Wir Strebermigranten
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Description
Book Information
Author Description
Emilia Smechowski, 1983 in Polen geboren, floh mit ihrer Familie 1988 nach Westberlin. Für ihre Reportagen wurde sie vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Deutschen Reporterpreis. 2017 erschien ihr Buch Wir Strebermigranten, 2019 folgte Rückkehr nach Polen. Nach einem Jahr in Danzig lebt sie nun wieder in Berlin und arbeitet als stellvertretende Chefredakteurin beim ZEITmagazin.
Posts
Schöne kleine kurz Biographie der Autorin die zum Nachdenken und schmunzeln anregt. Absolut Empfehlenswert.
Ein sehr tolles und gut geschriebenes Buch über die Auswanderung und das Aufwachsen in Polen und Deutschland. Über die Konflikte mit den Eltern und dem Gefühl aus zwei Welten zu kommen und zu keiner richtig dazuzugehören. Die jeweiligen Deutsch- Polnischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten wurden sehr anschaulich beschrieben und zeigten auf wie Fremd sich die eigentlichen Nachbarn doch waren und immer noch sind. Ich fand es sehr interessant ein paar kleine Einblicke in die polnische Kultur zu bekommen, mochte es, dass die Autorin immer Mal wieder polnische Wörter und Sätze einfließen ließ. Auch ließ sich oft ein Schmunzeln trotz mancher harten Themen nicht vermeiden.
Das schaffst du eh nicht - ich bin stolz auf dich
Zwei Sätze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ersteren hört man als junger Mensch, wenn man aus dem östlichen Europa kommt von seinen Eltern leider viel zu oft. Den zweiten wünscht man sich und hört ihr doch erst Jahre später Wir Strebermigranten war mein zweites Urlaubsbuch auf Kreta. Entdeckt habe ich in Dresden im Thalia - einfach so beim Stöbern. Mein erster Impuls war, dass meine Freundin, die selbst einen osteuropäischen Migrationshintergund hat, es unbedingt lesen soll. Also habe ich es ihr gekauft und ans Herz gelegt. Während sie es las, merkte ich wieder, dass sie sich vollends abgeholt fühlte: „Das musst du unbedingt auch lesen. Ich fühle mich so verstanden. Und du vielleicht auch.“ Was sie mit dem letzten Satz meinte, merkt ich im Kapitel „die besseren Ossis“. Hier zieht Emilia einen Vergleich zu den Menschen, die in den neuen Bundesländer geboren sind. Ostdeutsche und Polen hatten in jener Zeit vieles gemeinsam. Die Scham. Den Minderwertigkeitskomplex. Die Sehnsucht danach, im Westen anzukommen. Auch das Thema Perfektion kann ich nachvollziehen. Zwar waren meine Eltern nie auf Bestnoten aus, aber bei bei meiner Freundin war das schon eher der Fall. »Du musst dich mehr anstrengen als die deutschen Kinder!«; » Der wichtigste Moment aber kam erst am Nachmittag, wenn ich meinen Eltern das Zeugnis mit einem Stift unter die Nase hielt. Lächelt mein Vater? Was denkt meine Mutter? Mit der Zeit gewöhnte ich mir an, nicht zu viel zu erwarten. Denn was zurückkam, war nie genug.« sind tolle Zitate aus dem Buch. Was mir nachhaltig im Kopf geblieben ist, ist das Unsichtbar machen der polnischen Einwanderer. Ich denke jeder von uns hat polnische Freunde oder Bekannter. Aber kaum einer von ihnen gibt gleich offen an, dass er aus Polen stammt. Warum das so ist, entschlüsselt Emilia in meinen Augen sehr gut und nachvollziehbar. Ebenfalls interessant ist der Aspekt des Abkommens von geplanten Karriereweg, den die Eltern früh geplant haben. Das schaffst du eh nicht, ist leider zu oft die erste Reaktion. Ich bin stolz auf dich kommt dann leider erst, wenn man es geschafft hat. Dabei bräuchte man das doch so viel eher. Es gibt noch so viele Themen, die Emilia in dem Buch anschneidet, die ich so sehr relaten kann. Das würde aber hier den Rahmen sprengen. Am Ende gebe ich dem Buch 4,5⭐️und eine klare Leseempfehlung. Nicky dagegen 5⭐️. Vielleicht ist sie mit ihrer Geschichte auch eher die Zielgruppe. Wer von euch hat das Buch gelesen? Wie war euer Eindruck? Oder steht es noch und jetzt schon auf der Wunschliste?
„Wie ist es überhaupt möglich, man selbst zu sein, wenn dem Selbst ein so großes Stück Vergangenheit fehlt?“
Wie hoch ist der Preis für die perfekt gelungene Integration? Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine intensive und emotionale Reise zu ihren Wurzeln und sich selbst. Beim Lesen fühlte ich mich sehr verstanden und ein Stück weit verbundener mit meiner eigenen Geschichte. Große Leseempfehlung, auch für Leser ohne Migrahintergrund.
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Emilia Smechowski, 1983 in Polen geboren, floh mit ihrer Familie 1988 nach Westberlin. Für ihre Reportagen wurde sie vielfach preisgekrönt, u. a. mit dem Deutschen Reporterpreis. 2017 erschien ihr Buch Wir Strebermigranten, 2019 folgte Rückkehr nach Polen. Nach einem Jahr in Danzig lebt sie nun wieder in Berlin und arbeitet als stellvertretende Chefredakteurin beim ZEITmagazin.
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Schöne kleine kurz Biographie der Autorin die zum Nachdenken und schmunzeln anregt. Absolut Empfehlenswert.
Ein sehr tolles und gut geschriebenes Buch über die Auswanderung und das Aufwachsen in Polen und Deutschland. Über die Konflikte mit den Eltern und dem Gefühl aus zwei Welten zu kommen und zu keiner richtig dazuzugehören. Die jeweiligen Deutsch- Polnischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten wurden sehr anschaulich beschrieben und zeigten auf wie Fremd sich die eigentlichen Nachbarn doch waren und immer noch sind. Ich fand es sehr interessant ein paar kleine Einblicke in die polnische Kultur zu bekommen, mochte es, dass die Autorin immer Mal wieder polnische Wörter und Sätze einfließen ließ. Auch ließ sich oft ein Schmunzeln trotz mancher harten Themen nicht vermeiden.
Das schaffst du eh nicht - ich bin stolz auf dich
Zwei Sätze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ersteren hört man als junger Mensch, wenn man aus dem östlichen Europa kommt von seinen Eltern leider viel zu oft. Den zweiten wünscht man sich und hört ihr doch erst Jahre später Wir Strebermigranten war mein zweites Urlaubsbuch auf Kreta. Entdeckt habe ich in Dresden im Thalia - einfach so beim Stöbern. Mein erster Impuls war, dass meine Freundin, die selbst einen osteuropäischen Migrationshintergund hat, es unbedingt lesen soll. Also habe ich es ihr gekauft und ans Herz gelegt. Während sie es las, merkte ich wieder, dass sie sich vollends abgeholt fühlte: „Das musst du unbedingt auch lesen. Ich fühle mich so verstanden. Und du vielleicht auch.“ Was sie mit dem letzten Satz meinte, merkt ich im Kapitel „die besseren Ossis“. Hier zieht Emilia einen Vergleich zu den Menschen, die in den neuen Bundesländer geboren sind. Ostdeutsche und Polen hatten in jener Zeit vieles gemeinsam. Die Scham. Den Minderwertigkeitskomplex. Die Sehnsucht danach, im Westen anzukommen. Auch das Thema Perfektion kann ich nachvollziehen. Zwar waren meine Eltern nie auf Bestnoten aus, aber bei bei meiner Freundin war das schon eher der Fall. »Du musst dich mehr anstrengen als die deutschen Kinder!«; » Der wichtigste Moment aber kam erst am Nachmittag, wenn ich meinen Eltern das Zeugnis mit einem Stift unter die Nase hielt. Lächelt mein Vater? Was denkt meine Mutter? Mit der Zeit gewöhnte ich mir an, nicht zu viel zu erwarten. Denn was zurückkam, war nie genug.« sind tolle Zitate aus dem Buch. Was mir nachhaltig im Kopf geblieben ist, ist das Unsichtbar machen der polnischen Einwanderer. Ich denke jeder von uns hat polnische Freunde oder Bekannter. Aber kaum einer von ihnen gibt gleich offen an, dass er aus Polen stammt. Warum das so ist, entschlüsselt Emilia in meinen Augen sehr gut und nachvollziehbar. Ebenfalls interessant ist der Aspekt des Abkommens von geplanten Karriereweg, den die Eltern früh geplant haben. Das schaffst du eh nicht, ist leider zu oft die erste Reaktion. Ich bin stolz auf dich kommt dann leider erst, wenn man es geschafft hat. Dabei bräuchte man das doch so viel eher. Es gibt noch so viele Themen, die Emilia in dem Buch anschneidet, die ich so sehr relaten kann. Das würde aber hier den Rahmen sprengen. Am Ende gebe ich dem Buch 4,5⭐️und eine klare Leseempfehlung. Nicky dagegen 5⭐️. Vielleicht ist sie mit ihrer Geschichte auch eher die Zielgruppe. Wer von euch hat das Buch gelesen? Wie war euer Eindruck? Oder steht es noch und jetzt schon auf der Wunschliste?
„Wie ist es überhaupt möglich, man selbst zu sein, wenn dem Selbst ein so großes Stück Vergangenheit fehlt?“
Wie hoch ist der Preis für die perfekt gelungene Integration? Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine intensive und emotionale Reise zu ihren Wurzeln und sich selbst. Beim Lesen fühlte ich mich sehr verstanden und ein Stück weit verbundener mit meiner eigenen Geschichte. Große Leseempfehlung, auch für Leser ohne Migrahintergrund.






