Thronerbe
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Description
England, 1147. Die Schlacht um die englische Krone tobt inzwischen seit mehr als einem Jahrzehnt. Weder Kaiserin Maude, die rechtmäßige Erbin König Henrys I., noch Stephen von Blois, ihr Cousin und erbitterter Widersacher, wollen von ihrem Thronanspruch ablassen. Doch als in einer schicksalsträchtigen Nacht Maudes Halbbruder und wichtigster Heerführer einem Fieber erliegt, gewinnt Stephens Feldzug an Fahrt. Die letzte Hoffnung ruht jetzt auf Maudes Sohn, der inzwischen zu einem echten Recken herangewachsen ist – und fest entschlossen scheint, den Thronanspruch seiner Familie ein für allemal durchzusetzen.
Book Information
Author Description
Sharon Penman, 1945 in New York geboren, war eine Juristin und hochgelobte Autorin historischer Romane und Krimis. Ihr schriftstellerisches Werk inspirierte zahlreiche Autor*innen, darunter George R. R. Martin, Bernard Cornwell und Rebecca Gablé. Penman starb 2021 im Alter von 75 Jahren.
Posts
Grandioser Auftakt der Reihe um den Englischen Bürgerkrieg. Die Rolloniden stehen dem Haus Plantagenet gegenüber. Wer erbt den vakanten Thron des Königs Henry I.? Welche Intrigen werden gesponnen und welche Schlachten müssen geschlagen werden um das Schicksal Englands zu formen. Dieser Auftakt hat mich wahrlich beeindruckt und ich freue mich bereits auf Band 2.
„Nie zuvor hat solches Elend im Land geherrscht… und die Menschen klagten unverhohlen, dass Christus und seine Heiligen schliefen.“ ❓Welchen Abschnitt der Geschichte findet ihr spannend? Bei mir ist es eindeutig das englische Mittelalter - geprägt durch meine Jugend, durch Autorinnen und Autoren wie Rebecca Gablé oder Robyn Young. Dass ich da bei “Thronräuber” hängen bleiben würde, war abzusehen. Es ist die Geschichte um einen blutigen Streit um den englischen Thron, um Stephen und um Maude, die beide Ansprüche auf die Krone haben. Sharon Penman hat ihre Romane in den 1990ern geschrieben. Jetzt wurden sie ins Deutsche Übertragen, mit einer großartigen Karte und Stammbaum und einem aufschlussreichen Glossar versehen und mit einem Vorwort von Rebecca Gablé Für mich war dieses Buch ein Stück englische Geschichte, die Penman greifbar und nahbar gemacht hat. Zwei schillernde Persönlichkeiten wie Stephen und Maude, die beide um die Krone streiten, so nuanciert darzustellen, dass sie sich voneinander abheben und ihre Ecken und Kanten behalten, ist ein Meisterstück. Stephen, der Neffe des verstorbenen König Henry I., ist ein strahlender, ehrgeiziger Mann, aber auch gerecht und ein liebender Ehemann. Maude, die Tochter von Henry I., muss sich als Frau in einer von Männern dominierten Welt behaupten und ist in einer Zweckehe gefangen, die ihr den Weg zum Thron ebnen soll. Wenn sie nicht verbissen für ihre Ziele kämpfen würde, würde sie untergehen - sang- und klanglos. So erscheint sie des Öfteren kalt und machtbewusst, aber ich empfinde für sie Bewunderung. Generell widmet Penman dem weiblichen Einfluss auf die Macht viel Aufmerksamkeit, ohne in schmachtende Ergüsse abzudriften. Ich denke, wenn ich ohne Wissen um den Kampf um den englischen Thron an dieses Buch herangegangen wäre, dann hätte ich wohl nur halb so viel Spaß daran gehabt. Insbesondere der Anfang hat mir wahnsinnig gut gefallen. Stephens Jugend, das weiße Schiff und die Knappen Ancel, Gilbert und Ranulf haben mir viel Spaß gemacht (den dreien bin ich auch später noch wahnsinnig gern gefolgt.) Penman errichtet das Konstrukt der Geschichte auf historischen Quellen, die immer wieder durch die eigentliche Romanhandlung durchscheinen. Sie lässt die Figuren viele Dialoge führen, in denen es um Politik und Strategie geht, schmückt es aus mit dem Leben, Leiden und Lieben im Mittelalter, Schlachten beschreibt sie eher weniger. Wirklich Action und Humor kam für mich bei dem Knappen-Dreigestirn auf, die zu Beginn in einige brenzlige Situationen gekommen sind. Im späteren Verlauf kamen einige Längen für mich auf, in denen politische und strategische Zusammenhänge erläutert wurden. Ein erhellender Roman über den englischen Thron nach Willhelm dem Eroberer, der von seinen Dialogen und der historischen Genauigkeit lebt.
𝐓𝐡𝐫𝐨𝐧𝐫ä𝐮𝐛𝐞𝐫 ist ein frisch neu übersetzter Titel eines Romans von SHARON PENMAN, der schon in den 90er Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Sharon Penman ist gewissermaßen die Grand Dame der englischen Historical Fiction Literature. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Es beschäftigt sich mit den Ereignissen, die zum Aufstieg das Hauses Plantagenet im 12. Jahrhundert in England führten. König Heinrich I hat nur noch eine Erbin - seine Tochter Mathilde (Maude). Doch ihre Position unter den englischen Adligen ist schwach. Es ist noch nicht die Zeit für Frauen in Führungspositionen. Just in dem Moment, als der König stirbt, lässt sich ihr Cousin, Stephen Blois, zum König krönen und mopst ihr damit den Thron. Ein jahrelager Bürgerkrieg wird nun das Land beschäftigen. Dieser ging unter dem Namen The Anarchy in die Geschichte ein. Dieses Buch orientiert sich sehr stark an den Abläufen und Ränken und wirkt in Teilen wie ein Geschichtsaufsatz. Der Stil wirkte auf mich nüchtern und dokumentarisch. Wenn man Rebecca Gable mag, dann wird einem vielleicht bei diesem Penman die Charakternähe ein bischen fehlen. Auch hier sehen wir ein grosses Familiendrama und dennoch habe ich das alles eher beobachtend gelesen mit einem gewissen dynastischen Interesse. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Erzählstil den ein oder anderen Leser verliert. Ich kam damit gut zurecht, bin aber schon immer dankbar für gut aufgearbeitete Geschichtsüberblicke und kann mich darin auch immer sehr verlieren. Es gibt hier noch einen 2. Band, der sich dann mit den Herrschern der Plantagets beschäftigt. Natürlich wird auch der hier einziehen.

Sharon Kay Penman (1945–2021) war eine der renommiertesten Stimmen des englischsprachigen historischen Romans. Als studierte Juristin mit tiefem Interesse an mittelalterlicher Geschichte verband sie akribische Recherche mit erzählerischer Spannung. Mit Thronräuber, dem Auftakt ihrer Plantagenet-Saga, legt sie ein Werk vor, das sich durch seine historische Genauigkeit ebenso auszeichnet wie durch seine erzählerische Kraft – und das im deutschsprachigen Raum dennoch weit weniger bekannt ist, als es verdient hätte. Der Roman beginnt mit dem Tod des englischen Königs Henry I. im Jahr 1135. Da sein einziger legitimer Sohn bereits verstorben ist, bleibt nur seine Tochter Matilda (auch Maud genannt) als rechtmäßige Erbin. Doch in einer patriarchalisch geprägten Welt wird ihre Thronfolge nicht akzeptiert: Ihr Cousin Stephan von Blois reißt in einem Staatsstreich die Macht an sich, und es entbrennt ein fast zwanzigjähriger Bürgerkrieg, bekannt als "The Anarchy", der England in tiefes Chaos stürzt. Penman erzählt diesen Konflikt sowohl aus der Sicht der großen historischen Figuren als auch aus der Perspektive fiktiver Charaktere, die wie Spiegel der gesellschaftlichen Erschütterung wirken. Was Penman von anderen Autor*innen des Genres unterscheidet – etwa von Rebecca Gablé, mit der sich ein Vergleich besonders im deutschsprachigen Raum aufdrängt –, ist ihr strikter Fokus auf die politische Geschichte. Während Gablé oft stärker die zwischenmenschlichen Dramen und romantischen Entwicklungen ins Zentrum rückt, zeigt Penman die Mechanismen von Macht, Loyalität und Verrat in ihrer historischen Bedingtheit. Das bedeutet keineswegs, dass Emotionen oder private Konflikte fehlen – sie sind nur weniger inszeniert, weniger melodramatisch und mehr in die Logik des Zeitgeists eingebettet. Ein Schwachpunkt liegt allerdings – und auch hier zeigt sich eine Parallele zu Gablé – in der psychologischen Tiefe der Figuren. Sie bleiben häufig schematisch: Hier die Tugendhaften, dort die Ehrgeizigen, hier die tapfere Frau, dort der zweiflerische Ritter. Die Grauzonen, die echten inneren Ambivalenzen, werden selten ausgelotet. Man spürt, dass Penman nicht die Innenwelten ihrer Charaktere erforschen, sondern historische Entwicklungen erzählbar machen will. Das jedoch gelingt ihr mit Bravour: Die politische Spannung ist hoch, die Erzählweise klug strukturiert und trotz des Umfangs nie ermüdend. Ihre Sprache ist nüchtern, aber atmosphärisch dicht. Schlachten, Intrigen, diplomatische Winkelzüge – all das wird mit einem erzählerischen Gespür geschildert, das Nähe erzeugt, ohne dabei die historischen Dimensionen zu verflachen. Thronräuber ist ein Buch für Leser*innen, die mehr an historischen Prozessen interessiert sind als an persönlichem Drama. Wer historische Romane nicht als bloße Kulisse für erfundene Geschichten liest, sondern als ernsthafte literarische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wird hier reich belohnt. Der Roman liefert kein reißerisches Heldenepos, sondern ein packendes Panorama eines Englands im Umbruch. Ich habe Thronräuber mit großer Freude gelesen und besonders den Mut bewundert, komplexe historische Vorgänge in erzählerischer Form zugänglich zu machen, ohne sich in Vereinfachungen zu verlieren. Trotz der gewissen Eindimensionalität der Charaktere halte ich den Roman für ausgesprochen lesenswert – nicht zuletzt als erinnerungswürdigen Auftakt einer historischen Reihe, auf deren Fortsetzung ich mich nun sehr freue.
Für mich war der Roman ein pures Fest. Sharon Penman setzt den Fokus stark auf politische Intrigen & historische Fakten & lässt die zwischenmenschliche Ebene ab & an etwas außen vor. Dies gibt dem Ganzen jedoch keinen Abbruch. Maude wie auch Stephen werden so vielschichtig & unberechenbar, aber doch nahbar gezeichnet. Der Schreibstil ist angenehm, allerdings braucht man für historische Romane meiner Meinung nach immer etwas mehr Ruhe, um den Ereignissen gut zu folgen. Innerhalb der Kapitel wechseln wir oft die Perspektive. So erleben wir alles aus entweder Maudes und Stephens Sicht. Aber auch Maudes Ehemann Geoffrey beherrscht einige Kapitel & über ihren Halbbruder Ranulf erleben wir verbotene, heimliche Liebe.. Ein Muss für alle mit Interesse an der englischen Geschichte, Intrigen, Krieg & Machtspielen.
Spannend
Zuerst einmal habe ich mich sehr gefreut, etwas über Kaiserin Maud und König Stephen zu lesen. Die Charakterstudie der beiden und insbesondere auch von Robert, Geoffrey und Matilda hat mir sehr gefallen. Über die Beziehungen der Menschen untereinander zu erfahren, ist etwas, das mich sehr an Rebecca Gablé erinnert aber leider ist es mir bei Penman zwischendurch auch etwas zu konfus. So werden Protagonist*innen eingeführt, um dann nie wieder aufzutauchen. Das fand ich irgendwie frustrierend. Dadurch wirkt vieles im Buch leider auch unvermittelt und nicht rund was wirklich schade ist weil Penman super recherchiert und grundsätzlich auch toll schreibt. Alles in allem ist die Lektüre aber lohnend.
Description
England, 1147. Die Schlacht um die englische Krone tobt inzwischen seit mehr als einem Jahrzehnt. Weder Kaiserin Maude, die rechtmäßige Erbin König Henrys I., noch Stephen von Blois, ihr Cousin und erbitterter Widersacher, wollen von ihrem Thronanspruch ablassen. Doch als in einer schicksalsträchtigen Nacht Maudes Halbbruder und wichtigster Heerführer einem Fieber erliegt, gewinnt Stephens Feldzug an Fahrt. Die letzte Hoffnung ruht jetzt auf Maudes Sohn, der inzwischen zu einem echten Recken herangewachsen ist – und fest entschlossen scheint, den Thronanspruch seiner Familie ein für allemal durchzusetzen.
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Author Description
Sharon Penman, 1945 in New York geboren, war eine Juristin und hochgelobte Autorin historischer Romane und Krimis. Ihr schriftstellerisches Werk inspirierte zahlreiche Autor*innen, darunter George R. R. Martin, Bernard Cornwell und Rebecca Gablé. Penman starb 2021 im Alter von 75 Jahren.
Posts
Grandioser Auftakt der Reihe um den Englischen Bürgerkrieg. Die Rolloniden stehen dem Haus Plantagenet gegenüber. Wer erbt den vakanten Thron des Königs Henry I.? Welche Intrigen werden gesponnen und welche Schlachten müssen geschlagen werden um das Schicksal Englands zu formen. Dieser Auftakt hat mich wahrlich beeindruckt und ich freue mich bereits auf Band 2.
„Nie zuvor hat solches Elend im Land geherrscht… und die Menschen klagten unverhohlen, dass Christus und seine Heiligen schliefen.“ ❓Welchen Abschnitt der Geschichte findet ihr spannend? Bei mir ist es eindeutig das englische Mittelalter - geprägt durch meine Jugend, durch Autorinnen und Autoren wie Rebecca Gablé oder Robyn Young. Dass ich da bei “Thronräuber” hängen bleiben würde, war abzusehen. Es ist die Geschichte um einen blutigen Streit um den englischen Thron, um Stephen und um Maude, die beide Ansprüche auf die Krone haben. Sharon Penman hat ihre Romane in den 1990ern geschrieben. Jetzt wurden sie ins Deutsche Übertragen, mit einer großartigen Karte und Stammbaum und einem aufschlussreichen Glossar versehen und mit einem Vorwort von Rebecca Gablé Für mich war dieses Buch ein Stück englische Geschichte, die Penman greifbar und nahbar gemacht hat. Zwei schillernde Persönlichkeiten wie Stephen und Maude, die beide um die Krone streiten, so nuanciert darzustellen, dass sie sich voneinander abheben und ihre Ecken und Kanten behalten, ist ein Meisterstück. Stephen, der Neffe des verstorbenen König Henry I., ist ein strahlender, ehrgeiziger Mann, aber auch gerecht und ein liebender Ehemann. Maude, die Tochter von Henry I., muss sich als Frau in einer von Männern dominierten Welt behaupten und ist in einer Zweckehe gefangen, die ihr den Weg zum Thron ebnen soll. Wenn sie nicht verbissen für ihre Ziele kämpfen würde, würde sie untergehen - sang- und klanglos. So erscheint sie des Öfteren kalt und machtbewusst, aber ich empfinde für sie Bewunderung. Generell widmet Penman dem weiblichen Einfluss auf die Macht viel Aufmerksamkeit, ohne in schmachtende Ergüsse abzudriften. Ich denke, wenn ich ohne Wissen um den Kampf um den englischen Thron an dieses Buch herangegangen wäre, dann hätte ich wohl nur halb so viel Spaß daran gehabt. Insbesondere der Anfang hat mir wahnsinnig gut gefallen. Stephens Jugend, das weiße Schiff und die Knappen Ancel, Gilbert und Ranulf haben mir viel Spaß gemacht (den dreien bin ich auch später noch wahnsinnig gern gefolgt.) Penman errichtet das Konstrukt der Geschichte auf historischen Quellen, die immer wieder durch die eigentliche Romanhandlung durchscheinen. Sie lässt die Figuren viele Dialoge führen, in denen es um Politik und Strategie geht, schmückt es aus mit dem Leben, Leiden und Lieben im Mittelalter, Schlachten beschreibt sie eher weniger. Wirklich Action und Humor kam für mich bei dem Knappen-Dreigestirn auf, die zu Beginn in einige brenzlige Situationen gekommen sind. Im späteren Verlauf kamen einige Längen für mich auf, in denen politische und strategische Zusammenhänge erläutert wurden. Ein erhellender Roman über den englischen Thron nach Willhelm dem Eroberer, der von seinen Dialogen und der historischen Genauigkeit lebt.
𝐓𝐡𝐫𝐨𝐧𝐫ä𝐮𝐛𝐞𝐫 ist ein frisch neu übersetzter Titel eines Romans von SHARON PENMAN, der schon in den 90er Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Sharon Penman ist gewissermaßen die Grand Dame der englischen Historical Fiction Literature. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen. Es beschäftigt sich mit den Ereignissen, die zum Aufstieg das Hauses Plantagenet im 12. Jahrhundert in England führten. König Heinrich I hat nur noch eine Erbin - seine Tochter Mathilde (Maude). Doch ihre Position unter den englischen Adligen ist schwach. Es ist noch nicht die Zeit für Frauen in Führungspositionen. Just in dem Moment, als der König stirbt, lässt sich ihr Cousin, Stephen Blois, zum König krönen und mopst ihr damit den Thron. Ein jahrelager Bürgerkrieg wird nun das Land beschäftigen. Dieser ging unter dem Namen The Anarchy in die Geschichte ein. Dieses Buch orientiert sich sehr stark an den Abläufen und Ränken und wirkt in Teilen wie ein Geschichtsaufsatz. Der Stil wirkte auf mich nüchtern und dokumentarisch. Wenn man Rebecca Gable mag, dann wird einem vielleicht bei diesem Penman die Charakternähe ein bischen fehlen. Auch hier sehen wir ein grosses Familiendrama und dennoch habe ich das alles eher beobachtend gelesen mit einem gewissen dynastischen Interesse. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Erzählstil den ein oder anderen Leser verliert. Ich kam damit gut zurecht, bin aber schon immer dankbar für gut aufgearbeitete Geschichtsüberblicke und kann mich darin auch immer sehr verlieren. Es gibt hier noch einen 2. Band, der sich dann mit den Herrschern der Plantagets beschäftigt. Natürlich wird auch der hier einziehen.

Sharon Kay Penman (1945–2021) war eine der renommiertesten Stimmen des englischsprachigen historischen Romans. Als studierte Juristin mit tiefem Interesse an mittelalterlicher Geschichte verband sie akribische Recherche mit erzählerischer Spannung. Mit Thronräuber, dem Auftakt ihrer Plantagenet-Saga, legt sie ein Werk vor, das sich durch seine historische Genauigkeit ebenso auszeichnet wie durch seine erzählerische Kraft – und das im deutschsprachigen Raum dennoch weit weniger bekannt ist, als es verdient hätte. Der Roman beginnt mit dem Tod des englischen Königs Henry I. im Jahr 1135. Da sein einziger legitimer Sohn bereits verstorben ist, bleibt nur seine Tochter Matilda (auch Maud genannt) als rechtmäßige Erbin. Doch in einer patriarchalisch geprägten Welt wird ihre Thronfolge nicht akzeptiert: Ihr Cousin Stephan von Blois reißt in einem Staatsstreich die Macht an sich, und es entbrennt ein fast zwanzigjähriger Bürgerkrieg, bekannt als "The Anarchy", der England in tiefes Chaos stürzt. Penman erzählt diesen Konflikt sowohl aus der Sicht der großen historischen Figuren als auch aus der Perspektive fiktiver Charaktere, die wie Spiegel der gesellschaftlichen Erschütterung wirken. Was Penman von anderen Autor*innen des Genres unterscheidet – etwa von Rebecca Gablé, mit der sich ein Vergleich besonders im deutschsprachigen Raum aufdrängt –, ist ihr strikter Fokus auf die politische Geschichte. Während Gablé oft stärker die zwischenmenschlichen Dramen und romantischen Entwicklungen ins Zentrum rückt, zeigt Penman die Mechanismen von Macht, Loyalität und Verrat in ihrer historischen Bedingtheit. Das bedeutet keineswegs, dass Emotionen oder private Konflikte fehlen – sie sind nur weniger inszeniert, weniger melodramatisch und mehr in die Logik des Zeitgeists eingebettet. Ein Schwachpunkt liegt allerdings – und auch hier zeigt sich eine Parallele zu Gablé – in der psychologischen Tiefe der Figuren. Sie bleiben häufig schematisch: Hier die Tugendhaften, dort die Ehrgeizigen, hier die tapfere Frau, dort der zweiflerische Ritter. Die Grauzonen, die echten inneren Ambivalenzen, werden selten ausgelotet. Man spürt, dass Penman nicht die Innenwelten ihrer Charaktere erforschen, sondern historische Entwicklungen erzählbar machen will. Das jedoch gelingt ihr mit Bravour: Die politische Spannung ist hoch, die Erzählweise klug strukturiert und trotz des Umfangs nie ermüdend. Ihre Sprache ist nüchtern, aber atmosphärisch dicht. Schlachten, Intrigen, diplomatische Winkelzüge – all das wird mit einem erzählerischen Gespür geschildert, das Nähe erzeugt, ohne dabei die historischen Dimensionen zu verflachen. Thronräuber ist ein Buch für Leser*innen, die mehr an historischen Prozessen interessiert sind als an persönlichem Drama. Wer historische Romane nicht als bloße Kulisse für erfundene Geschichten liest, sondern als ernsthafte literarische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wird hier reich belohnt. Der Roman liefert kein reißerisches Heldenepos, sondern ein packendes Panorama eines Englands im Umbruch. Ich habe Thronräuber mit großer Freude gelesen und besonders den Mut bewundert, komplexe historische Vorgänge in erzählerischer Form zugänglich zu machen, ohne sich in Vereinfachungen zu verlieren. Trotz der gewissen Eindimensionalität der Charaktere halte ich den Roman für ausgesprochen lesenswert – nicht zuletzt als erinnerungswürdigen Auftakt einer historischen Reihe, auf deren Fortsetzung ich mich nun sehr freue.
Für mich war der Roman ein pures Fest. Sharon Penman setzt den Fokus stark auf politische Intrigen & historische Fakten & lässt die zwischenmenschliche Ebene ab & an etwas außen vor. Dies gibt dem Ganzen jedoch keinen Abbruch. Maude wie auch Stephen werden so vielschichtig & unberechenbar, aber doch nahbar gezeichnet. Der Schreibstil ist angenehm, allerdings braucht man für historische Romane meiner Meinung nach immer etwas mehr Ruhe, um den Ereignissen gut zu folgen. Innerhalb der Kapitel wechseln wir oft die Perspektive. So erleben wir alles aus entweder Maudes und Stephens Sicht. Aber auch Maudes Ehemann Geoffrey beherrscht einige Kapitel & über ihren Halbbruder Ranulf erleben wir verbotene, heimliche Liebe.. Ein Muss für alle mit Interesse an der englischen Geschichte, Intrigen, Krieg & Machtspielen.
Spannend
Zuerst einmal habe ich mich sehr gefreut, etwas über Kaiserin Maud und König Stephen zu lesen. Die Charakterstudie der beiden und insbesondere auch von Robert, Geoffrey und Matilda hat mir sehr gefallen. Über die Beziehungen der Menschen untereinander zu erfahren, ist etwas, das mich sehr an Rebecca Gablé erinnert aber leider ist es mir bei Penman zwischendurch auch etwas zu konfus. So werden Protagonist*innen eingeführt, um dann nie wieder aufzutauchen. Das fand ich irgendwie frustrierend. Dadurch wirkt vieles im Buch leider auch unvermittelt und nicht rund was wirklich schade ist weil Penman super recherchiert und grundsätzlich auch toll schreibt. Alles in allem ist die Lektüre aber lohnend.









