Verbinden statt spalten

Verbinden statt spalten

Hardback
4.624

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Description

Warum uns mehr eint als trennt: In ihrem neuen, hochaktuellen Buch zur Politik der Spaltung und Polarisierung hierzulande räumt die renommierte Journalistin und Autorin Gilda Sahebi mit gängigen Mythen und Fake Facts auf. Wer heute in die deutsche Gesellschaft schaut, könnte denken: Es ist ein Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung . Dass dies so sei, ist eine Erzählung, die politisch generiert und medial verstärkt wird. Gilda Sahebi entlarvt sie als Lüge, als Herrschaftsinstrument autoritärer Kräfte . Das zeigt sie an den einschlägigen Debatten um Sozialleistungen, Migration, Gendern und Wokeness, Krieg und Frieden sowie Corona. Studien zeigen immer wieder: Im eigenen Leben sind Menschen viel öfter zufrieden; sie helfen und unterstützen einander, suchen Verbindung, nicht Hass. Wo geht die Suche nach Verbindung auf der gesellschaftlichen Ebene verloren? Und was kann man tun , um der Erzählung von Spaltung keinen Raum im eigenen Leben zu geben?

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
256
Price
22.70 €

Author Description

Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft. Sie ist Autorin u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Über ihre Social-Media-Kanäle und als Gesprächspartnerin in diversen Talkshows erklärt und ordnet sie das aktuelle politische Geschehen ein. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«. Gilda Sahebi lebt in Berlin.

Posts

10
All
5

Wichtiges und informatives Buch.

5

Was, wenn ich Unrecht habe?

Gilda Sahebi hat wieder ein wichtiges Buch vorgelegt. Sie beschäftigt sich mit der ewigen Gut-gegen-Böse-Erzählung und den Polarisierungsunternehmen, die von der gespaltenen Gesellschaft leben. Dabei analysiert sie, wie wichtig richtiges Zuhören und Differenzieren ist. Besonders wichtig fand ich das „Bullshit-Dreieck“ (Opfer-Bully-Retter) und wie es genutzt wird um Stimmung zu machen und zu spalten zu polarisieren. Das Buch selbst fordert Differenzierung – und es lebt sie auch selbst. Gilda Sahebi urteilt nicht von oben herab. Sie schreibt klug, ruhig und trotzdem sehr deutlich. Ich habe mich beim Lesen oft ertappt gefühlt. Und gleichzeitig ermutigt, genauer hinzusehen, besser zuzuhören. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5 von 5 Sternen, weil das Buch zeigt, was in unserer Gesellschaft möglich wäre, wenn wir nicht nur auf die Lauten hören und weniger Empörung an uns heranlassen. #VerbindenStattSpalten #GildaSahebi #DifferenzierungStattEmpörung #BullshitDreieck

5

Absolute Empfehlung

Ich mag Gilda Sahebi generell sehr gern und folge ihr schon lange in den sozialen Medien. Ich habe bereits einige gute Bücher zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen gelesen. Noch nie bin ich so durch die Seiten geflogen. Der Schreibstil ist großartig, informativ und dabei nie langweilig. Inhaltlich ist dieses Buch ein Appell an alle, gezielt auf Gemeinsamkeiten zu achten. In Zeiten der zunehmenden Polarisierung ( gefühlt) ist es wichtig mal differenziert auf die Themen zu sehen und sich ins Gedächtnis zu rufen,dass eben nicht die große Mehrheit in Schwarz weiß unterwegs ist... sondern viel mehr grau Töne in der Gesellschaft sind und somit auch ein Austausch und ein gemeinsames Miteinander näher ist, als man vermutet. Alles in allem ein wunderbares Buch und eine absolute Empfehlung.

4.5

Fundiert, differenziert und wirklich lesenswert!

Die Kernaussage dieses Buches ist, dass Menschen viel mehr miteinander verbunden sind, als es die mediale, politische Darstellung vermuten lässt. Aktuelle polarisierende Diskurse (Rechts/„woke“, faul/fleißig, pro-israelisch/pro-palästinensisch etc.), werden differenziert betrachtet und die Komplexität der Inhalte und nicht nur eine Meinung hervorgehoben. Gerade die analytische, differenzierte Herangehensweise von Gilda Sahebi hat mich überzeugt. Ich habe mit Hilfe des Buches viele alltägliche Meinung und „Streitthemen“ für mich besser reflektieren und einordnen können. Die insgesamt optimistische Sichtweise, ohne darauf zu verzichten bedenkliche gesellschaftliche Entwicklungen zu benennen, stellt für mich eine lesenswerte Alternative zum Gegeneinander und zur Spaltung dar.

Fundiert, differenziert und wirklich lesenswert!
5

„Verbinden statt Spalten" erläutert entlang klassischer Polarisierungsdebatten (Bürgergeld, Migration, Krieg in Nahost, Waffenlieferungen an die Ukraine), wie Polarisierung funktioniert und wer davon aus welchen Gründen profitiert. „Polarisierungsunternehmer" (Steffen Mau) wie AfD und BILD-Zeitung profitieren von Spaltung politisch und finanziell, aber sie sind nicht die Einzigen, die Debatten polarisierend und ohne Grautöne führen. Ein kurzer Blick ins Internet genügt. Interessant bei der Lektüre: So polarisiert, wie immer medial behauptet wird, ist die Gesellschaft nicht. Die wenigsten Menschen vertreten Extrempositionen, aber diese Extrempositionen nehmen in der Öffentlichkeit nicht nur überproportional viel Raum ein, sie werden durch die Algorithmen sozialer Medien mit größerer Sichtbarkeit belohnt, weil sie emotionalisieren. Die Folge: Wir nehmen unsere Mitmenschen viel negativer und ferner von uns wahr, als sie eigentlich sind. Das gilt insbesondere dann, wenn sie unsere politischen Einstellungen oder Perspektiven nicht (ausreichend) teilen. Dann wird nicht mehr versucht, diesen berühmten common ground zu finden (den es meistens gibt), sondern abgewertet und grundsätzlich ausgegrenzt. Menschen mit anderen Meinungen, Werten und Ansichten sind plötzlich der Feind, schlecht, eine Bedrohung und moralisch absolut verkommen. Das passiert in privaten, aber auch in politischen Debatten. Je gespaltener eine Gesellschaft ist (oder glaubt, zu sein), desto weniger wehrhaft ist sie gegen rechtsextreme Bemühungen, die Demokratie abzubauen und auszuhöhlen. Wenn überall Feinde sind (außer in meiner engsten Bubble, mit der ich sämtliche Ansichten teile), wird es schwierig bis unmöglich, (politische) Allianzen zu bilden und gemeinsam gegen die tatsächlichen Bedrohungen zu kämpfen. Dementsprechend lohnt es sich, immer wieder zu hinterfragen, wie man selbst eigentlich Debatten führt. Ein interessanter Info-Schnipsel: Im Buch ist auch von einer Studie die Rede, in der hohe Empathiefähigkeit mit hoher affektiver Polarisierung assoziiert war. Man kann sehr stark mitfühlen, allerdings vor allem mit der eigenen Peergroup. Sobald man diese Empathie ausdehnen müsste auf Menschen außerhalb dieser Gruppe, nimmt die Fähigkeit ab und schlägt sogar schneller in Hass um. Gefühlt ist das etwas, was man online oft beobachten kann, wenn hehre Ideale nur für die gelten, die man sowieso mag. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich möchte das Buch sehr empfehlen. Allen. Denn wir alle können dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, in der diese Art von Spaltung, von der vor allem jene profitieren, denen wir ja eigentlich den Boden entziehen wollen, keinen Raum mehr hat. Spaltung wird nicht nur von rechts betrieben. Selbstreflexion und Offenheit sind wichtige Kompetenzen, um das Spiel nicht mitzuspielen.

4

Hoffnungsvoller Blick auf die Gesellschaft

Gilda Sahebi ist es gelungen, einen differenzierten und analytischen Blick auf die gesellschaftliche Spaltung unseres Landes zu werfen. Wieso wird dieses Bild so vehement in uns durch Medien und Politik eingetrichtert? Welche Rolle spielt Social Media dabei? (Stichwort Trollfabriken) Wieso gibt es die Culture Wars? Wieso wird seit über 40 Jahren am Sozialsystem herumgeschustert und von Systemausnutzern und Totalverweigerern gesprochen? Was nutzt das Täter-Opfer-Denken und wieso ist dies das Bullshit-Dreieck? Die Antwort: Macht. Autoritäre Mächte. Teile und herrsche. Eine gespaltete Gesellschaft lässt sich eher beherrschen. Und die gefühlte Spaltung geht der echten Spaltung immer voraus. Erzählung schlägt Fakt. Fakt aber ist: die gemäßigte Mitte ist viel größer, als wir es wahrhaben. Die extremen Ränder sind (noch!) in der starken Minderheit. Was also tun? Zuhören. Nicht verurteilen. Nicht sämtliche Eigenschaften einer Gruppierung auf eine Person projizieren. Denn das nährt den Hass und das "Wir gegen die"-Denken. Mir hat das Buch viel gegeben und auch eigene Denkfallen aufgezeigt, die ich nun versuche, zu vermeiden.

5

Warum wir viel netter sind, als die Nachrichten behaupten

Kein Mensch braucht noch ein Buch, das uns erklärt, wie schlimm alles ist – davon gibt’s schon genug in den Nachrichten. Aber ein Buch, das zeigt, wie viel besser wir eigentlich drauf sind, als uns eingeredet wird? Genau das hat Gilda Sahebi hier hingelegt. Und ganz ehrlich: Ich habe beim Lesen ständig genickt, geschmunzelt und mich gefragt, warum wir uns eigentlich so gern einreden lassen, dass Deutschland ein riesiger Streitclub ist. Die Autorin haut die Fake Stories auseinander, die uns tagtäglich um die Ohren fliegen. Von Migration bis Gender-Debatten, von Corona bis Kriegsdiskussionen – Sahebi zeigt, wie geschickt da an der Eskalations-Schraube gedreht wird. Und zwar nicht, weil das Volk so unfassbar zickig wäre, sondern weil bestimmte Leute politisches Kapital daraus schlagen. Klingt düster, ist aber sauklug und auch noch gut lesbar verpackt. Was mich richtig gekickt hat: Sie stellt dem ganzen Theater die Realität gegenüber. Studien und echte Beispiele, die beweisen, dass wir im Alltag gar nicht so zerstritten sind, wie es immer heißt. Im Gegenteil: Die meisten Menschen sind hilfsbereit, kooperativ und wollen einfach in Ruhe ihr Leben leben. Da steckt mehr Miteinander drin, als man denkt – und genau das vergisst man oft, wenn man sich von Talkshows berieseln lässt. Das Buch ist kein moralischer Zeigefinger, sondern ein Reality-Check mit Humor und Biss. Es zeigt, dass Verbindung nicht nur ein esoterisches Buzzword ist, sondern tatsächlich in uns allen steckt. Und dass wir die Macht haben, uns nicht ständig in den künstlichen Kampfmodus treiben zu lassen. Nach der letzten Seite war ich gleichzeitig schlauer, entspannter und sogar ein bisschen optimistischer. Kurz gesagt: Pflichtlektüre für alle, die keinen Bock mehr auf künstlich aufgeblasenes Drama haben – und endlich wieder sehen wollen, dass wir mehr gemeinsam haben, als uns irgendein Schlagzeilen-Kasper weismachen will.

Warum wir viel netter sind, als die Nachrichten behaupten
5

Gegen das Schwarz-Weiß denken

Ein interessantes Buch über Polarisierung und die Hintergründe sowie Folgen - wie uns das Spalten der Gesellschaft bedroht in unserer Menschlichkeit bedroht und wie gefährlich Schwarz-Weiß denken ist.

4.5

Ich mag ja Gilda Sahebi und ihre Arbeit sehr. Ihre Art, unaufgeregt, bedacht und nachvollziehbar immer und immer wieder Dinge zu erklären, dabei nie nach einfachen Lösungen zu suchen und den Finger in Wunden zu legen. Auch wenn "Wie wir uns Rassismus beibringen" bisher noch ungelesen bei mir liegt, habe ich deshalb sofort "Verbinden statt spalten" lesen wollen, ihr gerade beim Fischer Verlag erschienenes neues Buch (Rezensionsexemplar). Darin geht es, wie der Untertitel verrät, um Polarisierung und die Frage, wie dieser zu begegnen ist. Wir kennen ja alle die großen Polarisierungserzählungen, wir kennen aber auch die – oft selbst als Machtinstrument eingesetzte – Reaktion, die überall Spaltung vermutet und diese sofort unterbinden will, um ein homogenes Kollektiv zu erhalten. Meine anfängliche Sorge war deshalb, dass dieses Buch möglicherweise die Notwendigkeit von Konflikt und Aushandlungsprozessen als Kernelement politischen Handelns relativieren könnte, um die Notwendigkeit des Zusammenhalts besonders zu betonen. Glücklicherweise ist das aber überhaupt nicht der Fall, sondern Sahebi macht in diesem Sachbuch gerade deutlich, dass öffentliche Debatten, Konflikte, Aushandlungsprozesse und co. zentrale Elemente der Politik sind und bleiben müssen, dass dafür aber eine gemeinsame Grundlage nötig ist und diese wiederum durch Polarisierung und v.a. die diese antreibenden Polarisierungsunternehmer gefährdet ist. Damit bewegt sich Sahebi gedanklich nah an Hannah Arendt und dem, was wir in der politischen Theorie so als agonale Demokratietheorie bezeichnen würden. Wenn sie sich nicht pauschal auf eine "Seite" schlägt, bleibt Sahebi als bevorzugte Option die Vermittlung zwischen diesen Positionen. Ausgewählt hat sie dafür aktuelle kulturkämpferische Angriffe auf "Wokeness", den Sozialstaat und angebliche Leistungsverweigerung, Corona sowie die gesamtgesellschaftlichen Diskussionen um den Krieg in Israel und Palästina. Debatten also, die hitzig und oft wenig lösungsorientiert geführt werden und von denen Polarisierungsunternehmer*innen unterschiedlicher Couleur profitieren. An diesen Beispielen zeigt sie auf Basis aktueller empirischer Forschung auf, wie Akteure wie bspw. die AfD gezielt auf Polarisierung setzen, welche Rolle dabei Social Media spielt, verdeutlicht mit Rückgriff auf den Antiliberalen Carl Schmitt, dass all das viel mit Freund-Feind-Konstruktionen zu tun hat und das wiederum im Widerspruch zur deliberativen, liberaldemokratischen Vorstellungen steht. Sie zeigt auf, wie nicht nur äußerst radikale Kräfte wie die AfD dieses Spiel spielen und antreiben, sondern auch wie etablierte Politik in Gestalt von Merz und co. auf diesen Zug aufspringt (Stichwort Übernahme von AfD-Positionen, Schüren von Sozialneid und Abbau von Sozialleistungen). Sie betont den Wert von Empathie und Perspektivenwechsel, zeigt auf, wie diese sowohl mit zunehmender Macht als auch gesamtgesellschaftlich abnehmen und nutzt schließlich Niklas Luhmann als Gewährsmann für die Notwendigkeit ehrlicher Selbstreflexion, um Projektionen aufs Gegenüber zu vermeiden. Herausgekommen ist dabei ein gut verständliches Sachbuch, das zu einer realistischeren Auseinandersetzung mit der Studienlage aufruft und uns erinnert, dass es eine Welt außerhalb des Internets gibt und wir nicht jede Algorithmen-Logik übernehmen sollten. An manchen Stellen war es mir persönlich dadurch trotzdem etwas zu ausgewogen- konsensorientiert und natürlich wäre es schön gewesen, an einigen Stellen noch etwas radikalere Kapitalismus- und Systemkritik zu lesen. Aber nicht zu 100% mit jeder im Buch getätigten Aussage übereinzustimmen, gerade deshalb die eigene Perspektive an einigen Stellen herauszufordern und daran erinnert zu werden, dass wir alle gerne mal diesen Polarisierungsideen nachgeben ist glaube ich ein ganz gutes Outcome nach dem Lesen. Zumal man Sahebi nun gerade nicht vorwerfen kann, mit umfassender und deutlicher Kritik hinterm Zaun zu halten. Gerade, wenn man selbst beruflich oder privat die Grundlagen schon kennt, auf denen Sahebi aufbaut, lohnt sich deshalb dieses Buch. Und zwar auch und v.a., weil darin deutlich wird, dass Populismus nie eine sinnvolle Strategie ist - egal aus welcher Ecke er kommt.

4

„Verstehen heißt nicht Gutheißen“ Ein verständliches Buch mit sehr anschaulichen Beispielen. Es fehlt ein wenig mehr die „Anleitung“ zum Verstehen.

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