
Eigene Meinung Mühsam kämpfe ich mich aktuell aus meiner Leseflaute. Anfang des Monats habe ich Shallow River von H.D. Carlton beendet. Ob mir das Buch dabei geholfen hat, wieder mehr zu lesen, oder meine Leseflaute eher noch verstärkt hat, erfahrt ihr hier … Auch in Shallow River erzählt H.D. Carlton die Geschichte aus zwei Perspektiven: Zum einen aus der Sicht der Protagonistin River, zum anderen aus der Sicht von Mako. Die Kapitel sind angenehm kurz, wodurch sich immer schnell noch eines einschieben lässt. Wie man es von der Autorin bereits kennt, ist ihr Schreibstil sehr direkt und unverblümt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht davor, auch schwierige Themen detailliert darzustellen. Interessant fand ich, dass Shallow River diesmal eher als Thriller eingeordnet wird und nicht als Dark Romance. Eine Triggerwarnung ist zum Glück vorhanden und sollte meiner Meinung nach unbedingt gelesen werden. Die Themen, die H.D. Carlton hier behandelt, sind teilweise extrem belastend. Missbrauch, Drogen, Gewalt, Folter, Kindesmissbrauch und Tierquälerei sind nur einige der Inhalte, die in diesem Buch vorkommen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle wirklich dazu raten, die eigene psychische Gesundheit an erste Stelle zu setzen. Auch ich musste einige Male schlucken. Besonders bei einer Szene rund um Tierquälerei war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Zum Glück entwickelte sich die Situation anschließend in eine andere Richtung. Doch kommen wir zum eigentlichen Inhalt zurück. River hat eine unfassbar schwere Vergangenheit hinter sich und selbst ihr Start ins Leben war von Grausamkeit geprägt. Leider scheint das Unglück sie auch im weiteren Verlauf nicht loszulassen. Mein Mitgefühl für sie war während des gesamten Buches sehr groß. Ich konnte viele ihrer Gedanken und Beweggründe nachvollziehen und hatte oft einfach nur Mitleid mit ihr. Trotzdem fiel es mir schwer, eine echte Verbindung zu ihr aufzubauen. Gerade ihre Entscheidungen haben mich immer wieder Geduld gekostet. Natürlich kann ich nicht nachvollziehen, wie es ist, in einer derart toxischen und missbräuchlichen Beziehung festzustecken, und ich möchte mir auch nicht anmaßen, darüber urteilen zu können. Dennoch gab es einige Situationen, in denen ich Rivers Handlungen oder Aussagen nur schwer verstehen konnte. Dazu kommt, dass sich bestimmte Aussagen, Gedanken und Handlungsmuster mehrfach wiederholen. Besonders im Mittelteil zog sich die Geschichte dadurch für mich etwas. Immer wenn ich dachte: “Jetzt kann es doch eigentlich nicht noch schlimmer werden”, schien H.D. Carlton das als persönliche Herausforderung zu betrachten. Zum Ende hin zeigt sich dann wieder die Seite der Autorin, die ich bereits aus ihren anderen Büchern kenne. Die Spannung zieht deutlich an und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Es wird brutaler, chaotischer und gleichzeitig auf eine seltsame Art auch gerechter. Ich kam aus dem “What the hell?”-Denken stellenweise nicht mehr heraus. Es passiert unglaublich viel in kurzer Zeit und obwohl ich am Ende irgendwie mein Happy End bekommen habe, musste ich mich erst einmal bis dorthin durchkämpfen. Wenn Shallow River mein erstes Buch von H.D. Carlton gewesen wäre, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob ich weitere Bücher der Autorin gelesen hätte. Die vielen Wiederholungen und die erst sehr spät einsetzende Spannung verlangen dem Leser einiges an Geduld ab. Mein abschließendes Fazit Shallow River hat es mir nicht leicht gemacht. Abgesehen von den sehr harten Themen, die hier teilweise detailliert dargestellt werden (bitte lest wirklich die Triggerwarnungen!), leidet das Buch für mich vor allem unter den vielen Wiederholungen. Manche Gedanken, Aussagen und Situationen ziehen sich länger, als sie es müssten. Für mich gehört Shallow River daher nicht zu den stärksten Büchern von H.D. Carlton. Wäre es mein erstes Buch der Autorin gewesen, hätte ich vermutlich nicht sofort zu einem weiteren Titel von ihr gegriffen. Zum Ende hin gewinnt die Geschichte zwar deutlich an Spannung und die Ereignisse überschlagen sich förmlich. Doch bis dahin brauchte ich einiges an Geduld und Durchhaltevermögen. Trotz einiger starker Momente blieb am Ende vor allem das Gefühl zurück, dass hier weniger manchmal mehr gewesen wäre.































































