hilfe vieler Frauen und einiger Männer eine einzigartige Sammlung von Wörtern mit den Definitionen aus dem echten Leben. Im Nachwort zur Geschichte ist vermerkt, dass das Geschehene weitgehend auf wahren Tatsachen beruht, das begeistert mich noch deutlich mehr für die Geschichte. Esme hatte im Leben einige Hürden zu nehmen, ist aber eine äußerst starke Frau, die mich nachhaltig beeindruckt. Ich mochte den Stil der Geschichte, der sich leicht und unkompliziert lesen lies und immer wieder durch die Definition von zur Geschichte gehörenden und von Esme gesammelten Wörtern unterbrochen wurde. Emotionen wurde so gut rüber gebracht, dass an verschiedenen Stellen tatsächlich Tränen geflossen sind. Auch die Hingabe, mit der die vielen Personen ihrer Arbeit nachgehen, seien es Dr. Murray oder Lizzy, ist bemerkenswert und vermutlich tatsächlich so geschehen. Zum absoluten Highlight hat mir leider noch das gewisse etwas gefehlt aber von mir bekommt die Geschichte ⭐️⭐️⭐️⭐️ und eine klare Leseempfehlung!

Ziemlich zäh..
Ich hatte mir das Buch aufgrund der guten Rezensionen bestellt. Leider habe ich es ungefähr bei der Hälfte abgebrochen.. Ich finde es ziemlich zäh und langweilig. Die ersten 100 Seiten kamen mir vor als würde ich Stundenlang lesen und ich komme nicht vorwärts. Das hatte ich noch nie bei einem Buch.. Daher leider nur 2 Sterne.
Bei diesem Buch haben wir es definitiv mit einer anspruchsvollen Lektüre zu tun. Da das Buch ende des 19. Jahrhunderts spielt, wird hier noch ein anderer Sprchgebrauch verwendet, der abet gut verständlich war. Gewöhnungsbedürftig war dagegen das Frauenbild zu dieser Zeit. Das wollen wir uns nicht mal vorstellen. Im verlaufe der Geschichte, entwickelt sich ein neues Frauenbild, auch wenn es ein langer beschwerlicher weg ist. Die Frauen haben einen harten Kampf vor sich. . So auch unsere Protagonistin Esme. Wir erleben ihre entwicklung von Kindheit an mit, was ich sehr Spannend fand. Sie hat schon als Kind einen sehr eigenen Willen, was zur damaligen Zeit nich gern gesehen wird. Sie entwickelt sich zu einem schüchternen jungen Mädchen, um dann zu einer Stolzen Jungen Frau zu erblühen. Sie muss auf ihrem weg einiges ertragen, woran man auch zerbrechen kann, doch sie wächst daran umd wird immer Stärker. Sie hat einen tollen Charakter entwickelt, ich mochte sie sehr gerne. . Gestärkt wird sie von iher leidenschaft zu Wörtern. Das Buch ist da natürlich von geprägt, es geht ja immerhin um die entstehung des ersten Oxford English Dictionary (OED). Ich fand das richtig spannend, es war super Interessant dabei zu sein und zu erfahren, was für eine Arbei da rein gesteckt wurde. Die Autorin hat da richtig gut Recherchiert. . Zusammen gefasst kann man sagen, es war eine Interessante, Anspruchsvolle Geschichte. Die mich richtig gut unterhalten konnte und sich daher die 5 Sterne verdient





















































