Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Description
Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht.
Wer ist man, wenn man niemand ist?
Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen.
Klug, einfühlsam und berührend erzählt Susanne Abel in ihrem neuen Roman von der lebenslangen Liebe zweier Heimkinder.
Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend.
Eindringlich und aufrüttelnd. Ein bewegender Familienroman über den Einfluss unserer Vergangenheit auf unsere Nachkommen.
Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen?
»Susanne Abel schreibt unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!« stern
»Seit Tagen wechselten sich Schnee und Regen ab, und es war glatt. Deshalb musste jedes größere Kind ein kleineres an die Hand nehmen. Und so marschierten die Heimkinder in Zweierreihen im Dunkeln hinunter nach Drolshagen. Der Zug wurde angeführt von zwei größeren Jungs, die mit Marschtrommeln den Rhythmus vorgaben. Dahinter schritt die Oberin, gefolgt von den übrigen Nonnen. Anders als sonst nahm es an diesem 24. Dezember 1947 niemand mit dem üblichen Redeverbot so genau. Doch mit wem hätte Margret sprechen sollen? Der kleine Kerl neben ihr, von dem sie nur die Nummer und nicht den Namen kannte, war dafür zu dumm. Er rutschte aus und Margret konnte nur durch beherztes Zugreifen verhindern, dass er stürzte und am Ende auch noch sie zu Fall brachte. ›Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104‹, ermahnte sie ihn. Der Kleine gab keine Antwort und setzte tapfer einen Fuß vor den anderen.«
Book Information
Author Description
Susanne Abel arbeitete als Erzieherin und realisierte nach ihrem Filmstudium als Regisseurin zahlreiche Dokus für das deutsche Fernsehen. Seit 2017 konzentriert sie sich ganz auf das Schreiben. Ihr gefeiertes Romandebüt ›Stay away from Gretchen‹ stürmte bis an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste und war ein sensationeller Erfolg, genau wie sein Nachfolger ›Was ich nie gesagt habe‹. Die gebürtige Badenerin lebt nach Stationen in Bochum, Berlin und Hamburg überwiegend in Köln.
Characteristics
20 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein Jahreshighlight! So wichtig und herzzerreißend! Unbedingt lesen! 💛🩵🤝🏼🌟🌟🌟🌟🌟🤝🏼🩵💛
Mit „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ hat sich Susanne Abel definitiv in den Kreis meiner Lieblingsautoren eingereiht. Dieses Buch hat mich wirklich tief getroffen und bis ins Mark berührt. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich die richtigen Worte für diese Geschichte finden kann, außer dass sie unbedingt gelesen werden muss. Das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Lektüre, sondern ein Roman, für den man sich Zeit nehmen muss. Jede Seite fordert Aufmerksamkeit und man braucht Zeit, um mal innezuhalten und um manchmal auch das Buch beiseite legen zu können, um Luft zu holen. Aber es lohnt sich, das verspreche ich Euch! Von Inhalt und Stil über den behutsamen Umgang mit einem sensiblen Thema bis hin zur emotionalen Wirkung erfüllt dieses Buch alles, was man sich von einer großartigen Lektüre wünscht. Ach ja, Taschentücher müsst Ihr unbedingt bereitlegen. Und das ist hier kein gut gemeinter Hinweis, sondern eine Notwendigkeit! Ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult. Diese Geschichte werde ich so schnell nicht vergessen und ich werde mich bestimmt weiter mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Unbedingt lesen! 🧡🩵🤝🏼🌟🌟🌟🌟🌟🤝🏼🩵🧡
Wieder ein fesselndes Buch von Susanne Abel. Mir gefällt die Erzählstruktur, Vergangenheit und Gegenwart abzuwechseln und zwischen früher und heute hin und her zu springen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, wenngleich es inhaltlich und thematisch schwer zu ertragen war. Dass mit der Talkshow von Tom Monderath ein Bezug zu den Gretchenbüchern hergestellt wurde, fand ich auch sehr nice. Absolute Leseempfehlung:Susanne Abel
Erschütternd
Susanne Abel erzählt uns hier eine fiktive Geschichte, die aber so oder so ähnlich in den Nachkriegsjahren statt gefunden haben könnte. Eine Geschichte so traurig, so hoffnungsvoll und so berührend. Es hat mich zum Teil schwer erschüttert wie bis in die 70er Jahre mit Heimkindern in Deutschland umgegangen wurde. Und das zumeist in kirchlichen Einrichtungen unter Vorgabe von Nächstenliebe und Christlichkeit. Züchtigungen, Missbrauch und Misshandlungen standen an der Tagesordnung immer unter dem Vorwand die Kinder zu guten Menschen erziehen zu wollen. Einige von ihnen trugen Traumata davon, von denen auch noch die Generationen danach betroffen waren. Wie hier in dem Buch, wo Margret nicht vertrauen kann, nicht wirklich lieben, weil sie das selbst nie gelernt hat. Missverständnisse und Unwissenheit der Kinder und Enkel, über das was die Eltern alles durchgemacht haben, entzweien die Familie. Und auch das Leben der Kinder und Kindeskinder bricht dadurch auseinander. Einmal mehr wird klar, daß frühere Generationen Dinge erleben mussten , die wir uns heute nicht mehr vorstellen könnne und daß wir daher oft unsere Eltern und Großeltern missverstehen. Eine Aussprache wäre oft gut, doch das kann diese Kriegsgeneration einfach nicht. Das Buch wird mich noch lange beschäftigen und nachhallen. Große Leseempfehlung von mir, dabei aber bitte unbedingt die Triggerwarnung zu Anfang beachten.
Ein muss für jeden!
• Halt meine Hand fester Nr. 104 • Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend ... Rezension: Was für ein berührendes, leises und gleichzeitig unglaublich kraftvolles Buch. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Susanne Abel erzählt die Geschichte mit einer solchen Feinfühligkeit, dass man beim Lesen das Gefühl hat, selbst neben den Figuren zu sitzen und ihre Unsicherheiten, Hoffnungen und Verletzungen miterlebt. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Emotionen dargestellt werden. Nichts wirkt überzogen oder künstlich dramatisch und genau deswegen geht die Geschichte so tief und bleibt im Gedächtnis. Die Themen Erinnerung, Verlust, Familie und Identität ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Dabei schafft es Abel, schwere Inhalte mit Wärme und Menschlichkeit zu verbinden. Man leidet, hofft und liebt mit den Charakteren. Und das Buch erinnert an die schrecklichen Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg und konnte so wirklich passiert sein. Wodurch einen nochmal mehr bewusst wird wie schrecklich diese Zeiten waren. Für mich ist es ein Roman, der nachhallt. Einer, der zeigt, wie zerbrechlich und gleichzeitig stark Menschen sein können. Ein absolut muss für jeden!
Nachkriegskinder und das Schweigen danach
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der weder seinen Namen noch seine Herkunft kennt. Sein Alter wird geschätzt, er erhält den Namen Hartmut und wächst in einem streng katholischen Kinderheim auf. Ein Ort, an dem Ordnung, Gehorsam und Gewalt den Alltag bestimmen. Dort begegnet er der etwas älteren Margret, ebenfalls ein Kriegskind. Schon früh beginnt sie, Hartmut zu beschützen. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe, existenzielle Bindung. Sie werden füreinander Halt, Schutz und Familie und schwören sich, einander nie wieder loszulassen. Während sie versuchen, das Erlebte hinter sich zu lassen und ein „normales“ Leben zu führen, zeigt sich, dass die Traumata ihrer Kindheit nicht verschwinden. Sie wirken weiter: In ihren Beziehungen, in ihren Entscheidungen und schließlich auch in den Leben der nachfolgenden Generationen. Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt: aus der Gegenwart heraus, aus den Perspektiven von Hartmut, Margret, ihrer Tochter, ihrer Enkelin und sogar ihrer Urenkelin und wird immer wieder durchzogen von Blicken zurück in die Vergangenheit. Dieses Buch hat mich tief getroffen. Es erzählt von Nachkriegskindheiten, die geprägt waren von Verlust, Gewalt, Schweigen und massiven Traumata. Und es tut weh, das zu lesen. Es macht wütend. Hilflos. Sprachlos. Die Schilderungen aus den Kinderheimen sind kaum auszuhalten. Vieles davon kennt man vielleicht aus Berichten oder aus den Medien. Aber darüber zu lesen, so nah an den Figuren, so detailliert und menschlich, ist etwas völlig anderes. Es ist schwer, sich das vorzustellen. Und eigentlich will man es auch gar nicht. Besonders eindrücklich fand ich den Blick auf Generationentrauma. Wie sich Erlebtes weiterträgt, wie es Verhalten prägt, Beziehungen zerstört oder erklärt. Manche Reaktionen in der Gegenwart haben mich zunächst irritiert oder sogar geärgert und doch konnte ich sie im Kontext der Vergangenheit zumindest ein Stück weit verstehen. Es gab Passagen in der Gegenwart, die sich für mich etwas gezogen haben und mich emotional weniger abgeholt haben. Gleichzeitig habe ich mich manchmal dabei ertappt, mir mehr Gegenwart zu wünschen, weil die Vergangenheit einfach so schwer zu ertragen war; nur um dann beim nächsten Rückblick wieder zu denken: Das ist kaum auszuhalten.Als ich das Buch beendet hatte, war ich wie leer. Ich musste mich sammeln. Mehrere Tage lang. Selbst nachdem ich schon neue Bücher begonnen hatte, war diese Geschichte noch da. Es ist mir selten so schwergefallen, Worte für eine Rezension zu finden. Susanne Abel schreibt, wie immer, sehr flüssig, klar und zugänglich. Trotz der Schwere der Themen liest sich das Buch nicht sperrig, sondern zieht einen regelrecht durch die Seiten. Die Figuren sind extrem authentisch. Jede einzelne hat bei mir etwas ausgelöst: Wut, Mitgefühl, Ohnmacht, Zuneigung. Die Verwebung von Vergangenheit und Gegenwart ist meisterhaft gelungen und wirkt durchdacht, stimmig und sehr sorgfältig recherchiert. Man spürt, wie viel Arbeit, Wissen und Verantwortung in diesem Buch steckt. Die Themen, Missbrauch, Gewalt, Medikamentenabhängigkeit, sexualisierte Übergriffe und der Umgang mit den Betroffenen werden nicht sensationell ausgeschlachtet, sondern ernst, würdevoll und vielschichtig dargestellt. Fazit „Du musst meine Hand festhalten, Nr. 104“ ist eine Geschichte, die man aushält. Eine Geschichte, die wehtut, aber unglaublich wichtig ist. Ich werde dieses Buch vermutlich kein zweites Mal lesen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil es so schwer ist. Aber ich bin sehr dankbar, dass ich es gelesen habe. Es ist ein wertvoller Beitrag zur deutschen Nachkriegsgeschichte, zur Aufarbeitung von Leid, das viel zu lange verdrängt wurde und eine Stimme für all jene, die nie gehört wurden.
Ehm...wow (beschreibt meine ersten Gedanken nachdem ich das Buch beendet hatte) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
In diesem Buch geht es um Margret und Hardy. Beide sind unteranderem in einem Kinderheim der Nachkriegszeit aufgewachsen. Dort haben sie sich kennen gelernt und Margret hat sich geschworen Hardy zu beschützen, denn dieses Heim war Grausam und Verstörend. Wenn man die "Ordnung" vernachlässigte waren Physische und Psychische Gewalt Gang und gebe. Wir lesen wie Margret und Hardy erwachsen werden und versuchen die Grausamkeiten ihrer Kindheit zu vergessen, um nie wieder darüber zu reden. Leider gehen die Misshandlungen nicht spurlos an ihnen vorbei und haben daher auch Auswirkungen auf ihre Familie.
Krasses, emotionales Leseerlebnis mit einigen Tränen und einer wirklich wichtigen Botschaft
„Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ ist ein emotionales Erdbeben von einem Buch – roh, ehrlich und absolut berührend, das mich mehrmals zu Tränen gerührt hat. Die Geschichte greift Themen auf, die so dringend und relevant sind, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt: Sie zeigt menschliche Abgründe, Resilienz und den Mut, schwere Wahrheiten anzugehen, ohne je in Klischees abzugleiten. Besonders die Figuren fühlen sich lebendig an, ihre Kämpfe und kleinen Siege haben mich tief mitgenommen, auch wenn einzelne Passagen stellenweise etwas intensiv wirken und Raum zum Atmen vermissen lassen. Trotzdem ein starkes, notwendiges Leseerlebnis, das lange nachhallt und jeden Leser fordert.
Berührend
Was für ein Buch! „Du musst meine Hand fester halten“ hat mich wirklich tief berührt. Es ist traurig, keine Frage , teilweise sogar richtig schmerzhaft zu lesen. Aber gleichzeitig so eindringlich und bewegend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Susanne Abel hat einfach ein unglaubliches Gespür dafür, große Themen auf eine persönliche und greifbare Weise zu erzählen. Es ist so wichtig, dass genau solche Geschichten erzählt und diese Themen wieder ins Bewusstsein geholt werden. Ich habe auch die ersten beiden Teile von ihr gelesen und sehr geliebt, umso schöner fand ich es, dass es hier ganz ganz kleine Verbindungen zu den vorherigen Bänden gab. Nicht aufdringlich, aber so, dass man ein bisschen schmunzeln oder wiedererkennen konnte, wenn man die anderen kennt. Obwohl die ganze Geschichte einen schon sehr berührt hat, gab es ganz am Ende sogar nochmal einen kleinen „Plottwist“, womit ich auch gar nicht gerechnet habe. Ein ruhiges, starkes Buch, das noch lange nachhallt. Taschentücher bereithalten, aber definitiv eine Leseempfehlung!
Institutioneller Missbrauch und Generationentraumata
Klingt erstmal wie eine sehr schwere Lektüre und in Teilen stimmt das auch. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Hardy und Margret wachsen nach dem Krieg in Heimen im Sauerland und Ruhrgebiet auf. Dort lernen sie sich kennen und Margret fängt an Hardy zu beschützen. Dieses Verbindung zwischen den Beiden begleiten wir ihr ganzes Leben lang. Die Beiden hatten echt kein leichtes Leben. Die Qualen und die Pein, denen sie ausgesetzt sind, durchleben wir als Leser in jedem Kapitel. Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Vergangenheit der beiden und dann, über mehrere Jahre, ihr jetziges Leben. Als Kinder in einem katholischen Kinderheim im Sauerland mussten sie unvorstellbare Qualen erleiden. Und das von Leuten, die nach außen hin Nächstenliebe predigen. Dabei war es nicht alleine ein Versagen der kirchlichen Organisationen, sondern von sehr vielen Heimen zu dieser Zeit. Die Schilderungen waren teilweise kaum auszuhalten. Um so schlimmer ist es, dass Susanne Abel gut recherchiert hat und ihr Buch zwar größtenteils fiktiv ist, jedoch auf echten Geschichten beruht. Der Gedanke, dass den wehrlosesten aller menschlichen Geschöpfe so viel Leid zugefügt wurde, war für mich wirklich schrecklich. Ich habe mehr als einmal ziemlich weinen müssen. Es gab viele Charaktere, die mich wirklich aufgeregt haben. Aber vor allem Margret, Hardy und Emily habe ich sehr ins Herz geschlossen. Man konnte sich gut in die jeweiligen Situationen hinein fühlen. Auch wenn Emily sich oft von ihrer Uroma ungerecht behandelt gefühlt hat, weiß man als Leser, woher es kam. Auch wenn es in meiner Familie zum Glück niemanden gab (so weit ich weiß), der in so einem Heil aufgewachsen ist, kamen mir viele Verhaltensweise doch sehr bekannt vor. Zum Beispiel, dass in der (Ur-)Großeltern Generation wenig über Gefühle gesprochen wird und man immer merkt, dass manche Sachen einfach ungesagt bleiben. Oder auch Familientraumata, die sich durch alle Generationen ziehen. Vielleicht ging es mir deshalb nochmal ein Stück näher ans Herz. Auch die Verbindung zum Ruhrgebiet mit seinen Gepflogenheiten und seiner Sprache hat bei mir ein wohlig warmes Gefühl von Heimat hinterlassen. Mir fällt es bei diesem Buch besonders schwer, die richtigen Worte zu finden. Wenn ich meine Rezi bis jetzt lese, klingt es eigentlich nur schlimm und ich wüsste nicht, warum man es lesen sollte. Aber auch, wenn es einen wirklich bis ins Mark erschüttert und oft die Tränen ins Auge schießen lässt, es ist ein Buch fürs Herz. Und gleichzeitig ein sehr wichtiges. Es arbeitet ein Stück deutscher Geschichte auf, mit der ich mich vorher nicht beschäftigt habe. Aber es ist wichtig, dass auch solche Themen Gehör finden. Ich finde das hat Susanna Abel wirklich meisterhaft hinbekommen. Man merkt, dass sie sich mit echten Biografien und Experten beschäftigt hat, um möglichst viele Themen in diesem Buch zu verarbeiten. Dabei fühlt es sich nie übervoll an. Es passt einfach perfekt. Solche Bücher können in meinen Augen helfen emphatischer zu werden. Jeder trägt sein Päckchen mit sich rum. Und wenn uns jemand komisch vorkommt, sollten wir öfter versuchen zu verstehen, woher das kommt, als diese Person von Vorhinein abzustempeln. An diesem Buch sieht man mal wieder, dass es im Krieg immer viel mehr Opfer gibt, als die Toten und Verletzten. So etwas hat immer weitreichende Folgen und mir fehlt die gedankliche Kapazität, um zu begreifen, warum Menschen sich das gegenseitig antun.
"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist ein zutiefst berührender Roman, der mich stellenweise sehr erschüttert hat. Mir haben ja schon Susanne Abels Vorgänger-Romane "Stay away from Gretchen" und "Was ich nie gesagt habe" sehr gut gefallen, aber ihr aktueller Roman "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist für mich eine Steigerung, die mich mitten ins Herz getroffen hat. Ein Roman über lebenslange Freundschaft, inniger Liebe, dem Leid der Kriegskinder und Heimkinder in den 1950er und 1960er Jahren - und dass dieses Leid generationenübergreifend auch das Leben der Kinder, Enkel und Urenkel beeinflusst. Hervorragend recherchiert und auch das Nachwort ist sehr emotional. Absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Roman, der bei mir sicherlich noch lange nachhallen wird.
"...aber ich weiß, dass sich das, was uns als Kindern widerfährt, einbrennt und unser ganzes Leben prägt. "
Wie schon in ihren beiden ersten Büchern widmet Susanne Abel sich mit diesem Buch den Geschehnissen in Nachkriegsdeutschland und dem Schicksal der Menschen. Hier sind die Protagonist*innen Margret und Hartmut Kinder, die nach dem Krieg aus jnterschiedlichen Gründen ohne Eltern in Heimen aufwachsen und fort schreckliche Dinge erleben. Gewalttätigd Nonnen, Strafen und pharmazeutische Experimente. Die Geschichte ist fiktiv, doch das hat alles wirklich stattgefunden. Die Bundesregierung hat Ende der 2000er Jahre Untersuchungen mit Expert*innen gegründet, um Licht in die Gräueltaten zu bringen. Den Opfern hilft das kaum noch, denn sie haben nicht gelernt sich Hilfe zu holen, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Das ist eben auch die Geschichte des Buches. Hardy und Margret lernen sich in einem katholischen Heim kennen, erleben schlimme Dinge und verlieren sich aus den Augen, um sich Jahre später wieder zu finden. Fortan führen sie ihn Leben zusammen, heiraten und gründen eine Familie. Das Erlebte in der Kindheit, prägt aber auch das Erwachsensein und die eigene Bindung zu den Kindern, die insbesondere von Margrets Seite durch Strenge und Kontrolle geprägt ist. Susanne Abel hat ein wichtiges Buch über die Traumata der Kriegskinder geschrieben, die auch in nachfolgende Generationen wirken. In ihrem Nachwort weist sie auch auf die aktuellen kriegerischen Handlungen hin, die auch auf Kinder einen Einfluss haben. Zeit zu handeln. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Triggerwarnung: Tod, Verlust von Menschen Alkoholismus, sexuelle Gewalt, Verwahrlosung
„Das Zwacken zwischen ihren Schulterblättern erinnerte sie daran, dass man ihnen vorher eingebläut hatte, sich nicht mit ihrer Nummer, sondern mit ihrem Namen vorzustellen.“
Puh, ich bin noch vollkommen überwältigt von diesem Buch und den wirklich harten Themen. Gerade die Teile, die in der Vergangenheit spielen, waren stellenweise kaum zu ertragen, dennoch bringt Abel auch diese schrecklichen Seiten mit Hilfe der großartigen Geschichte rund um Hardy und Margret auf eher berührende Weise rüber und trägt den Leser so durch den Roman. Ihr Schreibstil ist sehr klar, eindringlich und dadurch hervorragend lesbar. Im Nachgang hat mich das Buch dazu bewegt, mich noch tiefgehender mit der Thematik zu beschäftigen und dabei wurde mein Eindruck bestätigt, dass die Autorin offensichtlich sehr gut recherchiert, aber auch versucht hat, tatsächliche Schicksale und die Missstände im Deutschland der Nachkriegszeit sehr engmaschig in ihre Geschichte einzubinden.
Mit herzergreifenden Kinderschicksalen, heute und vor sechzig Jahren, startet Susanne Abel die Geschichte um Helmuth und Margret. Zwei Kriegswaisen,Hekmut und Margret, deren hartes Schicksal die Grundlage für die Entwicklung dieses Romans bildet. Die Härte und Graussmkrit mit der Kinder behandelt wurden, erschüttert zutiefst und gebannt lässt man sich in in den Lesesog ziehen. Und so entfaltet sich das Leben der beiden, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute. Die Autorin schafft es mit ihrem bildhaften Schreibstil die Zeit, die Situationen und auch die Charaktere lebendig werden zu lassen. Man braucht nicht lange um die Hauptprotagonisten kennen zu lernen. Schlicht und abgegrenzt, mit leicht lesbaren Textfluss, kann man den Lebenslinien in zwei Zeitebenen folgen. Und diese entfalten sich spannend und geradlinig, so dass man ausgezeichnet folgen kann. Kein kompliziert geschriebener Text, sondern harmonisch und verständlich erzählt, gespickt mut leisem Humor. Das passte für mich hervorragend zu den traurigen Lebenswegen, in denen dennoch soviel Liebe und echte Menschlichkeit aufleuchten. Eine Geschichte, in der wieder deutlich wird, wie Vergangenheit bis in die Gegenwart Auswirkungen hat. Wie Verhaltensmuster über Generationen weiter gegeben werden. Und dass Liebe, trotz allem. Eine beeindruckend Familiengeschichte, wunderbar und tiefsinnig geschriebend. Sie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Vorweg muss ich sagen: Ich bin wirklich kein Leser von Wohlfühlliteratur. Trigger-Warnung!!
Dieses Buch ist das genaue Gegenteil davon. Du musst meine Hand fester halten Nr. 104 ist eines dieser Bücher, die einen nicht einfach berühren, sondern regelrecht zerstören. Und dann auch noch gleich im Januar – ein Jahreshighlight mit einer fast erschreckenden, zerstörerischen Kraft. Die letzten vier Stunden des Hörbuches waren für mich kaum noch auszuhalten. Emotional, körperlich, mental. Es ist diese beklemmende Mischung aus Ohnmacht, Wut und tiefer Traurigkeit, die sich immer weiter zuspitzt. Und doch zwingt einen das Buch dazu, sich vor Augen zu halten, dass Menschen all das – wenn auch nicht genau diese Geschichte – real erlebt und ausgehalten haben müssen. Diese Erkenntnis macht das Zuhören so schmerzhaft wie notwendig. Susanne Abel gelingt es auf eindringliche Weise zu zeigen, dass erlebtes Leid nicht einfach mit einer Generation endet. Traumata verschwinden nicht, sie verändern ihre Form. Sie werden weitergegeben – durch Schweigen, durch Härte, durch Verhaltensweisen und Lebensentscheidungen, die aus dem Erlebten heraus entstehen. Besonders stark ist dabei, dass der Roman nicht in reiner Hoffnungslosigkeit verharrt. Er zeigt, dass es möglich ist, diese Ketten zu durchbrechen. Aber auch das hat seinen Preis. Heilung ist hier kein sanfter Prozess, sondern ein schmerzhafter, aufwühlender Akt der Konfrontation. Einen besonders schweren Hintergrund bildet die Darstellung von Kirche und Heimen in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Kinder, die Schutz gebraucht hätten, wurden in Institutionen untergebracht, die von Kontrolle, Gewalt und systematischem Missbrauch geprägt waren. Die Kirche als moralische Instanz versagte vielfach – nicht nur durch aktives Handeln, sondern auch durch Wegsehen und Schweigen. Körperlicher, seelischer und sexueller Missbrauch wurde gedeckt oder relativiert, oft im Namen von Ordnung, Gehorsam und „Erziehung“. Hinzu kommen die angedeuteten pharmazeutischen Versuche an Kindern, ein Thema, das besonders erschüttert. Kinder aus Heimen galten als rechtlos, als verfügbar. Sie wurden zu Objekten gemacht, an denen Medikamente getestet wurden – ohne Aufklärung, ohne Zustimmung, ohne Rücksicht auf die Folgen. Das Heim, in dem der Anfang dieser Geschichte liegt, steht sinnbildlich für viele reale Orte dieser Zeit: Orte, an denen Kinder gebrochen statt beschützt wurden und deren Narben ein Leben lang bestehen blieben. Dabei ist wichtig zu betonen: Die Geschichte basiert auf realen historischen Umständen, doch die Protagonisten selbst sind fiktiv. Gerade diese Mischung aus Fakten und Fiktion verleiht dem Roman seine Wucht. Man weiß, dass es so hätte passieren können – und dass es in ähnlicher Form vielfach passiert ist. Abschließend muss die Hörbuch-Sprecherin hervorgehoben werden. Ihre Leistung ist eine absolute Glanzleistung. Sie verleiht den Figuren Tiefe, Verletzlichkeit und Authentizität, ohne jemals ins Pathetische abzurutschen. Emotionen werden nicht überzeichnet, sondern präzise transportiert – oft leise, oft brüchig, und gerade deshalb so wirkungsvoll. Durch ihre Stimme wird das Geschehen noch realer, noch unmittelbarer, noch schwerer auszuhalten. Für mich hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Hörbuch so lange nachhallt. Ein Buch, das weh tut. Ein Buch, das bleibt. Und eines, das man nicht einfach „gehört“ oder „gelesen“ hat – man hat es überlebt
„Trauma endet nicht mit der Tat – es lebt weiter in denen, die danach kommen.“ Susanne Abel
Dieses Buch hat mich völlig fertig zurückgelassen. Ich habe an so vielen Stellen geweint, weil das, was hier erzählt wird, so grausam, so erschütternd und so unfassbar ist. Besonders der Umgang der Kirche mit kleinen, schutzlosen Kindern ist kaum auszuhalten. Zu lesen, wie systematisch weggesehen, geschwiegen und zerstört wurde, macht wütend und sprachlos zugleich. Was dieses Buch so stark und so schmerzhaft zu gleich macht, ist der Blick auf die langfristigen Folgen. Es geht nicht nur um das erlittene Leid der Kinder, sondern darum, wie tief solche Traumata in Familien weiterwirken, wie sie Generationen prägen und Leben lang nachhallen. Dieses Weitertragen von Schmerz ist leise, aber allgegenwärtig. Susanne Abel erzählt diese Geschichte mit großer Sensibilität, ohne zu beschönigen. Sie zeigt, wie wichtig Aufarbeitung ist, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die nachfolgenden Generationen. Ein Satz aus dem Buch (sinngemäß) ist mir besonders im Kopf geblieben: Trauma endet nicht mit der Tat – es lebt weiter in denen, die danach kommen. Dieses Buch hat mich emotional zerstört, aber genau deshalb halte ich es für unglaublich wichtig. Eine Geschichte, die weh tut, aufrüttelt und nicht loslässt.
Wundervolles Buch - Bewegend und berührend Die Thematik dahinter ist natürlich alles andere als wundervoll, sie ist grausam aber eben auch ehrlich und, wenn man das Wort in dem Kontext benutzen kann, höchst interessant. So mache Szenen haben wirklich keinen Spaß gemacht zu lesen und trotzdem war man gefesselt von der Geschichte und konnte nicht aufhören zu lesen
Sprachlos! Dieses Buch hat alle Sterne der Welt verdient.
Wut, Trauer, Freude...und vieles mehr hat dieses Buch in mir wecken können. Und ich bin mir sicher, dass es noch lange in mir nachhallen wird. Bin einfach nur sprachlos und kann es einfach nicht beschreiben wie gut ich dieses Buch fand. Es ist jetzt schon ein JAHRESHIGHLIGHT für mich. Werde auf jeden Fall die ersten Bücher von Susanne Abel lesen.
Mitreißend & berührend – absolut empfehlenswert! 🌟
Ein mitreißendes Buch! Trotz vieler Protagonisten bleibt alles übersichtlich, und die zeitversetzte Erzählweise sorgt für spannende Tiefe. Manche Szenen sind heftig, aber genau das macht die Story so packend. Das schöne Happy End rundet alles perfekt ab – absolut empfehlenswert!
Susanne Abel hat für dieses Buch mindestens 10 Sterne verdient
Dieses Buch hat mich soviel gelehrt. Auch das Epilog am Ende und die Widmung und wie dieses Buch zustande gekommen ist, ist so lehrreich und lässt einen überlegen und bringt einen zum nachdenken. Kein Wort in diesem Buch, keine Zeile, keine Seite ist verschwendet. Es hat mich zerstört. Das Buch wird mich noch lange beschäftigen.
🍿Susanne Abel hat mal wieder den Blick auf Geschehnisse der Nachkriegszeit gerichtet, die man so im Geschichtsunterricht nicht erfährt. Eingebettet in eine sehr rührende Geschichte erfahren wir, wie sich schreckliche Ereignisse durch mehrere Generationen einer Familie ziehen. Wichtig: unbedingt das Nachwort lesen/hören! 🎥 Margret und Hardy nehmen ihre Urenkelin auf, weil ihre Enkelin einen „unsteten Lebenswandel“ hegt. Je älter die kleine Emily wird, umso größer werden die Konflikte: viele Dinge werden nicht besprochen und sie darf vieles nicht, was für andere Kinder in ihrem Alter normal ist. Was die ganze Familie nicht weiß: Hardy und Margret kennen sich seit ihrer Kindheit aus dem Heim und haben Dinge erlebt, die kaum begreifbar sind. Erst ein Brief, den Emily findet, führt dazu, dass alle erfahren, was sie durchmachen mussten… 📝Fazit: Dieses Buch beschäftigt mich noch immer. Susanne Abel schafft es Fiktion und reelle Ereignisse so gut zu verweben, dass man alle Gefühle durchlebt. Ich befürchte, ohne Taschentuch schafft man das Buch nicht. Also vielleicht lieber lesen, wenn man für das Thema bereit ist. Das ist mein drittes Buch der Autorin und ich oute mich als kleinen Fan ☺️
Boa was für ein gutes Buch! Man sollte ganz dringend die Triggerwarnung lesen, denn das Buch ist absolut keine leichte Kost, aber es ist unglaublich berührend und sehr gut geschrieben, beinhaltet ganz viele verschiedene und echt schwere Themen und schafft es trotzdem einem ab und an ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!
Tief beeindruckend und herzzerreißend
Susanne Abel erzählt in zwei Zeitebenen. Eine Ebene erzählt im Jetzt, wo die ca 10jährige, im Verlauf dann heranwachsende Emily, bei ihren relativ jungen Urgroßeltern aufwächst, da Mutter und Oma dazu nicht in der Lage sind. Die zweite Erzählebene ist in der Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre, in der eben diese Urgroßeltern, Margret und Hardy als Kriegswaisen in verschiedenen Kinderheimen aufwachsen. Nachdem der etwas älteren Margret nach vielen Jahren mit Hardy die Flucht gelingt, bleiben sie lebenslang in Vertrauen und Liebe zusammen. Mehr möchte ich zum konkreten Handlungsverlauf nicht sagen. Welche furchtbaren Behandlungen ihnen und den anderen schutzbefohlenen Kindern angetan wurden (vor allem in kirchlichen Heimen), in Form von schweren körperlichen und seelischen Misshandlungen, Lieblosigkeit und Härte, interpretiert und gerechtfertigt als Erziehungsmittel, das ist unglaublich erschütternd und unfassbar, zumal bis heute verschwiegen und vertuscht wird. (Erst 2008 hat die Bundesregierung angefangen, die skandalösen Zustände in den Heimen aufzuklären, während die Träger dieser Institutionen bis heute verschleiern und aussitzen!) Obwohl man für dieses Buch vielleicht starke Nerven braucht, ist dies trotzdem eine spannende, wunderbar erzählte Familiengeschichte, in der uns besonders Margret, Hardy und Emily ans Herz wachsen und die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit in allen Bereichen deutlich wird. Dabei ist die hervorragende Recherchearbeit der Autorin besonders hervorzuheben. Ich habe bewusst das von Vera Teltz eingelesene Hörbuch gewählt, die es hervorragend versteht den unterschiedlichen Charakteren mit ihrer einfühlsamen, aber nicht überinterpretierenden Stimme eine eigene Persönlichkeit zu geben. Richtig gut vermag sie Schweigen und Sprachlosigkeit zu verdeutlichen, deren Auswirkungen bis in die folgenden Generationen nachhallen. Riesengroße Lese- oder Hörempfehlung!!!
Heimkinder der Nachkriegszeit
Die Geschichte packt einen sofort und lässt nicht mehr los. Besonders die Schattenseiten der Zeit nach dem Krieg sind intensiv geschildert und emotional sehr belastend – stellenweise geht das wirklich unter die Haut. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie es möglich war, Kindern gegenüber mit so viel Härte und Ungerechtigkeit zu handeln. Hier bitte unbedingt die Triggerwarnungen lesen! 🚨 Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung des Generationenkonflikts. Es wird sehr nachvollziehbar gezeigt, wie unverarbeitete Erfahrungen weitergegeben werden und welchen Einfluss sie auf nachfolgende Generationen haben. Ebenso spürbar ist, wie schwer es vielen fällt, über schmerzhafte Erinnerungen überhaupt zu sprechen. Insgesamt ein Buch, das lange nachwirkt, zum Reflektieren anregt und meiner Meinung nach unbedingt lesenswert ist.
Absolut Empfehlungen!
Sehr interessantes Buch. Zeigt wie Elternlose Kinder nach dem zweiten Weltkrieg aufwachsen mussten. Zudem beschreibt es sehr gut wie eine erlittenes Trauma sich über Generationen ziehen kann, wenn es nicht aufgearbeitet wird. Und das Ende ist meiner Meinung nach echt Herzerwährmend und sehr überraschend!
🖤 Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104 ist eine tief berührende Familiengeschichte über Verlust, Solidarität und die Kraft, das Vermächtnis der Vergangenheit zu tragen.
Die Kinder Hartmut (Nr. 104) und Margret lernen sich Ende der 1940er Jahre in einem katholisch geführten Heim kennen – eine Begegnung, die ihr ganzes Leben prägen wird. Hartmut, ohne Namen, heimatlos, wurde vom Krieg verschluckt. Margret, älter, verletzt, nimmt ihn an die Hand. Diese Szene – „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ – ist zugleich ein Bild für Schutz, Mut und Verbundenheit. Dieses Buch hat mich wirklich tief berührt. Schon die ersten Seiten haben mich in eine Stimmung versetzt, die irgendwo zwischen Traurigkeit, Mitgefühl und Hoffnung lag. Ich fand es unglaublich bewegend, wie Susanne Abel es schafft, das Schicksal von Hartmut und Margret so authentisch und menschlich zu erzählen – ohne Pathos, aber mit ganz viel Herz. 💔 Was mir besonders naheging, war diese Szene, in der Margret dem kleinen Jungen ihre Hand reicht. Dieser Moment zieht sich sinnbildlich durch das ganze Buch – dieses „Halt mich fest, sonst verliere ich mich“ bleibt einfach hängen. Ich hatte mehrmals Gänsehaut, besonders wenn klar wurde, wie sehr die Vergangenheit nachwirkt – über Generationen hinweg. Auch die Perspektive der Urenkelin Emily fand ich wichtig. Sie steht für all jene, die heute versuchen, die unausgesprochenen Geschichten ihrer Familien zu verstehen. Es zeigt, dass Heilung erst dann beginnt, wenn man hinsieht. Ich hab oft innegehalten, musste das Buch kurz zur Seite legen bzw. das Hörbuch pausieren, weil die Emotionen so intensiv waren. Aber genau das macht es für mich besonders: Es fühlt sich echt an. Für mich ist dieses Buch kein leichtes, aber ein sehr wertvolles. Es erinnert daran, wie viel Stärke in Mitgefühl und Verständnis liegt – und dass selbst die dunkelsten Kapitel menschlicher Geschichte durch Liebe und Verbundenheit ein kleines Stück heller werden können. 🌙
Ein wichtiges Thema, bei dem ich mir gedacht habe, dass es gut ist, dass es endlich mal nicht verdrängt, sondern in der Vordergrund gerückt wird und sich viele bestimmt für das Schicksal der Heimkinder interessieren. Die Verbrechen, so kann man sie wirklich benennen, wurden von Susanne Abel sehr gut beschrieben. Was mir jedoch nicht gefallen hat war die Schreibweise, diese wirkte für mich sehr einfach und platt, so wie auch teilweise die Geschichte um die Urenkelin Emyli. Da kamen mir manche Details in dem Leben etwas aufgesetzt vor, wie z.B. der Amoklauf in der Schule von Emily, aber auch die Musterung von Hardy oder das Bestehen des Führerschein mit Hilfe von seiner Frau Margret, da Hardy ja nicht lesen konnte...Das hätte ich beim Lesen nicht gebraucht. Da ziehe ich Sachbücher zu diesem Thema eher vor, die die Autorin ja auch in ihrem Literaturverzeichnis angibt: sehr eindrücklich ist das Buch von Peter Wensierski - "Schläge im Namen de Herrn" oder auch das Buch von Lena Gilhaus über Verschickungskinder... Ich finde es sehr wichtig, dass diese grausame Zeit in der Heimkinder ans Licht kommt
Ein kleiner Junge, der nichts von sich weiß. Er wird vom Alter geschätzt, kriegt einen neuen Namen und wird in ein katholisches Kinderheim geschickt. Dort lernt er Margret kennen, die sich irgendwie um ihn kümmert. So gut wie sie es in diesen Zeiten kann. Die zwei verlieren sich, denn Margret wird in ein neues Zuhause gesteckt. Dort erfährt sie Schreckliches. Aus ihrem neuen, schönen Zuhause kommt sie in eine Anstalt für "gefallene" Mädchen. Sie sehnt den Tag ihrer Volljährigkeit herbei, um endlich entlassen zu werden. Endlich ist der Tag gekommen und sie ist frei. Doch Wass soll sie jetzt tun? Erst arbeitet sie als Aushilfskraft in einer Kneipe, dort wird sie unsittlich betatscht - und genau das bringt sie in die Vergangenheit zurück. Sie nimmt ihre Sachen und verschwindet. Ja, und nun? Sie findet Arbeit in einem Pflegeheim für Behinderte, Schwachsinnige. Und dort findet sie ihren Hardy durch Zufall wieder. Gemeinsam fliehen sie - in eine unbekannte Zukunft. Und dort finden sie ihr Glück. So ein Buch, traurig, macht nachdenklich, bleibt im Kopf. Man möge bitte die Triggerwarnung beachten. Kindsmissbrauch, sexualisierte Gewalt, körperliche und seelische Grausamkeit. Dieses Buch ist lesenswert. Eigentlich sollten es 10 Sterne sein.
Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? ❤️🩹
Ich liebe „Stay away from Gretchen“ und habe mich sehr auf das neue Buch von Susanne Abel gefreut aber WOW, ich habe nicht erwartet, dass mich diese Geschichte so umhaut. Ich kann es nicht mal richtig in Worte fassen, einfach herzzerreißend und tragisch. Habe teilweise wirklich Rotz und Wasser geheult. Absolutes Jahreshighlight!!
Ergreifend! Taschentücher bereithalten!
Sehr toller, gut recherchierter Roman über die Vererbung von in der Kindheit erlebten Traumata an die nächsten Generationen. Ein Rest Fassungslosigkeit über die Verhältnisse nach dem Krieg bleibt zwar, aber die Geschichte zeigt eindringlich, was in dieser (in der Literatur oft vernachlässigten) Nachkriegszeit alles passiert ist und passieren konnte, bevor es wieder staatliche Strukturen gab.
Wahnsinnig tolle Aufarbeitung der Geschichte von Heimkindern in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
Susanne Abel schreibt nicht nur bewegende Geschichten (dieses wie auch Stay away from Gretchen) sondern erschafft diese auch auf dem Fundament von wahrer Geschichte und das macht sie so stark. Das Buch spielt über einen langen Zeitraum, die Charaktere, die sie schreibt sind total greifbar. Es beschreibt die traumatischen Erfahrungen zweier Kinder in Heimen und man fängt über die Geschichte an zu verstehen, warum sie als alte Menschen anstrengend für ihre Familienmitglieder sind, oder bei bestimmten Themen empfindlich reagieren. Am Ende musste ich so weinen, richtig schlimme Geschichte aber tolles Buch.
Must read! 🐦⬛🫱🏻🫲🏼🤍
Wow, Susanne Abel hat mich mit ihrem Buch mal wieder total in den Bann gezogen. Die Geschichte um Hardy und Margret hat mich so berührt, vor allem weil man als Leser*in die Gefühlswelt und Traumata von allen Charakteren kennenlernt. In welchen Unständen Kinder in Heimen in der Nachkriegszeit und noch später leben mussten, ist wirklich schrecklich. Und auch wenn ich dies bereits wusste, veranschaulicht diese Geschichte, mit welchen Erlebnissen und Traumata andere Generationen leben müssen. Auch Emily als Protagonistin in den Gegenwartskapiteln konnte ich so gut verstehen. Es zeigt einfach, dass oft viel mehr hinter dem Handeln einer Person steckt als man vielleicht sehen kann! Vor allem das Nachwort hat mich nochmal geflasht, denn hier wird nochmal deutlich, dass viele der geschrieben Geschehenisse wirklich so passiert sind. Zitate: „Manchmal hilft es, sich mit der Vergangenheit auseinan-derzusetzen, damit die alten Wunden heilen können, Frau Willeiski“ „Aber weil er in seinem bisherigen Leben das Fragen nicht gelernt hatte, blieb er stumm, erfüllt von der ewigen Angst, etwas falsch gemacht zu haben.“
Ein berührender, eindrucksvoll erzählter Familienroman über Liebe, Verlust und die Auswirkungen von Traumata
Der Roman erzählt die Geschichte von Margret und Hartmut, genannt Hardy, der als Kind im Jahr 1947 in einem katholischen Kinderheim nur als „Nummer 104“ bekannt ist. Hardy ist traumatisiert, spricht kaum und wird von den Heimleitungen missverstanden und schlecht behandelt. Margret nimmt ihn an die Hand und wird zu seiner wichtigsten Bezugsperson und seinem Schutz. Die Handlung wechselt zwischen der schweren Kindheit der beiden im Heim und ihrem Leben viele Jahre später als Ehepaar. Die Erlebnisse von Gewalt, Vernachlässigung und Lieblosigkeit prägen sie ein Leben lang und wirken sich auch auf die nächste Generation aus, insbesondere auf ihre Urenkelin Emily, die beginnt, die Familiengeschichte zu hinterfragen. Der Roman zeigt, wie tief Kindheitstraumata wirken können und wie wichtig Nähe, Vertrauen und menschlicher Halt sind, um Leid zu überstehen.
Wie viele Gefühle kann man nur in ein Buch packen
Es fällt mir wirklich schwer, eine Bewertung für dieses Buch zu schreiben. Der geschichtliche Hintergrund ist nicht immer das, was man sich vielleicht erhofft – aber genau das macht es so real. Das Leben schreibt eben seine eigenen Geschichten. Beim Lesen durchlebt man viele Gefühle: Man ist fassungslos, bestürzt, traurig und wütend – aber es gibt auch Momente voller Freude und Hoffnung. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Es regt zum Nachdenken an, und immer wieder musste ich tief durchatmen, um das Gelesene erst einmal zu verarbeiten.

Der etwa dreijähriger Hardy kommt 1945 in ein katholisches Kinderheim. Von seiner Vergangenheit weiß niemand etwas, es interessiert aber auch keinen. Mit Zucht und Ordnung wird er erzogen, beim kleinsten Vergehen hagelte es Strafen. Verständnis und Zuneigung gibt es nicht. Er freundet sich mit der sechs Jahre älteren Margret an. Sie passt auf ihn auf, so gut sie kann. Später findet ihre Tante sie und holt sie zu sich. Die Kinder werden getrennt, doch finden später wieder zusammen. Dieser Roman hat mich komplett auseinandergenommen. Am Ende liefen mir nur so die Tränen, so sehr hat mich die Geschichte um diese Menschen berührt. Emotional, tiefgründig und schonungslos wird hier erzählt, ohne jemals kitschig zu werden. Es gibt verschiedene Zeitebenen, die uns über mehrere Jahre an der Geschichte teilhaben lassen. Geschickt führt uns die Autorin durch die unterschiedlichen Handlungsstränge. Da war immer klar wo man gerade ist. Das Buch lässt sich super lesen. Ich wollte immer unbedingt wissen wie es weitergeht und wollte gar nicht mehr aufhören. Die Themen sind natürlich hart. Da sollte man vielleicht vorher die Triggerwarnung lesen. Hier geht es nicht nur um die Geschichte von Hardy und Margret im Heim in der Nachkriegszeit, sondern auch um vererbte Traumatas und die Folgen von Schweigen innerhalb der Familie. Das wurde eindrucksvoll anhand der Tochter, Enkelin und Urenkelin dargestellt. Ein so bewegender Roman. Für alle Leser, die diese Thematik interessiert, ein MUSS!
Ein Roman, der es in sich hat
Dieses Buch, das die Situation der verlorenen Kinder nach dem 2. Weltkrieg beschreibt, die Behandlung in den Kinderheimen und die Herzlosigkeit der Verantwortlichen wie Erzieherinnen und Nonnen, sind sehr schwer zu ertragen. Wie muss es erst den Kindern ergangen sein! Ich habe einige Male schlucken müssen und Tränen kamen auch oft. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Das Thema ist für Nichtbetroffene sicherlich nicht leicht zu ertragen. Aber es ist wichtig, davon zu wissen und es gehört/ gelesen zu haben. Und zu hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.
Ein sehr bewegendes Buch…..
Ich war schon sehr schockiert zu lesen was kleinen Kinder angetan wurde und das von Menschen die sie eigentlich beschützen sollten…. ich mochte es sehr wie liebevoll die Charaktere beschrieben wurden …. ich konnte mich gut in die Geschichte hinein versetzen und fühlte vor allem sehr mit Margret mit …. eine herzergreifende Geschichte die zeigt wie wertvoll Freundschaft und Liebe ist, vor allem in Zeiten in denen man glaubt dass alle Menschlichkeit verloren gegangen ist ….
„Ein tiefer Frieden, wie er ihn noch nie empfunden hat, breitet sich in ihm aus, denn die Tatsache, dass er als Kind geliebt worden ist, ändert alles.“
Mit nur 3 Jahren landet Hardy, der im Krieg aufgewachsen ist, in einem Kinderheim. Ohne zu wissen wer seine Eltern sind, geschweige denn wann genau er geboren ist wächst Hardy mit vielen anderen Kindern unter bestialischen Umständen auf. Die Erzieherinnen, darunter auch viele Ordensschwestern quälen und misshandeln die Heimkinder, behandeln sie als wären sie Niemand. Doch dann lernt er Margret kennen, die sich ihm annimmt und die sein Schicksal für immer verändern soll. Auch Jahre später haben die beiden noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, doch vor Scham öffnen sie sich gegenüber niemandem, nicht mal sich gegenseitig. Grausam & herzzerreißend, aber dennoch Realität. Ein wundervolles Buch, das einem viele Tränen, aber hin und wieder auch ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Characteristics
20 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht.
Wer ist man, wenn man niemand ist?
Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn Hardy nennt und schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen.
Klug, einfühlsam und berührend erzählt Susanne Abel in ihrem neuen Roman von der lebenslangen Liebe zweier Heimkinder.
Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend.
Eindringlich und aufrüttelnd. Ein bewegender Familienroman über den Einfluss unserer Vergangenheit auf unsere Nachkommen.
Die kleine Emily leidet unter dem hartnäckigen Schweigen ihrer Urgroßeltern Margret und Hardy, bei denen sie wegen des unsteten Lebenswandels ihrer Mutter aufwächst. Als Jugendliche beginnt sie schließlich, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wird es ihr gelingen, das Erbe der unverarbeiteten Traumata ihrer Familie endlich aufzubrechen?
»Susanne Abel schreibt unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend, in das wir alle hineingeboren werden, ohne es uns aussuchen zu können. Chapeau!« stern
»Seit Tagen wechselten sich Schnee und Regen ab, und es war glatt. Deshalb musste jedes größere Kind ein kleineres an die Hand nehmen. Und so marschierten die Heimkinder in Zweierreihen im Dunkeln hinunter nach Drolshagen. Der Zug wurde angeführt von zwei größeren Jungs, die mit Marschtrommeln den Rhythmus vorgaben. Dahinter schritt die Oberin, gefolgt von den übrigen Nonnen. Anders als sonst nahm es an diesem 24. Dezember 1947 niemand mit dem üblichen Redeverbot so genau. Doch mit wem hätte Margret sprechen sollen? Der kleine Kerl neben ihr, von dem sie nur die Nummer und nicht den Namen kannte, war dafür zu dumm. Er rutschte aus und Margret konnte nur durch beherztes Zugreifen verhindern, dass er stürzte und am Ende auch noch sie zu Fall brachte. ›Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104‹, ermahnte sie ihn. Der Kleine gab keine Antwort und setzte tapfer einen Fuß vor den anderen.«
Book Information
Author Description
Susanne Abel arbeitete als Erzieherin und realisierte nach ihrem Filmstudium als Regisseurin zahlreiche Dokus für das deutsche Fernsehen. Seit 2017 konzentriert sie sich ganz auf das Schreiben. Ihr gefeiertes Romandebüt ›Stay away from Gretchen‹ stürmte bis an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste und war ein sensationeller Erfolg, genau wie sein Nachfolger ›Was ich nie gesagt habe‹. Die gebürtige Badenerin lebt nach Stationen in Bochum, Berlin und Hamburg überwiegend in Köln.
Posts
Ein Jahreshighlight! So wichtig und herzzerreißend! Unbedingt lesen! 💛🩵🤝🏼🌟🌟🌟🌟🌟🤝🏼🩵💛
Mit „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ hat sich Susanne Abel definitiv in den Kreis meiner Lieblingsautoren eingereiht. Dieses Buch hat mich wirklich tief getroffen und bis ins Mark berührt. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich die richtigen Worte für diese Geschichte finden kann, außer dass sie unbedingt gelesen werden muss. Das Buch ist auf jeden Fall keine leichte Lektüre, sondern ein Roman, für den man sich Zeit nehmen muss. Jede Seite fordert Aufmerksamkeit und man braucht Zeit, um mal innezuhalten und um manchmal auch das Buch beiseite legen zu können, um Luft zu holen. Aber es lohnt sich, das verspreche ich Euch! Von Inhalt und Stil über den behutsamen Umgang mit einem sensiblen Thema bis hin zur emotionalen Wirkung erfüllt dieses Buch alles, was man sich von einer großartigen Lektüre wünscht. Ach ja, Taschentücher müsst Ihr unbedingt bereitlegen. Und das ist hier kein gut gemeinter Hinweis, sondern eine Notwendigkeit! Ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult. Diese Geschichte werde ich so schnell nicht vergessen und ich werde mich bestimmt weiter mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Unbedingt lesen! 🧡🩵🤝🏼🌟🌟🌟🌟🌟🤝🏼🩵🧡
Wieder ein fesselndes Buch von Susanne Abel. Mir gefällt die Erzählstruktur, Vergangenheit und Gegenwart abzuwechseln und zwischen früher und heute hin und her zu springen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, wenngleich es inhaltlich und thematisch schwer zu ertragen war. Dass mit der Talkshow von Tom Monderath ein Bezug zu den Gretchenbüchern hergestellt wurde, fand ich auch sehr nice. Absolute Leseempfehlung:Susanne Abel
Erschütternd
Susanne Abel erzählt uns hier eine fiktive Geschichte, die aber so oder so ähnlich in den Nachkriegsjahren statt gefunden haben könnte. Eine Geschichte so traurig, so hoffnungsvoll und so berührend. Es hat mich zum Teil schwer erschüttert wie bis in die 70er Jahre mit Heimkindern in Deutschland umgegangen wurde. Und das zumeist in kirchlichen Einrichtungen unter Vorgabe von Nächstenliebe und Christlichkeit. Züchtigungen, Missbrauch und Misshandlungen standen an der Tagesordnung immer unter dem Vorwand die Kinder zu guten Menschen erziehen zu wollen. Einige von ihnen trugen Traumata davon, von denen auch noch die Generationen danach betroffen waren. Wie hier in dem Buch, wo Margret nicht vertrauen kann, nicht wirklich lieben, weil sie das selbst nie gelernt hat. Missverständnisse und Unwissenheit der Kinder und Enkel, über das was die Eltern alles durchgemacht haben, entzweien die Familie. Und auch das Leben der Kinder und Kindeskinder bricht dadurch auseinander. Einmal mehr wird klar, daß frühere Generationen Dinge erleben mussten , die wir uns heute nicht mehr vorstellen könnne und daß wir daher oft unsere Eltern und Großeltern missverstehen. Eine Aussprache wäre oft gut, doch das kann diese Kriegsgeneration einfach nicht. Das Buch wird mich noch lange beschäftigen und nachhallen. Große Leseempfehlung von mir, dabei aber bitte unbedingt die Triggerwarnung zu Anfang beachten.
Ein muss für jeden!
• Halt meine Hand fester Nr. 104 • Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird mitten in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der nichts über sich selbst und seine Herkunft weiß. Sein Alter wird geschätzt, er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem katholischen Kinderheim auf, in dem viel Ordnung und noch mehr Zucht herrscht. Dort lernt er die etwas ältere Kriegswaise Margret kennen, die ihn schon im Heim zu beschützen versucht. Die beiden werden zu einer unverzichtbaren Stütze füreinander und beschließen, sich nie wieder loszulassen. Doch während sie mit aller Kraft versuchen, gemeinsam das Geschehene zu vergessen und ein normales Leben zu führen, werden die Folgen ihrer Vergangenheit auch für die nachkommenden Generationen bestimmend ... Rezension: Was für ein berührendes, leises und gleichzeitig unglaublich kraftvolles Buch. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Susanne Abel erzählt die Geschichte mit einer solchen Feinfühligkeit, dass man beim Lesen das Gefühl hat, selbst neben den Figuren zu sitzen und ihre Unsicherheiten, Hoffnungen und Verletzungen miterlebt. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Emotionen dargestellt werden. Nichts wirkt überzogen oder künstlich dramatisch und genau deswegen geht die Geschichte so tief und bleibt im Gedächtnis. Die Themen Erinnerung, Verlust, Familie und Identität ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Dabei schafft es Abel, schwere Inhalte mit Wärme und Menschlichkeit zu verbinden. Man leidet, hofft und liebt mit den Charakteren. Und das Buch erinnert an die schrecklichen Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg und konnte so wirklich passiert sein. Wodurch einen nochmal mehr bewusst wird wie schrecklich diese Zeiten waren. Für mich ist es ein Roman, der nachhallt. Einer, der zeigt, wie zerbrechlich und gleichzeitig stark Menschen sein können. Ein absolut muss für jeden!
Nachkriegskinder und das Schweigen danach
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird in Deutschland ein kleiner Junge gefunden, der weder seinen Namen noch seine Herkunft kennt. Sein Alter wird geschätzt, er erhält den Namen Hartmut und wächst in einem streng katholischen Kinderheim auf. Ein Ort, an dem Ordnung, Gehorsam und Gewalt den Alltag bestimmen. Dort begegnet er der etwas älteren Margret, ebenfalls ein Kriegskind. Schon früh beginnt sie, Hartmut zu beschützen. Zwischen den beiden entsteht eine tiefe, existenzielle Bindung. Sie werden füreinander Halt, Schutz und Familie und schwören sich, einander nie wieder loszulassen. Während sie versuchen, das Erlebte hinter sich zu lassen und ein „normales“ Leben zu führen, zeigt sich, dass die Traumata ihrer Kindheit nicht verschwinden. Sie wirken weiter: In ihren Beziehungen, in ihren Entscheidungen und schließlich auch in den Leben der nachfolgenden Generationen. Die Geschichte wird auf mehreren Ebenen erzählt: aus der Gegenwart heraus, aus den Perspektiven von Hartmut, Margret, ihrer Tochter, ihrer Enkelin und sogar ihrer Urenkelin und wird immer wieder durchzogen von Blicken zurück in die Vergangenheit. Dieses Buch hat mich tief getroffen. Es erzählt von Nachkriegskindheiten, die geprägt waren von Verlust, Gewalt, Schweigen und massiven Traumata. Und es tut weh, das zu lesen. Es macht wütend. Hilflos. Sprachlos. Die Schilderungen aus den Kinderheimen sind kaum auszuhalten. Vieles davon kennt man vielleicht aus Berichten oder aus den Medien. Aber darüber zu lesen, so nah an den Figuren, so detailliert und menschlich, ist etwas völlig anderes. Es ist schwer, sich das vorzustellen. Und eigentlich will man es auch gar nicht. Besonders eindrücklich fand ich den Blick auf Generationentrauma. Wie sich Erlebtes weiterträgt, wie es Verhalten prägt, Beziehungen zerstört oder erklärt. Manche Reaktionen in der Gegenwart haben mich zunächst irritiert oder sogar geärgert und doch konnte ich sie im Kontext der Vergangenheit zumindest ein Stück weit verstehen. Es gab Passagen in der Gegenwart, die sich für mich etwas gezogen haben und mich emotional weniger abgeholt haben. Gleichzeitig habe ich mich manchmal dabei ertappt, mir mehr Gegenwart zu wünschen, weil die Vergangenheit einfach so schwer zu ertragen war; nur um dann beim nächsten Rückblick wieder zu denken: Das ist kaum auszuhalten.Als ich das Buch beendet hatte, war ich wie leer. Ich musste mich sammeln. Mehrere Tage lang. Selbst nachdem ich schon neue Bücher begonnen hatte, war diese Geschichte noch da. Es ist mir selten so schwergefallen, Worte für eine Rezension zu finden. Susanne Abel schreibt, wie immer, sehr flüssig, klar und zugänglich. Trotz der Schwere der Themen liest sich das Buch nicht sperrig, sondern zieht einen regelrecht durch die Seiten. Die Figuren sind extrem authentisch. Jede einzelne hat bei mir etwas ausgelöst: Wut, Mitgefühl, Ohnmacht, Zuneigung. Die Verwebung von Vergangenheit und Gegenwart ist meisterhaft gelungen und wirkt durchdacht, stimmig und sehr sorgfältig recherchiert. Man spürt, wie viel Arbeit, Wissen und Verantwortung in diesem Buch steckt. Die Themen, Missbrauch, Gewalt, Medikamentenabhängigkeit, sexualisierte Übergriffe und der Umgang mit den Betroffenen werden nicht sensationell ausgeschlachtet, sondern ernst, würdevoll und vielschichtig dargestellt. Fazit „Du musst meine Hand festhalten, Nr. 104“ ist eine Geschichte, die man aushält. Eine Geschichte, die wehtut, aber unglaublich wichtig ist. Ich werde dieses Buch vermutlich kein zweites Mal lesen. Nicht, weil es schlecht ist, sondern weil es so schwer ist. Aber ich bin sehr dankbar, dass ich es gelesen habe. Es ist ein wertvoller Beitrag zur deutschen Nachkriegsgeschichte, zur Aufarbeitung von Leid, das viel zu lange verdrängt wurde und eine Stimme für all jene, die nie gehört wurden.
Ehm...wow (beschreibt meine ersten Gedanken nachdem ich das Buch beendet hatte) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
In diesem Buch geht es um Margret und Hardy. Beide sind unteranderem in einem Kinderheim der Nachkriegszeit aufgewachsen. Dort haben sie sich kennen gelernt und Margret hat sich geschworen Hardy zu beschützen, denn dieses Heim war Grausam und Verstörend. Wenn man die "Ordnung" vernachlässigte waren Physische und Psychische Gewalt Gang und gebe. Wir lesen wie Margret und Hardy erwachsen werden und versuchen die Grausamkeiten ihrer Kindheit zu vergessen, um nie wieder darüber zu reden. Leider gehen die Misshandlungen nicht spurlos an ihnen vorbei und haben daher auch Auswirkungen auf ihre Familie.
Krasses, emotionales Leseerlebnis mit einigen Tränen und einer wirklich wichtigen Botschaft
„Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ ist ein emotionales Erdbeben von einem Buch – roh, ehrlich und absolut berührend, das mich mehrmals zu Tränen gerührt hat. Die Geschichte greift Themen auf, die so dringend und relevant sind, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt: Sie zeigt menschliche Abgründe, Resilienz und den Mut, schwere Wahrheiten anzugehen, ohne je in Klischees abzugleiten. Besonders die Figuren fühlen sich lebendig an, ihre Kämpfe und kleinen Siege haben mich tief mitgenommen, auch wenn einzelne Passagen stellenweise etwas intensiv wirken und Raum zum Atmen vermissen lassen. Trotzdem ein starkes, notwendiges Leseerlebnis, das lange nachhallt und jeden Leser fordert.
Berührend
Was für ein Buch! „Du musst meine Hand fester halten“ hat mich wirklich tief berührt. Es ist traurig, keine Frage , teilweise sogar richtig schmerzhaft zu lesen. Aber gleichzeitig so eindringlich und bewegend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Susanne Abel hat einfach ein unglaubliches Gespür dafür, große Themen auf eine persönliche und greifbare Weise zu erzählen. Es ist so wichtig, dass genau solche Geschichten erzählt und diese Themen wieder ins Bewusstsein geholt werden. Ich habe auch die ersten beiden Teile von ihr gelesen und sehr geliebt, umso schöner fand ich es, dass es hier ganz ganz kleine Verbindungen zu den vorherigen Bänden gab. Nicht aufdringlich, aber so, dass man ein bisschen schmunzeln oder wiedererkennen konnte, wenn man die anderen kennt. Obwohl die ganze Geschichte einen schon sehr berührt hat, gab es ganz am Ende sogar nochmal einen kleinen „Plottwist“, womit ich auch gar nicht gerechnet habe. Ein ruhiges, starkes Buch, das noch lange nachhallt. Taschentücher bereithalten, aber definitiv eine Leseempfehlung!
Institutioneller Missbrauch und Generationentraumata
Klingt erstmal wie eine sehr schwere Lektüre und in Teilen stimmt das auch. Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Hardy und Margret wachsen nach dem Krieg in Heimen im Sauerland und Ruhrgebiet auf. Dort lernen sie sich kennen und Margret fängt an Hardy zu beschützen. Dieses Verbindung zwischen den Beiden begleiten wir ihr ganzes Leben lang. Die Beiden hatten echt kein leichtes Leben. Die Qualen und die Pein, denen sie ausgesetzt sind, durchleben wir als Leser in jedem Kapitel. Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Vergangenheit der beiden und dann, über mehrere Jahre, ihr jetziges Leben. Als Kinder in einem katholischen Kinderheim im Sauerland mussten sie unvorstellbare Qualen erleiden. Und das von Leuten, die nach außen hin Nächstenliebe predigen. Dabei war es nicht alleine ein Versagen der kirchlichen Organisationen, sondern von sehr vielen Heimen zu dieser Zeit. Die Schilderungen waren teilweise kaum auszuhalten. Um so schlimmer ist es, dass Susanne Abel gut recherchiert hat und ihr Buch zwar größtenteils fiktiv ist, jedoch auf echten Geschichten beruht. Der Gedanke, dass den wehrlosesten aller menschlichen Geschöpfe so viel Leid zugefügt wurde, war für mich wirklich schrecklich. Ich habe mehr als einmal ziemlich weinen müssen. Es gab viele Charaktere, die mich wirklich aufgeregt haben. Aber vor allem Margret, Hardy und Emily habe ich sehr ins Herz geschlossen. Man konnte sich gut in die jeweiligen Situationen hinein fühlen. Auch wenn Emily sich oft von ihrer Uroma ungerecht behandelt gefühlt hat, weiß man als Leser, woher es kam. Auch wenn es in meiner Familie zum Glück niemanden gab (so weit ich weiß), der in so einem Heil aufgewachsen ist, kamen mir viele Verhaltensweise doch sehr bekannt vor. Zum Beispiel, dass in der (Ur-)Großeltern Generation wenig über Gefühle gesprochen wird und man immer merkt, dass manche Sachen einfach ungesagt bleiben. Oder auch Familientraumata, die sich durch alle Generationen ziehen. Vielleicht ging es mir deshalb nochmal ein Stück näher ans Herz. Auch die Verbindung zum Ruhrgebiet mit seinen Gepflogenheiten und seiner Sprache hat bei mir ein wohlig warmes Gefühl von Heimat hinterlassen. Mir fällt es bei diesem Buch besonders schwer, die richtigen Worte zu finden. Wenn ich meine Rezi bis jetzt lese, klingt es eigentlich nur schlimm und ich wüsste nicht, warum man es lesen sollte. Aber auch, wenn es einen wirklich bis ins Mark erschüttert und oft die Tränen ins Auge schießen lässt, es ist ein Buch fürs Herz. Und gleichzeitig ein sehr wichtiges. Es arbeitet ein Stück deutscher Geschichte auf, mit der ich mich vorher nicht beschäftigt habe. Aber es ist wichtig, dass auch solche Themen Gehör finden. Ich finde das hat Susanna Abel wirklich meisterhaft hinbekommen. Man merkt, dass sie sich mit echten Biografien und Experten beschäftigt hat, um möglichst viele Themen in diesem Buch zu verarbeiten. Dabei fühlt es sich nie übervoll an. Es passt einfach perfekt. Solche Bücher können in meinen Augen helfen emphatischer zu werden. Jeder trägt sein Päckchen mit sich rum. Und wenn uns jemand komisch vorkommt, sollten wir öfter versuchen zu verstehen, woher das kommt, als diese Person von Vorhinein abzustempeln. An diesem Buch sieht man mal wieder, dass es im Krieg immer viel mehr Opfer gibt, als die Toten und Verletzten. So etwas hat immer weitreichende Folgen und mir fehlt die gedankliche Kapazität, um zu begreifen, warum Menschen sich das gegenseitig antun.
"Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist ein zutiefst berührender Roman, der mich stellenweise sehr erschüttert hat. Mir haben ja schon Susanne Abels Vorgänger-Romane "Stay away from Gretchen" und "Was ich nie gesagt habe" sehr gut gefallen, aber ihr aktueller Roman "Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104" ist für mich eine Steigerung, die mich mitten ins Herz getroffen hat. Ein Roman über lebenslange Freundschaft, inniger Liebe, dem Leid der Kriegskinder und Heimkinder in den 1950er und 1960er Jahren - und dass dieses Leid generationenübergreifend auch das Leben der Kinder, Enkel und Urenkel beeinflusst. Hervorragend recherchiert und auch das Nachwort ist sehr emotional. Absolute Leseempfehlung für diesen großartigen Roman, der bei mir sicherlich noch lange nachhallen wird.
"...aber ich weiß, dass sich das, was uns als Kindern widerfährt, einbrennt und unser ganzes Leben prägt. "
Wie schon in ihren beiden ersten Büchern widmet Susanne Abel sich mit diesem Buch den Geschehnissen in Nachkriegsdeutschland und dem Schicksal der Menschen. Hier sind die Protagonist*innen Margret und Hartmut Kinder, die nach dem Krieg aus jnterschiedlichen Gründen ohne Eltern in Heimen aufwachsen und fort schreckliche Dinge erleben. Gewalttätigd Nonnen, Strafen und pharmazeutische Experimente. Die Geschichte ist fiktiv, doch das hat alles wirklich stattgefunden. Die Bundesregierung hat Ende der 2000er Jahre Untersuchungen mit Expert*innen gegründet, um Licht in die Gräueltaten zu bringen. Den Opfern hilft das kaum noch, denn sie haben nicht gelernt sich Hilfe zu holen, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Das ist eben auch die Geschichte des Buches. Hardy und Margret lernen sich in einem katholischen Heim kennen, erleben schlimme Dinge und verlieren sich aus den Augen, um sich Jahre später wieder zu finden. Fortan führen sie ihn Leben zusammen, heiraten und gründen eine Familie. Das Erlebte in der Kindheit, prägt aber auch das Erwachsensein und die eigene Bindung zu den Kindern, die insbesondere von Margrets Seite durch Strenge und Kontrolle geprägt ist. Susanne Abel hat ein wichtiges Buch über die Traumata der Kriegskinder geschrieben, die auch in nachfolgende Generationen wirken. In ihrem Nachwort weist sie auch auf die aktuellen kriegerischen Handlungen hin, die auch auf Kinder einen Einfluss haben. Zeit zu handeln. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Triggerwarnung: Tod, Verlust von Menschen Alkoholismus, sexuelle Gewalt, Verwahrlosung
„Das Zwacken zwischen ihren Schulterblättern erinnerte sie daran, dass man ihnen vorher eingebläut hatte, sich nicht mit ihrer Nummer, sondern mit ihrem Namen vorzustellen.“
Puh, ich bin noch vollkommen überwältigt von diesem Buch und den wirklich harten Themen. Gerade die Teile, die in der Vergangenheit spielen, waren stellenweise kaum zu ertragen, dennoch bringt Abel auch diese schrecklichen Seiten mit Hilfe der großartigen Geschichte rund um Hardy und Margret auf eher berührende Weise rüber und trägt den Leser so durch den Roman. Ihr Schreibstil ist sehr klar, eindringlich und dadurch hervorragend lesbar. Im Nachgang hat mich das Buch dazu bewegt, mich noch tiefgehender mit der Thematik zu beschäftigen und dabei wurde mein Eindruck bestätigt, dass die Autorin offensichtlich sehr gut recherchiert, aber auch versucht hat, tatsächliche Schicksale und die Missstände im Deutschland der Nachkriegszeit sehr engmaschig in ihre Geschichte einzubinden.
Mit herzergreifenden Kinderschicksalen, heute und vor sechzig Jahren, startet Susanne Abel die Geschichte um Helmuth und Margret. Zwei Kriegswaisen,Hekmut und Margret, deren hartes Schicksal die Grundlage für die Entwicklung dieses Romans bildet. Die Härte und Graussmkrit mit der Kinder behandelt wurden, erschüttert zutiefst und gebannt lässt man sich in in den Lesesog ziehen. Und so entfaltet sich das Leben der beiden, vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute. Die Autorin schafft es mit ihrem bildhaften Schreibstil die Zeit, die Situationen und auch die Charaktere lebendig werden zu lassen. Man braucht nicht lange um die Hauptprotagonisten kennen zu lernen. Schlicht und abgegrenzt, mit leicht lesbaren Textfluss, kann man den Lebenslinien in zwei Zeitebenen folgen. Und diese entfalten sich spannend und geradlinig, so dass man ausgezeichnet folgen kann. Kein kompliziert geschriebener Text, sondern harmonisch und verständlich erzählt, gespickt mut leisem Humor. Das passte für mich hervorragend zu den traurigen Lebenswegen, in denen dennoch soviel Liebe und echte Menschlichkeit aufleuchten. Eine Geschichte, in der wieder deutlich wird, wie Vergangenheit bis in die Gegenwart Auswirkungen hat. Wie Verhaltensmuster über Generationen weiter gegeben werden. Und dass Liebe, trotz allem. Eine beeindruckend Familiengeschichte, wunderbar und tiefsinnig geschriebend. Sie wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Vorweg muss ich sagen: Ich bin wirklich kein Leser von Wohlfühlliteratur. Trigger-Warnung!!
Dieses Buch ist das genaue Gegenteil davon. Du musst meine Hand fester halten Nr. 104 ist eines dieser Bücher, die einen nicht einfach berühren, sondern regelrecht zerstören. Und dann auch noch gleich im Januar – ein Jahreshighlight mit einer fast erschreckenden, zerstörerischen Kraft. Die letzten vier Stunden des Hörbuches waren für mich kaum noch auszuhalten. Emotional, körperlich, mental. Es ist diese beklemmende Mischung aus Ohnmacht, Wut und tiefer Traurigkeit, die sich immer weiter zuspitzt. Und doch zwingt einen das Buch dazu, sich vor Augen zu halten, dass Menschen all das – wenn auch nicht genau diese Geschichte – real erlebt und ausgehalten haben müssen. Diese Erkenntnis macht das Zuhören so schmerzhaft wie notwendig. Susanne Abel gelingt es auf eindringliche Weise zu zeigen, dass erlebtes Leid nicht einfach mit einer Generation endet. Traumata verschwinden nicht, sie verändern ihre Form. Sie werden weitergegeben – durch Schweigen, durch Härte, durch Verhaltensweisen und Lebensentscheidungen, die aus dem Erlebten heraus entstehen. Besonders stark ist dabei, dass der Roman nicht in reiner Hoffnungslosigkeit verharrt. Er zeigt, dass es möglich ist, diese Ketten zu durchbrechen. Aber auch das hat seinen Preis. Heilung ist hier kein sanfter Prozess, sondern ein schmerzhafter, aufwühlender Akt der Konfrontation. Einen besonders schweren Hintergrund bildet die Darstellung von Kirche und Heimen in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Kinder, die Schutz gebraucht hätten, wurden in Institutionen untergebracht, die von Kontrolle, Gewalt und systematischem Missbrauch geprägt waren. Die Kirche als moralische Instanz versagte vielfach – nicht nur durch aktives Handeln, sondern auch durch Wegsehen und Schweigen. Körperlicher, seelischer und sexueller Missbrauch wurde gedeckt oder relativiert, oft im Namen von Ordnung, Gehorsam und „Erziehung“. Hinzu kommen die angedeuteten pharmazeutischen Versuche an Kindern, ein Thema, das besonders erschüttert. Kinder aus Heimen galten als rechtlos, als verfügbar. Sie wurden zu Objekten gemacht, an denen Medikamente getestet wurden – ohne Aufklärung, ohne Zustimmung, ohne Rücksicht auf die Folgen. Das Heim, in dem der Anfang dieser Geschichte liegt, steht sinnbildlich für viele reale Orte dieser Zeit: Orte, an denen Kinder gebrochen statt beschützt wurden und deren Narben ein Leben lang bestehen blieben. Dabei ist wichtig zu betonen: Die Geschichte basiert auf realen historischen Umständen, doch die Protagonisten selbst sind fiktiv. Gerade diese Mischung aus Fakten und Fiktion verleiht dem Roman seine Wucht. Man weiß, dass es so hätte passieren können – und dass es in ähnlicher Form vielfach passiert ist. Abschließend muss die Hörbuch-Sprecherin hervorgehoben werden. Ihre Leistung ist eine absolute Glanzleistung. Sie verleiht den Figuren Tiefe, Verletzlichkeit und Authentizität, ohne jemals ins Pathetische abzurutschen. Emotionen werden nicht überzeichnet, sondern präzise transportiert – oft leise, oft brüchig, und gerade deshalb so wirkungsvoll. Durch ihre Stimme wird das Geschehen noch realer, noch unmittelbarer, noch schwerer auszuhalten. Für mich hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Hörbuch so lange nachhallt. Ein Buch, das weh tut. Ein Buch, das bleibt. Und eines, das man nicht einfach „gehört“ oder „gelesen“ hat – man hat es überlebt
„Trauma endet nicht mit der Tat – es lebt weiter in denen, die danach kommen.“ Susanne Abel
Dieses Buch hat mich völlig fertig zurückgelassen. Ich habe an so vielen Stellen geweint, weil das, was hier erzählt wird, so grausam, so erschütternd und so unfassbar ist. Besonders der Umgang der Kirche mit kleinen, schutzlosen Kindern ist kaum auszuhalten. Zu lesen, wie systematisch weggesehen, geschwiegen und zerstört wurde, macht wütend und sprachlos zugleich. Was dieses Buch so stark und so schmerzhaft zu gleich macht, ist der Blick auf die langfristigen Folgen. Es geht nicht nur um das erlittene Leid der Kinder, sondern darum, wie tief solche Traumata in Familien weiterwirken, wie sie Generationen prägen und Leben lang nachhallen. Dieses Weitertragen von Schmerz ist leise, aber allgegenwärtig. Susanne Abel erzählt diese Geschichte mit großer Sensibilität, ohne zu beschönigen. Sie zeigt, wie wichtig Aufarbeitung ist, nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die nachfolgenden Generationen. Ein Satz aus dem Buch (sinngemäß) ist mir besonders im Kopf geblieben: Trauma endet nicht mit der Tat – es lebt weiter in denen, die danach kommen. Dieses Buch hat mich emotional zerstört, aber genau deshalb halte ich es für unglaublich wichtig. Eine Geschichte, die weh tut, aufrüttelt und nicht loslässt.
Wundervolles Buch - Bewegend und berührend Die Thematik dahinter ist natürlich alles andere als wundervoll, sie ist grausam aber eben auch ehrlich und, wenn man das Wort in dem Kontext benutzen kann, höchst interessant. So mache Szenen haben wirklich keinen Spaß gemacht zu lesen und trotzdem war man gefesselt von der Geschichte und konnte nicht aufhören zu lesen
Sprachlos! Dieses Buch hat alle Sterne der Welt verdient.
Wut, Trauer, Freude...und vieles mehr hat dieses Buch in mir wecken können. Und ich bin mir sicher, dass es noch lange in mir nachhallen wird. Bin einfach nur sprachlos und kann es einfach nicht beschreiben wie gut ich dieses Buch fand. Es ist jetzt schon ein JAHRESHIGHLIGHT für mich. Werde auf jeden Fall die ersten Bücher von Susanne Abel lesen.
Mitreißend & berührend – absolut empfehlenswert! 🌟
Ein mitreißendes Buch! Trotz vieler Protagonisten bleibt alles übersichtlich, und die zeitversetzte Erzählweise sorgt für spannende Tiefe. Manche Szenen sind heftig, aber genau das macht die Story so packend. Das schöne Happy End rundet alles perfekt ab – absolut empfehlenswert!
Susanne Abel hat für dieses Buch mindestens 10 Sterne verdient
Dieses Buch hat mich soviel gelehrt. Auch das Epilog am Ende und die Widmung und wie dieses Buch zustande gekommen ist, ist so lehrreich und lässt einen überlegen und bringt einen zum nachdenken. Kein Wort in diesem Buch, keine Zeile, keine Seite ist verschwendet. Es hat mich zerstört. Das Buch wird mich noch lange beschäftigen.
🍿Susanne Abel hat mal wieder den Blick auf Geschehnisse der Nachkriegszeit gerichtet, die man so im Geschichtsunterricht nicht erfährt. Eingebettet in eine sehr rührende Geschichte erfahren wir, wie sich schreckliche Ereignisse durch mehrere Generationen einer Familie ziehen. Wichtig: unbedingt das Nachwort lesen/hören! 🎥 Margret und Hardy nehmen ihre Urenkelin auf, weil ihre Enkelin einen „unsteten Lebenswandel“ hegt. Je älter die kleine Emily wird, umso größer werden die Konflikte: viele Dinge werden nicht besprochen und sie darf vieles nicht, was für andere Kinder in ihrem Alter normal ist. Was die ganze Familie nicht weiß: Hardy und Margret kennen sich seit ihrer Kindheit aus dem Heim und haben Dinge erlebt, die kaum begreifbar sind. Erst ein Brief, den Emily findet, führt dazu, dass alle erfahren, was sie durchmachen mussten… 📝Fazit: Dieses Buch beschäftigt mich noch immer. Susanne Abel schafft es Fiktion und reelle Ereignisse so gut zu verweben, dass man alle Gefühle durchlebt. Ich befürchte, ohne Taschentuch schafft man das Buch nicht. Also vielleicht lieber lesen, wenn man für das Thema bereit ist. Das ist mein drittes Buch der Autorin und ich oute mich als kleinen Fan ☺️
Boa was für ein gutes Buch! Man sollte ganz dringend die Triggerwarnung lesen, denn das Buch ist absolut keine leichte Kost, aber es ist unglaublich berührend und sehr gut geschrieben, beinhaltet ganz viele verschiedene und echt schwere Themen und schafft es trotzdem einem ab und an ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern!
Tief beeindruckend und herzzerreißend
Susanne Abel erzählt in zwei Zeitebenen. Eine Ebene erzählt im Jetzt, wo die ca 10jährige, im Verlauf dann heranwachsende Emily, bei ihren relativ jungen Urgroßeltern aufwächst, da Mutter und Oma dazu nicht in der Lage sind. Die zweite Erzählebene ist in der Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre, in der eben diese Urgroßeltern, Margret und Hardy als Kriegswaisen in verschiedenen Kinderheimen aufwachsen. Nachdem der etwas älteren Margret nach vielen Jahren mit Hardy die Flucht gelingt, bleiben sie lebenslang in Vertrauen und Liebe zusammen. Mehr möchte ich zum konkreten Handlungsverlauf nicht sagen. Welche furchtbaren Behandlungen ihnen und den anderen schutzbefohlenen Kindern angetan wurden (vor allem in kirchlichen Heimen), in Form von schweren körperlichen und seelischen Misshandlungen, Lieblosigkeit und Härte, interpretiert und gerechtfertigt als Erziehungsmittel, das ist unglaublich erschütternd und unfassbar, zumal bis heute verschwiegen und vertuscht wird. (Erst 2008 hat die Bundesregierung angefangen, die skandalösen Zustände in den Heimen aufzuklären, während die Träger dieser Institutionen bis heute verschleiern und aussitzen!) Obwohl man für dieses Buch vielleicht starke Nerven braucht, ist dies trotzdem eine spannende, wunderbar erzählte Familiengeschichte, in der uns besonders Margret, Hardy und Emily ans Herz wachsen und die Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit in allen Bereichen deutlich wird. Dabei ist die hervorragende Recherchearbeit der Autorin besonders hervorzuheben. Ich habe bewusst das von Vera Teltz eingelesene Hörbuch gewählt, die es hervorragend versteht den unterschiedlichen Charakteren mit ihrer einfühlsamen, aber nicht überinterpretierenden Stimme eine eigene Persönlichkeit zu geben. Richtig gut vermag sie Schweigen und Sprachlosigkeit zu verdeutlichen, deren Auswirkungen bis in die folgenden Generationen nachhallen. Riesengroße Lese- oder Hörempfehlung!!!
Heimkinder der Nachkriegszeit
Die Geschichte packt einen sofort und lässt nicht mehr los. Besonders die Schattenseiten der Zeit nach dem Krieg sind intensiv geschildert und emotional sehr belastend – stellenweise geht das wirklich unter die Haut. Immer wieder habe ich mich gefragt, wie es möglich war, Kindern gegenüber mit so viel Härte und Ungerechtigkeit zu handeln. Hier bitte unbedingt die Triggerwarnungen lesen! 🚨 Besonders eindrucksvoll fand ich die Darstellung des Generationenkonflikts. Es wird sehr nachvollziehbar gezeigt, wie unverarbeitete Erfahrungen weitergegeben werden und welchen Einfluss sie auf nachfolgende Generationen haben. Ebenso spürbar ist, wie schwer es vielen fällt, über schmerzhafte Erinnerungen überhaupt zu sprechen. Insgesamt ein Buch, das lange nachwirkt, zum Reflektieren anregt und meiner Meinung nach unbedingt lesenswert ist.
Absolut Empfehlungen!
Sehr interessantes Buch. Zeigt wie Elternlose Kinder nach dem zweiten Weltkrieg aufwachsen mussten. Zudem beschreibt es sehr gut wie eine erlittenes Trauma sich über Generationen ziehen kann, wenn es nicht aufgearbeitet wird. Und das Ende ist meiner Meinung nach echt Herzerwährmend und sehr überraschend!
🖤 Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104 ist eine tief berührende Familiengeschichte über Verlust, Solidarität und die Kraft, das Vermächtnis der Vergangenheit zu tragen.
Die Kinder Hartmut (Nr. 104) und Margret lernen sich Ende der 1940er Jahre in einem katholisch geführten Heim kennen – eine Begegnung, die ihr ganzes Leben prägen wird. Hartmut, ohne Namen, heimatlos, wurde vom Krieg verschluckt. Margret, älter, verletzt, nimmt ihn an die Hand. Diese Szene – „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ – ist zugleich ein Bild für Schutz, Mut und Verbundenheit. Dieses Buch hat mich wirklich tief berührt. Schon die ersten Seiten haben mich in eine Stimmung versetzt, die irgendwo zwischen Traurigkeit, Mitgefühl und Hoffnung lag. Ich fand es unglaublich bewegend, wie Susanne Abel es schafft, das Schicksal von Hartmut und Margret so authentisch und menschlich zu erzählen – ohne Pathos, aber mit ganz viel Herz. 💔 Was mir besonders naheging, war diese Szene, in der Margret dem kleinen Jungen ihre Hand reicht. Dieser Moment zieht sich sinnbildlich durch das ganze Buch – dieses „Halt mich fest, sonst verliere ich mich“ bleibt einfach hängen. Ich hatte mehrmals Gänsehaut, besonders wenn klar wurde, wie sehr die Vergangenheit nachwirkt – über Generationen hinweg. Auch die Perspektive der Urenkelin Emily fand ich wichtig. Sie steht für all jene, die heute versuchen, die unausgesprochenen Geschichten ihrer Familien zu verstehen. Es zeigt, dass Heilung erst dann beginnt, wenn man hinsieht. Ich hab oft innegehalten, musste das Buch kurz zur Seite legen bzw. das Hörbuch pausieren, weil die Emotionen so intensiv waren. Aber genau das macht es für mich besonders: Es fühlt sich echt an. Für mich ist dieses Buch kein leichtes, aber ein sehr wertvolles. Es erinnert daran, wie viel Stärke in Mitgefühl und Verständnis liegt – und dass selbst die dunkelsten Kapitel menschlicher Geschichte durch Liebe und Verbundenheit ein kleines Stück heller werden können. 🌙
Ein wichtiges Thema, bei dem ich mir gedacht habe, dass es gut ist, dass es endlich mal nicht verdrängt, sondern in der Vordergrund gerückt wird und sich viele bestimmt für das Schicksal der Heimkinder interessieren. Die Verbrechen, so kann man sie wirklich benennen, wurden von Susanne Abel sehr gut beschrieben. Was mir jedoch nicht gefallen hat war die Schreibweise, diese wirkte für mich sehr einfach und platt, so wie auch teilweise die Geschichte um die Urenkelin Emyli. Da kamen mir manche Details in dem Leben etwas aufgesetzt vor, wie z.B. der Amoklauf in der Schule von Emily, aber auch die Musterung von Hardy oder das Bestehen des Führerschein mit Hilfe von seiner Frau Margret, da Hardy ja nicht lesen konnte...Das hätte ich beim Lesen nicht gebraucht. Da ziehe ich Sachbücher zu diesem Thema eher vor, die die Autorin ja auch in ihrem Literaturverzeichnis angibt: sehr eindrücklich ist das Buch von Peter Wensierski - "Schläge im Namen de Herrn" oder auch das Buch von Lena Gilhaus über Verschickungskinder... Ich finde es sehr wichtig, dass diese grausame Zeit in der Heimkinder ans Licht kommt
Ein kleiner Junge, der nichts von sich weiß. Er wird vom Alter geschätzt, kriegt einen neuen Namen und wird in ein katholisches Kinderheim geschickt. Dort lernt er Margret kennen, die sich irgendwie um ihn kümmert. So gut wie sie es in diesen Zeiten kann. Die zwei verlieren sich, denn Margret wird in ein neues Zuhause gesteckt. Dort erfährt sie Schreckliches. Aus ihrem neuen, schönen Zuhause kommt sie in eine Anstalt für "gefallene" Mädchen. Sie sehnt den Tag ihrer Volljährigkeit herbei, um endlich entlassen zu werden. Endlich ist der Tag gekommen und sie ist frei. Doch Wass soll sie jetzt tun? Erst arbeitet sie als Aushilfskraft in einer Kneipe, dort wird sie unsittlich betatscht - und genau das bringt sie in die Vergangenheit zurück. Sie nimmt ihre Sachen und verschwindet. Ja, und nun? Sie findet Arbeit in einem Pflegeheim für Behinderte, Schwachsinnige. Und dort findet sie ihren Hardy durch Zufall wieder. Gemeinsam fliehen sie - in eine unbekannte Zukunft. Und dort finden sie ihr Glück. So ein Buch, traurig, macht nachdenklich, bleibt im Kopf. Man möge bitte die Triggerwarnung beachten. Kindsmissbrauch, sexualisierte Gewalt, körperliche und seelische Grausamkeit. Dieses Buch ist lesenswert. Eigentlich sollten es 10 Sterne sein.
Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? ❤️🩹
Ich liebe „Stay away from Gretchen“ und habe mich sehr auf das neue Buch von Susanne Abel gefreut aber WOW, ich habe nicht erwartet, dass mich diese Geschichte so umhaut. Ich kann es nicht mal richtig in Worte fassen, einfach herzzerreißend und tragisch. Habe teilweise wirklich Rotz und Wasser geheult. Absolutes Jahreshighlight!!
Ergreifend! Taschentücher bereithalten!
Sehr toller, gut recherchierter Roman über die Vererbung von in der Kindheit erlebten Traumata an die nächsten Generationen. Ein Rest Fassungslosigkeit über die Verhältnisse nach dem Krieg bleibt zwar, aber die Geschichte zeigt eindringlich, was in dieser (in der Literatur oft vernachlässigten) Nachkriegszeit alles passiert ist und passieren konnte, bevor es wieder staatliche Strukturen gab.
Wahnsinnig tolle Aufarbeitung der Geschichte von Heimkindern in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
Susanne Abel schreibt nicht nur bewegende Geschichten (dieses wie auch Stay away from Gretchen) sondern erschafft diese auch auf dem Fundament von wahrer Geschichte und das macht sie so stark. Das Buch spielt über einen langen Zeitraum, die Charaktere, die sie schreibt sind total greifbar. Es beschreibt die traumatischen Erfahrungen zweier Kinder in Heimen und man fängt über die Geschichte an zu verstehen, warum sie als alte Menschen anstrengend für ihre Familienmitglieder sind, oder bei bestimmten Themen empfindlich reagieren. Am Ende musste ich so weinen, richtig schlimme Geschichte aber tolles Buch.
Must read! 🐦⬛🫱🏻🫲🏼🤍
Wow, Susanne Abel hat mich mit ihrem Buch mal wieder total in den Bann gezogen. Die Geschichte um Hardy und Margret hat mich so berührt, vor allem weil man als Leser*in die Gefühlswelt und Traumata von allen Charakteren kennenlernt. In welchen Unständen Kinder in Heimen in der Nachkriegszeit und noch später leben mussten, ist wirklich schrecklich. Und auch wenn ich dies bereits wusste, veranschaulicht diese Geschichte, mit welchen Erlebnissen und Traumata andere Generationen leben müssen. Auch Emily als Protagonistin in den Gegenwartskapiteln konnte ich so gut verstehen. Es zeigt einfach, dass oft viel mehr hinter dem Handeln einer Person steckt als man vielleicht sehen kann! Vor allem das Nachwort hat mich nochmal geflasht, denn hier wird nochmal deutlich, dass viele der geschrieben Geschehenisse wirklich so passiert sind. Zitate: „Manchmal hilft es, sich mit der Vergangenheit auseinan-derzusetzen, damit die alten Wunden heilen können, Frau Willeiski“ „Aber weil er in seinem bisherigen Leben das Fragen nicht gelernt hatte, blieb er stumm, erfüllt von der ewigen Angst, etwas falsch gemacht zu haben.“
Ein berührender, eindrucksvoll erzählter Familienroman über Liebe, Verlust und die Auswirkungen von Traumata
Der Roman erzählt die Geschichte von Margret und Hartmut, genannt Hardy, der als Kind im Jahr 1947 in einem katholischen Kinderheim nur als „Nummer 104“ bekannt ist. Hardy ist traumatisiert, spricht kaum und wird von den Heimleitungen missverstanden und schlecht behandelt. Margret nimmt ihn an die Hand und wird zu seiner wichtigsten Bezugsperson und seinem Schutz. Die Handlung wechselt zwischen der schweren Kindheit der beiden im Heim und ihrem Leben viele Jahre später als Ehepaar. Die Erlebnisse von Gewalt, Vernachlässigung und Lieblosigkeit prägen sie ein Leben lang und wirken sich auch auf die nächste Generation aus, insbesondere auf ihre Urenkelin Emily, die beginnt, die Familiengeschichte zu hinterfragen. Der Roman zeigt, wie tief Kindheitstraumata wirken können und wie wichtig Nähe, Vertrauen und menschlicher Halt sind, um Leid zu überstehen.
Wie viele Gefühle kann man nur in ein Buch packen
Es fällt mir wirklich schwer, eine Bewertung für dieses Buch zu schreiben. Der geschichtliche Hintergrund ist nicht immer das, was man sich vielleicht erhofft – aber genau das macht es so real. Das Leben schreibt eben seine eigenen Geschichten. Beim Lesen durchlebt man viele Gefühle: Man ist fassungslos, bestürzt, traurig und wütend – aber es gibt auch Momente voller Freude und Hoffnung. Für dieses Buch sollte man sich Zeit nehmen. Es regt zum Nachdenken an, und immer wieder musste ich tief durchatmen, um das Gelesene erst einmal zu verarbeiten.

Der etwa dreijähriger Hardy kommt 1945 in ein katholisches Kinderheim. Von seiner Vergangenheit weiß niemand etwas, es interessiert aber auch keinen. Mit Zucht und Ordnung wird er erzogen, beim kleinsten Vergehen hagelte es Strafen. Verständnis und Zuneigung gibt es nicht. Er freundet sich mit der sechs Jahre älteren Margret an. Sie passt auf ihn auf, so gut sie kann. Später findet ihre Tante sie und holt sie zu sich. Die Kinder werden getrennt, doch finden später wieder zusammen. Dieser Roman hat mich komplett auseinandergenommen. Am Ende liefen mir nur so die Tränen, so sehr hat mich die Geschichte um diese Menschen berührt. Emotional, tiefgründig und schonungslos wird hier erzählt, ohne jemals kitschig zu werden. Es gibt verschiedene Zeitebenen, die uns über mehrere Jahre an der Geschichte teilhaben lassen. Geschickt führt uns die Autorin durch die unterschiedlichen Handlungsstränge. Da war immer klar wo man gerade ist. Das Buch lässt sich super lesen. Ich wollte immer unbedingt wissen wie es weitergeht und wollte gar nicht mehr aufhören. Die Themen sind natürlich hart. Da sollte man vielleicht vorher die Triggerwarnung lesen. Hier geht es nicht nur um die Geschichte von Hardy und Margret im Heim in der Nachkriegszeit, sondern auch um vererbte Traumatas und die Folgen von Schweigen innerhalb der Familie. Das wurde eindrucksvoll anhand der Tochter, Enkelin und Urenkelin dargestellt. Ein so bewegender Roman. Für alle Leser, die diese Thematik interessiert, ein MUSS!
Ein Roman, der es in sich hat
Dieses Buch, das die Situation der verlorenen Kinder nach dem 2. Weltkrieg beschreibt, die Behandlung in den Kinderheimen und die Herzlosigkeit der Verantwortlichen wie Erzieherinnen und Nonnen, sind sehr schwer zu ertragen. Wie muss es erst den Kindern ergangen sein! Ich habe einige Male schlucken müssen und Tränen kamen auch oft. Trotzdem habe ich das Buch verschlungen. Das Thema ist für Nichtbetroffene sicherlich nicht leicht zu ertragen. Aber es ist wichtig, davon zu wissen und es gehört/ gelesen zu haben. Und zu hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.
Ein sehr bewegendes Buch…..
Ich war schon sehr schockiert zu lesen was kleinen Kinder angetan wurde und das von Menschen die sie eigentlich beschützen sollten…. ich mochte es sehr wie liebevoll die Charaktere beschrieben wurden …. ich konnte mich gut in die Geschichte hinein versetzen und fühlte vor allem sehr mit Margret mit …. eine herzergreifende Geschichte die zeigt wie wertvoll Freundschaft und Liebe ist, vor allem in Zeiten in denen man glaubt dass alle Menschlichkeit verloren gegangen ist ….
„Ein tiefer Frieden, wie er ihn noch nie empfunden hat, breitet sich in ihm aus, denn die Tatsache, dass er als Kind geliebt worden ist, ändert alles.“
Mit nur 3 Jahren landet Hardy, der im Krieg aufgewachsen ist, in einem Kinderheim. Ohne zu wissen wer seine Eltern sind, geschweige denn wann genau er geboren ist wächst Hardy mit vielen anderen Kindern unter bestialischen Umständen auf. Die Erzieherinnen, darunter auch viele Ordensschwestern quälen und misshandeln die Heimkinder, behandeln sie als wären sie Niemand. Doch dann lernt er Margret kennen, die sich ihm annimmt und die sein Schicksal für immer verändern soll. Auch Jahre später haben die beiden noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, doch vor Scham öffnen sie sich gegenüber niemandem, nicht mal sich gegenseitig. Grausam & herzzerreißend, aber dennoch Realität. Ein wundervolles Buch, das einem viele Tränen, aber hin und wieder auch ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.






















































