Die Stadt der Lebenden

Die Stadt der Lebenden

Hardback
3.615

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Description

»Eine Verbeugung vor Truman Capote auf dem schmalen Grat zwischen Reportage und Roman.« Il Messaggero

Im März 2016 quälen Manuel Foffo und Marco Prato, zwei junge Männer aus gutem Hause, in einer Wohnung am Stadtrand von Rom stundenlang den jungen Luca Varani zu Tode. Der Fall schockiert und ist für die Medien ein gefundenes Fressen. Sind die Mörder pervers? Kokainsüchtig? War es gar ein Werk des Teufels? Nicola Lagioia begleitet den Fall zunächst als Reporter: Er sammelt Dokumente und Zeugenaussagen, trifft die Eltern von Luca Varani und beginnt einen Briefwechsel mit einem der beiden Täter. Für seine Recherche begibt sich Lagioia in die Nacht Roms. Eine Stadt, die unbewohnbar und doch voller Leben ist, die von Ratten und wilden Tieren heimgesucht wird, die von Korruption und Drogen zerfressen ist und doch gleichzeitig in der Lage, ihren Bewohnern ein Gefühl der Freiheit zu vermitteln wie kein anderer Ort auf der Welt. Eine Stadt, die zu jenem Zeitpunkt zwar keinen Bürgermeister hat, aber zwei Päpste. Aus anfänglicher Faszination für das grundlos Böse wird eine differenzierte Aufarbeitung enttäuschter Erwartungen, sexueller Verwirrung, Suche nach Identität und Orientierungslosigkeit. Immer verknüpft mit Rom, der Stadt, die alles überdauern wird.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
512
Price
25.70 €

Author Description

Nicola Lagioia, 1973 in Bari geboren, ist einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. 2015 wurde er mit dem renommierten Premio Strega ausgezeichnet. »Die Stadt der Lebenden« stand in Italien wochenlang auf der Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Nicola Lagioia lebt in Rom.

Posts

6
All
4

bedrückende Geschichte nach einer wahren Begebenheit

Nach einer wahren Begebenheit ◇ Im Jahr 2016 quälen und foltern zwei junge Männer, Marco Prato und Manuel Foffo, den 23jährigen Luca Varani zu Tode. Ein Motiv gab es nicht und macht die Tat umso grausamer. Prato und Foffo haben sich mit Alkohol und Kokain berauscht, hatten Sex und haben sich dann gegenseitig hochgepuscht und angestachelt. Luca Varani war dabei ein Zufallsopfer. Aus einem ärmeren Milieu stammend verkaufte er dann und wann sexuelle Gefälligkeiten, um so an Geld für seine Spielsucht zu kommen. Weder kannte er die Täter noch hat er ihnen einen Grund für seinen qualvollen Tod gegeben. ◇ Journalist Nicola Lagioia wird beauftragt, über den Fall zu berichten. Zunächst veröffentlicht er einen Artikel in einer Zeitschrift, merkt aber schnell, dass ihn der Fall nicht loslässt. Er begibt sich auf eine ausführliche Recherche, bemüht, jede Seit der Tat zu präsentieren, ohne zu richten. ◇ Das Buch ist zwar grundsätzlich dem Genre " True crime" zuzuordnen, ist aber sehr tiefgründig geschrieben. Der Autor berichtet neutral, trotzdem schafft er es durch seine menschliche Art der Beobachtung beim Leser eine Haltung hervorzurufen, die ebenfalls nicht urteilend ist. Ich gebe zu, ich hatte vor der Lektüre ebenfalls Vorurteile. Aber es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß und ich habe mich bei einigen Passagen des Lesens dabei ertappt, fast Mitgefühl mit einem der Täter zu empfinden. So könnte man z.B.den aus einer Wohlstandsschicht stammendem Marco als verwöhnten Schnösel verurteilen, der die Tat aus Langeweile begangen hat. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet sieht man einen homosexuellen Mann, der in einem falschen Körper lebt, von der Gesellschaft ausgegrenzt und aufgrund seiner sexueller Neigung von seinem Vater abgelehnt wurde. Der um Anerkennung kämpfte und gesehen werden wollte und sich in der italienischen Hauptstadt abstrampelte um ein kleines Stück vom Glück abzubekommen. Hier macht der Autor Rom zur Mittäterin, zeichnet das Bild einer schmutzigen und verworrenen Stadt, wo jeder Einwohner um sein Überleben kämpft. Rechtzufertigen ist diese Tat nicht, auch nicht entschuldbar, aber zumindest erklärbar. ◇ Rom als düstere und verworrene Stadt spiegelt sich ebenfalls im Erzählstil von Nicola Lagioia wieder. Zeitungsinterviews, whatsup-Konversationen, Talkshow-Mitschnitte und eigene Fiktion wechseln sich mit Tatsachenberichten ab, verwirren den Leser und beschwören eine merkwürdige schmutzig-dunkle Melancholie herauf. Man fragt sich nach der Lektüre, inwieweit man selbst Mittäter ist. Lesen wir nicht auch gerne solche Horrorgeschichten und heizen somit den Boulevardjournalismus an? Verurteilen wir nicht vorschnell, ohne Hintergründe zu kennen? Mich hat das Buch fasziniert, weil es ganz anders als meine Erwartung und schwierig zu lesen war, mich herausgefordert und angestrengt hat. Vielleicht muss das aber so sein, damit eine Geschichte wirklich erzählt wird und nicht wie Fastfood durch den Kopf rutscht.

1

Weniger ist manchmal mehr

MEINE MEINUNG: Ich weiß ehrlich gesagt überhaupt nicht was ich von dem Buch halten soll. Es handelt sich um eine "True Crime" Geschichte. Manuel Foffo und Marco Prato quälen 2016 stundenlang den jungen Luca Varani zu Tode. Dieser Fall schockiert extrem und ist daher ein gefundenes Fressen für die Reporter. Der Autor von diesem Buch, Nicola Lagioia, begleitet den Fall zunächst als Reporter. Beim Lesen merkt man auf jeden Fall, das er sich damit sehr gut und auch ausgiebig beschäftigt hat, daher vergebe ich daher auch gerne einen Stern. Dennoch fehlte mir beim Lesen einfach ein wenig der rote Faden. Durch zuviele Details, die meiner Meinung nach einfach teilweise auch zu viel waren, wird das Buch krampfhaft in die Länge gezogen. Weniger ist manchmal doch mehr! Das Buch wird als "Der Bestseller aus Italien" bezeichnet, leider kann ich nicht nachvollziehen, wie das Buch zu dem Titel kommt. KLAPPENTEXT: »Eine Verbeugung vor Truman Capote auf dem schmalen Grat zwischen Reportage und Roman.« Il Messaggero Im März 2016 quälen Manuel Foffo und Marco Prato, zwei junge Männer aus gutem Hause, in einer Wohnung am Stadtrand von Rom stundenlang den jungen Luca Varani zu Tode. Der Fall schockiert und ist für die Medien ein gefundenes Fressen. Sind die Mörder pervers? Kokainsüchtig? War es gar ein Werk des Teufels? Nicola Lagioia begleitet den Fall zunächst als Reporter: Er sammelt Dokumente und Zeugenaussagen, trifft die Eltern von Luca Varani und beginnt einen Briefwechsel mit einem der beiden Täter. Für seine Recherche begibt sich Lagioia in die Nacht Roms. Eine Stadt, die unbewohnbar und doch voller Leben ist, die von Ratten und wilden Tieren heimgesucht wird, die von Korruption und Drogen zerfressen ist und doch gleichzeitig in der Lage, ihren Bewohnern ein Gefühl der Freiheit zu vermitteln wie kein anderer Ort auf der Welt. Eine Stadt, die zu jenem Zeitpunkt zwar keinen Bürgermeister hat, aber zwei Päpste. Aus anfänglicher Faszination für das grundlos Böse wird eine differenzierte Aufarbeitung enttäuschter Erwartungen, sexueller Verwirrung, Suche nach Identität und Orientierungslosigkeit. Immer verknüpft mit Rom, der Stadt, die alles überdauern wird. BUCHTITEL: Die Stadt der Lebenden AUTOR: Nicola Lagiola VERLAG: btb ISBN: 9783442759606 SEITENZAHL PRINT: 512

4.5

Ein wahrer Mordfall...

...wurde hier rekonstruiert. Ein Mord der 2016 ganz Rom erschüttert hatte. Der Autor hält sich hier an die Fakten und macht daraus eine Erzählung wie sich alles zugetragen hat. Das ist nicht spannend, was es aber auch nicht braucht. Als Leser begleitet man die Mörder einen Großteil, wie es letztlich zu den Mord kam. Das ganze ist nicht unnötig grausam geschildert oder so. Darum geht es hier nicht. Ich fand es durchweg interessant und als es dann zum Mord kam, dachte ich mir nur "Warum?". Und das ist wohl einer der Faktoren warum dieser Mord so hohe Wellen schlug. Diese Sinnlosigkeit. Doch ich will nicht zu viel verraten. Nebenbei wird auch erzählt wie Rom langsam vor die Hunde geht. Die Rattenplage die immer schlimmer wird, der Müll...Der Autor lebt in Rom. Insgesamt eine sehr interessante True Crime Story die auf den letzten 80 Seiten mit der ein oder anderen fallenden Kinnlade aufwartet

4

Eine wirklich gute Berichterstattung, die jedoch nicht immer leicht zu ertragen ist.

In "Die Stadt der Lebenden" beschäftigt sich Nicola Lagioia mit dem Modfall Varani, der im Jahre 2016 in Rom geschah. Bei der Nacherzählung stützt sich Lagioia auf Gerichtsakten, Gutachten, Abhörprotokolle, rechtskräftige Urteile, Audio- und Videobeiträge, sowie offizielle Erklärungen und Interviews. Übersetzt aus dem Italienischen von Verena von Koskull. "Rom sprach eine völlig andere Sprache. Unter dem Regen war es die eines Wahnsinnigen, die, wie so oft, Splitter von Wahrheit enthielt." Im März 2016 wurde der 23-jährige Luca Varani von Marco Prato und Manuel Foffo in Foffos Wohnung stundenlang mit Messern und einem Hammer zu Tode gequält. In gewisser Weise ist Lagioias Berichterstattung auch ein Buch über die Verantwortung und Schuld der Gesellschaft, über die Macht der Manipulation und die Ungleichheit in der Bevölkerung. Denn der freie Wille existiert nicht, wenn Geld Macht ausübt... Zu Beginn der Lektüre ließen mir die vielen italienischen Orts- und Straßennamen das Herz aufgehen, doch im Laufe der Geschichte tat es mehr und mehr weh. Denn "Die Stadt der Lebenden" ist ein wirklich erschütterndes Buch, das sich mit den Abgründen der Menschheit beschäftigt. Hemmungsloser Drogen- und Alkoholmissbrauch gemixt mit sexueller Enthemmung und toxischen Charakteren führt hier zu einem Mordfall, der Italien lange Zeit den Atem raubte. Unglaublich gut geschrieben und recherchiert, zeigt Lagioia uns die dunkle Seite Roms und die Abgründe, in den Bezirken fernab des Tourismus. "Alles, was du sagst, erzählt von dir, vor allem, wenn du von jemand anderem sprichst." (Paul Valéry)

Eine wirklich gute Berichterstattung, die jedoch nicht immer leicht zu ertragen ist.
2

Diese Art des True Crime hat mir recht gut gefallen, was in erster Linie an den unterschiedlichen literarischen Stilmitteln lag, die der Autor hier scheinbar wahllos zusammenbindet. Es ist keine rote Linie erkennbar und das finde ich gerade spannend. Er bleibt nicht beim chronologischen Aufarbeiten, sondern springt anhand von Personen oder Zeiten hin und her. Dadurch gewinnt das Ganze die Form eines Puzzles. Es herrscht nach dem ersten Teil keine Klarheit hinsichtlich der Motive, der Charaktereigenschaften, der Abläufe in der Wohnung des Verbrechens. Man kommt sich wie bei einer echten Recherchearbeit vor. Ständig bekommt man wieder neue Infos und Einblicke, manche scheinen einem relevant, andere weniger. Mit der Zeit ufert es nach meinem Geschmack aus. 100-150 Seiten weniger Informationen hätten es auch getan. Ein sehr verstörender Einblick in die Stadt Rom und in die italienische Gesellschaft.

2

Diese Art des True Crime hat mir recht gut gefallen, was in erster Linie an den unterschiedlichen literarischen Stilmitteln lag, die der Autor hier scheinbar wahllos zusammenbindet. Es ist keine rote Linie erkennbar und das finde ich gerade spannend. Er bleibt nicht beim chronologischen Aufarbeiten, sondern springt anhand von Personen oder Zeiten hin und her. Dadurch gewinnt das Ganze die Form eines Puzzles. Es herrscht nach dem ersten Teil keine Klarheit hinsichtlich der Motive, der Charaktereigenschaften, der Abläufe in der Wohnung des Verbrechens. Man kommt sich wie bei einer echten Recherchearbeit vor. Ständig bekommt man wieder neue Infos und Einblicke, manche scheinen einem relevant, andere weniger. Mit der Zeit ufert es nach meinem Geschmack aus. 100-150 Seiten weniger Informationen hätten es auch getan. Ein sehr verstörender Einblick in die Stadt Rom und in die italienische Gesellschaft.

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