Natürlich kann man hier nicht leben

Natürlich kann man hier nicht leben

Hardback
4.176

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Description

Nilay will los. Am liebsten noch heute Nacht, von Berlin nach Istanbul. Seit Wochen verfolgt sie mit ihren Eltern die Nachrichten vom Taksim-Platz: die Bilder der Proteste, das Rufen nach Freiheit. Selim und Hülya sind außer sich. Sie selbst waren Kinder in den Straßen Izmirs. Dann kam der Putsch, im September 1980. Es folgten Jahre der Willkür, doch sie glaubten an eine Zukunft in der Türkei. Schließlich hatten sie sich und fanden Wege des Widerstands. Dreißig Jahre später zieht es ihre Tochter in das Land, das sie hinter sich ließen, in der Hoffnung, anderswo frei zu sein.

Mit großer Dringlichkeit und Hellsicht erzählt Özge İnan die Geschichte einer Familie, die nicht aufgibt. Eine Geschichte von Freundschaft und Verrat, von Liebe und Wut.

»Özge İnan erzählt von Menschen, die tausend Gründe hätten, keinen Widerstand zu leisten – und die dennoch nicht zu brechen sind. Ein so lebendig erzählter, beeindruckender Roman.« Shida Bazyar

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
240
Price
24.70 €

Author Description

Özge İnan, geboren 1997 in Berlin, wurde während ihres Jurastudiums online mit politischen Kurztexten bekannt. Inzwischen arbeitet sie als Journalistin unter anderem für den Freitag, Zeit Online und die Süddeutsche Zeitung. »Natürlich kann man hier nicht leben« ist ihr erster Roman.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
81%
N/A
N/A
N/A
88%
11%
88%
88%
97%
52%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
63%
100%
100%
100%

Pace

Fast50%
Slow0%
Moderate50%
Variable0%

Writing Style

Simple50%
Complex0%
Moderate50%
Bildhaft (50%)Minimalistisch (50%)

Posts

13
All
4

Sehr beeindruckend

Ich habe dieses Buch im Buddyread mit meinen Cousinen gelesen. Wir haben uns nicht nur sehr lange über das Buch unterhalten, sondern auch über Herkunft, Heimat und die Frage, wo man eigentlich hingehört. Aber woorum es geht in dem Buch eigentlich? Das Buch springt zwischen Generationen und Perspektiven, verbindet persönliche Schicksale mit politischer Geschichte. Im Mittelpunkt stehen Selim, Hülya und ihre Tochter Nilay. Selim und Hülya wachsen in der Türkei auf, in einer Zeit politischer Spannungen und Unterdrückung. Nach dem Militärputsch von 1980 werden viele ihrer Freunde verhaftet. Manche, weil sie sich engagiert haben, andere, weil sie einfach die falschen Bücher gelesen oder verkauft haben. Die Behörden haben auch Selim im Visie. Er erlebt Gewalt, Angst und das Gefühl, dass im eigenen Land kein Platz mehr für Freiheit bleibt. Gemeinsam mit Hülya verlässt er die Türkei und baut sich in Deutschland ein neues Leben auf. Dort wird Nilay geboren, die später zwischen zwei Welten aufwächst. In Deutschland fühlt sie sich fremd, in der Türkei fremder. Als sie die Gezi-Proteste in Istanbul im Fernsehen sieht, beginnt sich ihr Blick auf die Welt zu verändern. Meine Gedanken und Gefühle beim Lesen 💭 Das was mich am meisten überrascht hat, war das Schweigen zwischen den Generationen. Die Eltern tragen eine Vergangenheit in sich, die sie nie richtig erzählen und die Kinder spüren dieses Schweigen. Ich kenne dieses Schweigen. Viele von uns kennen es. Es ist das Schweigen unserer Eltern und Großeltern über das, was sie verloren haben, damit wir es einmal besser haben. Ein sehr lesenswertes Buch. Ich hätte mir am Schluss nur gewünscht, noch ein bisschen mehr über Nilay und ihren Werdegang zu erfahren.

3.5

Ein Roman, der von Gewalt und Herkunft erzählt und in die Türkei der 80er und 90er Jahre führt, wo wir die Eltern bei ihrem Widerstand verfolgen, der sie schließlich in die Flucht treibt. Ein halbes Jahr hab ich auf das Buch gefreut und blieb doch ein paar Mal stecken. Vielleicht geb ich der Geschichte später nochmal eine Chance.

3.5

„Natürlich kann man hier nicht leben“ war für mich ein ruhiger, intensiver Roman, in den ich erst hineinfinden musste. Am Anfang war es für mich etwas ein Hin und Her, und es hat gedauert, bis ich wirklich im Geschehen angekommen bin. Teilweise hat sich die Geschichte für mich etwas gezogen. Trotzdem hat mich das Buch berührt. Besonders Hülyas Weg hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Einerseits ist es stark zu sehen, dass sie ihren eigenen Weg geht. Andererseits hatte es für mich einen schmerzhaften Beigeschmack weil man sich fragt, ob es am Ende wirklich ihr eigener Weg war oder einfach der, der sich ergeben hat. Obwohl sie auf etwas anderes hingearbeitet hat, lebt sie schließlich doch ein Leben, das in gewisser Weise dem ihrer Mutter und Schwester ähnelt nur dass sie es alleine lebt, fernab von Familie, in einem fremden Land. Dieses Gefühl von Einsamkeit und Entwurzelung tat beim Lesen weh und hat mich noch gedanklich beschäftigt. Ein nachdenklicher Roman, der nicht laut ist, aber emotional nachwirkt.

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4

„Natürlich kann man hier nicht leben“ erzählt in mehreren Zeitebenen von den politischen und persönlichen Kämpfen einer Familie aus der Türkei. Die Geschichte beginnt mit Nilay, einer jungen Frau in Deutschland, die sich inmitten der Gezi-Park-Proteste von 2013 nach einem Sinn in ihrem Handeln sehnt. Doch der Kern des Romans liegt in der Vergangenheit ihrer Eltern, Selim und Hülya, die als junge Erwachsene in der Türkei der 1980er Jahre Teil der linken Widerstandsbewegung waren. Während Selim und Hülya gegen die Militärdiktatur kämpfen, sehen sie sich mit Willkür, Verrat und persönlichen Verlusten konfrontiert. Schließlich müssen sie die Türkei verlassen und fliehen nach Deutschland – eine Entscheidung, die sowohl Hoffnung als auch bittere Enttäuschung mit sich bringt. Die Ankunft in Deutschland und der Versuch, ein neues Leben zu beginnen, werden eindringlich beschrieben, ebenso wie die fortwährende Verbundenheit zur Türkei. Der Roman beleuchtet dabei nicht nur die politischen und gesellschaftlichen Kämpfe, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und inneren Konflikte seiner Figuren. 🌍📖 Özge İnan schreibt mit einer direkten, fast schon drängenden Klarheit, die die Emotionen und politischen Spannungen der Erzählung wirklich sehr greifbar macht. Der Stil ist irgendwie schnörkellos, an manchen Stellen fast schon poetisch, ohne dabei aber überladen zu wirken. Besonders eindrucksvoll fand ich die Dialoge, die die inneren Konflikte und unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere extrem gut rübergebracht haben - selbst beim Hörbuch, was ich oft schwieriger finde. Manche Passagen, insbesondere die politischen Debatten und Reflexionen, verlangen ein gewisses Vorwissen oder Einlesen über die neuere türkische Geschichte, was den Lese- bzw. Hörfluss ein wenig erschwert hat. Dennoch schafft es die Autorin, auch komplexe Themen zugänglich und emotional aufgeladen darzustellen - hat mich sehr berührt. ✍️💔 Der Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gibt der Geschichte eine besondere Dynamik, war aber ab und an beim Hören etwas anstrengend zu unterscheiden bzw. zu verfolgen. Die Handlung in der Türkei ist sehr aufwühlend und zeigt eindrücklich die Gefahren, denen Selim und Hülya ausgesetzt sind, sowie die Spannungen innerhalb der linken Bewegung. Die Abschnitte, die in Deutschland spielen, bieten dann einen ziemlich guten Einblick in das Leben von Migrant:innen und die Herausforderungen, die mit der Entwurzelung einhergehen. Während der Fokus auf Selim und Hülya liegt, kommen Nilays Perspektive und die Gezi-Park-Proteste etwas zu kurz, was ich schade fand. Vielleicht auch einfach, weil ich nach Lesen des Klappentextes ein bisschen was anderes erwartet habe. Die Parallelität zwischen den Kämpfen der Eltern und der Tochter hätte in meinen Augen einfach stärker herausgearbeitet werden können. Trotzdem bleibt die Geschichte das ganze Buch über spannend und emotional intensiv. 🔄 Das Buch hat mich wirklich bewegt. Obwohl ich selbst keinen direkten Bezug zu den beschriebenen Ereignissen oder der Türkei habe, fühlte ich mich den Charakteren und ihren Kämpfen echt sehr nahe. Özge İnan schafft es, die Verzweiflung und den Mut ihrer Figuren so darzustellen, dass man mit ihnen hofft, leidet und zweifelt. Besonders berührt hat mich die Frage nach Heimat und Zugehörigkeit – ein Thema, das immer wieder in meinem Leben hochkommt. 🏡🤍 Das Buch hat mich auch wieder dazu motiviert, mich mehr über die politische Geschichte der Türkei zu informieren. Die Parallelen zwischen den historischen und aktuellen Ereignissen in der Türkei waren erschreckend und gleichzeitig lehrreich. 📚🔎 Fazit: „Natürlich kann man hier nicht leben“ ist ein wirklich eindrucksvolles Debüt, das Politik, Geschichte und persönliche Schicksale auf bewegende Weise verbindet. Trotz kleinerer Schwächen hat das Buch mir echt gut gefallen. ⭐⭐⭐⭐

3.5

Interessante Einblicke in ein Thema mit dem ich mich bisher viel zu wenig beschäftigt habe. Manchmal fehlte mir der historische Hintergrund zu sehr, sodass ich bei der Handlung nicht immer ganz mitbekommen bin. Das ist aber eher meine Schuld. Ansonsten schöne Charaktere, aber manche bleiben durch die sprunghafte Erzählung, die sich eher auf jeweils einzelne Tage verschiedener Jahre beschränkt, ziemlich auf der Strecke. Die Entwicklung der Charaktere ist dann teilweise schwer nachzuvollziehen oder bekommt einfach nicht genug Aufmerksamkeit, da so große Lücken zwischen den Ereignissen liegen. Bin aber gespannt auf weitere Werke der Autorin!

4

mochte es gerne, war super flüssig zu lesen und eine gute Storyline ! Inhaltlich war es auch stabil und hat so nahbar über die Lebensrealität von Kommunist*innen, Repressionen, Beziehungsdynamiken erzählt :)

4

Ein unglaublich starkes Buch über Polizeigewalt, Widerstand, Vertrauen, Familie und Freiheit. Die Geschichte erzählt von den Generationen, die vor uns gekämpft haben. Selim und Hülya (und alle anderen Menschen) müssen entscheiden, bis wohin es sich zu kämpfen lohnt. Sie müssen entscheiden, wie wichtig ihnen ihre Freiheit ist und wem sie vertrauen. Eine absolute Weiterempfehlung! Vor allem möchte ich erwähnen, wie stark dieser Debütroman ist. Ich bin auf alles weitere gespannt, dass von Ozge kommt. Chapeau.

4

Ein unglaublich starkes Buch über Polizeigewalt, Widerstand, Vertrauen, Familie und Freiheit. Die Geschichte erzählt von den Generationen, die vor uns gekämpft haben. Selim und Hülya (und alle anderen Menschen) müssen entscheiden, bis wohin es sich zu kämpfen lohnt. Sie müssen entscheiden, wie wichtig ihnen ihre Freiheit ist und wem sie vertrauen. Eine absolute Weiterempfehlung! Vor allem möchte ich erwähnen, wie stark dieser Debütroman ist. Ich bin auf alles weitere gespannt, dass von Özge kommt. Chapeau.

5

die Geschichte startet mit Protesten in der Türkei 2013. Nilay ist in Deutschland geboren und will unbedingt was tun. Sie beschließt nach Istanbul zu fliegen. Das zweite Kapitel spielt 1980. Selim, Nilays Vater, ist linker organisierter Schüler und wir erleben seine und die Geschichte seiner späteren Frau Hülya als linke Aktivistis in der Türkei, die gegen Unterdrückung, Nationalismus und für eine bessere Türkei kämpfen. Unglaublich einfühlsam und gleichzeitig drastisch geschrieben. Für mich eins meiner Jahreshighlights 5/5 Teegläsern.

5

Sehr spannender Einblick in die Türkei der 80er Jahre

Das war mein erstes Buch in dem eine Geschichte in der Türkei spielt. Ich fand es sehr spannend mehr über die Geschichte der Türkei der 80er Jahre zu erfahren anhand der Menschen die dort durchschnittliche Leben lebten. Gleichzeitig ist das Buch auch sehr aufwühlend und ich habe sehr mit Hülya mitgefühlt. Sehr empfehlenswertes Buch!

5

Sehr flüssig zu lesen

5

Unfassbar gut geschrieben! Die innerliche Zerrissenheit zieht einen von der ersten Seite an in ihren Bann - absolut wundervoller Debütroman und uneingeschränkte Leseempfehlung! Ich bin begeistert

4

Vom Klappentext hatte ich erwartet, dass es viel mehr um Nilay gehen wird und wie sie die Proteste rund um den Putsch in der Türkei erlebt. Ich bin in letzter Zeit nicht der Fan davon, wenn die Haupthandlung nur dadurch vorangetrieben werden kann, indem die gegenwärtigen Ereignisse durch eine Vergangenheitsblende erzählt werden. Von daher war ich erst mal nicht positiv überrascht, dass die Perspektive quasi das ganze Buch über Selim und Hülya handelt. Schade, dass von Verlagsseite das Buch anders beworben wird, als es dann ist. Denn die Geschichte um die beiden ist wirklich gut geschrieben und mit ein bisschen Vorwissen über die neuere türkische Geschichte bekommt man eine wunderbare Geschichte über zwei Menschen, die ihren Weg suchen.

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