Zuhause ist das Wetter unzuverlässig

Zuhause ist das Wetter unzuverlässig

Hardback
4.139

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

»Carolin Würfel erzählt mit Wut und Verve von uns: Frauen, Müttern, Töchtern. Von unserem Hunger nach Freiheit und unserer Sehnsucht nach Geborgenheit, unserer Angst und unserem Mut.« Annabelle Hirsch Eine Frau bucht ein Ticket, setzt sich eine Frist. Im Sommer ist Schluss, schreibt sie in ihr Tagebuch. In der neuen Stadt am Meer, unter gleißender Sonne, will sie den Erwartungen entkommen, nach denen sie ihr Leben zu lange ausgerichtet hat. Sie will keine Kinder, sie will Sex, will kompromisslose Freiheit. Aber kann sie die alten Muster einfach abstreifen? Was weiß sie von den widerständigen, duldenden, hadernden Frauen ihrer Familie, deren Leben sich ihrem eingeschrieben haben, von Anna und Rosa, Ella und Viola, von ihrer Mutter Romy? Carolin Würfel verknüpft den schnellen Puls der Gegenwart mit der Geschichte dreier Generationen Frauen, bis die Muster weiblichen Lebens hervortreten, die der Hauptfigur im Nacken sitzen. Ein vielschichtiger Roman über die Frage, ob wir wirklich frei sein können.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
224
Price
23.70 €

Author Description

Carolin Würfel, geboren 1986 in Leipzig, studierte Geschichte und Publizistik in Berlin und Istanbul. Sie arbeitet als freie Autorin und Journalistin, insbesondere für die Wochenzeitung DIE ZEIT. 2019 erschien von ihr "Ingrid Wiener und die Kunst der Befreiung", 2022 "Drei Frauen träumten vom Sozialismus" über die DDR-Schriftstellerinnen Brigitte Reimann, Christa Wolf und Maxie Wander.

Posts

10
All
3

Können Traumata vererbt werden?

Eine namenlose Frau beschließt eine Auszeit zu nehmen. Klingt erst einmal harmlos. Doch eigentlich ist die Auszeit ein Countdown. Es bleibt unausgesprochen, aber die Erzählerin setzt sich eine Frist von sechs Monaten. Danach will sie ihrem Leben ein Ende setzen. In dieser Zeit schreibt sie in unregelmäßigen Abständen Tagebuch. Sie schreibt auf, was sie erlebt und wen sie kennenlernt und zwischendurch erwähnt sie berühmte weibliche Persönlichkeiten, deren Todestag und die Art des jeweiligen Suizids. Zwischen den Tagebucheinträgen wird die Geschichte ihrer Familie mütterlicher- und väterlicherseits erzählt. Der Fokus liegt auf den Frauen und beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Urgroßmutter. Die Frauen verbindet das Leid. Gefangen jeweils in ihrer Zeit, von weiblicher Selbstbestimmung noch weit entfernt, macht jede ihre eigenen, individuellen oft negativen Erfahrungen. Die Eine findet keinen Ausweg, die eine resigniert irgendwann. Alle versuchen sich zu behaupten, versuchen ihren Weg zu gehen, der mit Steinen gepflastert ist. Mir als Leserin haben vor allem diese Abschnitte des Buches besonders gefallen. Man taucht ein, in die verschiedenen geschichtlichen Epochen und die besonderen Herausforderungen, denen sich Frauen zu stellen hatten. Die Vermutungen bewahrheiten sich, wer sie Eltern der Protagonistin sind und welche Bürden sie ihr mitgegeben haben. Die große Frage, ob Familientraumata vererbt werden, scheint in diesem Buch ihre Bestätigung zu finden. Es ist eine interessante Frage, die viel Raum für Diskussionen und Kontroversen bietet. Ich selbst finde, dass es keine klare Antwort geben kann. Bis in die Gegenwart nehmen Männer einen Raum ein, der nicht immer gerechtfertigt ist und der mich ratlos zurück lässt, weil Entscheidungen durch sie so beeinflussbar sind. Und um nicht zu spoilern, lasse ich offen, was nach Fristende geschieht. Nur soviel, überrascht hat es mich nicht.

4

Einblick in die Rolle der Frau in verschiedenen Epochen

Die Beleuchtung des Familientraumas über mehrere Generationen hinweg war packend und herzzerreißend. Auch der Verweis auf die historischen Hintergründe der verschiedenen Epochen war so spannend. Allerdings waren mir die Sprünge zwischen den Geschichten oft einfach zu schnell, die Abschnitte manchmal zu oberflächlich.

5

Können wir je frei sein?

„Man heulte hinter verschlossener Tür und riss sich zusammen.“ Die Protagonistin bucht ein Ticket, in eine fremde Stadt ans Meer. Sie braucht eine Pause. Sie will den Erwartungen, den Ansprüchen, den Mustern und dem eigenen Leid entkommen. Es geht um die Frauen in ihrer Familie. Es geht um die Geschichte ihrer Mutter, Großmutter, Tante - den Frauen, die stark und kraftvoll sein mussten. Die nach den Erwartungen der Gesellschaft gelebt haben. Die nicht Frau, sondern Mutter, Hausmutter, Angestellte und vieles mehr waren. Kann man sich von den Mustern der Vorfahren lösen? Kann man ein selbstbestimmtes Leben führen? Können wir je wirklich frei sein? „Warum ist das bloß so, dass man glaubt, andere zu brauchen, damit die eigenen Träume wahr werden?“ Ich habe in dem Buch so viel angestrichen. So viele wahre Worte. Ich kenne den Prozess, den die Protagonistin durchlebt. Man weiß nicht wie ihr Leben „davor“ war, man weiß nicht wie ihr Leben „danach“ ist. Man begleitet sie in dem Prozess des Hinschauens. Sie geht in ihre Familiengeschichte rein. Was für ein Leben hatten die Frauen in ihrer Familie? Wie groß war der Erwartungsdruck? Aufgewachsen als Kriegskinder ging es um Stärke, ums Durchhalten. Gefühle zeigen - Fehlanzeige. „Gefühlsausbrüche störten.“ Die Ich-Erzählerin spürt diese Muster in sich. Man nimmt die Muster und Erfahrungen der eigenen Vorfahrinnen mit in das eigene Leben. Man begleitet sie in ihrem Schmerz, in dem Leid, welches sie fühlt. Es ist der schwerste Schritt auf diesem Weg, aber auch der Wichtigste. Man wird von einer gewissen Schwere beim Lesen begleitet. Kein einfaches Buch für nebenbei, aber dafür umso wichtiger. Nur man selbst hat das eigene Leben in der Hand. Vertrau auf dich! „Freiheit bedeutet Überleben, Aufblühen und Ausdauer.“ „Welches Leben würde sie führen, wenn sie auf niemanden Rücksicht genommen hätte?“ „Träume sind der Ausdruck verborgener Wünsche, aber auch geheimer Ängste.“

3

Die Protagonistin der heutigen Zeit lebt auf ihr geplantes Ende hin, während die Frauen früherer Generationen mit unterschiedlichen Herausforderungen kämpfen. Ihre Krise fasst die Tagebuchschreiberin für mich am besten mit diesem Satz zusammen: „ich bin verloren gegangen und weiß nicht mehr, wo ich hingehöre.“ Die eigentlichen Beweggründe für einen Selbstmord konnte ich aus ihren Zeilen nicht herauslesen. Stattdessen berichtet sie von belanglosen Begegnungen oder Mahlzeiten eher oberflächlich in der Zeit bis zum Tag X und erwähnt berühmte Selbstmorde des jeweiligen Tages. Da werden die weiteren Handlungsebenen konkreter, was die Probleme angeht. Was tun mit einem Kind, wenn man sich kaum selbst ernähren kann? Wie leben in einem Land, das durch eine Mauer getrennt ist? Anstrengend dabei ist jedoch, dass hier sehr viele Frauen eingeführt werden, die schwer auseinanderzuhalten sind. Ich kann mir vorstellen, dass der Stil besser funktioniert hätte, wenn die Abschnitte mit Figuren und Jahreszahlen gekennzeichnet und dem Roman mehr als 200 Seiten Raum gegeben worden wären. In der vorliegenden Form wirkte er zu vollgepackt, was Vieles nur angedeutet und den Überblick verlieren ließ. Trotz schöner Momente habe ich mit diesem Buch gehadert.

3

Die namenlose Protagonistin bricht aus ihrem Leben aus. Über Tagebucheinträge und Rückblenden verfolgt man das Leben mehrerer Frauen und merkt, wie sich Geschichte, Verhaltensweisen, Probleme wiederholen und wie schwer es ist, mit Rollenvorstellungen zu brechen. Leider bin ich keiner der Frauen richtig nahe gekommen, weil die Erzählweise für mich zu schnell zwischen den Zeiten und Personen wechselt.

5

das buch hat mir so, so gut gefallen. über drei generationen werden frauen und ihre biographien beschrieben. unheimlich spannend, fein beobachtet, gut geschrieben und aufgebaut - im wechsel erzählend und in tagebuchform. und das cover kommt noch als extra an schönheit und ästhetik oben drauf. insgesamt wirklich toll!

4

. Suchst du nach einen Roman voller Melancholie? Einen Roman über die Sehnsucht nach Ausbruch und Freiheit? Dann ist „Zuhause ist das Wetter unzuverlässig“ genau das Richtige für dich! Es ist ein Roman, der zum nachdenken anregt über sich selbst und die Erwartungen der Gesellschaft an Frauen! 4/5⭐️ . Aber worum geht es genau… Eine Frau setzt sich eine Frist: Im Sommer ist Schluss. In der neuen Stadt am Meer will sie den Erwartungen entkommen, nach denen sie ihr Leben zu lange ausgerichtet hat. Aber kann sie die alten Muster einfach abstreifen? . In „Zuhause ist das Wetter unzuverlässig“ verfolgen wir die Geschichte der Ich- Erzählerin in der Gegenwart in Form von Tagebucheinträgen. Dazwischen befinden sich die Kapitel der anderen Frauen, die in der Vergangenheit spielen. Wir bekommen so als Leser Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistinnen, jedoch finde ich dies hätte an einigen Stellen tiefer gehen können. Zwar kommt die Melancholische Stimmung gut rüber, jedoch fehlte für mich an einigen Stellen etwas Tiefe. Die Lebensgeschichten der Frauen plätscherten irgendwann nur so vor sich hin. Die Message ist dennoch erkennbar… wir sollten für uns versuchen die Vergangenheiten unserer Vorfahren aufzuarbeiten, um uns nicht von Jahrhunderte alten Traumata auffressen zu lassen und mehr versuchen den richtigen Weg für uns zu finden, der uns glücklich macht. Sprachlich gefällt mir der Roman sehr gut und er war angenehm zu lesen. Der Aufbau mit den Sprüngen zwischen Tagebucheinträgen und den Zwischenkapiteln ist wirklich gut gelungen. Trotz der kleinen Schönheitsfehler ein gelungener Roman, den ich wirklich empfehlen kann. Vorausgesetzt die Themen Suizid, häusliche Gewalt und Unterdrückung sind keine Problem.

Post image
4

Ich mag Generationenromane, vor allem wenn es um die verschiedenen Verbindungen zwischen Frauen geht und Männer nur eine Nebenrolle spielen. Dazu noch Eindrücke aus der DDR, ich fand’s gut verwoben und erzählt.

4

Ich mag Generationenromane, vor allem wenn es um die verschiedenen Verbindungen zwischen Frauen geht und Männer nur eine Nebenrolle spielen. Dazu noch Eindrücke aus der DDR, ich fand’s gut verwoben und erzählt.

3

Hm so richtig abholen konnte mich die Geschichte nicht und ich glaube es lag an dem „zu viel“. Zu viele Figuren im steten, wirren Wechsel, dass ich nicht immer ganz folgen konnte. Die Emotionen waren spürbar und die Schicksale haben much durchaus berührt. Und dennoch konnte ich mich nicht so richtig in die Figuren einfühlen. Ich habe das Gefühl, dass die Geschichte leider nicht lange nachhallen wird.

Create Post