Ein Suche nach sich selbst in Lichthafen
Mein Gefühl zum Buch ist etwas ambivalent, denn ich habe mich irgendwie schwer getan, in die Geschichte hinein zu finden. Woran das genau lag, kann ich gar nicht wirklich sagen, denn der Schreibstil an sich ist flüssig, interessant und auch die angesprochene Problematik ist wichtig. Man selbst zu sein, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Jeder Mensch ist wichtig, wertvoll und richtig, so wie er ist. Ein Anker sein, während man seinen Anker sucht. Und ganz wichtig: Vertrauen und Kommunikation, die Basis einer jeden Beziehung. Besonders interessant empfand ich den Einblick in die queere Community und die Denkweise, sowie das doch vorhandene emotionale Struggeln der Menschen, was an Milo besonders verdeutlicht wurde. Über sein Dilemma bezüglich seiner sexuellen Orientierung, habe ich selbst schon so oft, unabhängig vom Buch, nachgedacht und mir ähnliche Fragen wie er gestellt, obwohl es mich nicht betrifft. Aber ich wollte verstehen und deshalb haben mich Milo und seine Empfindungen und Gedanken, sein Zweifel und seine Suche nach Antworten und Wegen heraus aus seinem Dilemma wahrscheinlich am meisten bewegt. Minimale Probleme hatte ich mit Jo, deshalb meine Ambivalenz. Er wirkte auf mich zu dominant, zu bestimmend und gerade in den beschriebenen Spicy-Szenen doch zu grob. Das hat mich negativ getriggert, während er auf der anderen Seite auch absolut liebenswürdig und verständnisvoll, sensibel und mitfühlend ist. Er hat mich schwanken lassen. Ich war im ersten Teil schon begeistert von der Community in Lichthafen, weshalb ich es wirklich toll fand, all den Charaktere wieder zu begegnen. Es ist, wie ein nach Hause kommen und Freunde treffen. Ich bin wirklich gespannt, wer im dritten Teil der Reihe die fürsorgliche Unterstützung der Community bekommt. Nachtrag: Etwas geschockt war ich tatsächlich von der letzten Clubszene, Milo und der Fremde, denn für mich hat da ein ganz wichtiges Detail gefehlt...

