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Memories of the Future

3.8(20)
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English
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About the book

From the internationally bestselling, Man Booker Prize-longlisted Siri Hustvedt comes a provocative, exuberant novel about time, desire, memory and the imagination, which tells the story of a young Midwestern woman's first year in New York in the late 1970s and her obsession with her mysterious neighbour, Lucy Brite.
As she listens to Lucy through the thin walls of her dilapidated building, S.H. transcribes her neighbour's bizarre and increasingly ominous monologues in a notebook, along with sundry other adventures, until one night when Lucy bursts into her apartment to rescue S.H. from a frightening situation.
Forty years later, S.H., now a veteran author, discovers her old notebook along with drafts of a never-completed novel at her mother's house. Ingeniously juxtaposing the various texts, S.H. measures what she remembers against what she wrote that year, creating a dialogue between selves across decades and reframing the past in the present.
Urgently paced, intellectually rigorous, poignant and often wildly funny, MEMORIES OF THE FUTURE brings together themes that have made Hustvedt among the most celebrated novelists working today: the fallibility of memory; gender mutability; the violence of patriarchy; the vagaries of perception; the ambiguous relation between sensation and thought, sanity and madness; and our dependence on primal drives such as sex, love, hunger, and rage.

Editions (3)

ISBN9781473694415
PublisherSceptre
Publication Date03/19/19
Pages336

Reviews & Ratings

20 ratings

2 reviews

3.8

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  • tante_tanja
    tante_tanja

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    4.0

    Wenn wir zusammen waren, hatte das, was wir noch nicht getan hatten, aber sicher tun würden, absolute Zauberkraft. Wir waren blutjung und hatten die Zukunft vereinnahmt, das heißt, wir hingen von dem ab, was zu werden wir uns vorstellten, und da wir einander beeindruckten, erstrahlten wir in unserer wechselseitigen Bewunderung. Auch wenn der Mensch sich immer ins Morgen projiziert, nimmt die Zeit mit zunehmenden Alter eine trichterförmige Gestalt an. Die Öffnung in der Ferne wird kleiner, der Durchgang verengt sich. Das Mögliche wird zum Wahrscheinlichen. Heute halte ich das Unmittelbare fest. Ich schreibe auf den Tod zu. - Zitat, Seite 206 Das autofiktionale Schreiben hat die Schriftstellerin aus Minnesota in ihren Roman "Damals" eingebracht und lässt uns aus der Sicht der vierzig Jahre älteren S.H. zurückschauen in das magische Jahr einer jungen Frau, die sich 1978/79 ihren großen Traum erfüllen möchte und in New York City einen aufregenden ersten Roman schreiben möchte. Dabei steht ihr niemand anders als der berühmte Meisterdetektiv Sherlock Holmes aus dem 19. Jahrhundert vor Augen, der ja nur rein zufällig die gleichen Initialen hat, wie unsere Erzählerin. Und meisterhaften Scharfsinn möchte sie auch beweisen bei dem Rätsel ihrer vor sich hin murmelnden Nachbarin Lucy, deren verwirrende Sätze sie um den Schlaf bringen. Sogar das Stethoskop ihres Vaters lässt Minnesota, wie unsere Heldin von der "Fünferbande" (den neuen Freunden) genannt wird, nach New York senden, um hinter das Geheimnis ihrer unruhigen, fast gespenstischen, Nachbarin zu kommen. Ist diese eine trauernde Mutter, der das Leben übel mitgespielt hat, oder doch eine Psychopathin, vielleicht sogar eine Mörderin? Aber auch die Gegenwart der Ich-Erzählerin wird beleuchtet, besonders ihr Verhältnis zur Mutter, dir zunächst am Rande des Todes in ein Heim eingeliefert wird. Doch die Palliativmedizin wirkt ein kleines Wunder und so ist die Seniorin zwar wenig orientiert, was ihr Alter und ihre Umgebung betrifft, doch scheint sie ihre Altersgrenze doch weiter auszureizen. Während sich also die Tochter in den "prekären Wahrheiten der Erinnerung" vergräbt, scheinen sich diese in den zunehmend weichen Konturen des Bewusstseins der Mutter zu verlieren. Siri Hustvedt hat einen wundervollen Sinn für Humor und ihre Sätze sind prägnant und präzise. Ihre Gedankenspiele um Bewusstsein und Erinnerung, die philosophische Anklänge haben, bereiten beim Lesen große Freude. Leider hat sie sich in einem Punkt dann doch zu sehr in den Maschen einer Rätsellösung verheddert, wie sie Arthur Conan Doyle in seinen berühmten Romanen so gerne anwendet (und dort auch sehr passend ist): sie dreht wirklich jeden Stein um, ordnet jedes Geschehen ihrer Erinnerung ein und entwirft am Ende ein akkribisches Bild der weiteren Entwicklung der Beteiligten. Damit entzaubert sie viele Geschichten, der Schleier des Geheimnisvollen weicht und enthüllt ein freundliches, ja liebevolles, aber irgendwie nüchternes Bild der Realität. FAZIT Natürlich liebe ich diese Geschichte von Siri Hustvedt, die mit ihrer neugierigen Heldin mit dem unschlagbaren Wortwitz so viele Gemeinsamkeiten teilt. Und auch die Übersetzung von Uli Aumüller und Grete Osterwald muss unbedingt lobend erwähnt werden, da sie den reichen Wortschatz der Autorin so geschmeidig zum Glänzen bringt. Allerdings hätte ich mir mehr Luft zwischen den Zeilen gewünscht und mir gerne selbst ausgemalt, welches Geheimnis hinter den Spiegeln manchmal verborgen ist. Ein nettes Detail des Buches sind die Zeichnungen, welche die Autorin selbst angefertigt hat und die humorvolle Note des Textes unterstreichen (auch wenn die Zeichnung auf dem Cover auf mich persönlich etwas zu plakativ, fast kitschig wirkt). Wer also gerne diesen wilden Ritt einer angehenden Schriftstellerin im oftmals etwas schäbigen New York der ausgehenden 1970er nachverfolgen möchte und die fiktiven oder auch realen Memoiren derselben verfolgen möchte, ist aufgefordert, dieses Buch einer geistreichen Autorin zu Hand zu nehmen!

    Jan 25, 2026

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