Ein starkes Buch über ein schwer greifbares Thema
Mit „Der Rückzug“ hat Marko Hofer-Richter ein emotional packendes Werk geschaffen, das das Thema Burnout und Depression auf eine metaphorische Weise greifbar macht. Der Einstieg über die unsichtbare Barriere, die sich plötzlich um Steffens Grundstück im Wendland zieht, funktioniert perfekt als Sinnbild für die psychische Isolation. Dem Autor gelingt das Kunststück, die oft so schwer in Worte zu fassenden Gefühle einer Depression präzise und authentisch einzufangen. Durch seinen sehr bildhaften Schreibstil schafft er es, die innere Zerrissenheit des Protagonisten für den Leser spürbar zu machen. Besonders wertvoll ist dieses Buch für Angehörige, Freunde und Außenstehende. Die Novelle macht die Hilflosigkeit, das "Nicht-an-jemanden-Herankommen" und die Dynamik innerhalb einer Familie in einer solchen Krise extrem nachvollziehbar. Die Geschichte wird als Novelle erzählt, aber in der Grundidee steckt so unglaublich viel Potenzial, dass ich sie wahnsinnig gerne als voll ausformulierten Roman gelesen hätte. Fazit: Eine absolute Leseempfehlung! Besonders für alle, die im Umfeld mit dem Thema Burnout oder Depressionen konfrontiert sind und die unsichtbaren Mauern der Betroffenen besser verstehen wollen. Eine starke Geschichte, die nachhallt.


