Wir Ostpreußen

Wir Ostpreußen

Hardback
4.023

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Description

Porträt einer vergessenen Provinz

»Es war der 26. Januar 1945. Der Krieg in Europa sollte noch mehr als drei Monate toben, aber für meine Großmutter ging, wie für die meisten Ostpreussen, die alte Welt schon jetzt zu Ende. Sie wollte nicht warten, bis die russischen Soldaten, die durch jahrelange deutsche Verwüstungen rachsüchtig gestimmt waren, in die Heimat einmarschierten und die Herrschaft übernahmen.«

14 Millionen Flüchtlinge: Zwei Generationen nach Marion Gräfin Dönhoff liefert Jochen Buchsteiner eine Familienerzählung, die einen aktuellen Blick auf die deutsche Vergangenheit wagt.

Der detaillierte Fluchtbericht seiner Großmutter ist Ausgangspunkt für Jochen Buchsteiners Buch über Ostpreußen. Persönlich aber unsentimental verfolgt er den Weg der Gutsbesitzerfamilie in den Westen und spürt dabei dem Verlust nach, der nicht nur den Betroffenen entstanden ist. Es entsteht ein Portrait der fast vergessenen deutschen Provinz, die in ihrer Tragik, aber auch in ihrer historischen und kulturellen Einzigartigkeit sichtbar wird – als verdrängter Teil unserer nationalen Identität.

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Local Geography and History
Format
Hardback
Pages
288
Price
26.80 €

Author Description

Jochen Buchsteiner, geboren 1965, studierte Politikwissenschaften und Allgemeine Rhetorik. Er war Parlamentskorrespondent der ›ZEIT‹ und berichtete danach 20 Jahre lang für die ›Frankfurter Allgemeine Zeitung‹ aus Südasien, dem Indopazifik und Großbritannien. Heute arbeitet er als Politischer Korrespondent der ›Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung‹ wieder in Berlin. 2005 erschien sein Buch ›Die Stunde der Asiaten. Wie Europa verdrängt wird‹, 2018 ›Die Flucht der Briten aus der europäischen Utopie‹.

Posts

4
All
2.5

Mit nüchternen Worten erzählt die Großmutter des Autors vom Leben und der Flucht aus Ostpreußen. Dies tut sie auf Grund der Bitte ihres Enkels für ihre Nachkommen. "Hoffnung bis zum Schluss: ein letztes Weihnachtsfest in alter Tradition." Eingebettet werden diese Erinnerungen in die eigenen Erfahrungen des Autors während seiner Reisen und in den gesamtglobalen historischen und aktuellen Kontext der Volker, Flüchtenden und Politik. Der geschichtlicher Exkurs spannt zum besseren Verständnis den Bogen über die Vorgeschichte mit historischen Persönlichkeiten und Machtverhältnissen. Dieser war mir etwas zu ausführlich geraten, da ich bereits viel Wissen diesbezüglich erlesen habe. Wichtig ist das Vorwort des Autors. Die Geschichte seiner Familie, stellvertretend für viele andere, soll Verständnis für Vergangenheit wecken, vor dem Vergessen bewahren und den weltweiten Kontext von Flucht- und Unrechtsgeschehnissen in der gesamten Welt deutlich machen. Das hat er vorab mit guten, eindeutig gewählten Worten zum Ausdruck gebracht. Keine großartige, literarische Erzählung, aber ein Text, der zu Herzen geht und sein Ziel erreicht. Ein wertvoller Tatsachen- und Zeitzeugenbericht. Leider war mir das alles zu ausschweifend. Hatte ich mich doch auf eine Familiengeschichte gefreut. (Und ich muss ssagen, dass ich die geschichtlichen Exkurse überflogen habe.) Aber Menschen, die gern Hintergründe und Entstehungsgeschichten der Völker lesen, werden viel Freude an diesem Buch haben.

3.5

Mehr als nur eine Familiengeschichte.

Als ich mit dem Buch angefangen habe, dachte ich, dass es hauptsächlich um die Familiengeschichte und der Flucht aus Ostpreußen geht. "Leider" handelt ein sehr großer Teil des Buches mit der Geschichte von Ostpreußen im Allgemeinen, auch die Geschichte vor 1933. Es wird auch viel darauf eingegangen, wie sich die Vergangenheit in der heutigen Politik und Gesellschaft wiederfindet. Wie die Verarbeitung oder eher die Nicht-Verarbeitung der Flüchtlinge und Vertrieben gestaltet, sowohl in Deutschland als auch in Polen. Da mich, wie gesagt die Familiengeschichte hauptsächlich interessierte, fand ich die anderen Stellen im Buch zu lang gezogen. Wer sich aber einen generellen Einblick über die Geschichte Ostpreußens machen möchte, derjenigen oder demjenigen kann ich dieses Buch empfehlen.

Mehr als nur eine Familiengeschichte.
5

Ein sehr spannendes und schönes Buch, vor allem für Menschen, die Ihre Wurzeln in Ostpreußen haben. Der Autor hat eine perfekte Mischung hergestellt aus dem Erfahrungsbericht seiner Großmutter, die in Ostpreußen ein schönes Gut bewirtschaftet hat und der Einbettung in historische Gegebenheiten. Es hat mich gut informiert und inspiriert mit meinen Verwandten und Familienangehörigen noch einmal etwas in die Ahnenforschung einzutauchen und eventuell auch den Ort meiner Wurzeln - Ostpreußen einmal zu besuchen.

4

Interessant, aber...

Grundsätzlich fand ich das Buch interessant, habe aber nicht mit so vielen geschichtlichen Fakten und der politischen Einordnung in das Jetzt gerechnet. Die zeitlichen Sprünge in den geschichtlichen Fakten fand ich sehr anstrengend und ich hätte mir einen Zeitstrahl oder ähnliches zur Veranschaulichung gewünscht. Außerdem habe ich nebenbei sehr viel gegoogelt und mir Karten ansehen müssen, um die verschiedenen Orte und heutigen Landesgrenzen besser zuordnen zu können.

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