
Solide, aber das volle Potenzial wurde nicht ausgeschöpft
Tag für Tag kämpfen im Königreich Arrow Gladiatoren in einer Arena um ihr Leben, um am Ende in den Rang der sogenannten Bloodguards aufzusteigen und Teil des Adels zu werten. Auch Leith hat das Ziel ein Bloodguard zu werden, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch je mehr Kämpfe er hinter sich bringt, desto härter wird der Kampf ums Überleben. Als ihm also die Elfenprinzessin und zukünftige Königin Maeve einen Handel vorschlägt, geht er ihn ein und legt damit sein Leben in ihre Hände. „Bloodguard“ konnte mich vor allem mit seinem originellen Grundkonzept überzeugen. Die Verbindung von Fantasy und Gladiatorenkämpfen fühlte sich erfrischend anders an als vieles, was ich bisher gelesen habe. Besonders zu Beginn und gegen Ende des Buches stehen die Kämpfe im Mittelpunkt und sorgen für einige spannende, mitreißende Momente. Im Mittelteil habe ich diesen Aspekt allerdings etwas vermisst, wodurch sich die Handlung stellenweise gezogen hat. Hier hätte ich mir deutlich mehr Gladiatoren-Content gewünscht, denn für mich wurde das Potenzial dieser vielversprechenden Idee nicht vollständig ausgeschöpft. Auch das politische System der Welt hat mir sehr gut gefallen. Die Konzepte rund um den Phönix und die damit verbundenen Machtstrukturen waren interessant gestaltet und haben der Geschichte zusätzliche Tiefe verliehen. Vor allem die politischen Intrigen und Hintergründe konnten mich immer wieder fesseln und haben einen großen Teil des Reizes der Handlung ausgemacht. Weniger überzeugen konnte mich hingegen leider die Liebesgeschichte. Die Entwicklung der Gefühle wirkte auf mich etwas überhastet und nicht ausreichend aufgebaut. Statt einer glaubwürdigen Annäherung hatte ich häufig das Gefühl, dass die Leith und Maeve von einem Moment auf den anderen verliebt waren, ohne dass diese Entwicklung zuvor wirklich nachvollziehbar vorbereitet wurde. Auch die Darstellung der Brutalität hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen. Grundsätzlich passt eine gewisse Härte natürlich zu einem Setting rund um Gladiatorenkämpfe und gehört in gewisser Weise dazu. Viele der brutalen Szenen wirkten auf mich jedoch recht oberflächlich und plump beschrieben. Wenn schon auf solche drastischen Momente gesetzt wird, hätte ich mir mehr emotionale Wirkung und erzählerische Tiefe gewünscht. Der Schreibstil war insgesamt solide und angenehm zu lesen, konnte sich für mich aber nicht besonders von anderen Fantasyromanen abheben. Er erfüllt seinen Zweck, ohne dabei einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Insgesamt ist das Buch ein unterhaltsamer Fantasyroman mit einigen starken Ideen, insbesondere im Bereich des Weltenbaus und der politischen Elemente. Wer Gladiatoren-Settings, ausführlich Kampfszenen und politische Fantasy mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen. Dennoch bleibt bei mir das Gefühl zurück, dass das Buch sein volles Potenzial nicht ganz ausschöpft. Eine solide Geschichte mit interessanten Ansätzen, aber nicht herausragend.



























































