Im Land der Kirschblüten
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Description
Clara und die große Liebe in Kagoshima
1872: Clara Winterfeld hat Hals über Kopf Berlin und ihre Familie verlassen, um sich und ihre Tochter Celia an Bord eines alten Teeklippers vor dem wütenden Ehemann Franz in Sicherheit zu bringen. Ihr fernes Ziel ist Japan, wo sie mit ihrer großen Liebe Akeno einen Teegarten bewirtschaften und endlich glücklich sein will.
Als Akeno nicht wie verabredet im Hafen von Nagasaki auf sie wartet, macht Clara sich auf die Suche nach dem Geliebten – und findet ihn seltsam verändert und abweisend in seinem durch ein Feuer zerstörten Teegarten. Ein düsteres Geheimnis scheint ihn zu quälen, und Clara beschleicht das Gefühl, dass sie und ihre Tochter hier nicht sicher sind.
Book Information
Author Description
Rosalie Schmidt ist das Pseudonym der Kultur- und Theaterwissenschaftlerin Karla Schmidt. Sie arbeitet als Lektorin und Dozentin für Dramaturgie und Storytelling und schreibt in verschiedenen Genres, von Psychothriller über Science Fiction bis zu historischen Romanen. Nach fünfundzwanzig Jahren in Berlin lebt sie mit ihren beiden Töchtern wieder in Göttingen, um im elterlichen Teegeschäft mitzuarbeiten.
Posts
Eine tolle Reihenfortsetzung!
Clara wagt den Neuanfang in Japan Japan, 1872: Die Berlinerin Clara Winterfeld hat die anstrengende Reise mit dem Segelboot von Hamburg nach Japan auf sich genommen, um zu ihrer großen Liebe Akeno zu gelangen. Dieser ist Japaner und arbeitet auf einer Teeplantage. Doch als Clara mit ihrer einjährigen Tochter Celia am Hafen von Nagasaki an Land geht, wartet sie vergeblich auf Akeno. Nachdem sie vergeblich gewartet hat, hält sie die Zeit des Nichtstuns nicht mehr aus und macht sich auf eigene Faust auf den Weg zu Akenos Teegarten. Die Reise dauert zehn Tage und ist nicht gerade ungefährlich, doch mit dem Ziel fest im Blick, schafft sie den Weg. Auch dank ihrer beiden Einheimischen Führer kommt sie gesund am Zielort an. Doch was sie dort erblickt, treibt ihr die Tränen in die Augen. Die komplette Teeplantage ist abgebrannt und auch die Hütten der Arbeiter, die Wirtschaftsgebäude und die Villa der Eigner sind zerstört. Dennoch trifft sie auf Akeno, der Clara aber wieder wegschickt, denn er kann ihr nun nichts mehr bieten und hat Angst vor einer Rückkehr der Zerstörer. Aber Clara hat die beschwerliche Reise nicht auf sich genommen, um jetzt aufzugeben... Rosalie Schmidt erzählt die Geschichte von Clara Winterfeld, der jungen Berlinerin, in diesem zweiten Band der Reihe weiter. Clara ist eine sehr mutige junge Frau, die bereits so einiges in ihrer Ehe erlebt hat und nun weiß, dass sie so nicht mehr weiterleben kann, denn in Gedanken ist sie immer bei Akeno gewesen. Die Reise durch das historische Japan ist sehr interessant und zeigt die Geschichte dieses Landes auf eine besondere Art und Weise. Da die Autorin während der Handlung wichtige Ereignisse aus dem Vorgängerband wiederholt, bleiben keine Fragen beim Lesen offen, trotzdem sollte aber die Reihenfolge der Bände eingehalten werden. Da mich der erste Teil der Reihe sehr gefesselt und begeistert hat, wollte ich nun auch den zweiten Band lesen. Dieser hat mich aber nicht ganz so sehr packen können. Nichtsdestotrotz mag ich das Ende der Dilogie sehr und freue mich, dass es ein Happy End für alle Charaktere gab.

Die abgebrannte Teebutze Ich weiß ehrlich nicht, was mich geritten hat, mir auch noch den 2. Teil dieser unfassbar schlechten Familiensaga von Rosalie Schmidt aus Göttingen anzutun (schaut gern bei meiner Rezi zum 1. Band vorbei). Vielleicht wollte ich nur sehen, wie schlecht es noch werden kann. Spoiler: bodenlos. Inhaltshinweise, die dem Buch gut gestanden hätten: Gewalt, Tod, Gewalt in Beziehungen, Verlust, PTBS, Gewalt gegen Kinder, Kindesentführung, Drogenmissbrauch, Exotisierung von japanischer Kultur Fangen wir wieder mit dem Plot an: Gibt’s nicht. Clara reist nach Japan, ist dort permanent am Rumlaufen von A nach B, manchmal passiert was, aber der übergeordnete Plot fehlt. Das versprochene Abenteuer war ein Ritt auf einem lahmenden Esel (nix gegen Esel, Esel sind wundervolle Tiere). Einfach nur eine Szene zusammenhangslos an die nächste zu reihen, ist kein Plot! Inhaltlich dreht sich eigentlich nur alles um Clara. Hatten wir im 1. Band wenigstens noch den Ansatz, dass es sich um Tee und das Teegeschäft der Eltern drehte, haben wir nun nichts mehr. Bei ca. 75% wird dann das Kind entführt und ich kann mir vorstellen, dass das der Hauptplot sein könnte. Aber a.) er setzt viel zu spät ein und b.) wird auf 15% abgehandelt, ohne, dass wir tatsächlich eine Art Showdown miterleben können. Die restlichen 10% sind dann wieder Gelaber und Claras sich im Kreis drehende Gedankengänge. Schreibstil: Finde ich unverschämt. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie Rosalie Schmidt Seiten schinden wollte. Logisch: wenn man keinen Plot hat, weiß man nicht, was man schreiben soll. Es werden 1:1 ganze Szenen aus dem 1. Band übernommen, wortwörtlich. Ganze Szenen, über mehrere Seiten. Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit, zeigt aber auch, dass hier kein Lektorat stattgefunden hat, sonst wäre das aufgefallen. Vielleicht war es dem Verlag aber auch gleichgültig? Weiterhin hängt Clara permanent denselben Gedanken nach, immer und immer wieder, bis es dir zu den Ohren rauskommt. Darin geht es vor allem darum, dass ihr Kind nicht von Akeno, sondern von Franz ist. Es muss auch immer wieder betont werden, dass das Kind blaue Augen und blonde Haare hat. Immer und immer wieder. Als wären die Lesenden nicht in der Lage, es schon beim ersten Mal zu kapieren. Ich habe den Eindruck, dass auch dadurch Seiten rausgeholt werden sollten, um auf die vereinbarte Seitenanzahl zu kommen. Wie schon beim 1. Band, werden auch im 2. Teil der Saga Dinge breitgetreten und aufgebauscht, die absolut unwichtig sind, während die wirklich interessanten Teile achtlos vernachlässigt und vergessen werden. Jedes Mal, wenn etwas vermeintlich Interessantes passiert, gibt es einen Cut, wir sind dann in einer vollkommen anderen Szene und bekommen alles nacherzählt was passiert ist, anstatt aktiv dabei zu sein und die Geschichte mitzuerleben. Oder Clara ist zufällig nicht anwesend und bekommt es von jemand anderen detailreich nacherzählt. Ich erinnere: Die Autorin gibt an, an einer Schreibschule Kurse für Storytelling zu leiten. Historischer Hintergrund: Cringe. Nope. Nope. Nope. Laut Interview der Autorin, das man auf der Produktseite bei Amazon finden kann, beschränkt sich ihre Recherche auf Fotos anschauen, ihre Eltern fragen und ein Besuch in einem Museum in Berlin. Das merkt man auch. Es stimmt einfach nix. Hinten und vorne nicht. Mir scheint eher, die Autorin hat vergessen „Anime anschauen“ als Recherche anzugeben, denn nichts anderes ist das hier. Es wird ein Anime-Wunderland beschrieben, dass es nicht gibt und auch nie gegeben hat, inkl. NPCs mit strubbeligen Haaren mit dem Namen Naruto ... ups, sorry: HARUTO. Tatsächliche historische Fakten werden komplett ausgeblendet und die Autorin macht es wie beim 1. Band: sie denkt sich einfach was aus. Problematische Inhalte: Unheimlich viel Rassismus und Exotisierung von japanischer Kultur. Auf der einen Seite romantisiert Clara alles und jeden in Japan, auf der anderen Seite stellt sie die Kultur als rückständig dar. Beispiel: Ja, in Berlin, da haben wir hässliche Steingebäude, aber hier in Japan leben die Leute in Holzhütten und das ist ja viel besser, weil … irgendwas und hihihi was sind das für lustige Gottheiten, wie drollig. So ungefähr läuft es mit allem ab. Respektlos. Ich finde auch die Beschreibungen der Landschaften nicht besonders geschmackvoll – könnte auch das Rheinland sein, was sie da beschreibt. Zusätzlich bildet sich Clara ein, den übelsten Rassismus gegen Weiße in Japan zu erleben. Die Autorin tut so, als ob Clara die einzige Ausländerin dort wäre und niemand sie leiden kann. Dass Japan in dieser Zeit schon super westlich orientiert war, die Leute gern westliche Kleidung getragen haben und sich dort viele europäische Menschen angesiedelt und für Business aufgehalten haben, wird einfach mal komplett ignoriert. Natürlich sind dann auch alle Charaktere, die Clara nicht wohlgesonnen sind, japanisch. Wegen diesen „bösen, japanischen Menschen“, entscheidet sich Clara dann auch am Ende, das Land wieder zu verlassen, weil SIE hier nicht willkommen ist, SIE als Europäerin mit ihrem BLONDEN BLAUÄUGIGEN Kind. Im diesem Kontext wundert es mich nicht, dass die Autorin der Antagonistin den Namen Monsuta (jap. Ausgesprochen MONSTA) gegeben hat, hat mich aber trotzdem aufgeregt. Wer dahinter eine dramatische Geschichte vermutet, irrt. Die Dame hat sich ihr Gesicht verbrannt, als sie eine KATZE RETTEN WOLLTE … Die Samurai kam mir vor wie eine Oren Ishii (Kill Bill) aus dem Mittelgang bei Aldi mitgenommen. Gewalt in Beziehungen wird auch in diesem Teil einfach nur zu einer Farce. Im ersten Band wurde das Thema schon mehr als schlecht behandelt, um nicht zu sagen grottig. Die Handlungen von Franz gegen Clara sind so übertrieben und überzogen, dass es nur noch lächerlich wirkt. Gewalt in Beziehungen stellt sich jedoch meist sehr subtil dar, es geht um Unterdrückung, Kontrolle, emotionale Manipulation und Bestrafung. Im Buch wird das kein Stück behandelt. Franz kommt wir vor wie ein Clown. Müssen wir uns wirklich über die Charaktere unterhalten? Clara: ich mag nimmer. Es ist so furchtbar. Sie ist die arroganteste, ekelhafteste, egozentrischste Kackbratze der Welt. Sorry. Nein, ich kann es nicht anders ausdrücken. Stell dir vor, du hast gerade deine gesamte Existenz verloren, deine Lebensgrundlage ist dahin, deine Freunde wurden vor deinen Augen ermordet und du selbst gefoltert. Und plötzlich steht da so eine Person, die du seit über 1 Jahr nicht gesehen hast und macht dir Vorwürfe, dass du sie nicht überschwänglich begrüßt. Diese Person ist Clara. Diese Szene passiert genau so in diesem Buch und ist nur eines der vielen Beispiele für Clara ekelhaften Charakter. Dann die Sache mit dem Kind. Celia. Ich frage mich ernsthaft, warum Clara das Kind überhaupt mitgenommen hat, denn sie scheint sich kein Stück dafür zu interessiert. Sie gibt das Kind ständig jemand anderen zum Aufpassen und lässt es andauernd allein, sodass sie in vielen Szenen nicht weiß, wo es sich gerade aufhält und nach ihm suchen muss. Das Kind ist angeblich 1 Jahr alt (wird von der Autorin aber wie 3 beschrieben). Du lässt dein Kind in diesem Alter nicht allein in einem Raum im ungesicherten 1. Obergeschoss, inkl. offener Feuerstelle und weiterer Verletzungsgefahren. In diesem Alter hast du dein Kind ununterbrochen zu beaufsichtigen. Clara ist eine bodenlos schlechte Mutter. Wir sehen keine Szene, wo sie sich auch nur annähernd mit ihrem Kind beschäftigt, z.B. Sprechen, Laufen, Spielen. Das Kind ist immer nur da, wenn Clara sich dran festhalten muss, weil es ihr selbst schlecht geht. Clara selbst betont (in ihren sich immer wieder wiederholenden Gedankengängen), dass es wohl besser gewesen wäre, das Kind bei ihrer Schwester in Deutschland zu lassen. Jap. Richtig. Wieso sie es nicht gemacht hat: purer Egoismus. Anstatt auch nur einmal darüber nachzudenken, dass die Reise übers Meer saugefährlich ist und eine 50/50 Chance besteht, dass die überhaupt heil dort ankommen, will Clara ihren „größten Schatz“ natürlich bei sich haben. Niemand hätte damals freiwillig ein so kleines Kind dieser Gefahr ausgesetzt, es sei denn, es wäre wirklich notwendig gewesen. Ist es hier aber nicht. Stattdessen beschreibt die Autorin erneut eine Reiseroute als Direktverbindung zwischen Berlin und Nagasaki, die es nachweislich nicht gab, als eine schlichte aber unbeschwerliche Reise, mal eben um den halben Erdball. Ansonsten macht Clara wieder mal nix. Sie lebt einfach vor sich hin, nimmt irgendwelche Ereignisse um sich herum irgendwie wahr, aber selbst handelt sie nicht. Dafür denkt sie sehr viel darüber nach, was sie machen KÖNNTE, tut aber im Endeffekt nichts davon. Alle Schwierigkeiten oder kleine Hindernisse werden von anderen erledigt und Clara sitzt am Ende da und klopft sich selbst auf die Schulter, was sie doch für eine starke Frau sei. Es ist echt schwer zu ertragen. Diese permanente Selbsterhöhung und -überschätzung gipfelt dann zum Ende in einer „Rede“ darüber, dass jeder Mensch glücklich sein darf, mit der sie das kalte Herz Monsutas erweicht und sie und ihr Kind frei gelassen werden. Die Rede ist 3 Sätze lang. Es ist so unglaubwürdig. Ein weiterer Punkt ist ihr Verhalten gegenüber Akeno. Ständig hinterfragt sie sich selbst, ob es wohl schlau gewesen sei, für DEN DA nach Japan zu reisen, ob er es wert war, ob es nur Verlangen oder tatsächliche Liebe war, ach hätte sie ihn doch nie getroffen, dann hätte sie all diese Probleme nicht. Ich möchte keine Partnerperson haben, die so über mich denkt. Hätte sie sich doch diese Fragen mal vorher gestellt und nicht erst, wenn sie schon die Reise hinter sich hat, dann hätte sie die Probleme auch nicht. Ansonsten ist sie der Meinung, dass Akeno natürlich alles für sie tun muss und auch auf jeden Fall ihr Kind akzeptieren muss – an dem er keine Aktie hat, es ist ja nicht seins. Am Ende bleibt sie nur bei ihm, weil er sie beim heimlichen Abhauen erwischt. Das ist respektlos as fuck gegenüber einer Person, die sie ja angeblich so liebt. Ich wiederhole mich: Es geht nur um Clara. Clara steht im Mittelpunkt von allem. Jeder Charakter im Buch kümmert sich um Claras Belange und ist nur für sie da. Clara ist die wichtigste Person der Welt. Akeno: keine Ahnung. Ehrlich. Er ist immer noch der blasse Charakter aus Buch 1. Es fehlt ihm immer noch an Charakter. Sein ganzes Dasein scheint sich ausschließlich um Clara zu drehen. Wenn er tatsächlich etwas tut, erfahren wir erst in einer Nacherzählung davon. Ansonsten ist er einer der langweiligsten Charaktere des gesamten Buches. Fazit: Braucht ihr nicht zu lesen. Es sei denn, ihr mögt schlechte Bücher. Das Buch ist eine bodenlose Frechheit! Aus meiner Sicht hält das Produkt nicht ansatzweise was es verspricht. Nicht nur, dass der Inhalt keineswegs dem versprochenen Abenteuer entspricht, es werden auch noch 1:1 Szenen aus dem 1. Band wiedergegeben, damit mehr Seiten rauskommen und man mehr bezahlen muss. Das ist aus meiner Sicht schon Täuschung der Verbrauchenden. Dass sowas ohne Skrupel in einem renommierten Verlag veröffentlicht wird, zeigt mir deutlich, dass der deutsche Buchmarkt am Arsch ist.
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Clara und die große Liebe in Kagoshima
1872: Clara Winterfeld hat Hals über Kopf Berlin und ihre Familie verlassen, um sich und ihre Tochter Celia an Bord eines alten Teeklippers vor dem wütenden Ehemann Franz in Sicherheit zu bringen. Ihr fernes Ziel ist Japan, wo sie mit ihrer großen Liebe Akeno einen Teegarten bewirtschaften und endlich glücklich sein will.
Als Akeno nicht wie verabredet im Hafen von Nagasaki auf sie wartet, macht Clara sich auf die Suche nach dem Geliebten – und findet ihn seltsam verändert und abweisend in seinem durch ein Feuer zerstörten Teegarten. Ein düsteres Geheimnis scheint ihn zu quälen, und Clara beschleicht das Gefühl, dass sie und ihre Tochter hier nicht sicher sind.
Book Information
Author Description
Rosalie Schmidt ist das Pseudonym der Kultur- und Theaterwissenschaftlerin Karla Schmidt. Sie arbeitet als Lektorin und Dozentin für Dramaturgie und Storytelling und schreibt in verschiedenen Genres, von Psychothriller über Science Fiction bis zu historischen Romanen. Nach fünfundzwanzig Jahren in Berlin lebt sie mit ihren beiden Töchtern wieder in Göttingen, um im elterlichen Teegeschäft mitzuarbeiten.
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Eine tolle Reihenfortsetzung!
Clara wagt den Neuanfang in Japan Japan, 1872: Die Berlinerin Clara Winterfeld hat die anstrengende Reise mit dem Segelboot von Hamburg nach Japan auf sich genommen, um zu ihrer großen Liebe Akeno zu gelangen. Dieser ist Japaner und arbeitet auf einer Teeplantage. Doch als Clara mit ihrer einjährigen Tochter Celia am Hafen von Nagasaki an Land geht, wartet sie vergeblich auf Akeno. Nachdem sie vergeblich gewartet hat, hält sie die Zeit des Nichtstuns nicht mehr aus und macht sich auf eigene Faust auf den Weg zu Akenos Teegarten. Die Reise dauert zehn Tage und ist nicht gerade ungefährlich, doch mit dem Ziel fest im Blick, schafft sie den Weg. Auch dank ihrer beiden Einheimischen Führer kommt sie gesund am Zielort an. Doch was sie dort erblickt, treibt ihr die Tränen in die Augen. Die komplette Teeplantage ist abgebrannt und auch die Hütten der Arbeiter, die Wirtschaftsgebäude und die Villa der Eigner sind zerstört. Dennoch trifft sie auf Akeno, der Clara aber wieder wegschickt, denn er kann ihr nun nichts mehr bieten und hat Angst vor einer Rückkehr der Zerstörer. Aber Clara hat die beschwerliche Reise nicht auf sich genommen, um jetzt aufzugeben... Rosalie Schmidt erzählt die Geschichte von Clara Winterfeld, der jungen Berlinerin, in diesem zweiten Band der Reihe weiter. Clara ist eine sehr mutige junge Frau, die bereits so einiges in ihrer Ehe erlebt hat und nun weiß, dass sie so nicht mehr weiterleben kann, denn in Gedanken ist sie immer bei Akeno gewesen. Die Reise durch das historische Japan ist sehr interessant und zeigt die Geschichte dieses Landes auf eine besondere Art und Weise. Da die Autorin während der Handlung wichtige Ereignisse aus dem Vorgängerband wiederholt, bleiben keine Fragen beim Lesen offen, trotzdem sollte aber die Reihenfolge der Bände eingehalten werden. Da mich der erste Teil der Reihe sehr gefesselt und begeistert hat, wollte ich nun auch den zweiten Band lesen. Dieser hat mich aber nicht ganz so sehr packen können. Nichtsdestotrotz mag ich das Ende der Dilogie sehr und freue mich, dass es ein Happy End für alle Charaktere gab.

Die abgebrannte Teebutze Ich weiß ehrlich nicht, was mich geritten hat, mir auch noch den 2. Teil dieser unfassbar schlechten Familiensaga von Rosalie Schmidt aus Göttingen anzutun (schaut gern bei meiner Rezi zum 1. Band vorbei). Vielleicht wollte ich nur sehen, wie schlecht es noch werden kann. Spoiler: bodenlos. Inhaltshinweise, die dem Buch gut gestanden hätten: Gewalt, Tod, Gewalt in Beziehungen, Verlust, PTBS, Gewalt gegen Kinder, Kindesentführung, Drogenmissbrauch, Exotisierung von japanischer Kultur Fangen wir wieder mit dem Plot an: Gibt’s nicht. Clara reist nach Japan, ist dort permanent am Rumlaufen von A nach B, manchmal passiert was, aber der übergeordnete Plot fehlt. Das versprochene Abenteuer war ein Ritt auf einem lahmenden Esel (nix gegen Esel, Esel sind wundervolle Tiere). Einfach nur eine Szene zusammenhangslos an die nächste zu reihen, ist kein Plot! Inhaltlich dreht sich eigentlich nur alles um Clara. Hatten wir im 1. Band wenigstens noch den Ansatz, dass es sich um Tee und das Teegeschäft der Eltern drehte, haben wir nun nichts mehr. Bei ca. 75% wird dann das Kind entführt und ich kann mir vorstellen, dass das der Hauptplot sein könnte. Aber a.) er setzt viel zu spät ein und b.) wird auf 15% abgehandelt, ohne, dass wir tatsächlich eine Art Showdown miterleben können. Die restlichen 10% sind dann wieder Gelaber und Claras sich im Kreis drehende Gedankengänge. Schreibstil: Finde ich unverschämt. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie Rosalie Schmidt Seiten schinden wollte. Logisch: wenn man keinen Plot hat, weiß man nicht, was man schreiben soll. Es werden 1:1 ganze Szenen aus dem 1. Band übernommen, wortwörtlich. Ganze Szenen, über mehrere Seiten. Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit, zeigt aber auch, dass hier kein Lektorat stattgefunden hat, sonst wäre das aufgefallen. Vielleicht war es dem Verlag aber auch gleichgültig? Weiterhin hängt Clara permanent denselben Gedanken nach, immer und immer wieder, bis es dir zu den Ohren rauskommt. Darin geht es vor allem darum, dass ihr Kind nicht von Akeno, sondern von Franz ist. Es muss auch immer wieder betont werden, dass das Kind blaue Augen und blonde Haare hat. Immer und immer wieder. Als wären die Lesenden nicht in der Lage, es schon beim ersten Mal zu kapieren. Ich habe den Eindruck, dass auch dadurch Seiten rausgeholt werden sollten, um auf die vereinbarte Seitenanzahl zu kommen. Wie schon beim 1. Band, werden auch im 2. Teil der Saga Dinge breitgetreten und aufgebauscht, die absolut unwichtig sind, während die wirklich interessanten Teile achtlos vernachlässigt und vergessen werden. Jedes Mal, wenn etwas vermeintlich Interessantes passiert, gibt es einen Cut, wir sind dann in einer vollkommen anderen Szene und bekommen alles nacherzählt was passiert ist, anstatt aktiv dabei zu sein und die Geschichte mitzuerleben. Oder Clara ist zufällig nicht anwesend und bekommt es von jemand anderen detailreich nacherzählt. Ich erinnere: Die Autorin gibt an, an einer Schreibschule Kurse für Storytelling zu leiten. Historischer Hintergrund: Cringe. Nope. Nope. Nope. Laut Interview der Autorin, das man auf der Produktseite bei Amazon finden kann, beschränkt sich ihre Recherche auf Fotos anschauen, ihre Eltern fragen und ein Besuch in einem Museum in Berlin. Das merkt man auch. Es stimmt einfach nix. Hinten und vorne nicht. Mir scheint eher, die Autorin hat vergessen „Anime anschauen“ als Recherche anzugeben, denn nichts anderes ist das hier. Es wird ein Anime-Wunderland beschrieben, dass es nicht gibt und auch nie gegeben hat, inkl. NPCs mit strubbeligen Haaren mit dem Namen Naruto ... ups, sorry: HARUTO. Tatsächliche historische Fakten werden komplett ausgeblendet und die Autorin macht es wie beim 1. Band: sie denkt sich einfach was aus. Problematische Inhalte: Unheimlich viel Rassismus und Exotisierung von japanischer Kultur. Auf der einen Seite romantisiert Clara alles und jeden in Japan, auf der anderen Seite stellt sie die Kultur als rückständig dar. Beispiel: Ja, in Berlin, da haben wir hässliche Steingebäude, aber hier in Japan leben die Leute in Holzhütten und das ist ja viel besser, weil … irgendwas und hihihi was sind das für lustige Gottheiten, wie drollig. So ungefähr läuft es mit allem ab. Respektlos. Ich finde auch die Beschreibungen der Landschaften nicht besonders geschmackvoll – könnte auch das Rheinland sein, was sie da beschreibt. Zusätzlich bildet sich Clara ein, den übelsten Rassismus gegen Weiße in Japan zu erleben. Die Autorin tut so, als ob Clara die einzige Ausländerin dort wäre und niemand sie leiden kann. Dass Japan in dieser Zeit schon super westlich orientiert war, die Leute gern westliche Kleidung getragen haben und sich dort viele europäische Menschen angesiedelt und für Business aufgehalten haben, wird einfach mal komplett ignoriert. Natürlich sind dann auch alle Charaktere, die Clara nicht wohlgesonnen sind, japanisch. Wegen diesen „bösen, japanischen Menschen“, entscheidet sich Clara dann auch am Ende, das Land wieder zu verlassen, weil SIE hier nicht willkommen ist, SIE als Europäerin mit ihrem BLONDEN BLAUÄUGIGEN Kind. Im diesem Kontext wundert es mich nicht, dass die Autorin der Antagonistin den Namen Monsuta (jap. Ausgesprochen MONSTA) gegeben hat, hat mich aber trotzdem aufgeregt. Wer dahinter eine dramatische Geschichte vermutet, irrt. Die Dame hat sich ihr Gesicht verbrannt, als sie eine KATZE RETTEN WOLLTE … Die Samurai kam mir vor wie eine Oren Ishii (Kill Bill) aus dem Mittelgang bei Aldi mitgenommen. Gewalt in Beziehungen wird auch in diesem Teil einfach nur zu einer Farce. Im ersten Band wurde das Thema schon mehr als schlecht behandelt, um nicht zu sagen grottig. Die Handlungen von Franz gegen Clara sind so übertrieben und überzogen, dass es nur noch lächerlich wirkt. Gewalt in Beziehungen stellt sich jedoch meist sehr subtil dar, es geht um Unterdrückung, Kontrolle, emotionale Manipulation und Bestrafung. Im Buch wird das kein Stück behandelt. Franz kommt wir vor wie ein Clown. Müssen wir uns wirklich über die Charaktere unterhalten? Clara: ich mag nimmer. Es ist so furchtbar. Sie ist die arroganteste, ekelhafteste, egozentrischste Kackbratze der Welt. Sorry. Nein, ich kann es nicht anders ausdrücken. Stell dir vor, du hast gerade deine gesamte Existenz verloren, deine Lebensgrundlage ist dahin, deine Freunde wurden vor deinen Augen ermordet und du selbst gefoltert. Und plötzlich steht da so eine Person, die du seit über 1 Jahr nicht gesehen hast und macht dir Vorwürfe, dass du sie nicht überschwänglich begrüßt. Diese Person ist Clara. Diese Szene passiert genau so in diesem Buch und ist nur eines der vielen Beispiele für Clara ekelhaften Charakter. Dann die Sache mit dem Kind. Celia. Ich frage mich ernsthaft, warum Clara das Kind überhaupt mitgenommen hat, denn sie scheint sich kein Stück dafür zu interessiert. Sie gibt das Kind ständig jemand anderen zum Aufpassen und lässt es andauernd allein, sodass sie in vielen Szenen nicht weiß, wo es sich gerade aufhält und nach ihm suchen muss. Das Kind ist angeblich 1 Jahr alt (wird von der Autorin aber wie 3 beschrieben). Du lässt dein Kind in diesem Alter nicht allein in einem Raum im ungesicherten 1. Obergeschoss, inkl. offener Feuerstelle und weiterer Verletzungsgefahren. In diesem Alter hast du dein Kind ununterbrochen zu beaufsichtigen. Clara ist eine bodenlos schlechte Mutter. Wir sehen keine Szene, wo sie sich auch nur annähernd mit ihrem Kind beschäftigt, z.B. Sprechen, Laufen, Spielen. Das Kind ist immer nur da, wenn Clara sich dran festhalten muss, weil es ihr selbst schlecht geht. Clara selbst betont (in ihren sich immer wieder wiederholenden Gedankengängen), dass es wohl besser gewesen wäre, das Kind bei ihrer Schwester in Deutschland zu lassen. Jap. Richtig. Wieso sie es nicht gemacht hat: purer Egoismus. Anstatt auch nur einmal darüber nachzudenken, dass die Reise übers Meer saugefährlich ist und eine 50/50 Chance besteht, dass die überhaupt heil dort ankommen, will Clara ihren „größten Schatz“ natürlich bei sich haben. Niemand hätte damals freiwillig ein so kleines Kind dieser Gefahr ausgesetzt, es sei denn, es wäre wirklich notwendig gewesen. Ist es hier aber nicht. Stattdessen beschreibt die Autorin erneut eine Reiseroute als Direktverbindung zwischen Berlin und Nagasaki, die es nachweislich nicht gab, als eine schlichte aber unbeschwerliche Reise, mal eben um den halben Erdball. Ansonsten macht Clara wieder mal nix. Sie lebt einfach vor sich hin, nimmt irgendwelche Ereignisse um sich herum irgendwie wahr, aber selbst handelt sie nicht. Dafür denkt sie sehr viel darüber nach, was sie machen KÖNNTE, tut aber im Endeffekt nichts davon. Alle Schwierigkeiten oder kleine Hindernisse werden von anderen erledigt und Clara sitzt am Ende da und klopft sich selbst auf die Schulter, was sie doch für eine starke Frau sei. Es ist echt schwer zu ertragen. Diese permanente Selbsterhöhung und -überschätzung gipfelt dann zum Ende in einer „Rede“ darüber, dass jeder Mensch glücklich sein darf, mit der sie das kalte Herz Monsutas erweicht und sie und ihr Kind frei gelassen werden. Die Rede ist 3 Sätze lang. Es ist so unglaubwürdig. Ein weiterer Punkt ist ihr Verhalten gegenüber Akeno. Ständig hinterfragt sie sich selbst, ob es wohl schlau gewesen sei, für DEN DA nach Japan zu reisen, ob er es wert war, ob es nur Verlangen oder tatsächliche Liebe war, ach hätte sie ihn doch nie getroffen, dann hätte sie all diese Probleme nicht. Ich möchte keine Partnerperson haben, die so über mich denkt. Hätte sie sich doch diese Fragen mal vorher gestellt und nicht erst, wenn sie schon die Reise hinter sich hat, dann hätte sie die Probleme auch nicht. Ansonsten ist sie der Meinung, dass Akeno natürlich alles für sie tun muss und auch auf jeden Fall ihr Kind akzeptieren muss – an dem er keine Aktie hat, es ist ja nicht seins. Am Ende bleibt sie nur bei ihm, weil er sie beim heimlichen Abhauen erwischt. Das ist respektlos as fuck gegenüber einer Person, die sie ja angeblich so liebt. Ich wiederhole mich: Es geht nur um Clara. Clara steht im Mittelpunkt von allem. Jeder Charakter im Buch kümmert sich um Claras Belange und ist nur für sie da. Clara ist die wichtigste Person der Welt. Akeno: keine Ahnung. Ehrlich. Er ist immer noch der blasse Charakter aus Buch 1. Es fehlt ihm immer noch an Charakter. Sein ganzes Dasein scheint sich ausschließlich um Clara zu drehen. Wenn er tatsächlich etwas tut, erfahren wir erst in einer Nacherzählung davon. Ansonsten ist er einer der langweiligsten Charaktere des gesamten Buches. Fazit: Braucht ihr nicht zu lesen. Es sei denn, ihr mögt schlechte Bücher. Das Buch ist eine bodenlose Frechheit! Aus meiner Sicht hält das Produkt nicht ansatzweise was es verspricht. Nicht nur, dass der Inhalt keineswegs dem versprochenen Abenteuer entspricht, es werden auch noch 1:1 Szenen aus dem 1. Band wiedergegeben, damit mehr Seiten rauskommen und man mehr bezahlen muss. Das ist aus meiner Sicht schon Täuschung der Verbrauchenden. Dass sowas ohne Skrupel in einem renommierten Verlag veröffentlicht wird, zeigt mir deutlich, dass der deutsche Buchmarkt am Arsch ist.





