Freshwater
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Description
Ada begins her life in the south of Nigeria as a troubled baby and a source of deep concern to her family. Her parents, Saul and Saachi, successfully prayed her into existence, but as she grows into a volatile and splintered child, it becomes clear that something went terribly awry. When Ada comes of age and moves to America for college, the group of selves within her grows in power and agency. A traumatic assault leads to a crystallization of her alternate selves: Asụghara and Saint Vincent. As Ada fades into the background of her own mind and these selves―now protective, now hedonistic―move into control, Ada's life spirals in a dark and dangerous direction.
Narrated from the perspective of the various selves within Ada, and based in the author's realities, Freshwater explores the metaphysics of identity and mental health, plunging the reader into the mystery of being and self. Freshwater dazzles with ferocious energy and serpentine grace, heralding the arrival of a fierce new literary voice.
Book Information
Posts
Freshwater von Akwaeke Emezi ist einzigartig und schwierig zu beschreiben. Die Geschichte handelt von Ada und beginnt in ihrer Kindheit in Nigeria und begleitet sie während sie aufwächst, in die USA geht um zu studieren und weiter. Die Erzählweise ist ungewöhnlich, denn es gibt verschiedene Sichtweisen und die Geschichte beginnt aus der Sicht der Ogbanje, die ein Teil von Ada sind. Es hat ein bisschen gedauert bis ich in die Geschichte rein gekommen bin. Doch das Buch ist wirklich wunderschön geschrieben und so konnte es mich bald fesseln. Es ist definitiv keine leichte Lektüre und es werden viele ernste Themen behandelt. Diese Themen werden auf eine einzigartige und feinfühlige Weise behandelt. Zudem ist Ada eine unglaublich komplexe und interessante Protagonistin. Freshwater hat mich sehr berührt und wird mich nicht so schnell loslassen.
4,5⭐️ Westafrikanische Igbo Mythologie: ein paar Ogbanje (Geistwesen), Kinder der Göttin Ala, einer Python, die für Wiedergeburt und stetigen Wandel steht, sitzen im Körper der Ada fest. Wir begleiten Ada kurz in der Kindheit in Nigeria, als Teenager dann in den USA und später nochmals auf Besuch in Nigeria, wie sie und ihre „Mitreisenden“, damit strugglen, im nutzlosen menschlichen Reich gefangen zu sein- nur auf einen Körper festgelegt. Natürlich ist es naheliegend Ada eine dissoziative Persönlichkeitsstörung anzudichten und andere pathologische Befunde aufzudrücken, beachtet man die traumatischen Erlebnisse. Schön ist aber, dass zum Schluss nochmal intensiv die mythologische Seite bearbeitet wird und das Buch so nie eindeutig in die westliche wissenschaftliche Weltsicht verpflanzt werden kann. Ich bin zwischendurch an Aussagen von Kim de L‘Horizon zum „neuen Materialismus“ erinnert gewesen: Aufweichung des Dualismus von Körper und Geist- Trennlinie zwischen Seinswelten ist nicht klar zu ziehen. Wer auch ein paar Pläuschchen mit einem nutzlosen Jesus erleben will, ist in dem Buch ebenfalls willkommen. Ich finde die gewählte Sprache insgesamt richtig gelungen. Erinnert mich etwas an dieses geschwollene aus der griechischen Mythologie. Im letzten Drittel schwächelt das Buch ein wenig, da wir uns in einer ewigen toxischen Spirale Asugaras Persönlichkeit befinden. Der 20. Penis, der geritten wird, ging mir dann auch auf den Zwirn.
(3,5) Sehr schwierig zu erklären des Buch. Auch wenn ich nur 3,5 Sterne geben würde, ist es auf jeden Fall lesenswert, weil es eine komplett andere Perspektive ist, aus der die Geschichte erzählt wird. Ich hätte gerne noch mehr über die Kultur dahinter erfahren. Und zwischendrin hatte ich das Gefühl, dass es sich sehr wiederholt. Auch die queeren Elemente hätten gerne präsenter und mehr sein können imo.
"(Die Ọgbanje sind) Gottesgeschöpfe, die Macht über Sterbliche haben ... Sie fallen nicht unter eine säkulare Gesetzgebung, und sie haben keine moralischen Skrupel, sie richten grundlos Schaden an." So beschreibt C. Chukwuemeka Mbaegbu Lebewesen aus der Igbo-Anthologie Nigerias, zu denen die Protagonistin aus "Süßwasser" zählt, dem Debütroman Akwaeke Emezis. (Zitat aus dem Roman auf Seite 93) Ada ist kein Mensch, sie ist das wiedergeborene Göttliche, das im irdischen Körper gefangen ist, das sie beobachtet, leitet, verwirrt, zerreißt, ihr aber auch Schutz, Halt und Stärke bietet. Wir verfolgen dieses Göttliche, das im Laufe des Romans einzelne "Persönlichkeiten" mit Namen und Stimmen erhält, von der Geburt bis zum Erwachsenenalter der Ada. Ada, die in Nigeria aufwächst und als Teenager in die USA geschickt wird, kämpft sich durch ihre Realität, hin- und hergezerrt von den Geistern in ihrem Kopf, strauchelnd zwischen moralischen Ansprüchen und dem Hunger nach Leidenschaft, geschlagen von monströsen Traumata, rastlos getrieben auf der Suche nach Liebe und Frieden. Emezi selbst bezeichnet den Roman als autobiographisch (they habe sogar eigene Tagebucheinträge dafür wortwörtlich übernommen) und erklärt, they habe eine Realität darstellen wollen, die nicht den Deutungen von außen unterworfen ist, den Deutungen einer westlichen Welt. Die Versuchung ist groß, pathologische Befunde in Adas Situation zu interpretieren, ja, ihr gesamtes Leben als Metapher anzusehen. Dabei birgt die Erzählung ein viel bedeutenderes Erlebnis, lässt man sich ein auf die Geister, die Dämonen, diese ganz besondere Weltanschauung. "Süßwasser" war anfangs herausfordernd für mich. Zu erkennen, dass alle Schablonen und Raster in meinem Kopf nicht passen, ist zunächst schwer, sie zu zerschlagen befreiend. Vom Konzept und der poetischen Sprache nach afrikanischer Erzählkunst vollends in den Bann gezogen, musste ich mich dennoch durch einige Längen und unzählige Sexszenen schleppen. Alles in allem eine neue Erfahrung und neu eröffnete Perspektiven, die ich zwar nicht missen möchte, die aber nicht durchweg ein Vergnügen waren.
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Ada begins her life in the south of Nigeria as a troubled baby and a source of deep concern to her family. Her parents, Saul and Saachi, successfully prayed her into existence, but as she grows into a volatile and splintered child, it becomes clear that something went terribly awry. When Ada comes of age and moves to America for college, the group of selves within her grows in power and agency. A traumatic assault leads to a crystallization of her alternate selves: Asụghara and Saint Vincent. As Ada fades into the background of her own mind and these selves―now protective, now hedonistic―move into control, Ada's life spirals in a dark and dangerous direction.
Narrated from the perspective of the various selves within Ada, and based in the author's realities, Freshwater explores the metaphysics of identity and mental health, plunging the reader into the mystery of being and self. Freshwater dazzles with ferocious energy and serpentine grace, heralding the arrival of a fierce new literary voice.
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Freshwater von Akwaeke Emezi ist einzigartig und schwierig zu beschreiben. Die Geschichte handelt von Ada und beginnt in ihrer Kindheit in Nigeria und begleitet sie während sie aufwächst, in die USA geht um zu studieren und weiter. Die Erzählweise ist ungewöhnlich, denn es gibt verschiedene Sichtweisen und die Geschichte beginnt aus der Sicht der Ogbanje, die ein Teil von Ada sind. Es hat ein bisschen gedauert bis ich in die Geschichte rein gekommen bin. Doch das Buch ist wirklich wunderschön geschrieben und so konnte es mich bald fesseln. Es ist definitiv keine leichte Lektüre und es werden viele ernste Themen behandelt. Diese Themen werden auf eine einzigartige und feinfühlige Weise behandelt. Zudem ist Ada eine unglaublich komplexe und interessante Protagonistin. Freshwater hat mich sehr berührt und wird mich nicht so schnell loslassen.
4,5⭐️ Westafrikanische Igbo Mythologie: ein paar Ogbanje (Geistwesen), Kinder der Göttin Ala, einer Python, die für Wiedergeburt und stetigen Wandel steht, sitzen im Körper der Ada fest. Wir begleiten Ada kurz in der Kindheit in Nigeria, als Teenager dann in den USA und später nochmals auf Besuch in Nigeria, wie sie und ihre „Mitreisenden“, damit strugglen, im nutzlosen menschlichen Reich gefangen zu sein- nur auf einen Körper festgelegt. Natürlich ist es naheliegend Ada eine dissoziative Persönlichkeitsstörung anzudichten und andere pathologische Befunde aufzudrücken, beachtet man die traumatischen Erlebnisse. Schön ist aber, dass zum Schluss nochmal intensiv die mythologische Seite bearbeitet wird und das Buch so nie eindeutig in die westliche wissenschaftliche Weltsicht verpflanzt werden kann. Ich bin zwischendurch an Aussagen von Kim de L‘Horizon zum „neuen Materialismus“ erinnert gewesen: Aufweichung des Dualismus von Körper und Geist- Trennlinie zwischen Seinswelten ist nicht klar zu ziehen. Wer auch ein paar Pläuschchen mit einem nutzlosen Jesus erleben will, ist in dem Buch ebenfalls willkommen. Ich finde die gewählte Sprache insgesamt richtig gelungen. Erinnert mich etwas an dieses geschwollene aus der griechischen Mythologie. Im letzten Drittel schwächelt das Buch ein wenig, da wir uns in einer ewigen toxischen Spirale Asugaras Persönlichkeit befinden. Der 20. Penis, der geritten wird, ging mir dann auch auf den Zwirn.
(3,5) Sehr schwierig zu erklären des Buch. Auch wenn ich nur 3,5 Sterne geben würde, ist es auf jeden Fall lesenswert, weil es eine komplett andere Perspektive ist, aus der die Geschichte erzählt wird. Ich hätte gerne noch mehr über die Kultur dahinter erfahren. Und zwischendrin hatte ich das Gefühl, dass es sich sehr wiederholt. Auch die queeren Elemente hätten gerne präsenter und mehr sein können imo.
"(Die Ọgbanje sind) Gottesgeschöpfe, die Macht über Sterbliche haben ... Sie fallen nicht unter eine säkulare Gesetzgebung, und sie haben keine moralischen Skrupel, sie richten grundlos Schaden an." So beschreibt C. Chukwuemeka Mbaegbu Lebewesen aus der Igbo-Anthologie Nigerias, zu denen die Protagonistin aus "Süßwasser" zählt, dem Debütroman Akwaeke Emezis. (Zitat aus dem Roman auf Seite 93) Ada ist kein Mensch, sie ist das wiedergeborene Göttliche, das im irdischen Körper gefangen ist, das sie beobachtet, leitet, verwirrt, zerreißt, ihr aber auch Schutz, Halt und Stärke bietet. Wir verfolgen dieses Göttliche, das im Laufe des Romans einzelne "Persönlichkeiten" mit Namen und Stimmen erhält, von der Geburt bis zum Erwachsenenalter der Ada. Ada, die in Nigeria aufwächst und als Teenager in die USA geschickt wird, kämpft sich durch ihre Realität, hin- und hergezerrt von den Geistern in ihrem Kopf, strauchelnd zwischen moralischen Ansprüchen und dem Hunger nach Leidenschaft, geschlagen von monströsen Traumata, rastlos getrieben auf der Suche nach Liebe und Frieden. Emezi selbst bezeichnet den Roman als autobiographisch (they habe sogar eigene Tagebucheinträge dafür wortwörtlich übernommen) und erklärt, they habe eine Realität darstellen wollen, die nicht den Deutungen von außen unterworfen ist, den Deutungen einer westlichen Welt. Die Versuchung ist groß, pathologische Befunde in Adas Situation zu interpretieren, ja, ihr gesamtes Leben als Metapher anzusehen. Dabei birgt die Erzählung ein viel bedeutenderes Erlebnis, lässt man sich ein auf die Geister, die Dämonen, diese ganz besondere Weltanschauung. "Süßwasser" war anfangs herausfordernd für mich. Zu erkennen, dass alle Schablonen und Raster in meinem Kopf nicht passen, ist zunächst schwer, sie zu zerschlagen befreiend. Vom Konzept und der poetischen Sprache nach afrikanischer Erzählkunst vollends in den Bann gezogen, musste ich mich dennoch durch einige Längen und unzählige Sexszenen schleppen. Alles in allem eine neue Erfahrung und neu eröffnete Perspektiven, die ich zwar nicht missen möchte, die aber nicht durchweg ein Vergnügen waren.














