In diesen Sommern

In diesen Sommern

Hardback
4.040
ErinnerungHilflosigkeitFamilienlebenVater

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Description

JANINA HECHT IST EINE MEISTERIN DER ZWISCHENTÖNE

Mein Vater, wie er ganz ruhig den Tag beginnt, nicht ausgeglichen, aber stabil. Nie schrie er am Beginn des Tages, er ging mit vorsichtigen Schritten, manchmal etwas Weiches in seinem Gesicht. Als hätte sich erst danach etwas verändert, als führten erst der Mittag und der Nachmittag in eine andere Richtung, und an jedem Morgen hätte es die Möglichkeit zu einem anderen Verlauf der Geschichte gegeben, die ich schreibe.

Behutsam tastet sich Teresa an ihre Kindheit und Jugend heran, ihr Blick in die Vergangenheit ist vorsichtig geworden. Erste unsichere Versuche auf dem Fahrrad an der Seite des Vaters, lange Urlaubstage im Pool mit dem Bruder, Blumenkästen bepflanzen mit der Mutter in der heißen Sommersonne. Doch die unbeschwerten Momente werden immer wieder eingetrübt von Augenblicken der Zerrüttung, von Gefühlen der Hilflosigkeit und Angst. Da schwelt etwas Unausgesprochenes in dieser Familie alle scheinen machtlos den Launen des Vaters ausgeliefert zu sein, Situationen beginnen gefährlich zu entgleisen. Ebenso unaufdringlich wie fesselnd erzählt Janina Hecht von schönen und schrecklichen Tagen, von Ausbruch und Befreiung und vom Versuch, sich im Erinnern dem eigenen Leben zu stellen. "In diesen Sommern" ist die bewegende Geschichte einer Familie auf der unentwegt gefährdeten Suche nach einem stillen Glück.

Ein literarisch feinfühliges Debüt
Für Leser:innen von Hans-Ulrich Reichels "Der Verlorene", Ulrich Woelks "Der Sommer meiner Mutter" und Monika Helfers "Vati"

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
175
Price
20.60 €

Author Description

Janina Hecht, 1983 bei Stuttgart geboren, studierte Neuere deutsche Literatur und Linguistik. 2016 und 2018/19 war sie Stipendiatin der Bayerischen Akademie des Schreibens am Literaturhaus München, 2019 Stipendiatin des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. "In diesen Sommern" ist ihr Debüt.

Posts

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All
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„In diesen Sommern“ ist schnell gelesen. Der Roman erzählt sicherlich nichts Neues. Aber ist auf seine ruhige und unpretentiöse Art fast unauffällig und gerade deshalb lesenwert. Er erzählt ruhig und warnend von der täglich ausgehend Gefahr eines Suchtkranken in der Familie, um dann zuzuschlagen, wenn man es am wenigsten erwartet.

3

Schlaglichter einer heranwachsenden Frau in den 80ern.. Teresa ist 16 und lebt gemeinsam mit ihren Eltern und kleinen Bruder in einer Kleinstadt in Deutschland. Wir bekommen in kurzen, einprägsamen Kapiteln kleine Einblicke in Teresas Kindheit und Jugend. Vor allem die Sommer und Sommerurlaube werden beschrieben. Was jetzt alles herrlich klingt und auch nach außen gesund wirkt, ist in Wahrheit alles andere als das. Teresas Vater ist Alkoholiker und gewalttätig.. das bekommt am Anfang besonders die Mutter zu spüren aber später auch Teresa. Mir ist die gesamte Erzählung durch die zT extrem kurzen Kapitel etwas zu distanziert geblieben, allerdings fliegt man durch die Seiten. Welchen Weg Teresa geht und was sie aus ihrem Leben macht fand ich verständlich und ich habe ihre Gedankengänge oft nachvollziehen können. Sprachlich waren ein paar Highlights dabei, generell hätte der Schreibstil gerne mehr davon bieten können. „Manchmal würde ich gerne einer Version meines Vaters vertrauen. Eine Antwort haben auf die Frage, wer er war. Ich lege die Ereignisse wie Schichten aus Transparentpapier übereinander und versuche zu erkennen, was durch scheint.“ ( S.12) Da ich selbst in diesem Jahrzehnt Kind war, kam das Gefühl für diese Zeit zB mit der Musik im Auto der Eltern gut bei mir an. Ich hatte mehrere Flashbacks! Ein gelungenes Debut, wobei ich mir etwas mehr sprachliche Finesse gewünscht hätte. 3,5Sterne

5

>>Wenn ich an diese Jahre denke, frage ich mich, ob es eine Kontinuität der Ereignisse gibt, eine Entwicklung, auf die ich mich verlassen kann. Ich versuche die Situationen zu ordnen, sie zusammenzuhalten,...<>Ich bewahre verschiedene Erzählungen nebeneinander und wähle eine passende aus. Immer begleitet von zwei Kräften, der Furch davor, ihn zu vergessen, und der Notwendigkeit, nicht zu viel an ihn zu denken. ...<< So bleibt mir abschließend zu sagen, dass dieses Buch absolut kein klassisches Sommer-Wohlfühlbuch ist, sehr wohl aber eines, was die Komfortzone ankratzt und eine junge Seele offenbart, die gehört werden will und mich sehr bewegen konnte.

4

Inhaltswarnung: häusliche Gewalt, Alkoholismus In kurzen, nicht immer zusammenhängenden Episoden erzählt Janina Hecht mit ihrem Debütroman die Geschichte von Teresa und ihrer Familie. Über den normalen Kindheits- und Jugenderinnerungen wie Fahrradfahren, Spielen mit dem Bruder, Urlaubstagen im italienischen Ferienhaus lauert wie ein dunkler Schatten die Präsenz des Vaters. Liebevoll und aufmerksam, verloren und einsam, gewalttätig und brutal. Sein Alkoholismus und die Gewaltexzess prägen das Leben von Teresa, ihrer Mutter und dem jüngeren Bruder. Zunächst im Zusammenleben, aber auch nachdem Teresa als junge Erwachsene längst ausgezogen ist, lässt die Vergangenheit sie nicht los. Die einzelnen Episoden ergeben nach und nach ein stimmiges kohärentes Gesamtbild; immer klarer, je älter Teresa wird, je reflektierter sie ihre Situation betrachtet. Man leidet mit der Familie, selbst mit dem Vater leidet man, das Ende trifft nicht nur Teresa hart und unerwartet. “In diesen Sommern” lässt sich trotz des Themas leicht und in einem Rutsch durchlesen, wirkt aber stark nach.

4

Wie Blitzlichter tauchen die Erinnerungen aus Teresas Leben auf. Eine ungewohnte Erzählweise - gut und leicht lesbar - hat mich überrascht und hat mir gut gefallen!

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