Ein Ritter mit Festanstellung! Wie niedlich.
Dieses Buch – so wie ich – direkt im Anschluss an "Dungeon Crawler Carl" zu lesen, ist etwas, das ich nicht wirklich empfehlen kann. Stellt es euch vor wie ein Double-Feature im Kino, bei dem zuerst "Mad Max: Fury Road" und danach "Der Sternenwanderer" gezeigt wird. Schwierige Kombination. Also "Drachendrama" ist niedlich. Von der ersten Seite bis zum Epilog. Und diese Niedlichkeit wird in bester "show, don't tell"-Manier ausformuliert bis man die Knödelsuppe von Oma Brummelblitz riechen kann und am liebsten davon kosten möchte. Aber nach etwa der Hälfte der Geschichte war ich so gesättigt von all der Cosyness und Nettigkeit, den wohlgesetzten Worten und entzückenden Beschreibungen, dass ich mir sehnlichst mehr Action herbei wünschte und sogar begann, hin und wieder ganze Seiten nur mehr zu überfliegen um dem Ende und des Rätsels Lösung näher zu kommen. Mein persönliches Fazit: ich würde es erstaunlicherweise vorziehen, Carl & Donut erneut durch den Dungeon zu begleiten, als Ritter Harti & Eisenhüfli auf ein weiteres Abenteuer. Aber ich bin eben auch ein altes, ironisch-sarkastisches GenX-Wesen das nun weiß, dass das Subgenre "Cosy Fantasy" nicht seine Teetasse ist. Kleiner Spoiler zum Schluss: Dass ein Cover den Inhalt meist nur andeutet (wenn überhaupt) ist klar. Aber wenn ich darauf einen geflügelten goldgelben Drachen sehe und dann im Buch nur ein grünes Geschöpf auftaucht, das wie eine flügellose wurmartige Mischung aus Schwein und Hund beschrieben wird ... Ja, ok, es spuckt Feuer, aber die durch das Cover geweckten Erwartungen wurden da leider gar nicht erfüllt.




