
Ein Wapiti auf ihrem Rachefeldzug gegen vier indianischstämmige Männer... Diese Zusammenfassung mag nach billigem Horror klingen, doch ist das Buch weit weit mehr. Es geht um Mysterie, Gesellschaftskritik und Identitätskrisen der Lebensweise von Indianern der Neuzeit die in Reservaten leben und weder ihre eigene Kultur noch die der Amerikaner wirklich ihr eigen nennen können, es geht um Lebensschicksale und um erstaunlich viel Basketball. Das dieser Autor (der von Blackfeet abstammt) alles andere als Massenware abliefert, hat er schon mit Mongrels bewiesen. Hier geht es um ein vielschichtiges Werk, dass ein Herz für die Vergessenen in unserer Gesellschaft hat und keinem plumpen Handlungsstrang folgt. Aber genau das, macht es zuweilrn auch schwer dem Werk zu folgen, da es immer wieder einen Haken schlägt oder sich in Details verliert, die für die Handlung ohne Bedeutung sind. Da Jones auch als Professor für Englisch an einer Universität lehrt, ist auch seine Sprache alles mur nicht leicht schluckbar. Ich musste des Öfteren einen Satz mehrmals lesen, um ihn zu verstehen. Dieser sperrige Stil ist nur in einigen Augenblick so schlimm und auch nie schlecht. Oft hat Jones eine sehr poetische (im Wechsel mit derber Umgangssprache) Sprache, doch sein Wechsel der Erzählerperspektive (der auch mitten im Geschehen erfolgt) lässt die Sprache eben manchmal anstrengend erscheinen. Ich jedenfalls fand es gut, dann öde, dann wieder gut, dann lahm.... Diesem Wechsel ist die schlussendliche Bewertung auch geschuldet. Wer Lust auf eine andere Art Horror (mit viel Bezug auf das Leben der modernen 'Indianer') hat, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Besonders beeindruckt hat mich auch die Danksagung. Wo andere Autoren Namen aneinanderreihen, schreibt Jones explizit welche Inspirationen er von wem hat (u.a. von Gesprächen über Literatur seiner Universitätssemestergruppen, was ich höchst sympathisch finde).
