Sehr düstere Gothic-Dark-Fantasy…
Das Cover dieses Buches finde ich sehr gelungen und zeigt aus meiner Sicht wirklich perfekt die vorherrschende Atmosphäre dieser Geschichte. Mich hat es sofort neugierig gemacht. Maevyth und ihre Schwester sind in einer Pflegefamilie groß geworden. Sie leben nahe des Eating Woods, ein Wald aus dem niemand lebendig zurückkehrt. Durch sehr tragische Umstände bleibt Maeve nichts anderes übrig, als in den Wald zu flüchten, denn nur so kann sie ihre Schwester retten. Zumindest glaubt sie das. Doch dann trifft sie auf den tödlichsten Assassinen überhaupt, Zevander Rydainn, The Scorpion. Und auch wenn er Maeve lieber ihrem Schicksal überlassen würde, sieht es so aus, als würde er sie brauchen. In die Geschichte bin ich super reingekommen. Von Anfang ist es wirklich sehr düster. Und in diesem Setting lernt man Maeve kennen. Sie ist eine junge Frau, vor der sich viele fürchten, denn sie ist als Kind an den Eating Woods ausgesetzt worden und man sieht als schlechtes Omen und todbringend. Doch sie hat gelernt mit dieser Situation umzugehen und für sich das Beste daraus zu machen. Ihre besondere Fähigkeit macht sie aus meiner Sicht ganz besonders interessant und ich habe ihre Entwicklung mit Begeisterung und ihren Weg mit Neugier verfolgt. Maeve ist eine sehr sympathische Figur mit einem großen Herz und ich fand sie in ihrer Art sehr authentisch. Zevander hat mir auch von Beginn an gefallen. Sein Bruder und er teilen ein furchtbares Schicksal, nur ist er selbst etwas besser dabei weggekommen. Zevander hat sein Ziel vor Augen und geht Schritt für Schritt vor. Maeve hatte er so nicht mit eingeplant, doch erkennt er schnell, dass es ohne sie nicht gehen wird. Mir hat der Vibe zwischen ihnen gefallen und ich mochte, wie er Maeve durchaus Raum für ihre Entwicklung und ihre Entscheidungen gelassen hat. Trotzdem hat er dabei auch sich selbst nicht vernachlässigt. Zevander finde ich auch sympathisch. Alle anderen Figuren haben mir ebenfalls gut gefallen. Jede Figur hat ein eigenes Ziel bzw. eine eigene Motivation und ergänzt die Haupthandlung prima. Maeves Onkel fand ich sehr seltsam, insbesondere im Umgang mit ihrer Schwester. Mehr kann ich an dieser Stelle leider nicht verraten, ohne zu spoilern. Dafür hat mich auch das Schicksal von Zevanders Bruder sehr bewegt und es gab eine sehr gefühlvolle Szene mit Maeve. Und in Maeves Nachbarschaft hat eine alte Frau gewohnt, die irgendwie immer ein Auge auf Maeve hatte und das kam total lieb rüber. Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Es gibt viele kleinere und größere Konflikte, Geheimnisse, Intrigen und überraschende Wendungen. Mich hat es insgesamt immer im Buch gehalten. Trotzdem gab es im Mittelteil aus meiner Sicht ein paar Längen. Es ist aber immer spannend und es ist auch immer Bewegung in der Geschichte. Die Liebesgeschichte hat mich auch überzeugt. Für meinen Geschmack hätte es aber gern auch noch etwas mehr knistern können. Und die gewählten Themen fand ich sehr interessant und gut bearbeitet, insbesondere die Rolle der Frau. Das Ende war dann ein gemeiner Cliffhanger, den ich so nicht habe kommen sehen. Der Schreibstil ist großartig. Alles liest sich sehr angenehm und flüssig. Die Dialoge sind authentisch und unterhaltsam. Die Beschreibungen der Settings und die atmosphärischen Beschreibungen haben mich in die Geschichte gesogen und sich alles sehr echt anfühlen lassen. Ich muss aber sagen, dass es wirklich sehr düster und zum Teil auch recht brutal ist. Das Worldbuilding war überzeugend und ich konnte mir alles gut vorstellen. Das Magiesystem fand ich ebenfalls gut durchdacht und in Teilen auch neuartig. Und die Darstellung der emotionalen Ebene hat mir super gefallen. Ich konnte mich hervorragend in Maeve und Zevander hineinversetzen und ich habe mit ihnen mitgekämpft und mitgelitten. Von mir erhält dieses Buch eine ganz klare Kaufempfehlung (4,5/5 Sterne), weil Maeve und Zevander zwei wirklich besondere Hauptfiguren sind, weil die Handlung insgesamt spannend ist, weil Worldbuilding und Magiesystem neuartig für mich waren und der Schreibstil richtig gut ist. Ein halbes Sternchen ziehe ich aber ab für die gefühlten Längen im Mittelteil. Das ist aber nur mein persönlicher Geschmack. Trotzdem lohnt es sich in jedem Fall dieses Buch zu lesen. Vielen Dank an Keri Lake, Silvia Gleißner und den LYX-Verlag für diese Geschichte.






























































