Band 2 war insgesamt solide, kommt aber nicht ganz an die Überraschungsmomente von Band 1 heran –
– was vermutlich auch daran liegt, dass man das Grundkonzept und den Ton der Reihe inzwischen schon kennt. Die Dynamik im Krankenhaussetting funktioniert trotzdem gut: Zwischen Nachtschichten, Chaos in der Notaufnahme und familiärem Druck entsteht eine intensive Atmosphäre, in der vor allem das Adrenalin regiert – nicht das Beruhigungsmittel. Preston York als „Ersatz“ der Familie bringt eine interessante Entwicklung mit, auch wenn sein Weg stellenweise vorhersehbar wirkt. Besonders gelungen ist dagegen die Figur von Dr. Lucas Silva, der mit seiner Härte und seinem Ehrgeiz einen starken Kontrast zu Preston bildet. Die Chemie zwischen den beiden sorgt für Spannung, auch wenn sie nicht immer völlig neu wirkt. Die Nebenfiguren – vor allem die exzentrische York-Familie und das hektische Klinikpersonal – bringen zusätzlich Leben in die Geschichte, manchmal fast schon zu viel des Guten. Insgesamt ein unterhaltsamer, emotionaler zweiter Band mit starken Momenten, auch wenn der „Wow“-Effekt des ersten Teils ein wenig fehlt.

