
Meinung: Ich habe bereits andere Bücher von Sirkka gelesen und mochte sie sehr umso größer war meine Vorfreude auf dieses. Das Cover hat mich sofort angesprochen, ich finde es richtig gelungen und stimmungsvoll. Leider konnte mich der Inhalt dieses Mal jedoch nicht überzeugen. Pünktlich zum Jubiläum der Januarflut von 1976 kündigt sich erneut eine Sturmflut an. Während viele Bewohner der Althaatstinger Marsch dem Geschehen gelassen entgegensehen, wächst bei Cafébesitzerin Lene mit jeder Stunde die Angst. Als schließlich der Katastrophenalarm ausgelöst wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen das Meer. Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig zu lesen, was mir grundsätzlich gut gefallen hat. Dennoch gab es für mich einige Passagen, die sich etwas gezogen haben und das Tempo spürbar ausgebremst haben. Die Idee, die Kapitel mit einem Countdown bis zur Flut zu versehen, fand ich an sich spannend, allerdings konnte sie bei mir leider nicht die erhoffte Spannung erzeugen. Statt wirklich mitzufiebern, blieb ich eher in einer beobachtenden Rolle. Auch die Figuren blieben für mich auf Distanz. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht, um emotional wirklich mit ihnen mitgehen zu können. Besonders Lene konnte ich leider nicht richtig greifen, sodass sich ihre Angst vor der Sturmflut für mich nicht vollständig übertragen hat. Dadurch fühlte sich auch die Bedrohung durch das Meer weniger intensiv an, als ich es mir bei diesem Setting erhofft hatte. Insgesamt fehlte mir die emotionale Spannung, die eine Geschichte rund um eine herannahende Sturmflut eigentlich mit sich bringen sollte. Die Handlung hatte durchaus Potenzial, konnte mich aber weder packen noch nachhaltig berühren. So bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck zurück: Es ist sicher kein schlechtes Buch, doch persönlich konnte es mich dieses Mal nicht erreichen. Mir fehlte das gewisse Etwas.

