Die Frauen von Kopenhagen

Die Frauen von Kopenhagen

Softcover
3.412
SkandinavienUnfallSoziale GerechtigkeitSchuld

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Description

Kopenhagen 1885: Nelly und Marie arbeiten in der größten Weberei Kopenhagens. Bei einem Unfall am Webstuhl verletzt sich Marie schwer. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt das Verhalten der Verantwortlichen Rätsel auf. Nelly steht mit einem schweren Verdacht alleine da und erzählt nicht einmal ihrem Geliebten Johannes davon. Dessen Schwester Anna kommt zur selben Zeit aus Jütland nach Kopenhagen. Und ist schockiert, wie brutal und ungerecht das Leben in der großen Stadt ist. Furchtlos nimmt sie den Kampf auf und setzt einen Meilenstein in der Geschichte Dänemarks.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
448
Price
16.50 €

Author Description

Gertrud Tinning hat an der Writers‘ School of Children Literatur studiert und für die UN in Kenia und Sri Lanka gearbeitet. Heute ist sie Dozentin an der International High School in Helsingör, Dänemark. Im Jahr 2013 erschien ihr erster Roman Wie kleine Soldaten, der von der dänischen Kritik wurde. Die Frauen von Kopenhagen ist ihr erster Roman im Diana Verlag.

Posts

3
All
1

Zeitverschwendung , grausig geschrieben, keine gute Geschichte, schlechte Charaktere

2

Soll angeblich um den Anfang der Frauenbewegung in Dänemark gehen, tatsächlich tut es das aber nur auf ca. 30 der 450 Seiten. Ansonsten gibt es lauter wilde Perspektivwechsel und ausgeschlachtete Krimistories, die eigentlich wirklich irrelevant sind. Liest sich trotzdem gut weg

5

Weder der Titel des Romans (der dänische Originaltitel wäre "Eine ungerechte Zeit" gewesen) noch das Titelbild lassen vermuten, dass zwischen den Seiten dieses Buches eine so gehaltvolle, überraschende und spannende Geschichte lauert, die auf beeindruckende Weise die Tradition der britischen social problem und industrial novel des 19. Jahrhunderts aufgreift. Der Roman betrachtet zwei miteinander verbundene Frauenschicksale, deren Leben von den besonders für den weiblichen Teil der Bevölkerung prekären Bedingungen (sowohl auf dem Land als auch in der Stadt) diktiert wird. Sehr deutlich und ohne Mitleidsheischerei wird aufgezeigt wie limitiert, eingeschränkt und feindlich die Lebensumstände für Frauen im späten 19. Jahrhundert waren - einer Zeit, in der die weibliche Abhängigkeit von Männern und Arbeitgebern enorm war. Tinning gelingt es eindrucksvoll, den Schmutz, den Hunger, die (soziale) Kälte und die Hilflosigkeit sowie die tägliche Bedrohung von Frauen durch anverwandte und fremde Männer für die Leserschaft greifbar zu machen. Das überaus beeindruckend aufgezogene Setting bietet den Rahmen für eine überzeugende und spannende Krimihandlung mit überraschenden Wendungen, die gekonnt jedes Klischee, jeden Ansatz von Überzuckerung und alles Seichte vermeidet. Hinzu kommt, dass der historische Kontext auf vielen Ebenen gewinnbringend und gekonnt in das Gesamtkonstrukt des Romans eingebunden wird. So wird das dänische Nationaltrauma (der Verlust der Herzogtümer Schleswig und Holstein) ebenso elegant eingewoben wie die Tuberkuloseepidemie oder die Auswanderungswelle nach Amerika. Die Figuren sind lebensecht und überzeugend konzipiert. Selbst die Heldinnen verfügen nicht über die gewohnten überdurchschnittlichen strahlenden Qualitäten, sondern schlagen sich mehr schlecht als recht durch das Meer der sozialen Ungerechtigkeit. Einfach wird den Protagonistinnen das Leben wirklich nicht gemacht. Wer nach einem plüschigen, historischen Wohlfühlschmöker sucht, ist hier völlig falsch. Alle, die Historie mit Anspruch mögen und eine düstere Atmosphäre nicht scheuen, werden hier hingegen bestens bedient.

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