Das können wir uns nicht leisten

Das können wir uns nicht leisten

Softcover
4.4109

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Description

»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.«

Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung – und sie ist bis heute ein Teil von ihr.

Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.

Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Memoirs
Format
Softcover
Pages
256
Price
18.50 €

Author Description

Miriam Davoudvandi wurde 1992 in Bukarest als Tochter einer Rumänin und eines Iraners geboren und wuchs in einer Kleinstadt in Süddeutschland auf. Sie ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet und ist Host des WDR-Podcasts »Danke, gut«, in dem sie mit Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, über psychische Gesundheit spricht. Ihre journalistische Laufbahn begann sie mit Texten über Rap. Später war sie Chefredakteurin eines Hip-Hop-Magazins. Heute erscheinen ihre Beiträge über Popkultur, Politik und Psyche u.a. im Spiegel und der Zeit. Außerdem hat sie Texte fürs Theater (»It’s Britney, Bitch!«, Berliner Ensemble) verfasst. In der Bestseller-Anthologie »Unlearn Patriarchy II« erschien ihr Text »Unlearn Mental Health«.

Posts

24
All
5

In Das können wir uns nicht leisten - Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein beschäftigt sich Miriam Davoudvandi mit den sozialen und emotionalen Folgen von Armut in Deutschland. Dabei schreibt sie vor allem aus einer persönlichen Perspektive und verbindet eigene Erfahrungen mit gesellschaftlicher Analyse. Davoudvandi beschreibt Armut nicht nur als finanziellen Mangel, sondern als Zustand, der das gesamte Leben prägt. Es geht um Scham, Unsicherheit, Ausschluss und das ständige Bewusstsein, sich vieles nicht leisten zu können, was für andere selbstverständlich ist. Besonders stark ist dabei, wie nachvollziehbar sie vermittelt, dass Armut nicht bei Geldfragen endet, sondern Einfluss auf Beziehungen, Bildung, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe hat. Das Buch zeigt außerdem, wie sehr Armut in Deutschland noch immer individualisiert wird. Statt strukturelle Ursachen zu benennen, werden Betroffene häufig mit Vorurteilen oder Schuldzuweisungen konfrontiert. Davoudvandi kritisiert diese Sichtweise und macht deutlich, wie eng soziale Herkunft und gesellschaftliche Chancen miteinander verbunden sind. Der Schreibstil ist persönlich, zugänglich und gleichzeitig reflektiert. Obwohl das Buch stark autobiografisch geprägt ist, wirkt es nie rein privat oder beliebig. Vielmehr gelingt es der Autorin, aus ihren eigenen Erfahrungen größere gesellschaftliche Fragen abzuleiten. Insgesamt ist es ein wichtiges, kluges und sehr persönliches Buch über Armut und soziale Ungleichheit. Es macht sichtbar, wie tief soziale Unterschiede in den Alltag eingreifen und wie wenig Raum diese Erfahrungen oft in öffentlichen Debatten bekommen.

„Armut hat keine Lobby. Es gibt niemanden in der herrschenden Klasse, der kurzfristig davon profitieren würde, wenn Armut beseitigt werden würde. Wenn über Armut geredet wird, dann in Extremen. Entweder jemand hält voyeuristisch eine Kamera drauf, um die zwanzigste Reeperbahn-Penny-Markt-Doku zu drehen, damit sich alle besser fühlen, die nicht wie die Assis auf der Straße leben. Oder wir sprechen über die wenigen Aufstiegsgeschichten, die uns Hoffnung machen sollen, stattdessen aber vor allem die Taschen derer vollmachen, die sie erzählen.“ „Armut zieht sich durch das ganze Leben. Sie findet nicht nur an den offensichtlichen Schauplätzen statt. Oft heißt es ja: Solange man ein Dach über dem Kopf hat und nicht verhungert, ist alles okay. Aber Armut ist immer relativ. Sie steht in Relation zum Land, in dem du lebst, sogar zum Ort. Sie steht in Relation zum Umfeld, in dem du aufwächst und in dem du dich bewegst. Und sie steht in Relation zu deinen ganz persönlichen Bedürfnissen und zu dem, was du brauchst, um glücklich werden zu können.“

4.5

Sehr emotional, empathisch und reflektiert über soziale Unterschiede und Scham.

Ein sehr emotionales Buch, das mich aber nicht ganz so gebrochen hat, wie ich erwartet hatte. Es ist unglaublich empathisch geschrieben, ohne dabei ins Überdramatische abzurutschen. Viele der beschriebenen Dinge haben mich total abgeholt – sei es „Freeway statt Cola“ oder niemals das Licht in einem leeren Raum brennen zu lassen. Aus heutiger Sicht wirken das wie Kleinigkeiten, oft sogar sinnvoll, aber gerade als Kind oder Jugendliche merkt man diese Unterschiede stark – besonders bei Markenklamotten oder solchen scheinbar banalen Dingen wie einer Brotbox. In einem Alter, in dem man sich ständig vergleicht, prägt das einfach. Umso dankbarer ist manfür Freundschaften, in denen es nie um Marken oder Status ging, sondern darum, wer man als Mensch ist. Gleichzeitig konnte man auch die Perspektive der älteren Generation gut nachvollziehen, etwa beim Thema Fleischkonsum. In der Nachkriegsgeneration war Verzicht oft keine bewusste Entscheidung, sondern Notwendigkeit, und Fleisch galt als wichtiger Bestandteil einer „guten“ Ernährung. Dass sich unsere Sicht darauf verändert hat, zeigt aber auch, wie sehr wir uns gesellschaftlich weiterentwickelt haben. Ein sehr ehrliches, reflektiertes Buch über soziale Unterschiede, Scham und das Aufwachsen damit.

66/2026 📖

Ich sag’s direkt vorweg: ich werde dieses Buch nicht bewerten. Ich finde einfach nicht, dass man sich anmaßen sollte, das Leben und Schicksal eines Menschen in Sterne zu packen. Dieses Buch hat mich wirklich auf so vielen Ebenen wütend gemacht. Und traurig. Und irgendwie auch hilflos. Ich habe beim Lesen so viel Mitgefühl gespürt für jeden einzelnen Menschen, der in solchen Umständen aufwachsen musste. Manche Passagen haben mich richtig getroffen. Und gleichzeitig gab es Momente, in denen ich mich selbst wiedererkannt habe und ich glaube, da ist es letztlich egal, in welchen finanziellen Verhältnissen man aufgewachsen ist. „Im Kindergarten war ich immer die Erste, die hingebracht wurde, und die Letzte, die abgeholt wurde.“ Das hat direkt etwas in mir ausgelöst. Ich glaube wirklich, dass sich jeder irgendwo in diesem Buch wiederfindet. Egal ob arm, Mittelschicht oder privilegierter aufgewachsen. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen und jedes Problem hat seine Daseinsberechtigung. Was mich auch richtig beschäftigt hat, ist dieses Bild von Armut, das man so oft vermittelt bekommt. Dieses „selbst schuld“ oder „die sind einfach zu faul“. Wenn man mit sowas wie Mitten im Leben oder Hartz und herzlich groß wird, dann brennt sich genau dieses Bild halt ein. Man sieht die Oberfläche dieser Menschen und denkt, man hätte alles verstanden. Welche schlimmen Schicksale wirklich dahinterstecken, ist für viele erstmal zweitrangig. Aber dieses Buch zeigt halt das komplette Gegenteil. So viele Studien, so viele Hintergründe, die klar machen, dass Armut in den meisten Fällen eben kein selbstgemachtes Problem ist. Sie zieht sich über Generationen und da rauszukommen ist für viele beinahe unmöglich. „Armut schränkt nicht nur extrem ein, sondern kann einen mal langsam, mal schnell töten.“ Diese Aussage ist mir extrem hängen geblieben. Und ich weiß, dass manche darüber wahrscheinlich nur den Kopf schütteln würden, gerade in Deutschland, wo immer gesagt wird, hier haben doch alle die gleichen Chancen. Aber genau das stimmt halt einfach nicht. Und genau das zeigt Miriam hier sehr deutlich. „Haste was, biste was, haste nix, biste nix“. Ich würde hier gern noch so viel mehr loswerden, aber das könnte dann wohl etwas zu politisch werden. An dieser Stelle grüße ich einfach nur mal Herrn Friedrich Merz. Inhaltlich war vieles für mich nicht komplett neu, aber trotzdem hat es die Sicht auf meine eigene Kindheit irgendwie verändert. Ich bin ehrlich einfach unglaublich dankbar, dass ich nie Angst haben musste, nichts im Kühlschrank zu haben oder dass meine Eltern die Miete nicht zahlen konnten. Dass ich mit zwei Elternteilen aufgewachsen bin, auch wenn mir einer davon viel zu früh genommen wurde. Auch wenn natürlich jeder trotzdem seine Probleme hat, egal aus welcher Schicht man kommt. Puh, diese Rezension war irgendwie persönlich. Ich wünsche Miriam wirklich von Herzen nur das Beste. Und dass sie irgendwann diesen inneren Frieden findet, den sie verdient. 🫶 Und allen anderen, die diese Rezension wirklich bis hier gelesen haben: Auch euch wünsche ich alles Glück der Welt. Seid lieb zueinander. Verurteilt nicht. Ihr kennt nie die ganze Geschichte. 🫶

5

Absolutes Highlight! ✨

Manche Bücher graben sich von der ersten Zeile an in dein Herz und unter deine Haut, nisten sich dort ein, bleiben. „Das können wir uns nicht leisten“ von @cash.miri war für mich genau so ein Buch. Miriam Davoudvandi beleuchtet in ihrem Debüt die verschiedenen Dimensionen von Armut und erzählt, wie sie alle Lebensbereiche prägt - Gesundheit, Schulzeit, Beziehungen, sogar das Sterben. Eindrucksvoll beschreibt sie, wie Armut auch immer mit Scham einhergeht und warum diese oft auch dann noch bleibt, wenn man es vermeintlich „rausgeschafft“ hat. 🧡 Was ich an diesem Buch so, so sehr geliebt habe, war, wie unprätentiös es war. Miri hat nichts romantisiert, keine „vom Tellerwäscher zum Millionär“-Geschichte geschrieben. Stattdessen war dieses Buch roh, echt. Sie spricht stellvertretend für alle, die sonst nicht gehört werden, denn: „Armut hat keine Lobby.“ Als Arbeiterkind, zudem mit Migrationserfahrung, habe ich mich in diesem Buch so gesehen und gehört gefühlt wie selten zuvor. Ich habe verstanden, warum es auch bei mir zu Hause zu allen Anlässen Socken gab (hab ich mit 15 gehasst und mich ab 30 wieder sehr darüber gefreut), und warum ich bis heute mit meinem Hang zum People Pleasing kämpfe. Ich wollte in diesem Buch am liebsten jeden zweiten Satz anstreichen, so sehr habe ich mich in Miris Worten wiedergefunden. Und trotz all der Schwere steckten in den 256 Seiten dennoch so viel Humor und Situationskomik, dass es der Thematik ein bisschen was von ihrer Schwere genommen und stattdessen Hoffnung zurückgelassen hat. 🧡 Fazit: Ein ganz wichtiges Buch, das ich am liebsten allen in die Hand drücken würde. Denjenigen, die in Armut leben, sichtbar und noch häufiger unsichtbar. Unseren Eltern, die sich für dieses Land kaputt gebuckelt haben und dennoch oft das Gefühl haben mussten, es reicht nicht. Oder auch Lehrer:innen, die vergessen, wie viel Macht sie in ihrer Rolle eigentlich haben. 5 von 5 ✨ und eine absolute Leseempfehlung!

Absolutes Highlight! ✨
4

Armut ist kein Einzelfall

Das Buch von Miriam Davoudvandi ist ein eindringlicher, autobiografisch geprägter Einblick in das Aufwachsen in Armut in Deutschland – und vor allem in die oft unsichtbaren Folgen, die ein solcher Lebensstart mit sich bringt. Mit großer Offenheit beschreibt Davoudvandi, wie finanzielle Einschränkungen weit über das Materielle hinausgehen: Sie bedeuten soziale Ausgrenzung, strukturelle Benachteiligung und ein permanentes Gefühl, nicht dazuzugehören. Besonders intensiv ist dabei, wie sie aufzeigt, dass diese Erfahrungen nicht einfach mit dem Erwachsenwerden verschwinden, sondern sich tief in die eigene Psyche einschreiben und bis ins spätere Leben nachwirken. Dabei bleibt das Buch jedoch nie bloß anklagend. Vielmehr zeichnet es ein Bild eines Systems, das in vielen Bereichen fehlerhaft ist und Menschen früh zurücklässt – ohne dabei ihre individuelle Perspektive zu verlieren. Gerade diese Verbindung aus persönlicher Geschichte und gesellschaftlicher Analyse macht die Lektüre so kraftvoll. Trotz der Schwere des Themas gelingt es Davoudvandi, einen Ton zu treffen, der empathisch, warmherzig und voller Verständnis ist. Immer wieder blitzt ein feiner, treffender Humor auf, der das Erzählte nicht relativiert, sondern es vielmehr zugänglicher macht und hilft, die Intensität der geschilderten Erfahrungen auszuhalten. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt dennoch: Angesichts der vielen neuen Perspektiven und Erkenntnisse, die das Buch eröffnet, hätte man sich an manchen Stellen ein oder zwei konkretere, konstruktive Lösungsansätze gewünscht. Doch auch ohne diese bleibt der Eindruck stark. „Das können wir uns nicht leisten“ ist ein wichtiges, bewegendes Buch, das lange nachhallt – und eine große, emotionale Leseempfehlung.

Armut ist kein Einzelfall
5

Dieses Buch macht mich wütend. Und traurig. Und ich fühle es so, so sehr, denn einige der Situationen, die Miriam in ihrem Buch erwähnt - die Scham über die Kleider, die Second Hand und nicht der neuste Schrei sind, wie es sich anfühlt, nur die Lebensmittel mit dem orangenen Sticker zu kaufen - kenne ich nur zu gut aus meiner eigenen Kindheit und Jugend. Auch von den Langzeitfolgen von Armut berichtet Miriam im Buch; was es mit den Gedanken und der (psychischen) Gesundheit machen kann, arm zu sein. 'Du bekommst das Kind aus der Armut, aber die Armut nicht aus dem Kind', sage ich manchmal, denn so viel Geld auch da sein mag, wenn nach Jahren des Kampfes ein geregeltes Einkommen da ist: die Angst, irgendwann wieder in Armut zu landen, geht nie ganz weg. "Ich habe nie gelernt, Dinge zu genießen, aus Angst, dass sie gleich wieder enden, und weil mein Kopf direkt zu den nächsten To-Dos springt." Kein Mensch sollte arm sein müssen. Nicht hier, nicht anderswo. Und kein Mensch sollte auf einen anderen herabblicken, nur, weil dieser eben mehr Glück in der Lotterie des Lebens hatte. Denn was Armut - auch in einem "reichen" Land wie Deutschland - bedeuten kann, zeigt dieses Buch wirklich ganz drastisch und ungeschönt. Absolute Leseempfehlung und am liebsten Pflichtlektüre für Entscheider*innen.

Eine Erzählung mitten aus dem Leben. Aus dem Leben eines Kindes, das in armen Verhältnissen aufwächst. Aus dem Leben einer Jugendlichen, die sich nicht die coolen Schuhe wie andere in ihrem Alter kaufen kann. Aus dem Leben einer Erwachsenen, die das Machtgefälle für sich aufarbeitet. Ich habe mir das Hörbuch angehört, das die Autorin selbst eingelesen hat. Sie trifft vieles auf den Punkt, beschönigt dabei nichts und ist klar in dem was sie sagt. Ein spannendes, nachvollziehbares Buch, das aufzeigt, was damals bis heute schiefläuft. Keine Cinderella-Story, kein Roman - eine echte Autobiographie.

4

"Armut zieht sich durch das ganze Leben. Sie findet nicht nur an den offensichtlichen Schauplätzen statt. Oft heißt es ja: Solange man ein Dach über dem Kopf hat und nicht verhungert, ist alles okay. Aber Armut ist immer relativ. Sie steht in Relation zum Land, in dem du lebst, sogar zum Ort. Sie steht in Relation zum Umfeld, in dem du aufwächst und in dem du dich bewegst. Und sie steht in Relation zu deinen ganz persönlichen Bedürfnissen und zu dem, was du brauchst, um glücklich werden zu können." [S. 13]  Miriam Davoudvandi, Kind aus Rumänien eingewanderter Eltern, schildert in ihrem Buch, wie sie die Armut ihrer Familie in Deutschland erlebt und empfunden hat.  In Beispielen, den Alltag betreffend/beschreibend macht sie deutlich, wie sich der Klassenunterschied auswirkt, wenn man sozial benachteiligt aufwächst, wie es sich für ein Kind anfühlt, wenn die Eltern "malochen" und es am Ende doch nie für die gewünschten Nikes reicht. Doch auch wenn ihre Kindheit durch manche Entbehrung und Ausgrenzung sicher nicht einfach war, drückt sie in ihrem Buch nie auf die Tränendrüse und redet immer wohlwollend und liebevoll über ihre Eltern. Das Armut sichtbar ist, nicht nur an Kleidung, sondern auch an Wohnraum/-ort und Bildungsstand, ... und warum das so ist, erklärt sie nicht belehrend und mit erhobenem Zeigefinger, sondern anschaulich, einleuchtend und einfühlsam. Klischees und Vorurteile werden genauer in Augenschein genommen- aus meiner Sicht sehr wirkungsvoll und zum Nachdenken anregend. Sollte zur Pflichtlektüre an Schulen gehören.

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5

Ich kann gar nicht anders, als dieses Buch aus vollem Herzen weiterzuempfehlen – eine absolute Herzensempfehlung! 🩷🩷🩷

Das können wir uns nicht leisten von Miriam Davoudvandi hat mich tief berührt, aufgerüttelt und gleichzeitig beeindruckt zurückgelassen. Die Autorin schreibt mit einer bemerkenswerten Klarheit und Reflexion über ihr eigenes Leben – über ihre Geschichte, wie sie aus Rumänien nach Deutschland kam, getragen von der Hoffnung auf ein besseres Leben. Und genau diese Hoffnung zieht sich wie ein leiser, aber kraftvoller Faden durch das gesamte Buch. Was ich besonders großartig finde, ist die schonungslose und gleichzeitig unglaublich kluge kritische Auseinandersetzung mit unserem politischen System und den gesellschaftlichen Stigmata. Dieses Buch ist so viel mehr als eine Autobiografie: Es ist eine eindringliche Verbindung aus persönlicher Geschichte und analytischem Blick auf strukturelle Ungleichheit. Davoudvandi schafft es, die rohen Ängste, Sorgen und die oft lähmende Ausweglosigkeit von Armut greifbar zu machen – nicht abstrakt, sondern zutiefst menschlich. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, nicht nur zu verstehen, sondern wirklich zu fühlen. Und genau deshalb ist dieses Buch so unfassbar relevant in unserer heutigen Zeit. Die Mittelschicht bröckelt, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter – und wird politisch eher verstärkt als geschlossen. Dieses Buch hält uns den Spiegel vor, ohne belehrend zu sein, sondern mit einer eindringlichen Ehrlichkeit, die lange nachhallt. Ein Buch, das bleibt. Ein Buch, das bewegt. Und eines, das eigentlich jede*r lesen sollte.

Ich kann gar nicht anders, als dieses Buch aus vollem Herzen weiterzuempfehlen – eine absolute Herzensempfehlung! 🩷🩷🩷
4

So interessant und schrecklich zugleich. Hier wird einem richtig vor Augen geführt, was es heißt, arm zu sein vor allem für Kinder. Und wie schwer es als armes Kind zu aufzuwachsen. Einen Beruf zu erlernen. Schule und der Freundeskreis. Eindrucksvoll und wahnsinnig echt geschildert.

5

Als säße man daneben

Im Block, in der hektischen Küche, zwischen Essensgeruch, laufendem Fernseher und Streitgesprächen wegen - natürlich, Geld. Ich kann mir nicht anmaßen Armut auch nur annähernd in dem Maße erlebt zu haben wie die Autorin, und als deutsche Kartoffel ist die Ausgangslage inherent privilegierter. Und doch erkannte ich so viele Muster und Gefühle wieder. Als meine mittelständisch aufgestellten Eltern sich trennten war ich 10 und ich blieb bei meiner Mutter. Fortan hatten wir nichtmal mehr halb so viel Geld zur Verfügung. Ich hatte zwar immer noch viele Annehmlichkeiten, weil meine Mutter sich eben auch den Rücken krumm buckelte um mir was zu ermöglichen, (man erkennt ein Muster - Shoutout Mutti!), aber ja: Wenn man selbst in 'ner Wohnung wohnt und nahezu alle Freunde in Häusern leben. Vom Fernseher großgezogen werden, da die Eltern immer bis abends arbeiten. Alle Freunde mit 18 in ihren eigenen Autos umherfahren sehen, während ich gerade so den Führerschein bezahlen konnte. Alles nicht lebensgefährlich (so wie Armut nachgewiesenermaßen ist), aber es rückt Ausgrenzung in Perspektive. Ich habe hier viel gelernt, mitgelacht, mitgelitten, hatte stets das Gefühl, direkt dabei zu sein. Und vor allem die, gerade aktuell, so wichtige Erkenntnis: Die, die uns ausnutzen, auf die wir wütend sein sollten, das sind nicht die, die gleich viel oder weniger haben als wir. Das sind die, die so abstrus viel mehr haben und dieses Narrativ noch befeuern. Die Großzügigsten sind immer die, die selbst wenig haben oder hatten. Kann man sich drauf einigen, oder? In dem Sinne: Sorgt dafür, dass Miriam bisschen mehr hat, und kauft dieses Buch - es lohnt sich!

3.5

Der titelgebende Satz spiegelt die kindliche und jugendliche Lebensrealität der Autorin. In diesem, ja wie nenn ich es? - autobiographischen Sachbuch - seziert sie sehr nahbar und deutlich, was es heißt, in armen Verhältnissen aufzuwachsen. Armut hat Einfluss auf alle Lebensbereiche, beginnt beim ständigem Vergleich schon im Schulumfeld, wenn es um Markenkleidung oder Urlaub in fernen Ländern geht. Doch zieht sich letztlich wie ein roter Faden durch alle Lebensbereiche, der sich nicht durchschneiden lässt. Miriam Davoudvandi erzählt uns hier sehr persönlich ihre eigene Geschichte. Erzählt von der Scham, aber auch mit Wut über die Benachteiligungen, die sich aus Armut ergeben. Vom Dazugehörenwollen, vom Bewertetwerden, von den ungleichen Chancen nicht nur an den offensichtlichen Punkten des Lebens, sondern von den Auswirkungen auf persönliche Entwicklung, Gesundheit, Wohnen, Freizeit, Aussehen und Beziehungen. Ein wirklich gutes Buch, dassich dem Thema authentisch, lebensnah und auch mit Humor nähert und mir meine heutigen Privilegien nochmal bewusst macht. Nichts ist selbstverständlich.

„Wer immer das laute Summen der Existenzängste im Kopf hat, kann nur begrenzt Leistung erbringen.“

—————————————————————————— Armut und soziale Ungleichheit sind keine individuellen Schwächen, sondern ein strukturelles Problem. Miriam Davoudvandi schreibt über ihre Kindheit, über ihr Erwachsenwerden, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, über psychische Probleme die mit Armut einhergehen und beschreibt wie mit der Zeit aus Scham Schuld wurde. Ich bin arm aufgewachsen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich überhaupt studiere, lag bei 27 Prozent, die Wahrscheinlichkeit, ein Masterstudium abzuschließen, bei etwa 3 Prozent. Dass ich das geschafft habe, war nie nur eine Frage von harter Arbeit. Es war auch Zufall. Glück. Mein Umfeld. Wenn sozialer Aufstieg als Frage von Fleiß verstanden wird, dann bedeutet das, dass alle, die ihn nicht schaffen, selbst schuld seien. Genau dieser Gedanke war der Kern des Buches. Armut ist kein Individuelles Problem und Armut bleibt trotz sozialem Aufstieg. „Soziale Herkunft klebt und klebt. Klebt wie Nutoka. Und hinterlässt meist für immer Spuren. Da kann man noch so viel reiben.“

5

„Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi ist ein eindrückliches, klug geschriebenes Buch, das persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Strukturen auf eine sehr zugängliche Weise miteinander verbindet. Mit einer klaren, reflektierten Sprache gelingt es ihr, komplexe Themen rund um soziale Herkunft und finanzielle Realität greifbar zu machen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Besonders stark ist der persönliche Bezug: Viele der geschilderten Gedanken und Erfahrungen lassen sich unmittelbar auf das eigene Aufwachsen und die eigene Lebensrealität übertragen. Gerade diese Wiedererkennbarkeit verleiht dem Buch eine besondere Authentizität und emotionale Kraft. Es regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken, und schafft es, individuelle Perspektiven in einen größeren gesellschaftlichen Kontext einzuordnen. Ein reflektiertes und zugleich sehr nahbares Buch, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

4

Wichtiges Buch

Auf Empfehlung einer Kollegin gelesen, in einem Tag durchgelesen. Sehr eindrücklich erzählt die Autorin mit iranischen und rumänischen Wurzeln die Geschichte ihrer Familie, dem Aufwachsen als „Einwandererkind“ in Deutschland in einer Arbeiterfamilie mit wenig Einkommen. Es ist berührend und wichtig, dieses Buch zu lesen. Arme Kinder wissen, dass sie arm sind, dass ihre Eltern sich abrackern, dass auf sie hinabgeblickt wird, weil ihre Kleider secondhand und nicht von angesagten Marken sind. Es zieht sich durch ihr Leben: Mobbing in der Kindheit, Dazugehörigkeit und Teilhabe in Teenagerjahren und prägt auch das Studium, wenn man es zwar geschafft hat, die Hochschulreife zu bekommen, aber mehr arbeiten muss als man zur Uni gehen kann. Lesen!

4.5

Ein sehr wichtiges Buch. Für alle.

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte

Uff, dieses Buch hat mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Auch wenn ich eine komplett andere Lebensgeschichte als Miriam habe, habe ich mich an so vielen Stellen in ihrem Buch wiedererkannt. Meine Eltern waren nicht arm, aber sie hatten wenig. Geld war immer ein Thema, Arbeitslosigkeit auch. Ich habe erst als Erwachsene erfahren, was sie teilweise (finanziell) auf sich genommen haben, um ihren Kindern etwas bieten zu können. Miriam erzählt in ihrem Buch aber nicht nur vom Aufwachsen in Armut, davon, wie ihre Eltern sich tagtäglich abgerackert haben, sondern auch von den (Spät)Folgen, die Armut mit sich bringt: permanente Ängste, ständiges Gedankenkreisen um alles Finanzielle, Vergleichen, Scham, Überarbeitung, Übermüdung, das Gefühl, nicht dazuzugehören. Ich finde, sie hat ihre Lebensgeschichte (die ich im Übrigen nicht bewerten werde) unglaublich breit gefächert – von Geburt über Fernsehen und Aussehen bis hin zu Aufstieg. Es schmerzt, dieses Buch zu lesen. Es schmerzt, weil Armut so viele Menschen betrifft (gerade Alleinerziehende: Vier von zehn alleinerziehenden Familien in Deutschland sind armutsgefährdet – das sind 41 %!). 2024 waren 15,2 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland armutsgefährdet, laut Statistischem Bundesamt sind das 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche! Armut ist also nichts, wo man wegschauen, sondern wo man sehr viel genauer hinschauen sollte. "Das können wir uns nicht leisten" sorgt genau dafür und ist deswegen mal wieder ein Buch, das wie auch schon "Mama, bitte lern Deutsch" zur Pflichtlektüre in der Schule gehören sollte – hier wo das Vergleichen und der Leidensweg vor allem für Kinder anfängt. "Das allerschlimmste Gefühl aber, das alle armen Menschen eint und nie loslässt, ist: Scham. Scham für alles, was wir nicht wissen, was wir nicht haben, was wir nicht kennen, was wir uns nicht leisten können. Scham für das, was wir waren, sind und sein werden."

Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte
5

Absolute Empfehlung. Ich hab dieses Buch so sehr gefühlt, geweint und mich wiedergefunden. Meines Erachtens sollten sehr sehr sehr viele Menschen dieses Buch lesen.

4.5

„Das allerschlimmste Gefühl aber, das alle armen Menschen eint und nie loslässt, ist: Scham.“

Scham für alles, was wir nicht wissen, was wir nicht haben, was wir nicht kennen, was wir uns nicht leisten können. Scham für das, was wir waren, sind und sein werden. Ich habe diesen Satz so gefühlt und musste danach kurz das Buch zur Seite legen, da er einen Teil meiner Kindheit so gut zusammengefasst hat. Teilweise prägt mich dieses Gefühl noch immer. Miriam Davoudvandi hat einen ganz tollen Schreibstil. Es war berührend, aber zeitgleich auch humorvoll. Es hat sich wahnsinnig gut lesen lassen. Hat aber auch nie vergessen die Probleme ganz klar zu benennen. Ein wirklich gutes Buch, von dem ich hoffe, dass es viele Menschen lesen werden ❤️

5

Großartiges Buch! Ich hab stellenweise so geweint und mir so viele Sätze angestrichen. So so sehr gefühlt.

Arm aufwachsen schmerzt und Armut toetet!

5

Zugänglich und persönlich

Lässt sich einfach lesen und verweist auf die vielen Aspekte des Lebens, die von Armut tangiert und negativ beeinflusst werden. Nach der Lektüre weiß ich nun: es sind eigentlich alle - teils Dinge, an die man als einigermaßen privilegierte Person niemals denken würde, weil man sie für so selbstverständlich hält.

5

Prägnant und informativ

Facettenreiche Kurzbeschreibungen der Auswirkung von Armut auf verschiedene Lebensbereiche. Größtenteils autobiografisch, enthält aber auch einige Verweise auf Studien. Teilweise witzig, teilweise schockierend und durchgehend interessant. Das Buch bietet viele Anknüpfungspunkte und zeigt so sehr oft auf, welche Türen Geld schließt oder öffnet.

Eine sehr eindringliche Biografie, die mir meine eigenen Privilegien wie ein Spiegel vorgehalten hat. Sie wurde dabei nie langweilig und beleuchtet viele verschiedene Facetten von Armut auf eine sehr greifbare Art. Das Buch hat mich stark zum Nachdenken gebracht und ich konnte insgesamt sehr viel daraus mitnehmen.

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