My Friends

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Ebook
4.317

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Description

NATIONAL BOOK AWARD FINALIST • LONGLISTED FOR THE BOOKER PRIZE • A “masterly” (The New York Times, Editors’ Choice), “riveting” (The Atlantic) novel of friendship, family, and the unthinkable realities of exile, from the Pulitzer Prize–winning author of The Return “A profound celebration of the sustaining power of friendship, of the ways we mold ourselves against the indentations of those few people whom fate presses against us.”—The Washington Post ONE OF THE WASHINGTON POST AND PUBLISHER WEEKLY’S TEN BEST BOOKS OF THE YEAR • A BEST BOOK OF THE YEAR: The New Yorker, The Boston Globe, Time, NPR, BookPage WINNER OF THE ORWELL PRIZE FOR POLITICAL FICTION • FINALIST FOR THE NATIONAL BOOK CRITICS CIRCLE AWARD • LONGLISTED FOR THE ANDREW CARNEGIE MEDAL FOR EXCELLENCE IN FICTION One evening, as a young boy growing up in Benghazi, Khaled hears a bizarre short story read aloud on the radio, about a man being eaten alive by a cat, and has the sense that his life has been changed forever. Obsessed by the power of those words—and by their enigmatic author, Hosam Zowa—Khaled eventually embarks on a journey that will take him far from home, to pursue a life of the mind at the University of Edinburgh. There, thrust into an open society that is miles away from the world he knew in Libya, Khaled begins to change. He attends a protest against the Qaddafi regime in London, only to watch it explode into tragedy. In a flash, Khaled finds himself injured, clinging to life, unable to leave Britain, much less return to the country of his birth. To even tell his mother and father back home what he has done, on tapped phone lines, would expose them to danger. When a chance encounter in a hotel brings Khaled face-to-face with Hosam Zowa, the author of the fateful short story, he is subsumed into the deepest friendship of his life. It is a friendship that not only sustains him but eventually forces him, as the Arab Spring erupts, to confront agonizing tensions between revolution and safety, family and exile, and how to define his own sense of self against those closest to him. A devastating meditation on friendship and family, and the ways in which time tests—and frays—those bonds, My Friends is an achingly beautiful work of literature by an author working at the peak of his powers.

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
336
Price
N/A

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1
All
4.5

“Auf dem Rückweg spürte ich Leere in mir aufwallen, ein Nichts, das trotz allem eine Präsenz besaß. Diese Leere weckte den Wunsch in mir, davonzulaufen, tiefer in mich zu tauchen, in jene kalte Trostlosigkeit, bis auf ihren Grund. Ich fühlte mich angezogen vom Schmerz, ähnlich wie wenn ein Zahn wehtut und man ihn am besten in Ruhe lassen sollte, stattdessen aber auf ihm herumbeißt." (Hisham Matar, Meine Freunde, S. 192) Wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte “Meine Freunde/My Friends” von Hisham Matar in einem Zug verschlungen, weil ich so gefesselt war von der Handlung, dass ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht, dann wäre das ziemlich unwahr. Würde ich aber sagen, ich hätte nicht hinterher das Gefühl gehabt, 100% mehr zu wissen als vorher über Libyen, das Terrorregime von Gaddafi und seine traumatischen Folgen, dann wäre auch das unwahr. Und ebenso nicht wahr wäre es zu behaupten, dass ich nach der Lektüre nicht das Gefühl habe, hier großer Literatur begegnet zu sein. Große Literatur lähmt uns immer ein wenig, lässt uns ahnen, dass das, was wir da zu verdauen versuchen viel größer ist als vieles, was wir bisher in einem immer wieder neuen Mix aus 26 Buchstaben schon verdaut und gedanklich wieder ausgeschieden haben. Aber Bücher wie “Meine Freunde” sind gekommen, um zu bleiben. Um Zeugnis abzulegen von Schicksalen, die einem so nahe gehen, als wären es die Schicksale der eigenen Freunde oder zumindest von jemand Echtem aus Fleisch und Blut. Der Roman geht der Frage nach: Was macht (politisches) Exil mit einem Menschen? Einem Menschen wie Khaled, einem ganz normalen Libyer, der eigentlich nur in Großbritannien studieren wollte, um danach wieder in sein Land zurückzukehren. Doch als er zusammen mit seinen Freunden Mustafa und Hosam eines Tages im April 1984 vor der libyschen Botschaft in London für Freiheit und Menschenrechte demonstriert, ist nichts mehr wie zuvor: Khaled wird angeschossen, überlebt und kann fortan nicht mehr riskieren in seine Heimat zu seinen Eltern und seiner Schwester zurückzukehren. Der Roman ist mit 535 Seiten wirklich umfangreich. Wir nehmen sehr ausführlich teil an Khaleds Schicksal. Er reflektiert immer wieder seine Vergangenheit, die eigene Situation und die seiner Freunde. Der Titel ist meines Erachtens vielleicht etwas unglücklich gewählt. Und das ist nicht nur dem Fakt geschuldet, dass, wenn ich “Meine Freunde” in die Suchfenster der Onlinebuchhandlungen eingebe, zunächst nur Freundebücher für Kinder angezeigt werden. Ich denke die Freundschaften zu Hosam und Mustafa sind zwar wichtig, aber identitätsstiftend für Khaled ist vielmehr die Erfahrung des Vertriebenseins, des Exils. Stell dir vor, dein Land hasst dich weil du mit dem Regime nicht konform gehst und wenn du dort einfach leben willst, musst du riskieren, verschleppt und umgelegt zu werden. Unvorstellbar. Die Männer werden einander im Exil dennoch zum Familienersatz, von daher hätte ich mir wahrscheinlich trotzdem keinen besseren Titel ausdenken können. Ein Exilroman, ein London-Roman, ein Roman über den Arabischen Frühling. Ein Buch für Intellektuelle und für solche, die sich mehr mit Libyen, seiner Kultur und Geschichte auseinandersetzen möchten. Und ja, auch für solche, die Libyen immer falsch schreiben. Zwinkersmiley. Große Literatur, für die man aber Zeit und Geduld aufbringen muss und die man nicht mal eben zwischendurch weglesen kann. Könnerhaft aus dem Englischen übersetzt von Werner Löcher-Lawrence.

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