
Die liebe Nina hat mich einige Nerven kosten lassen, doch es ist ein sehr schöner Roman.
Direkt geht es in die Handlung zu Nina die beruflich als Sportfotografin unterwegs ist. Dabei erlebt sie aufregende Momente und ist immer hautnah dabei. Ihre Chefin bekommt den Auftrag, dass Beachvolleyball Nationalteam abzulichten, eine Werbekampagne zu begleiten und auch mit ihnen ins Trainingscamp zu reisen. Gar kein Problem, wenn Nina nicht die Personen allzu gut kennen würde und ihr Ex-Freund auch mit von der Partie ist. Sie versucht sich so gut es geht rauszuhalten, doch das geht nicht lange gut. Kurzer Hand sitzt sie im Flieger nach Teneriffa und wird dazu von ihrer Vergangenheit eingeholt. Lukas ist zwar auch unwohl dabei, aber dennoch ist er neugierig auf Nina, auch wenn ihre Anwesenheit seine Konzentration auf die Probe stellt. Können sie beide ihre gemeinsame Vergangenheit beiseite schieben oder flammen alte Gefühle wieder auf? Gegenwart und Vergangenheit treffen aufeinander. Es gibt Geheimnisse, viel Unausgesprochenes und Überraschungen. Die Handlung spielt sich über einen kurzen Zeitraum von einigen Wochen ab. Gefühle und Emotionen werden hautnah transportiert und das Sportfeeling sowie die Fotografie sind on Point. Die erste Hälfte des Buches hat mich richtig gebannt gehalten und ich habe das Setting und die sehr guten Details aufgesogen. Die der zweiten Hälfte kamen mehr Dramatik und alte Muster und innere Konflikte hinzu. Nina hat wirklich viele schwere Päckchen zu tragen und sie werden transparent sowie nachvollziehend herübergebracht. Aber ihr Charakter war für mich persönlich immer anstrengender geworden. Lukas hat dagegen in so vielen Situationen einfach nur toll reagiert. Die Liebesgeschichte wurde in ihrer Slow Burn Mentalität authentisch herübergebracht. Der Schreibstil ist wunderbar angenehm, locker und mit einem amüsanten Humor versetzt. Man liest sich fließend leicht, trotz teils schwerer Thematik, von einem zum nächsten Kapitel, die unterschiedlicher Leselänge sind, aber überwiegend kurz bleiben. Die Geschichte wird aus beiden Sichtweisen von Nina und Lukas in der Ich-Perspektive wiedergegeben. Die anderen mitwirkenden Charaktere ergeben ein wunderbares buntes Bild ab. Es geht herzlich, professionell sowie fürsorglich zu. Das Buchcover gibt einen Blick auf die Eindrücke, die im Roman zu finden sind und passt einfach sehr gut zur Geschichte. „Ich liebe sie, seit ich sechzehn bis. Und vermutlich auch noch mit sechzig.“ Mein Fazit: Ein berührender und eindrucksvoller Roman über Beachvolleyball, Träume, Fotografie und die dunklen Kehrseiten einer Seele. Die liebe Nina hat mich einige Nerven kosten lassen, doch es ist ein sehr schöner Roman.




