Hundert Tage

Hundert Tage

Softcover
3.516
Black Lives MatterRassismusMörderEntwicklungshelfer

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Description

Eine schicksalhafte Liebe in Zeiten des Krieges: packend, brisant, eindringlich

Voller Optimismus war der junge Schweizer Entwicklungshelfer David 1990 nach Ruanda aufgebrochen, ins damalige Vorzeigeland des afrikanischen Kontinents. Vier Jahre später sind alle Hoffnungen zerschellt: das Land wird zum Schauplatz eines furchtbaren Genozids. David muss miterleben, dass seine Geliebte Agathe, Tochter eines Ministerialbeamten, zu den Mördern zählt. Und auch David, der „Gutmensch“, wird schließlich zum Komplizen, um seine eigene Haut zu retten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Adventure
Format
Softcover
Pages
208
Price
10.30 €

Author Description

Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun/Schweiz, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker. Seine Stücke werden weltweit gespielt. Sein Debütroman »Hundert Tage« wurde ein enormer Erfolg, der für den Deutschen und den Schweizer Buchpreis nominiert war und in 15 Sprachen übersetzt wurde. Für seinen Roman »Koala« erhielt Lukas Bärfuss den Schweizer Buchpreis 2014. Er lebt in Zürich.

Posts

4
All
2.5

Westlicher Blick auf den Völkermord in Ruanda

30 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda und 15 Jahre nach der ersten Lektüre habe ich das Buch nochmals gelesen. Richtig gelungen ist für mich der westliche (Schweizer) Blick der Entwicklungshilfe auf das afrikanische Land. Aber die Fokussierung auf den Ich-Erzähler ist selbstverliebt und manchmal anstrengend. Dass die plötzliche Gewaltbereitschaft unerklärlich ist und bleibt, ist nachzuvollziehen. Hingegen sind die Sex-Szenen unnötig und unfassbar schlecht erzählt. Das Buch schwankt leider zwischen politischer Moralschrift und persönlichem Ego-Trip.

4

Das Land Ruanda interessiert mich sehr, da Rheinland-Pfalz seit den Achtziger Jahren Partnerland dieses kleinen Staats in Ostafrika ist und ich mich in meinem örtlichen Partnerschaftsvereins für Entwicklungsprojekte in Ruanda engagiere. Der Genozid aus dem Jahr 1994 ist mir aus meiner Studentenzeit noch sehr bewusst. Kaum eine Tagesschau ohne Hutu und Tutsi-Nachrichten. Jetzt habe ich mich endlich mal aufgerafft, diesem dunklen Kapitel Ruandas in einer fiktiven Geschichte näher zu kommen. Das hat mich ziemlich desillusioniert und in weiten Teilen mein ehrenamtliches Engagement in Frage gestellt. Der Schweizer Lukas Bärfuss zeigt in diesem Roman nicht von oben herab auf die wild gewordenen Volksstämme in dieser Zeit, sondern setzt bereits früher an und schilderte die Zustände, wie unzählige Hilfsorganisationen Ruanda das Geld hinten reinschoben, weil sie sich in undurchdringlichen Gebieten Zentralafrikas nicht die Hände dreckig machen wollten. Ruanda war da ein Vorzeigeland, wenn auch sehr rückständig. Vieles kam mir bekannt vor aus den aktuellen Zuständen in Ruanda. Da hat sich trotz deutlichem wirtschaftlichem Fortschritt in den letzten 30 Jahren nicht viel in den Köpfen geändert. Mein zweites Buch von Lukas Bärfuss und auch dieses fand ich sprachlich sehr eindringlich und gut recherchiert. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor selbst Entwicklungshelfer war. Eine lohnenswerte Lektüre.

4

Das Land Ruanda interessiert mich sehr, da Rheinland-Pfalz seit den Achtziger Jahren Partnerland dieses kleinen Staats in Ostafrika ist und ich mich in meinem örtlichen Partnerschaftsvereins für Entwicklungsprojekte in Ruanda engagiere. Der Genozid aus dem Jahr 1994 ist mir aus meiner Studentenzeit noch sehr bewusst. Kaum eine Tagesschau ohne Hutu und Tutsi-Nachrichten. Jetzt habe ich mich endlich mal aufgerafft, diesem dunklen Kapitel Ruandas in einer fiktiven Geschichte näher zu kommen. Das hat mich ziemlich desillusioniert und in weiten Teilen mein ehrenamtliches Engagement in Frage gestellt. Der Schweizer Lukas Bärfuss zeigt in diesem Roman nicht von oben herab auf die wild gewordenen Volksstämme in dieser Zeit, sondern setzt bereits früher an und schilderte die Zustände, wie unzählige Hilfsorganisationen Ruanda das Geld hinten reinschoben, weil sie sich in undurchdringlichen Gebieten Zentralafrikas nicht die Hände dreckig machen wollten. Ruanda war da ein Vorzeigeland, wenn auch sehr rückständig. Vieles kam mir bekannt vor aus den aktuellen Zuständen in Ruanda. Da hat sich trotz deutlichem wirtschaftlichem Fortschritt in den letzten 30 Jahren nicht viel in den Köpfen geändert. Mein zweites Buch von Lukas Bärfuss und auch dieses fand ich sprachlich sehr eindringlich und gut recherchiert. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor selbst Entwicklungshelfer war. Eine lohnenswerte Lektüre.

5

Lukas Bärfuß habe ich in diesem Jahr dank des Deutschen Buchpreises entdeckt. „Koala“ habe ich sehr gerne gelesen, auch wenn ich den Aufbau des Buches nicht ideal fand. „Hundert Tage“ war nun das Buch mit dem Bärfuß mich richtig überzeugt hat: Ein kluges, hochinteressantes, stilistisch hervorragendes Buch. Als Hintergrund dient der Völkermord in Ruanda 1994 und die 100 Tage verbringt ein Schweizer Entwicklungshelfer versteckt in einem Haus in Kigali. Überleben kann er nur mit Hilfe von Mördern. Man bekommt einen guten Einblick in die Problematik der Entwicklungshilfe und denkt über die Grenzen der Moral und Schuld nach. Kein bequemes Buch, aber lohnenswert.

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